Das erste Mal am Meer ist ein unvergesslicher Familienmoment, für Babys und für Eltern. Die Erinnerung mag verfliegen (Fotos helfen), aber das Gefühl bleibt. Komm gern mit auf unsere kleine Reise…
Ein Strandbesuch schärft die Wahrnehmung. Schon der Weg zum Strand kann aufregend sein. Die Luft riecht anders, Möwen lachen, der Wind ist frischer als zu Hause, der Himmel ist irgendwie weiter. Und dann ist da plötzlich diese riesige blaue Fläche, die sich bewegt, glitzert und rauscht. Es riecht so anders und die Luft schmeckt salzig.
Für dein Baby ist das Meer ein einziges Fest für alle fünf Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Vielleicht schaut es erst einmal ganz still. Manche Kinder beobachten neue Orte sehr genau, bevor sie sich trauen, sie zu erkunden. Andere wollen sofort loskrabbeln, greifen in den Sand oder versuchen, bunte Steinchen aufzuheben. Beides ist völlig in Ordnung. Dein Baby bestimmt das Tempo.
Der Sand
Sand am Strand fühlt sich ungewohnt an. Er ist warm oder kühl, trocken oder feucht, weich und gleichzeitig körnig. Er rieselt durch die Finger, klebt an den Beinen und verschwindet scheinbar zwischen den Zehen. Und es gibt soooo viel davon.
Viele Babys sind sofort fasziniert. Sie patschen mit den Händen hinein, schieben kleine Häufchen zusammen oder lassen sich den Sand von dir über die Füße rieseln. Andere ziehen die Beine hoch und schauen skeptisch. Auch das gehört dazu.
Du musst nichts vorbereiten und kein besonderes Strandspielzeug dabeihaben. Ein Becher, eine kleine Schaufel oder eine Muschel reichen oft völlig aus. Manchmal ist es ohnehin viel interessanter, den Sand mit dem ganzen Körper zu erkunden.
Die erste Welle
Der erste Kontakt mit dem Meer kann ganz unterschiedlich ausfallen. Vielleicht quietscht dein Baby vor Freude, wenn das Wasser die Füße erreicht. Vielleicht erschrickt es, weil eine Welle plötzlich näherkommt. Oder es möchte das Wasser erst einmal nur vom Arm aus anschauen. All das ist okay.
Oft dauert es nicht lange, bis aus vorsichtigem Staunen Neugier wird. Dann wird nach dem Wasser gegriffen, mit den Füßen gestrampelt oder laut gelacht, wenn die nächste Welle kommt. Bleib bitte immer direkt dabei.
Das Rauschen
Viele Eltern merken, dass ihr Baby am Meer ungewöhnlich entspannt ist. Das gleichmäßige Rauschen der Wellen kann beruhigend wirken. Denn letztlich ist es „White Noise“, also ein monotones Hintergrundgeräusch wie im Mutterleib, das die Alltagsgeräusche dämpft und auch den meisten Erwachsenen guttut – deswegen fahren vermutlich viele von uns so gern an die Küste.
Natürlich kann ein Tag am Meer durch die vielen Eindrücke auch anstrengend sein. Vielleicht ist dein Baby früher erschöpft, möchte mehr Nähe oder findet nach dem Ausflug schwerer in den Schlaf. Das heißt nicht, dass der Tag zu viel oder nicht schön war. Das Gehirn verarbeitet einfach all das Neue.
Die Sonne
Wenn ihr einen sonnigen Tag erwischt habt, denk daran: Die Sonnenintensität ist am Meer meist deutlich höher als im Inland, und das selbst, wenn der Himmel wolkenverhangen ist. Ein Sonnenbrand ist für Babys Haut und Organismus keine Lappalie, es ist eine manchmal großflächige Verbrennung. Versuche ihn unbedingt zu vermeiden.
Wenn ihr nicht mit dem Baby im Vollschatten sein könnt –, selbst Strandmuschel und Sonnenschirme reichen oft nicht –, muss es eben doch 50er-Sonnencreme auf unbedeckten Körperteilen sein. Je mehr luftige Kleidung (UV-Schutz, Baumwolle oder Leinen) dein Kind trägt, desto weniger Creme ist nötig.
Ein luftiges Hütchen mit breiter Krempe und Nackenschutz bewahrt den Babykopf vor einem gefährlichen Sonnenstich. Und auch eine Babysonnenbrille kann für die empfindlichen Babyaugen sinnvoll sein. Achtung auch, wenn der Kinderwagen in der Sonne steht. Das Innere heizt sich schnell auf und wird mit Tuch davor zur Hitzefalle.
Es braucht kein großes Programm
Manchmal haben wir Eltern schon herrliche Vorstellungen vom Strandtag und dann kommt doch alles ganz anders: Vielleicht seid ihr nur eine Stunde am Strand oder verbringt die meiste Zeit auf einer Decke im Schatten. Vielleicht findet dein Baby eine leere Wasserflasche spannender als das Meer. Oder ihm ist alles zu viel. Mit hohen Erwartungen ist Enttäuschung fast vorprogrammiert. Da hilft nur inneres Loslassen und das Wissen, dass du nicht alles steuern kannst.
Du musst an einem Strandtag mit Baby nicht stundenlang am Wasser bleiben, Muscheln sammeln, Fotos machen und pünktlich zum Sonnenuntergang noch entspannt essen gehen. Für dein Kind zählt nicht, wie viel ihr erlebt, auch wenn du dich so darauf gefreut hast. Entscheidend ist, dass dein Kind sich bei dir sicher fühlt und die neue Umgebung in seinem Tempo entdecken darf.
Dein Urlaub wird entspannter, wenn es dem Baby gut geht.
Das Meer und den Strand durch Babys Augen sehen
Mit einem Baby am Meer verändert sich auch dein eigener Blick. Die Möwen und Schiffe, der fein (oder grob) rieselnde Sand, das Glitzern und die Frische – Dinge, die für uns Erwachsene selbstverständlich geworden sind, werden mit Baby und Kleinkind plötzlich wieder spannend.
Und das ist eigentlich das Schönste beim ersten Mal mit Baby am Meer: Dein Kind entdeckt nicht nur eine neue Welt. Es erinnert auch dich daran, wie besonders unsere Erde eigentlich ist.













