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Telefonisch oder online: Krankschreibung & Rezepte ohne Arztbesuch

Dein Kind ist krank, du willst aber nicht zum Arzt? Denn unter Leute gehen soll man ja gerade nicht. Und gerade Arztpraxen sind die größten Keimschleudern. Wie du den Arztbesuch vermeiden kannst und trotzdem Krankschreibung, Rezepte oder Medikamente bekommst, erfährst du hier.

Telefonische Krankschreibung funktioniert auch für Kinder

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus nehmen zu und wir igeln uns so gut es geht zuhause ein. Leider werden unsere Kinder wahrscheinlich trotz aller Vorsichtmaßnahmen ab und zu krank. Schließlich ist der Frühling wegen der wechselnden Temperaturen die klassische Erkältungszeit. Dass Kinder vom Coronavirus selbst kaum Symptome bekommen, hatten wir ja schon hier erklärt.

Ob die Kinderärztin vor Ort oder eine der Arzthelferinnen schon infiziert ist? Wer weiß das schon. Bestimmt willst du dich jetzt auch nicht mehr ohne großartigen Grund in eine volle Arztpraxis setzen und riskieren, euch dort anzustecken oder andere zu infizieren, falls ihr das Virus schon in euch tragt.

Das Dilemma hat zum Glück auch die Politik erkannt und erlaubt telefonische Krankschreibungen bei leichten Atemwegsinfekten (auch bei Corona-Verdachtsfällen) bis zu 14 Tage (Beschluss vom 23.3.2020), ohne dass der Erwachsene oder das Kind in der Praxis gewesen sein muss. Das entlastet natürlich nicht nur die Eltern, sondern auch die Arztpraxen.

Und so geht die telefonische Krankschreibung

  1. Du rufst bei der Kinderarztpraxis (oder Hausarzt) an und bittest um einen telefonischen Termin. Wenn du nicht durchkommst, probier es per E-Mail.
  2. Der Arzt/die Ärztin ruft dich dann zurück und bespricht mit dir die Symptome.
  3. Wenn sie der Meinung ist, dass dein Kind deine Pflege benötigt, aber zum Beispiel nicht abgehört werden muss, wird sie die Krankschreibung an die Krankenkasse übermitteln.
  4. Wenn ihr in diesem Quartal noch nicht in der Praxis wart, ist das gerade kein Problem. Die Praxis darf dann bei der Kasse einen anderen Satz abrechnen.
  5. Du meldest die benötigte Auszeit deinem Arbeitgeber. Der Kassenärztliche Bundesverband hat die Arbeitgeber dazu aufgefordert, auf die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform länger als sonst zu verzichten. Am besten besprichst du telefonisch, ob das bei euch auch akzeptiert wird. Die Praxis kann die AU auch zuschicken und rechnet dann das Porto mit der Krankenkasse ab. Das solltest du aber ebenfalls erfragen.
  6. Ist dein Kind krank, bekommst du Kinderkrankengeld (70% vom Brutto) wie sonst auch von deiner Krankenkasse. Wenn du selbst krankgeschriebenen bist, zahlt dein Arbeitgeber das volle Gehalt. Hat er weniger als 30 Vollzeitmitarbeiter, kann er sich das Geld in Teilen (40 – 80%) von der Krankenkasse zurückholen.

Diese Regelung gilt erst einmal bis zum 4. Mai 2020. Wir gehen aber davon aus, dass die Gültigkeit verlängert wird.

Rezepte online bekommen & Medikamente bestellen

Über die oben beschriebene Regelung kannst du zwar eine Krankschreibung bekommen, Rezepte deckt das Prozedere aber nicht ab. Hier helfen Online Portale auf verschiedene Weise weiter.

Fragebogen und Medikamentenversand

Die Shop Apotheke bietet einen Online Arzt Service an, der vor allem für chronische oder wiederkehrende Erkrankungen Erwachsener gemacht ist, die nicht unbedingt einen Arztbesuch erfordern.

Hier musst du einen Fragebogen ausfüllen, den sich dann ein erfahrener Arzt anschaut. Anhand deiner Antworten wird er dir die passenden Medikamente verschreiben. Natürlich vorausgesetzt, dass das medizinisch gesehen ohne Konsultation möglich und erlaubt ist. Die Online Apotheke verschickt die Medikamente dann an deine Adresse. Und das versandkostenfrei.

Auch Rezepte, die du bei einem klassischen Arztbesuch bekommen hast, kannst du hier einlösen. Das spart manchen Apothekenbesuch.

Video-Arzttermin in der Coronavirus-Krise

Du willst lieber einen Arzt sehen? Dann gibt es auch die Möglichkeit eines Video-Arztanrufes. Beim Telemedizin-Portal KRY stehen etwa 700 Ärzte (deutschlandweit und international) unter Vertrag, die bei Bedarf Online-Sprechstunden per Video anbieten. Je nach Fachrichtung sind sie befugt, für alle möglichen Erkrankungen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Rezepte oder Überweisungen zum Facharzt auszustellen. Alle Dokumente bekommst du als PDF in die Inbox der App.

Für Patienten mit Covid19-Symptomen ist die Konsultation gerade kostenlos. Bei anderen Beschwerden wird die Konsultation in der Regel über ein Privatrezept abgerechnet. Wenn du Privatpatient bist, kannst du es einreichen. Bei gesetzlich Versicherten würde nur eine Zusatzversicherung zahlen. Ansonsten musst du die Kosten selbst tragen. Sie richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Arztbesuch doch nötig? Ablauf in der Arztpraxis

Wenn keine der oben genannten Möglichkeiten in Frage kommt oder der Arzt feststellt, dass du dein Kind doch vorstellen solltest, gibt es gerade Einiges zu beachten:

  1. Wenn dein Kind oder auch du selbst Symptome von Sars-CoV-19 (Coronavirus) hat, melde dich bitte vorher unbedingt telefonisch an. Die Arzthelferinnen werden abwägen, ob ihr vorbei kommen könnt oder doch woanders getestet werdet. Meist hängt das davon ab, ob ihr in einem Risikogebiet wart oder Kontakt zu einem bestätigten Fall hattet.
  2. In den Praxen wird gerade versucht, Corona-Verdachtsfälle von anderen Kindern zu trennen. Folgt bitte den Anweisungen und versucht, so gut es geht Abstand zu anderen zu halten. Ab und zu Lüften und gründliches Händewaschen reduziert das Risiko sich anzustecken. Türen solltest du mit dem Ellenbogen öffnen, Fahrstuhl- und Klingelknöpfe nicht mit dem Finger sondern mit dem Fingerknöchel drücken oder ein Taschentuch dazwischenlegen.
  3. Die Ärztin wird versuchen, einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Das geht natürlich nicht immer. Also nicht die Hand geben, wenig sprechen und auf keinen Fall anhusten.Wundere dich nicht, wenn das Personal ohne Schutzausrüstung unterwegs ist. Masken und Handschuhe reichen einfach nicht und werden gerade vor allem für die Krankenhäuser benötigt.
  4. Verlasst die Praxis so schnell wie möglich und versucht, euch danach vor allem von den Großeltern und Vorerkrankten zu isolieren. Denn schließlich zeigen sich Symptome manchmal erst nach 2 Wochen (im Schnitt nach 5-6 Tagen).
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