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NEU: Kita-Patenprogramm gegen spätere psychische Erkrankungen bei Kindern

Erzieher übt mit Kita-Kinder Zählen mit den Fingern
Schon in der Kita können sich Auffälligkeiten zeigen. / Bild © Halfpoint, Adobe Stock

20 Prozent der 13-Jährigen in Deutschland haben psychische Probleme – also eine oder einer von fünf Jugendlichen! Das ist massiv, liegt nicht nur am Medienkonsum UND: Es muss vorher etwas getan werden!

Die Therapie einer bestehenden psychischen Erkrankung ist das eine. Plätze gibt es schon für Erwachsene nicht genug und betroffene Eltern müssen viel Zeit aufwenden, damit ihre Kinder und oft auch sie selbst endlich Hilfe bekommen. 

Noch schwieriger wird es, wenn psychische Auffälligkeiten erst spät erkannt werden.

Deshalb haben drei große kinder- und jugendpsychiatrische Fachgesellschaften die Stiftung Achtung!Kinderseele gegründet. Sie engagiert sich mithilfe von ehrenamtlich aktiven Fachärztinnen und Fachärzten für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und setzt vor allem auf Prävention.

Kita-Patenprogramm: Vorbeugen und früh erkennen

Je früher seelische Probleme entdeckt werden, desto besser für Kinder und spätere Jugendliche. Und was bietet sich da mehr an als die Kitazeit? 

Denn in den Jahren nach der Krippe und vor der Schule haben sich negative Glaubenssätze möglicherweise noch nicht verfestigt. Kinder zwischen drei und sechs Jahren sind also noch sehr offen für ein positiveres Selbstbild. Gleichzeitig zeigen sich Auffälligkeiten wie Ängste, kognitive und/oder soziale Schwierigkeiten schon deutlicher als bei Babys und Kleinkindern. Sind die Kinder erst in der Schule, kann ihnen zwar auch geholfen werden, aber es wird allein wegen der Schulpflicht deutlich komplizierter und kann länger dauern, bis sich Veränderungen/Linderungen einstellen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen der Stiftung ist deshalb ein Patenprogramm für Kitas.

Unser Tipp: Fragt gern nach, ob eure Kita schon darüber informiert ist.

Erfahrene psychologische Beratende unterstützen eure Kita-Fachkräfte mit Informationsabenden, Fragerunden und Web-Seminaren dabei, psychische Auffälligkeiten früh zu erkennen. Genauer: 

Es gibt Unterstützung für die Fragen: Was ist auffällig? Was ist eine Krise? Was ist eine Störung bei einem Kind? Und was ist eine Krankheit? Wir erleben immer wieder eine gewisse Unsicherheit im Verlauf der Entwicklung:

Ist das jetzt noch normal? … z.B. die vorübergehenden Ticks mit vier. Die sind keine Krankheit, die sind üblich. Oder auch das zwanghafte Verhalten des Kindes, dass der rechte Schuh immer als erstes angezogen werden muss und dann der zweite.

Was uns wichtig ist: Wenn es denn Auffälligkeiten gibt, wie man gut reagiert. Wie man Resilienz fördert, wie man Kinder stärkt.

Dr. med. Annegret Brauer im babelli-Podcast vom 7.7.2025 

So geschult können die Fachkräfte alle Kinder gut begleiten und sie können Eltern mit genauen Beobachtungen und den richtigen Argumenten an hilfreiche Stellen verweisen, damit Kinder mit Schwierigkeiten möglichst frühzeitig entlastet werden. 

Manche Beratenden bieten sogar zusätzlich Kita-Sprechstunden für Eltern an.

🎧 Der Podcast mit Dr. med. Annegret Brauer

Frau Brauer ist eine erfahrene Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und aktives Mitglied der „Stiftung Achtung!Kinderseele“. Sie verrät uns, wie wir unseren Kleinkindern helfen können, durchs Leben zu gehen, auch wenn es mal „rumpelt“. Am Ende der Folge spricht sie auch darüber, wie das neue Kita-Programm Einrichtungen und Kindern konkret hilft.

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Fazit: Vielversprechend!

Wie wunderbar, dass es Menschen gibt, die Eltern nicht alleinlassen und die sich so früh um die seelische Gesundheit unserer Kleinsten kümmern können! 

Denn mit Aufmerksamkeit, Wissen, Fürsorge und Hilfe an der richtigen Stelle können alle Kinder stark fürs Leben werden – lange bevor Unsicherheiten zu großen Problemen werden. Ein echtes Herzensprojekt für eine emotional und möglicherweise auch körperlich gesündere Zukunft. 

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Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.