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Corona & Quarantäne: Wie ist der Ablauf?

Am vergangenen Donnerstag rief Kanzlerin Merkel dazu auf, Menschenansammlungen zu meiden und soziale Kontakte so gut es geht einzuschränken. Gleichzeitig informierten die Medien über die geplanten Schließungen von Schulen und Kitas in fast allen Bundesländern. Die Maßnahmen kommen einer Quarantäne schon ziemlich nah, gerade für Eltern die ihre Kinder zuhause betreuen. Doch was passiert, wenn das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnet, wie in dem Fall der 1000 Schüler eines Lüneburger Gymnasiums?

Für wen gilt die Quarantäne?

Häusliche Quarantäne wird vom örtlichen Gesundheitsamt angeordnet. Aktuell betrifft dies die folgenden Personengruppen:

  • Corona-Infizierte mit mildem Verlauf, die keine medizinische Betreuung benötigen
  • Menschen, die mit Corona-Infizierten Kontakt hatten
  • Menschen, die sich innerhalb von zwei Wochen in einem Risikogebiet aufgehalten haben

In der Regel dauert die Quarantäne dann 14 Tage. Danach findet ein Labortest statt und wenn dieser negativ ausfällt, dürfen die Betroffenen auch wieder das Haus verlassen.

Wer ordnet die Quarantäne an?

Quarantäne wird vom Gesundheitsamt angeordnet. Im Prinzip laufen ja die vielen Schließungen auch auf eine Minimierung der sozialen Kontakte hinaus und genau dafür sind sie auch gemacht. Bei der Quarantäne sollen Betroffene, die ein stärkeres Risiko haben, gesondert isoliert werden.

Wie kommt es zur Quarantäne?

Wenn du in einem Risikogebiet warst, solltest du dem Gesundheitsamt Bescheid geben. Aber auch Menschen, die sich in Gebieten aufgehalten haben, in denen Corona-Fälle aufgetreten sind und die über die üblichen Symptome wie Fieber und Husten klagen, sollten sich bei ihrem Hausarzt melden. Er wird das weitere Vorgehen besprechen und gegebenenfalls das Gesundheitsamt informieren.

Natürlich ist nicht jeder Husten ein Corona-Fall. Momentan ist es wahrscheinlicher, dass es sich um einen anderen Infekt handelt, wenn ihr euch nicht in einem Risikogebiet aufgehalten habt.

Hier findest du Informationen wie du vorgehst, wenn du den Verdacht hast, an Corona erkrankt zu sein.

Müssen Eltern oder Kinder mit in Quarantäne?

Grundsätzlich gilt, jeder Verdachtsfall muss mit in Quarantäne. Wenn ein Familienmitglied in häusliche Quarantäne muss und Kontakt zur weiteren Familie hatte, was ja in der Regel der Fall ist, gilt die Quarantäne auch für den Rest der Familie. Eltern von Schülern oder Kinder von Eltern mit bestätigtem Verdacht müssen sich also ebenfalls an den Hausarrest halten.

Was bedeutet Quarantäne überhaupt?

Wer unter häuslicher Quarantäne steht, darf das Haus nicht verlassen und keinen Kontakt mit anderen Menschen pflegen. Wer sich als Betroffener der Quarantäneanordnung widersetzt und einen anderen infiziert, macht sich wegen fahrlässiger Körperverletzung strafbar. Aber es ist auch einfach eine Sache der Verantwortung uns selbst und anderen gegenüber, dass wir uns in solchen Krisenzeiten vorsichtig verhalten, um unsere Mitmenschen zu schützen.

Wer in Quarantäne ist:

  • Darf das Haus nicht verlassen (auch nicht, um mit dem Hund Gassi zu gehen). Natürlich darfst du in deinen eigenen Garten.
  • Muss täglich seine Symptome aufschreiben und Fieber messen. Dafür gibt es Vordrucke vom Gesundheitsamt.

Wie sollen wir uns in der Familie unter Quarantäne verhalten?

Generell ist es sinnvoll, die üblichen Verhaltensregeln einzuhalten:

  • Abstand halten und möglichst getrennte Abläufe haben, also getrennte Schlafstätten einrichten, die Mahlzeiten getrennt einnehmen, etc.
  • Möglicherweise infizierte Flächen desinfizieren
  • Andere Menschen nicht anhusten (Das Virus sitzt im Rachen)
  • Regelmäßig Händewaschen

Natürlich ist das auch stark davon abhängig, wie deine ganz individuelle Situation aussieht. Ist das Familienmitglied tatsächlich erkrankt? Oder handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme? Gibt es Risikopersonen in der Familie, etwa ein Vater der unter Asthma leidet? In Sonderfällen, in denen eine häusliche Quarantäne nicht möglich ist, gibt es auch die Möglichkeit, im Krankenaus aufgenommen zu werden.

Wer in Quarantäne ist und ein Baby oder Kleinkind zuhause hat, wird sich kaum von diesem isolieren können. Es gibt aber allgemeine Empfehlungen, wie das Infektionsrisiko minimiert werden kann, auch beim Stillen.

Das Coronavirus sitzt in den Atemwegen und wird über die Atmung und speziell Husten übertragen. Wer möglicherweise infiziert ist, sollte also ganz besonders darauf achten, dass Viren nicht über seine Atmung an andere übertragen werden können.

  • In der Nähe des Kindes oder der Familie eine Atemschutzmaske tragen
  • Kontaminierte Flächen (zum Beispiel durch Husten) sollten desinfiziert werden
  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Regelmäßiges Lüften
  • Wer in den Garten hinaus kann, sollte sich möglichst viel im Freien aufhalten. Die Ansteckungsgefahr ist dort geringer

Bekomme ich weiterhin Gehalt in Quarantäne?

Wenn die Quarantäne angeordnet wurde, bekommst du weiterhin dein Gehalt. Dein Arbeitgeber bekommt das Geld vom Staat erstattet. Auch Selbstständige bekommen ihren Verdienstausfall erstattet. Anders, wenn du dich selbst in Quarantäne begibst und der Arbeit fern bleibst. Dann hast du keinen Anspruch auf Lohn.

Wie wird die Quarantäne beendet?

Das Gesundheitsamt hebt die Quarantäne in der Regel nach 14 Tagen auf, wenn die Betroffenen symptomfrei sind und negativ auf das Virus getestet wurden.

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