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Sommerzeit ist Wespenzeit. Einmal kurz nicht hingeschaut und schon ist es passiert: Das Baby oder Kleinkind wurde von einer Wespe oder Biene gestochen oder ist barfuß in eine getreten. Der Stich brennt, die Haut wird rot und schwillt an. Neben Kühlpads und Insektenstichgels gibt es inzwischen auch spezielle Wespen- und Bienenstichpflaster. Doch was können sie eigentlich?
Wie funktionieren Bienen- und Wespenstichpflaster?
Es gibt unterschiedliche Arten von Insektenstichpflastern. Manche Wespen- und Bienenstichpflaster wie diese* enthalten eine Zuckermembran, die vor der Anwendung angefeuchtet wird. Durch „Osmose“ soll Flüssigkeit aus der Einstichstelle in das Pflaster gesogen werden. Die Hersteller versprechen, dass dadurch Schmerzen, Juckreiz und Schwellung nachlassen.
Andere Produkte enthalten gar keine Wirkstoffe. Die spezielle Gitterstruktur dieser Pflaster* soll die Haut rund um den Stich leicht anheben und so den Juckreiz oder Schmerz mechanisch reduzieren.
Praktisch ist: Die Pflaster sind klein, passen in jede Tasche und können direkt nach einem Stich aufgeklebt werden. Gleichzeitig verhindern sie, dass Kinder ständig an der Stelle kratzen.
Helfen die Pflaster wirklich?
Viele Menschen berichten, dass der Stich unter dem Pflaster schneller weniger wehtut oder juckt. Es scheint also bei einigen zu helfen. Hersteller verweisen auf eigene Untersuchungen, nach denen Schmerzen und Schwellungen deutlich zurückgehen sollen. Unabhängige und aussagekräftige wissenschaftliche Studien gibt es bisher jedoch nicht und manche Kommentierende berichten, dass sie keine Veränderung bemerkt haben.
Ein Wundermittel sind die Pflaster daher nicht. Sie können aber einen Versuch wert sein, besonders unterwegs oder wenn dein Kind Kühlpacks und Cremes nicht mag. Bei einer normalen örtlichen Reaktion verschwinden Schmerz und Schwellung meist ohnehin nach einiger Zeit von selbst. Kühlen kann zusätzlich guttun.
Sind Stichpflaster für Babys geeignet?
Ob ein Pflaster für Babys und Kleinkinder geeignet ist, steht auf der jeweiligen Verpackung. Die meisten scheinen geeignet zu sein. Achte darauf, dass es gut haftet und dein Kind es nicht ablösen und in den Mund nehmen kann, notfalls zusätzlich mit normalem Pflaster befestigen! Die meisten Insektenstichpflaster halten nicht lange – wenn es sich zu lösen beginnt, besser sofort entsorgen. Und auch, wenn die Haut deines Kindes mit Quaddeln auf den Klebstoff im Pflaster selbst reagieren sollte.
Was ist nach einem Bienenstich wichtig?
Bei einem Bienenstich bleibt häufig der Stachel in der Haut zurück. Entferne ihn möglichst zügig, zum Beispiel, indem du ihn vorsichtig mit dem Fingernagel oder einer Karte seitlich aus der Haut schiebst. Danach kannst du die Stelle kühlen und beobachten oder ein geeignetes Stichpflaster aufkleben.
Wespen ziehen ihren Stachel normalerweise wieder heraus und können deshalb theoretisch mehrmals stechen.
Für alle Wespen-, Bienen-, Hummeln- und Hornissenstiche gilt jedoch: Stiche im Mund- oder Rachenraum sowie Atemnot, starke Schwellungen im Gesicht, Kreislaufprobleme oder eine Reaktion am ganzen Körper sind ein absoluter Notfall. Dann bitte sofort den Rettungsdienst unter 112 verständigen.
Wie viele Kinder sind allergisch auf Insektengift?
Allergien entwickeln sich, wenn überhaupt, erst, wenn ein Mensch schon mindestens einmal gestochen wurde – meist besteht davor schon eine Allergieneigung. Kleinkinder sind nur sehr selten betroffen, bei Kindern allgemein sind es etwa 1%, die Allergiesymptome entwickeln. Also 1 von 100.
Symptome reichen dann von Lokalreaktionen wie starken Schwellungen, über Atemnot, Nesselsucht und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu starken Kreislaufbeschwerden (Notfall!).
Ein Stichpflaster wird echte Allergiesymptome nicht verhindern können, aber eventuell abschwächen, weil weniger Gift in den Körper gelangt. Wichtig ist, dass betroffene Eltern sich nicht allein auf das Pflaster verlassen und das Kind weiter beobachten.
Unser Fazit
Wespen- und Bienenstichpflaster sind eine unkomplizierte Ergänzung für die sommerliche Wickel- oder Ausflugstasche und einen Versuch wert. Ob sie wirklich genug Insektengift aus der Haut ziehen, ist wissenschaftlich nicht ausreichend geklärt. Sie können die Stichstelle aber schützen, das Kratzen erschweren und möglicherweise Schmerzen und Juckreiz lindern. Eine Allergie verhindern sie allerdings nicht.
Für normale Stiche gilt deshalb: ausprobieren, kühlen und schauen, was deinem Kind guttut.













