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Baby Boom nach Corona

Wer hätte das gedacht: Baby-Boom nach Corona-Lockdowns

Lust statt Frust? Oder andersrum? Warum mich der Baby-Boom im März 2021 so überrascht hat, erfährst du in diesem Gedankenspiel.

Ich gestehe, ich philosophiere gern. Vor allem über Corona. Gab ja auch lange kaum ein anderes Thema. An eine Diskussion, die ich mit einer Freundin irgendwann mitten in der schlimmsten Corona-Zeit führte, erinnere ich mich besonders gut:

Wir waren uns nicht einig, ob die Corona-Krise zu mehr oder eher weniger Schwangerschaften führen würde. Denn klar, (noch kinderlose) Paare hatten bei all dem Social Distancing mehr Zeit füreinander. Aber sicherlich waren ab dem ersten Lockdown im März 2020 die Bedenken nicht gerade klein. In eine unsichere Zukunft setzen weniger Menschen ein Kind. Dazu kommen Stress wegen der Maßnahmen, Angst um die eigene Gesundheit und weniger Möglichkeiten für die Kinderbetreuung. Nicht gerade förderlich für die Libido. Dachte ich. ‚Reiner Spekulatius‘, würde mein Freund sagen.

Aber: Gleiches schrieb das ZDF noch Anfang Juni. Da kannten sie wie ich die neuen Zahlen noch nicht.

Für Januar und Februar – also eine Schwangerschaft lang nach dem ersten Lockdown – stimmt diese Theorie schon nicht wirklich. Denn hier lagen die Geburten etwa um das Vorjahresniveau herum. Und nun, tadaaa: der März 2021 war mit fast 66.000 Babys der geburtenreichste in Deutschland seit über zwanzig Jahren. Das sind satte zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Gerade unter jungen Leuten waren die Bedenken wohl nicht so stark ausgeprägt. Vor allem zum Sommer hin nicht. Denn da sank die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich und es wurde gelockert, was das Zeug hielt. Man darf eben nie von sich auf andere schließen 😀

Und jetzt?

Na nix. Das ist doch das Schöne am Philosophieren, es muss gar nichts dabei herauskommen. Viele Babys sind eine wunderschöne Sache. Ich freue mich über jede frisch gebackene Mama, die ich mit Kinderwagen treffe, wenn ich meine eigene Kleine von der Kita abhole.

Was mehr Babys für Deutschland bedeuten, werden wir in frühestens einem Jahr sehen. Betreuungsplätze sind jetzt schon rar – eine Verbesserung der Lage ist nicht wirklich in Sicht. Und wenn die Kleinen dann Schulkinder werden, fehlt das eh schon knappe Lehrpersonal. Hoffen wir, dass sich möglichst viele der Home-Schooling-geplagten Jugendlichen (Generation Corona) zu einer pädagogischen oder politischen Karriere entschließen. Einfach um es besser zu machen und allen zu zeigen. Wird schon. Irgendwie.

Es gab doch nicht nur einen Lockdown…!?

Ganz genau. Das letzte Wort ist sicher noch nicht gesprochen. Die Zahlen sind bisher nur vorläufig. Sie werden in den kommenden Monaten eventuell noch etwas hin und her sortiert. Auch nehme ich an, dass der „Baby-Boom“ eher in Wellen verlaufen wird:

Neun bis zehn Monate nach einem Lockdown eher weniger bis gleich viele Babys. Nach Zeiten der Entspannung (wie jetzt gerade im Sommer) wieder mehr. 

Es sei denn, ich liege wieder falsch und die Corona-Thematik hat Frauen und Männer doch so zermürbt, dass sie so gar keinen Bock mehr auf Sex haben. Frauen, die ihre Kinder durch Kita-Schließungen, digital-Unterricht und Wechselmodell bringen mussten, können eh ein Lied davon singen. 

Dazu kommt für Singles: Einen neuen Partner oder eine neue Partnerin zu finden, war zur Corona-Hochzeit auch eher schwer. Ich verspreche, Baby-Statistiken zu zeigen, wenn das Ganze durch ist. Demnächst. Also bald. Nächstes Jahr oder so. Vielleicht sollte ich das mit den Prognosen lieber lassen …

Quellen

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