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Anais Cosneau: „Als Schwangere eine Wohnung zu kaufen, ist überraschend sinnvoll“

Anais Cosneau von Happy Immo Club
Gerade vor der Elternzeit entscheiden sich einige Frauen bewusst für den Kauf einer kleinen Eigentumswohnung.

Anaïs Cosneau ist Mitgründerin des Happy Immo Clubs für Frauen und zeigt dir einen Weg, wie du aus eigener Kraft Vermögen aufbaust, um im Alter finanziell unabhängiger zu sein. Vielleicht ist es auch für dich eine Möglichkeit zur Absicherung?

Es klingt paradox: Gerade, wenn das Leben auf den Kopf gestellt wird – durch Schwangerschaft, Elternzeit oder nach dem Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit – scheint der Kauf einer Immobilie unmöglich.

Ich weiß noch genau, wie eine Frau zu mir sagte: „Ich bekomme gerade ein Baby. Jetzt ist wirklich nicht der Moment für Immobilien.“ Und ich habe gedacht: Genau deshalb vielleicht doch. Denn genau in dieser Phase steckt oft das größte Potenzial.

Diesen Artikel schreibe ich für dich, wenn du:

  • noch nie über Wohneigentum als Altersvorsorge nachgedacht hast,
  • dich fragst, ob du dir Eigentum jetzt überhaupt leisten kannst oder solltest,
  • Sorge hast, nach der Elternzeit finanziell „abgehängt“ zu werden,
  • oder einfach wissen willst, wie andere Mütter es geschafft haben.

Denn eines ist klar: Es geht nicht um Druck, sondern um Spielregeln. Und die zu kennen, macht den Unterschied.

Mutter werden und Immobilie kaufen schließen sich nicht aus

Ich arbeite seit Jahren mit Frauen, die investieren wollen. Und die Phase rund um Schwangerschaft und Elternzeit ist oft der Punkt, an dem alles ins Wanken gerät – nicht nur emotional, sondern vor allem finanziell:

Plötzlich ist das Einkommen geringer, man reduziert auf Teilzeit. Man merkt vielleicht auch, dass man in den alten Job gar nicht mehr so richtig zurückmöchte. Manche denken über Selbständigkeit nach. Vieles fühlt sich neu an.

Und genau in dieser Phase wird Eigentum oft vertagt.

Was viele nicht wissen: Banken interessieren sich nicht für Lebensphasen. Sie rechnen mit Zahlen. Wenn du voll arbeitest, zählt dieses Gehalt. Wenn du in Elternzeit bist oder Teilzeit arbeitest, zählt eben das. Und wenn du dich selbständig machst, wollen Banken meistens erst einmal mehrere Jahre stabile Einkünfte sehen.

Ich sehe das immer wieder. Frauen, die eigentlich gestalten wollen, merken plötzlich: Finanzierung ist schwieriger als noch vor zwei Jahren.

Deshalb entscheiden sich manche bewusst, vor der Geburt zu kaufen – nicht aus Druck, sondern aus Strategie. Solange das volle Gehalt noch in der Bonitätsprüfung steht, ist es oft einfacher. Danach kann man in Ruhe reduzieren, ohne dass diese Tür erst einmal zu ist.

Andere kommen zu mir, wenn sie schon mittendrin sind. Mit Baby auf dem Arm und der Frage:

Habe ich es jetzt verpasst?“
Und ich antworte: „Nein. Aber jetzt braucht es einen Plan.

Vielleicht braucht es erst wieder ein höheres Einkommen, vielleicht mehr Eigenkapital, vielleicht auch eine andere Immobilie, die besser ins Budget passt.

Es geht fast immer. Nur eben nicht nebenbei.

Was mir wichtig ist: Jede Familie soll leben, wie sie will. Wer lange zu Hause bleiben möchte, soll das tun. Wer früher wieder arbeiten möchte, ebenso.

Es geht nicht darum, Mütter unter Druck zu setzen. Es geht darum, die Spielregeln zu kennen.

Ich erlebe häufig, dass sich in der Familienphase Vermögen ganz leise verschiebt. Eine Person reduziert, die andere baut weiter auf. Nicht aus böser Absicht, sondern, weil es sich gerade so ergibt. Nach ein paar Jahren ist der Unterschied deutlich.

Viele Männer starten früher mit Vermögensaufbau, weil sie seltener Erwerbsunterbrechungen haben und nicht, weil sie klüger sind …

Wer später beginnt, muss strategischer planen. Das ist keine Ideologie. Das ist schlicht Mathematik. Immobilien sind kein Zaubertrick. Man braucht Zahlen, Rücklagen und eine realistische Einschätzung. Aber man braucht nicht das perfekte Leben.

Ich habe Frauen begleitet, die in Teilzeit gekauft haben. Andere, die kurz vor der Geburt unterschrieben haben. Und auch welche, die erst einmal zwei Jahre daran gearbeitet haben, wieder „finanzierbar“ zu sein.

Was sie gemeinsam hatten: Sie haben aufgehört zu warten.

Eigentum ist für mich kein Statussymbol. Es ist eine Form von Absicherung – auch und gerade als Mutter!

Niemand weiß, wie sich Beziehungen entwickeln. Niemand weiß, wie stabil ein Job bleibt. Aber jede kann beeinflussen, ob IHR etwas gehört.

Vielleicht ist nicht immer der richtige Moment zum Kaufen. Aber es gibt immer den richtigen Moment, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Und manchmal ist der früher, als man denkt.

Was mich Frauen oft fragen

Anaïs, gibt es eine Untergrenze bei Banken?

Eine feste Einkommensgrenze gibt es nicht. Banken schauen immer auf die individuelle Haushaltsrechnung. Entscheidend ist, dass nach allen Fixkosten ein monatlicher Puffer bleibt. In der Praxis bedeutet das: Wer etwa 2.500 bis 3.000 Euro netto verdient, keine hohen Konsumschulden hat und stabil angestellt ist, kann grundsätzlich finanzierbar sein. Selbst in Teilzeit, wenn die Immobilie sich durch Mieteinnahmen zu einem großen Teil selbst trägt.

Beim Eigenkapital sehen wir häufig Beträge zwischen 10.000 und 30.000 Euro. Darin enthalten sind die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch. Weniger ist theoretisch möglich, aber dann steigen Risiko und Zinskosten deutlich. Ganz ohne Rücklagen würde ich es nicht empfehlen.

Und welche Immobilien kommen infrage?

Gerade für Einsteigerinnen sind kleine, solide Wohnungen oft sinnvoller als große Objekte, zum Beispiel eine 1- oder 2-Zimmer-Wohnung in einer guten B- oder C-Stadt mit stabiler Nachfrage, überschaubarem Kaufpreis und vernünftiger Miete. Nicht das perfekte Eigenheim, sondern eine kalkulierbare Kapitalanlage.

Hast du Beispiele von Müttern, die in der Schwangerschaft oder Elternzeit gekauft haben?

Ja, natürlich!

Ein Beispiel: Julia aus Berlin hat sich intensiv vorbereitet und zwei Wochen vor der Geburt beurkundet. Danach ging sie in Elternzeit. Der entscheidende Punkt war, dass zum Zeitpunkt der Finanzierung noch ihr volles Gehalt berücksichtigt wurde. Für sie war das kein Prestigeprojekt, sondern eine strategische Entscheidung vor einer Einkommensveränderung.

Ein anderes Beispiel: Jana war Hauptverdienerin und in der Elternzeit zunächst über eine große Plattformbank* nicht finanzierbar. Am Ende wurde die Finanzierung über eine regionale Sparkasse möglich. Sie hatte eine schriftliche Bestätigung ihres Arbeitgebers, dass sie nach sechs Monaten wieder einsteigt, und die Familie lebte vorübergehend mietfrei. Es war nicht automatisch einfach, aber mit Vorbereitung realisierbar.

*Anmerkung der Redaktion: Plattformbanken betreiben nicht (nur) das klassische Bankgeschäft, sondern bringen Drittanbietende mit Kundinnen zusammen. Kommt ein Vertrag darüber zustande, bekommen sie eine Provision.

Und auch ich selbst habe meine erste Wohnung in der Elternzeit gekauft. Die Finanzierung lief formal über meinen Mann, weil ich in dieser Phase kein anrechenbares Einkommen hatte. Im Grundbuch standen wir beide. Für mich war wichtig: Wenn ich beruflich zurücktrete, trete ich nicht beim Eigentum zurück.

Mir ist dabei wichtig zu betonen: Jede Konstellation ist individuell. Elternzeit bedeutet nicht automatisch, dass Eigentum unmöglich ist. Es bedeutet nur, dass genauer geplant werden muss.

Quellen

Website: https://happyimmoclub.com
LinkedIn: https://linkedin.com/in/anais-cosneau
Instagram: https://instagram.com/happy_immo_club
Spotify: https://open.spotify.com/show/4UQSDxv0Y3Bh8GEjy7kd00

Anmerkung: Uns als babelli ist Female Empowerment wichtig. Deshalb lassen wir ohne Gegenleistung immer mal wieder Expertinnen zu Wort kommen, die dir Tipps an die Hand geben können, welche dir vielleicht genau jetzt weiterhelfen.

 

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Veröffentlicht von Anais Coisneau

Anaïs Cosneau, Gründerin von Happy Immo, Vorständin und Aufsichtsrätin in der Immobilienbranche sowie LinkedIn Top Voice für Finanzen, ist 44 Jahre alt, dreifache Mutter und lässt sich von nichts aufhalten: Seit 15 Jahren ist sie in Führungspositionen der Immobilienentwicklung tätig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Projektentwicklung und der Schaffung neuer Geschäftsmodelle in der Immobilienbranche. Von Landentwicklung und sozialem Wohnungsbau bis zur Baurechtschaffung neuer Quartiere, von Shanghai bis Berlin – ihre Projekte sind weltweit. Anaïs ist eine mutige Visionärin, die für Frauen kämpft und zukunftsweisende Projekte mit ihnen umsetzt.