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Vermeide diese 12 Fehler bei der Ersten Hilfe am Kind

Erste Hilfe Tasche mit Teddybär, der ein Pflaster trägt
Es ist gut, vorbereitet zu sein! / Bild © exclusive-design, Adobe Stock

In diesem Artikel zeigen wir dir 12 häufige Fehler bei der Ersten Hilfe am Kind und wie du sie vermeidest. Dieses Wissen kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen.

Wir freuen uns, dass du dich für Erste Hilfe am Kind interessierst. Denn das ist der erste, entscheidende Schritt hin zu mehr Sicherheit.

Schau gern, ob du die folgenden Fehler auch gemacht hättest.

Fehler #1: Nichts tun und auf Rettung hoffen

Bei Unfällen, Verbrennungen, Vergiftungen und allergischen Reaktionen rettet Erste Hilfe Leben. Es ist nicht schlimm, etwas falsch zu machen. Aber es ist riskant, nichts zu tun! Also bitte einfach anfangen und notfalls Menschen direkt zum Helfen animieren. Ein Erste-Hilfe-am-Kind-Kurs wird dir Sicherheit geben. >>> Hier geht es zum Online-Kurs von babelli

Fehler #2: Erst spät die 112 rufen

Je nach Wohnort und Auslastung kann es dauern, bis ein Rettungswagen eintrifft. Also warte nicht zu lange mit dem Anruf. Die Kolleginnen und Kollegen am Telefon können dich schon beraten. Und so fängst du an:

  1. „Ein Kind ist verletzt“
  2. Durchatmen
  3. Wer, wo, was, wie viele?
  4. Auf Anweisungen warten

Fehler #3: Zu lange mit dem Beatmen warten

Kinder speichern weniger Sauerstoff im Blut als Erwachsene. Deshalb ist es bei Atemstillstand wichtig, sie als allererstes 5 x zu beatmen. Noch vor dem 112-Anruf und der Herzdruckmassage!

Fehler #4: Im Notfall irgendwelche Medikamente verabreichen

Bei Notsituationen greifen manche Eltern zu Medikamenten, die sie selbst nehmen, beispielsweise einem Asthmaspray. Tu das nicht! Denn Wirkstoffe und Dosierung sind bei Kindern meist grundlegend anders. Das falsche Medikament kann mehr schaden als nützen.

Fehler #5: Fremdkörper mit dem Finger aus dem Hals holen wollen

Einmal nicht hingeguckt und die Erdnuss steckt in der Luftröhre fest. Aber STOP! Nicht mit dem Finger herausholen, denn das würde sie weiter hineinschieben oder den Kehlkopf verkrampfen lassen. Beuge dein Kind stattdessen vornüber und schlage kräftig zwischen die Schulterblätter, damit sich der Fremdkörper löst. Reicht das nicht aus, wende den Heimlich-Griff an (siehe Online-Kurs). 

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Fehler #6: Größere Verbrennungen kalt abduschen

Lediglich sehr kleine Verbrennungen, beispielsweise ein Kinderfinger, sollten mit kühlem Wasser gekühlt werden. Ist es die Hand, braucht es lauwarmes Wasser. Ist es der Arm, gar kein Wasser, weil das den ganzen Kinderkörper bedrohlich auskühlen würde. 

Fehler #7: Bei Bewusstlosigkeit in Rückenlage lassen

Stürzt ein Kind auf den Kopf, kann es bewusstlos werden. Wichtig ist, es so hinzulegen, dass Erbrochenes (bei Kopfstürzen häufig) abfließen kann:

  • Kinder bis 6 Jahren: Bauchlage und Kopf zur Seite drehen
  • Kinder ab 6 Jahren: stabile Seitenlage 

Fehler #8: Bei einem Insektenstich im Mund abwarten

Ein Wespen- oder Bienenstich am Hals oder im Mund kann die Atemwege zuschwellen lassen. Also bitte sofort in die Klinik fahren. Währenddessen das Kind beruhigen, kühle Halswickel machen und ein kaltes Getränk geben.

Fehler #9: Bei Fieberkrampf schütteln

Fieberkrämpfe sind für Eltern beängstigend und das Kind kann kurz bewusstlos werden. Schüttle es nicht! Bleibe stattdessen möglichst ruhig, warte ab und rufe die 112 an.

Fehler #10: Bei einer Vergiftung Milch geben

Giftige Substanzen müssen aus dem Körper gespült werden. Deshalb gib bitte Wasser oder verdünnte Tees, aber keinesfalls Milch! Denn dieses vermeintliche Hausmittel ist absolut ungeeignet, weil es die Substanz länger im Körper hält. Lass dich bei einer möglichen Vergiftung von einer der Giftnotrufzentralen (egal welcher) beraten.

Fehler #11: Bei einem Sonnenstich weiter in der Sonne bleiben

Ein Sonnenstich beim Kind passiert schnell und reizt die Hirnhäute bis hin zu Hirnschwellungen. Deshalb: sofort raus aus der Sonne und Hitze, den Kopf und Nacken kühlen und viel trinken lassen. Bei Apathie, Kreislaufversagen oder Bewusstlosigkeit bitte Rettungswagen rufen oder sofort in die Klinik! 

Fehler #12: Kopflos herumrennen, statt das Kind zu beruhigen

Wenn es ums Kind geht, werden wir Eltern manchmal panisch. Das hilft jedoch niemandem. Entwickle Strategien, um in Angstsituationen ruhig und handlungsfähig bleiben zu können. Denn dein Kind braucht dich nun als verlässlichen Ruhepol. Versuche es mit diesen Entspannungsübungen:

  • Mantra einüben, wie beispielsweise „Ich bin ein Berg, der fest in der Brandung steht. Du darfst auf mir Schutz suchen.“ 
  • nach einem bestimmten Muster atmen: Stichwort „Bauchatmung“ oder „Boxatmung“. Mantra und Atmen lassen sich gut verbinden
  • Zählen (vorwärts, rückwärts, in Dreierschritten etc.), um aus der Angst wieder ins Denken zu kommen 

Fazit: Wissen schafft Sicherheit

Wenn ein Kind plötzlich verletzt ist oder nicht mehr atmet, zählt jede Sekunde und doch lähmt uns Menschen oft die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist Nichtstun der größte Fehler. 

Fühlst du dich ebenfalls unsicher?

Das Gute: Um Erste Hilfe am Kind zu beherrschen, braucht es insgesamt nur wenige Stunden Zeit und gelegentliche Wiederholung. 

Mit unserem Online-Kurs bist du örtlich und zeitlich völlig ungebunden, kannst häppchenweise vorgehen und ohne Limit alles nachschauen, das dir zwischendrin entfallen ist. Er wird dir die nötige Sicherheit geben, damit du im Notfall einfach anfangen kannst. 

Denn das kann Leben retten.

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Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.