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Wie gefährlich ist Corona für Babys & Kleinkinder?

Die Nachrichten zum Coronavirus überschlagen sich. Die Unsicherheit ist dabei das größte Problem. Viele Eltern sorgen sich jetzt, ob Corona auch für ihre Babys und Kinder eine Bedrohung darstellt. Wir haben die Informationen zusammen getragen.

Die allermeisten Kinder haben kaum Symptome

Gleich vorweg: Um deine Kinder musst du dir aller Wahrscheinlichkeit nach keine Sorgen machen. Denn die Zahlen aus China, Italien, Spanien und auch Deutschland zeigen ganz klar, dass sich Kinder zwar ebenfalls infizieren, es aber extrem wenig Fälle gibt, bei denen die Krankheit einen schwereren Verlauf nimmt. Gut zu wissen: Todesfälle gab es bisher in der Altersgruppe 0-9 keinen einzigen!

Laut einer aktuellen chinesischen Studie stecken sich Erwachsene bei Erkrankten fast dreimal (2,7x) häufiger an als Kinder. Wenn Kinder doch erkranken, entwickeln sie keine Lungenentzündung. Der genaue Grund dafür ist noch nicht bekannt. Man vermutet aber, dass die sich noch entwickelnde Schleimhaut in der Kinderlunge weniger Andock-Potenzial für den Erreger bietet als bei Erwachsenen. Daher kommt auch Atemnot so gut wie nie vor.

Die meisten infizierten Kinder zeigen nur sehr wenig bis gar keine Symptome. Das gilt auch für Babys und sogar Neugeborene. Für alle Schwangeren: Laut Aussage des Neonatologen Prof. Dr. Matthias Keller gibt es bisher keinen Nachweis einer Infektion des Babys im Mutterleib.

Die häufigsten Symptome bei Babys und Kindern waren bisher:

  • Fieber bis 39 Grad
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • laufende Nase
  • Durchfall
  • oder eben gar keine

Welche Kinder sind gefährdet?

Das macht Mut. Dennoch gibt es auch Kinder, die allein aufgrund von Vorerkrankungen mehr gefährdet sind als andere, auch wenn es dafür noch keine aktuellen Studien gibt. Bisher geht man davon aus, dass chronische Atemwegserkrankungen wie z.B. chronische Bronchitis, schwere Stoffwechselstörungen oder ein gravierender Herzfehler das Risiko eines schwereren Verlaufs erhöhen können. Das gilt aber auch für jede Grippe.

Gut eingestelltes Asthma oder nur leichte Herzfehler sollten dagegen kaum messbare bis keine Auswirkungen haben.

Frühchen sind naturgemäß empfindlicher, als termingerecht geborene Babys. Deshalb werden auch weiterhin viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit sie sich nicht anstecken können. Es gibt noch keine Daten dazu, ob Babys und Kleinkinder, die als Frühchen zur Welt kamen, mehr gefährdet sind, schwerer zu erkranken.

So oder so, auch in China gibt es Kinder mit Vorerkrankungen und sehr früh geborene Kinder. Dennoch haben bisher alle von ihnen die Infektion überlebt!

Kinder sind auch ohne Symptome ansteckend

Genau wie Erwachsene können auch Kinder das Virus weiterverbreiten. Selbst dann, wenn sie keine Symptome zeigen. Kinder, die vor den Kita-Schließungen noch dort betreut wurden, können das Virus also schon in sich tragen.

Interessant ist, dass laut der oben genannten chinesischen Studie bei 8 von 10 Kindern das Virus im Stuhl nachgewiesen wurde. Und das selbst nachdem ein Atemwegs-Abstrich schon negativ war. Eine Übertragung durch Schmierinfektion wäre also selbst dann denkbar, wenn das Kind als genesen gilt. Die Autoren gehen davon aus, dass die Sars-CoV-19 Viren bis zu 21 Tage vom Körper ausgeschieden werden – beginnend ein paar Tage vor erkennbarer Erkrankung und eben auch dann noch, wenn die Quarantäne endet.

Kinder können also eine ganze Weile ansteckend sein. Das ist vor allem dann wichtig zu wissen, wenn die Kinder mit den Großeltern in Kontakt kommen. Wenn du also planst, dein Kind durch Oma und Opa betreuen zu lassen, wäre eine Selbstquarantäne von mindestens 2 Wochen durchaus sinnvoll. Vor allem dann, wenn die Großeltern schon älter und / oder durch Vorerkrankungen belastet sind.

Was tun, wenn mein Kind Symptome hat?

Als allererstes gilt: Ruhe bewahren! Arztpraxen stöhnen gerade unter der Last vieler unnötiger Arztbesuche. Dabei tragen gerade diese dazu bei, dass sich das Virus weiter verbreitet (weil sich die Menschen dort anstecken könnten) und durch die Überlastung keine Zeit mehr für wirklich schwere Fälle bleibt.

Wenn dein Kind Corona-Symptome hat, geh bitte nicht einfach mit ihm zu Arzt oder in die Notaufnahme, sondern melde dich vorher telefonisch. Die meisten Bundesländer haben zentrale Rufnummern herausgegeben, an die du dich wenden kannst, wenn beim Arzt niemand abnimmt.

Wenn es nur leichte Symptome sind, bleib am besten mit dem Kind zuhause und behandle die Infektion so wie jeden anderen Infekt. Nämlich mit Ausruhen, viel trinken und nur notfalls mit Fiebersenkern. Es könnte sich natürlich um Corona, aber auch um jede andere Viruserkrankung handeln. Gerade die diesjährige Grippe betrifft viele Kinder unter 4 Jahren.

Nur bei ernsthaften Erkrankungen, und das wirst du bei deinem Kind erkennen, werden dir Arztpraxis oder Hotline zu einem Test raten. Das aktuelle Prozedere erfährst du dann dort.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona

Damit es bei euch nicht (so schnell) zu einer Erkrankung kommt, helfen die bereits bekannten Vorsichtsmaßnahmen:

  • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Seife (20 sek.)
  • Soziale Kontakte minimieren
  • Abstand zu Menschen halten
  • Viel draußen sein, denn frische Luft reduziert das Ansteckungsrisiko
  • Drinnen öfter lange lüften, um die Anzahl der Viren im Raum zu reduzieren (mind. 15 Minuten)
  • In die Armbeuge husten oder niesen

Der Erreger hält sich mehrere Tage auf Metall und Plastikoberflächen. Deshalb kann es eine gute Idee sein, auch Türklinken, Schlüssel und Handys öfter zu desinfizieren oder zumindest abzuwischen. Hochprozentiger Alkohol oder Wasserstoffperoxid machen dem Virus genauso gut den Garaus wie teure Desinfektionsmittel.

Nicht zuletzt hilft immer, positiv zu denken und den Humor nicht zu verlieren! Denn eine positive Grundeinstellung macht den Alltag leichter und stärkt so ganz nebenbei die Abwehrkräfte 🙂

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