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Was Gurke und Erste Hilfe am Baby miteinander zu tun haben

Baby auf dem Hochstuhl beim Essen
Gerade bei der Beikosteinführung lauern einige Gefahren; Foto © Justyna, Adobe Stock

Ich möchte heute etwas ganz Privates teilen. Nämlich, wie mein Erste-Hilfe-am-Baby-Wissen wahrscheinlich mein eigenes Kind gerettet hat.

Es ist schon ein paar Jahre her, als ich für babelli das erste Mal zu einem Artikel über Erste Hilfe am Baby recherchierte. Ich hatte daraufhin zwei Merkblätter mit Anleitungen erstellt, eines davon zum Thema „Erste Hilfe bei Ersticken“.

Ein solcher Artikel und erst recht ein fachlich korrektes und verständliches Merkblatt brauchen Zeit und zahlreiche Gegenchecks von ärztlicher Seite, bis alles perfekt ist. Der Vorteil: Ich lerne selbst viel dazu! Und genau das hat meiner Tochter vermutlich das Leben gerettet. Wollt ihr wissen, was passiert ist? Nun ja …

… meine Tochter war etwa zwei Jahre alt und schon seit einem halben Jahr in der Krippe. Und wie jeden Morgen hatte ich ihr eine Dose mit Brot, Gemüse und Obst gepackt, die sie – auch wie jeden Tag – halbvoll zurückbrachte.

Diese Dose packte ich nun also aus und fand, dass die Gurkenscheiben darin durchaus noch essbar seien. Weshalb ich sie gleich als Nachmittagssnack auf einen Teller legte, den ich auf den Boden stellte. Ich war ja schließlich dabei und hatte ein Auge drauf. Dann klingelte das Telefon.

Ich telefonierte ein paar Minuten, während das Kind neben mir spielte, wie ich zumindest glaubte. Als ihr zu ihr schaute, war sie auffallend still. Und die Augen WEIT aufgerissen.

Wegen meiner Arbeit nur wenige Wochen zuvor wusste ich sofort, was los war. Ihr war ein Stück Gurke in der Luftröhre steckengeblieben. Sie bekam keine Luft mehr.

Ich zögerte keine Sekunde, schnappte sie und legte sie mit dem Bauch nach unten über mein Bein. Dreimal schlug ich mit der flachen Hand recht hart zwischen die Schulterblätter. Dann hustete sie und fing nach einem röchelnden Atemzug an zu schluchzen.

Und ich wusste, dass alles gutgegangen war.

Aber was, wenn ich kein Spezialwissen gehabt hätte?

Hätte ich ihr im Sitzen auf den Rücken geklopft? Gefährlich, das kann es verschlimmern!

Hätte ich sie auf den Kopf gestellt? Völliger Blödsinn, so löst sich nichts!

Hätte ich ihr mit dem Finger im Mund herumgestochert? Das kann zu einem Kehlkopfkrampf führen.

Hätte ich panisch geschrien und sie geschüttelt? Reden wir lieber nicht darüber …

Zum Glück habe ich alles richtig gemacht.

Und dank meines Erste-Hilfe-am-Baby-Wissens hätte ich auch gewusst, was zu tun ist, falls der erste Handgriff nicht ausreicht. Und ich hätte gewusst, wie ich sie wiederbelebe, falls sie das Bewusstsein verliert. Und ebenfalls, ob ich den Notruf zuerst wähle oder erst beatme und wie oft …

Nun kennt ihr unsere Geschichte. Am häufigsten geraten übrigens Nahrungsmittel wie Erdnüsse in die kindlichen Atemwege – viel häufiger als Kleinteile von Spielzeug. Und es kann so schnell gehen.

Deshalb mein Rat an euch: Macht einen „Erste-Hilfe-am-Baby-Kurs“ wie den von babelli! Denn mittlerweile haben wir nicht nur Artikel und Merkblätter, sondern sogar einen wunderbaren Onlinekurs, der mit zwei Kinderärzten entwickelt wurde. Er unterscheidet sich deutlich von klassischen Ersthelfer-Kursen und deckt in 190 Minuten auch andere Themen ab, die euch im Leben mit eurem Kind begegnen werden.

Den Kurs findet ihr unter kurse.babelli.de und in unserer babelli App. Ihr könnt euch den Kurs auch als Geschenkbox zur Babyparty oder zur Geburt von Freunden oder der Familie schenken lassen. Oder ihr überrascht euren Partner oder die Großeltern damit. Der Vorteil hierbei: In der Geschenkbox sind auch noch 15 doppelseitige Wissenskarten für die wichtigsten Notfallsituationen enthalten. 

Ich wünsche euch eine schöne Zeit mit eurem Baby, eure Anke.

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Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.