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Corona Quarantäne Ablauf

Corona & Quarantäne: Wie ist der Ablauf?

5, 10 oder 14 Tage Quarantäne? Wie lange eine Quarantäne dauern soll, entscheidet meist das Gesundheitsamt oder steht in den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes. Doch was bedeutet Quarantäne? Wer muss sich isolieren und wer nicht? Kann man sich „freitesten“? Wir klären auf.

Quarantäne oder Isolation: gibt es einen Unterschied?

Theoretisch schon, in der Praxis aber kaum noch.

In Quarantäne musst du, wenn du nicht selbst infiziert bist, aber das Risiko dafür erhöht ist. Also beispielsweise, wenn sich dein Partner angesteckt hat oder ihr in einem Risikogebiet im Urlaub wart. Gibt es einen Corona-Fall in der Kita oder Schule, müssen Kinder die Kontakt hatten, in Quarantäne. Kontaktpersonen zweiten Grad, also ihr als Eltern, nicht.

Isolation wird angeordnet, wenn es dich selbst erwischt hat, du dich aber zuhause auskurieren kannst. Sie wird der Einfachheit halber jedoch auch Quarantäne genannt. Es war wohl doch zu verwirrend, auch wenn sich die Berechnung leicht unterscheidet.

Denn hattest du engen Kontakt zu einer infizierten Person, kann es zwei bis vierzehn Tage dauern, bis du selbst Symptome zeigst, obwohl du auch vorher schon ansteckend bist. Deshalb geht man erstmal vom längsten Zeitraum aus. Infizierte sind normalerweise spätestens nach zehn Tagen kaum noch ansteckend. Kinder sogar noch kürzer.

Für wen gilt die Quarantäne und wie lange dauert sie?

Eine Quarantäne wegen einer möglichen Ansteckung dauert im längsten Fall vierzehn Tage. Gerechnet von dem Tag, an dem man Kontakt zur infizierten Person hatte oder aus einem Virusvarianten-Gebiet eingereist ist. Sie lässt sich nach frühestens fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test verkürzen. Jedoch nur in Absprache mit dem Gesundheitsamt. Bei Einreise aus „normalen“ Risikogebieten beträgt sie derzeit von vornherein nur zehn Tage mit Verkürzungsmöglichkeit. Unverzüglich in Quarantäne müssen:

  • Enge Kontaktpersonen ersten Grades von nachweislich Corona-Infizierten (mindestens 15 Minuten mit geringem Abstand oder in einem geschlossenen Raum)
  • Einreisende aus Risiko- oder Virusvarianten-Gebieten
  • In Ausnahmefällen auch andere nach Entscheidung des Gesundheitsamtes

Die Quarantäne wegen nachgewiesener Ansteckung (Isolation) dauert zehn Tage. Eventuell länger, wenn es noch Symptome gibt. Erst nach zwei symptomfreien Tagen gibt es dann Entwarnung. Für Kinder gilt: Nach fünf Tagen Isolation wird PCR-getestet. Ist der Test positiv, verlängert sich die Isolation um drei Tage und ein erneuter Test wird fällig. Erst wenn dieser negativ ausfällt, darf das Kind wieder in Schule oder Kita. Frühestens also schon nach fünf Tagen, sofern der Test dann negativ war. In sofortige Isolation müssen:

  • Nachweislich Infizierte. Nach einem positiven Antigen-Test (Schnell oder Selbst) musst du unverzüglich einen PCR-Test organisieren und dich trotzdem vorerst isolieren, bis das Ergebnis feststeht.
  • Enge Kontaktpersonen, die selbst erste Symptome verspüren, denn sie gelten gleich als infiziert, bis ein Test vielleicht das Gegenteil beweist.

Wer ordnet die Quarantäne an?

Nicht immer bekommst du ein Schreiben vom Gesundheitsamt. Dafür reichen die Kapazitäten nicht. Dieses ordnet zwar direkt oder indirekt eine häusliche Quarantäne an. Es kann jedoch davon ausgehen, dass du die jeweiligen Bestimmungen kennst. Oder es überlässt die Mitteilung der Leitung von Arbeitsstelle, Kita oder Schule. Bei manchen Eltern ist der entsprechende Zettel mit der Anordnung erst am Ende der zwei Wochen eingetrudelt.

Müssen Eltern oder Kinder mit in Quarantäne?

Jein. Ist dein Kind infiziert, muss eure ganze Familie in Quarantäne. Gibt es Infektionsfälle in der Kinderbetreuungseinrichtung oder auf Arbeit, muss nur die Kontaktperson ersten Grades, also dein Kind oder du, in Quarantäne. Es sei denn Kontaktpersonen zweiten Grades entwickeln auch Symptome.

Was bedeutet Quarantäne überhaupt?

Wer unter häuslicher Quarantäne steht, darf das Haus nicht verlassen und möglichst keinen Kontakt mit anderen Menschen pflegen. Ausnahmen sind Fahrten zum Arzt oder zur Testung.

Wer sich als Betroffener der Quarantäneanordnung widersetzt und dadurch wissentlich einen anderen infiziert, macht sich wegen fahrlässiger Körperverletzung strafbar und muss mit einem hohen Bußgeld oder einer Freiheitsstrafe rechnen.

Aber es ist auch einfach eine Sache der Verantwortung uns selbst und anderen gegenüber, dass wir uns in solchen Krisenzeiten vorsichtig verhalten, um unsere Mitmenschen zu schützen.

Gut wäre es, wenn sich der oder die Infizierte von den anderen weitestgehend isoliert. Nicht immer geht das natürlich. Vor allem nicht in Familien mit Kindern.

Wer in Quarantäne ist…

  • …darf das Haus nicht verlassen (auch nicht, um mit dem Hund Gassi oder Müll runterbringen zu gehen). Natürlich darfst du in deinen eigenen Garten, wenn du dabei nicht mit Mitmietern in Kontakt kommst. Aber übers Wochenende in dein Wochenendhaus geht leider nicht. Du könntest jedoch die Zeit der Isolation komplett dort verbringen.
  • …muss täglich seine Kontakte und Symptome aufschreiben (und Fieber messen). Dafür gibt es Vordrucke vom Gesundheitsamt.

Wie sollen wir uns in der Familie unter Quarantäne verhalten?

Generell ist es sinnvoll, ein paar Regeln einzuhalten:

  • Lebensmittel bestellen oder mitbringen und vor die Tür stellen lassen. Auch Post holen oder Müll wegbringen sollten Helfer erledigen. Aber bitte außerhalb der Wohnung. Besuch dürft ihr nicht empfangen!
  • Häufig und gründlich lüften.
  • Abstand halten und möglichst getrennte Abläufe haben, also getrennte Schlafstätten einrichten, die Mahlzeiten getrennt einnehmen, etc.
  • Andere Menschen nicht anhusten oder anniesen. Wo möglich eine Atemschutzmaske tragen.
  • Regelmäßig Hände waschen.
  • Möglicherweise infizierte Flächen mit Seife reinigen oder desinfizieren
  • Wenn ihr einen Garten vor dem Haus habt, viel im Freien aufhalten.
  • Für das Stillen gibt es ebenfalls Empfehlungen, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Natürlich ist das ideale Verhalten auch von den Umständen abhängig. Ist das Familienmitglied tatsächlich erkrankt? Oder handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme? Gibt es Risikopersonen in der Familie, etwa ein Vater, der unter Asthma leidet? In Sonderfällen, in denen eine häusliche Quarantäne nicht möglich ist, gibt es auch die Möglichkeit, im Krankenhaus aufgenommen zu werden oder ins Hotel zu gehen. Kinder werden aber nicht gewaltsam von ihren Eltern getrennt.

Bekomme ich weiterhin Gehalt in Quarantäne?

Wenn die Quarantäne angeordnet wurde, bekommst du weiterhin dein Gehalt. Dein Arbeitgeber holt es sich vom Staat zurück. Auch Selbstständige erhalten Ersatz für ihren Verdienstausfall. Anders, wenn du dich selbst (z.B. aufgrund einer Reise oder freiwillig) in Quarantäne begibst und der Arbeit fern bleibst. Dann hast du keinen Anspruch auf Lohn.

Am besten meldest du dich selbst beim Gesundheitsamt. Dann bist du auf der sicheren Seite, auch dann, wenn das Schreiben etwas länger dauert.

Wie wird die Quarantäne beendet?

Die Quarantäne als Vorsichtsmaßnahme endet nach zehn bis vierzehn Tagen, es sei denn, du kannst nach frühestens fünf Tagen einen negativen PCR-Test nachweisen. Die Quarantäne wegen einer nachgewiesenen Infektion endet erst nach einem negativen PCR-Test, für Kinder frühestens nach fünf Tagen, für Erwachsene meist nach zehn.

Quellen

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