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Wie gefährlich ist Corona für Babys & Kleinkinder?

Dieser Artikel wurde inhaltlich geprüft von Nadine Beermann, Hebamme.

Stellt Corona auch für Babys und Kleinkinder eine Bedrohung dar? Wie sicher ist es, die Kleinen in Krippe oder Kita betreuen zu lassen? Und was ist das MIS-C Syndrom? Wir haben die Informationen zusammen getragen.

Kinder stecken sich seltener an

Gleich vorweg: Um deine Kinder musst du dir aller Wahrscheinlichkeit nach keine Sorgen machen. Denn die Zahlen zeigen ganz klar, dass sich Kinder zwar ebenfalls infizieren, es aber sehr wenig Fälle gibt, bei denen die Krankheit einen schwereren Verlauf nimmt.

Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass Kinder unter 12 Jahren ein deutlich geringeres Infektionsrisiko haben als Erwachsene. Je jünger das Kind, desto geringer scheinbar die Gefahr – Neugeborene ausgenommen.

Wenn kleine Kinder doch erkranken, entwickeln sie nur sehr selten eine Lungenentzündung. Der genaue Grund dafür ist noch nicht bekannt. Man vermutet aber, dass die sich noch entwickelnde Schleimhaut in der Kinderlunge weniger Andock-Potenzial für den Erreger bietet als bei Erwachsenen. Daher kommt auch Atemnot so gut wie nie vor.

Die häufigsten Symptome bei Babys und Kindern waren bisher:

  • Fieber bis 39 Grad
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • laufende Nase
  • Durchfall

Selten tritt alles gleichzeitig auf. Eine Corona-Infektion kann sich bei Kindern auch durch einen banalen Schnupfen äußern. Die meisten infizierten Kinder zeigen nur sehr wenig bis gar keine Symptome. Das gilt auch für Babys und sogar Neugeborene.

Sehr selten entwickelt sich etwa einen Monat später ein MIS-C Syndrom. Dazu weiter unten mehr.

Für alle Schwangeren: Laut aktueller Datenlage des RKI gibt es bisher nur sehr wenige Fälle einer Infektion des Babys im Mutterleib.

Welche Kinder sind gefährdet?

Das macht Mut. Dennoch gibt es auch Kinder, die allein aufgrund von Vorerkrankungen mehr gefährdet sind als andere. Bisher geht man davon aus, dass chronische Atemwegserkrankungen wie z.B. chronische Bronchitis, schwere Stoffwechselstörungen oder ein gravierender Herzfehler das Risiko eines schwereren Verlaufs erhöhen können. Das gilt aber auch für jede Grippe.

Gut eingestelltes Asthma oder nur leichte Herzfehler sollten dagegen kaum messbare bis keine Auswirkungen haben.

Frühchen sind naturgemäß empfindlicher als termingerecht geborene Babys. Deshalb werden auch weiterhin viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit sie sich nicht anstecken können.

MIS-C Syndrom als mögliche Corona-Folge bei Kindern

Schon zu Anfang der Corona-Pandemie gab es Hinweise darauf, dass einige wenige Kinder schwer an Corona erkranken können. Und das nicht an einer Lungenentzündung, sondern erst etliche Wochen später an einer Überreaktion des Immunsystems. Das Phänomen kennt man von anderen Virusinfekionen. Dort heißt es Kawasaki-Syndrom.

Mit dem MIS-C Syndrom ist nicht zu spaßen. Denn unbehandelt kann es tödlich enden. Betroffene Kinder und Jugendliche hatten vorher häufig keine Corona-Symptome. 71% der Betroffenen müssen auf die Intensivstation. Deshalb bitte schnell bei mehreren dieser Symptome zum Arzt:

  • Hohes Fieber, dass über einige Tage anhält
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herzprobleme
  • Augenentzündung
  • häufig Ausschlag
  • Grippeähnliche Symptome wie: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Halsschmerzen
  • manchmal Schwellungen an Händen und/oder Füßen aufgrund der Herzprobleme

Meist tritt das Syndrom etwa einen Monat nach der Erkrankung auf. Sollte dein Kind Corona durchgemacht haben, beobachte es am besten in den Wochen danach genau.

Infizierte Kinder sind auch ohne Symptome ansteckend

Genau wie Erwachsene können auch Kinder das Virus weiterverbreiten. Selbst dann, wenn sie keine Symptome zeigen.

Interessant ist, dass bei einer chinesischen Studie bei 8 von 10 Kindern das Virus im Stuhl nachgewiesen wurde. Und das selbst nachdem ein Atemwegs-Abstrich schon negativ war. Eine Übertragung durch Schmierinfektion wäre also selbst dann denkbar, wenn das Kind als genesen gilt. Die Autoren gehen davon aus, dass die Sars-CoV-19 Viren bis zu 21 Tage vom Körper ausgeschieden werden – beginnend ein paar Tage vor erkennbarer Erkrankung und eben auch dann noch, wenn die Quarantäne endet. Dennoch gilt die Übertragung über Oberflächen nicht als der Hauptinfektionsweg.

Kinder können also eine ganze Weile ansteckend sein. Das ist vor allem dann wichtig zu wissen, wenn die Kinder mit den Großeltern in Kontakt kommen. Wenn du also planst, mit deinem Kleinen vorerkrankte oder sehr alte Verwandte zu besuchen, wäre eine Selbstquarantäne von mindestens einer Woche durchaus sinnvoll. Gesetzt den Fall die Zahlen steigen so wie befürchtet.

Was tun, wenn mein Kind Corona-Symptome hat?

Wie auch schon im Frühjahr gilt: Wenn dein Kind Erkältungssymptome hat, geh bitte nicht einfach mit ihm zu Arzt oder in die Notaufnahme, sondern melde dich vorher telefonisch. Die meisten Bundesländer haben zentrale Rufnummern herausgegeben, an die du dich wenden kannst, wenn beim Arzt niemand abnimmt.

Wenn es nur leichte Symptome sind, bleib am besten mit dem Kind zuhause und behandle die Infektion so wie jeden anderen Infekt. Nämlich mit Ausruhen, viel trinken und nur notfalls mit Fiebersenkern. Es könnte sich natürlich um Corona, aber auch um jede andere Viruserkrankung handeln.

Nur bei ernsthaften Erkrankungen, und das wirst du bei deinem Kind erkennen, werden dir Arztpraxis, Hotline oder dein zuständiges Gesundheitsamt zu einem Test raten. Das aktuelle Prozedere erfährst du dann dort.

Solltet ihr einen positiven Test bekommen, warte bitte nicht auf das Gesundheitsamt für weitere Anweisungen. Bitte begebt euch gleich in Quarantäne und warnt eure Kontakte (Kontakt-Tagebuch?). Auch die Betreuungseinrichtung deines Kindes muss es gleich erfahren. Keine Sorge: Niemand wird euch Vorwürfe machen.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona

Damit es bei euch nicht (so schnell) zu einer Erkrankung kommt, helfen die bereits bekannten Vorsichtsmaßnahmen:

  • Soziale Kontakte minimieren
  • Abstand zu anderen Menschen halten
  • Beim Einkaufen, Arzt oder in öffentlichen Verkehrsmittel Maske tragen. Kinder unter 6 Jahren müssen das noch nicht.
  • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Seife (20-30 sek.)
  • Viel draußen sein, denn frische Luft reduziert das Ansteckungsrisiko und härtet ab.
  • Drinnen öfter lüften, um die Anzahl der Viren im Raum zu reduzieren.
  • In die Armbeuge husten oder niesen. Das schaffen schon Kinder ab 3.

Der Erreger hält sich mehrere Tage auf Metall und Plastikoberflächen. Deshalb kann es eine gute Idee sein, auch Türklinken, Schlüssel und Handys öfter zu desinfizieren oder zumindest abzuwischen. Seifenlauge, Alkohol oder Wasserstoffperoxid machen dem Virus genauso gut den Garaus wie teure Desinfektionsmittel.

Nicht zuletzt hilft immer, positiv zu denken und den Humor nicht zu verlieren! Denn eine positive Grundeinstellung macht den Alltag leichter und stärkt so ganz nebenbei die Abwehrkräfte 🙂

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