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Babys Wunschzettel: „Liebe Mama, lieber Papa …“ 

baby vor dem weihnachtsbaum - Babys Wunschzettel: „Liebe Mama, lieber Papa …“ 
Wenn Babys ihre Wünsche aufschreiben könnten. / Bild © Jorge, Adobe Stock

Was sich dein Baby dieses Weihnachten von dir wünschen könnte. Und es kostet keinen Cent.

Meine lieben Eltern, liebe Mama, lieber Papa,

ich bin noch nicht lange auf der Welt und die Weihnachtszeit ist neu für mich. Alles verstehe ich noch nicht. Aber ich sehe die vielen Lichter, rieche ganz ungewohnte Düfte und höre Musik, die ich bisher noch nicht kannte. Und ich merke, dass ihr euch damit wohlfühlt. Also geht es mir auch gut, und mein Körper wird sich später bestimmt an dieses heimelige Gefühl erinnern.

Es gibt jedoch etwas, das mir zu schaffen macht. Ich kann es noch nicht einordnen, vielleicht könnt ihr mir helfen:

Ihr schaut mich selten an und ich sehe nur eure Stirn. Ich muss euch mit diesem viereckigen Handy-Ding teilen, das manchmal wichtiger zu sein scheint, als ich. Wichtiger als meine Greifversuche, wichtiger als meine kleinen Zehen und Fingerchen und wichtiger als das Mini-Türmchen, das ich gerade gestapelt habe. 

Es scheint nichts Schlechtes zu sein. Denn wenn ihr so darauf herumtippt, lächelt ihr ab und zu oder lacht sogar. Manchmal runzelt ihr auch die Stirn. Aber ich verstehe nie, warum.

Plötzlich redet ihr und ich freue mich, weil ihr mich gehört habt. Dann aber merke ich, dass ihr gar nicht mit mir sprecht. 

Das macht mich traurig. Und wenn ich eine Weile traurig und unruhig war, bleibt mein Mund zu. Dann liege ich inmitten meines Spielzeugs und weiß nicht weiter. 

Ich weiß, dass ihr viel zu tun habt. Ich spüre eure Müdigkeit und euren Stress. Und ich finde es schön, dass ihr euch um so vieles kümmert. Um mich ja auch.

Aber wisst ihr was? Für mich seid ihr das Wichtigste. Wenn ihr mich anschaut, fühlt sich mein kleines Herz ganz warm an. Und wenn ihr mir auf meine Gluckser und Wortkreationen antwortet, dann lerne ich: „Ich bin wichtig, jemand hört mich!“ Das brauche ich, um zu wachsen. Viel mehr als all das Spielzeug, das mich beschäftigen soll.

Ich brauche keine perfekten Eltern. Ihr dürft müde, genervt oder abgelenkt sein. Das ist okay für mich. Ich brauche nur immer wieder diese Momente, in denen ihr wirklich bei mir seid, damit ich diese Welt verstehen lerne. 

Jetzt, wo überall Lichter leuchten und es so unglaublich spannend riecht, spüre ich, dass etwas Besonderes passiert. Ich merke, dass es eine Zeit für Wünsche ist. Und auch wenn ich noch nicht sprechen kann, habe ich schon einen kleinen Wunschzettel.

Und das sind meine 7 Wünsche dieses Weihnachten an euch:

♥ Seht mich bitte öfter an, damit ich mich nicht einsam fühle.

♥ Singt, spielt, sprecht und lest mit mir. Ich kann das noch nicht allein und es hilft mir.

♥ Lächelt mir zu und freut euch mit mir. Dann fühle ich mich geliebt.

♥ Kuschelt ganz viel mit mir, bei euch fühle ich mich sicher.

♥ Zeigt mir die Welt da draußen und lasst euch von mir meine Welt zeigen. Es gibt so viel zu entdecken!

♥ Macht ruhig ein paar Fotos, aber verteilt sie bitte nicht überall.

♥ Legt das viereckige Ding mal länger weg und habt mich einfach lieb, denn die Zeit vergeht so schnell und wer weiß, was morgen ist?

Wenn ihr mir diese Wünsche erfüllt, brauche ich keine Geschenke. Denn das größte Geschenk in meinem jungen Leben seid ihr.

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Quellen

Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.