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„Geld, komm zu mir“: Verkaufe dich als Mutter nicht mehr unter Wert!

Mutter sitzt vor dem Laptop und freut sich über eine Nachricht auf dem Handy
Ja, Geld KANN Frauen glücklicher machen. Denn es gibt Sicherheit! / Bild © insta_photos, Adobe Stock

Deine innere Einstellung zu Geld kannst und darfst du ändern. Wir zeigen dir den Weg aus der berechtigten Unzufriedenheit hin zu innerer Stärke und Mut. 

Was in deinem Kopf beim Thema Geld passiert

Geld ist für viele Mütter ein Thema, das ungute Gefühle hervorruft.
Du kümmerst dich, hältst alles am Laufen und gehst vielleicht noch dazu bezahlt arbeiten. Aber es kommt nicht viel dabei herum, zumindest nicht auf deinem Konto. Viele Frauen sagen oder denken dann Sätze wie:

„Nach der Elternzeit bin ich froh, dass ich überhaupt noch einen Job habe.“
„Wenn ich mehr verlange, wirke ich gierig.“
„Ich bin ja nur in Teilzeit, da passt das Gehalt schon.“

Das ist kein Wunder. Denn wir leben in einem Land, in dem Frauen über lange Zeit gelernt haben: „Ich darf mich um alles kümmern, aber nicht über Geld sprechen.“

Und wir finden, es ist Zeit, das zu ändern. 

Wie du dein Money-Mindset grundlegend veränderst

Hast du dich bei den Sätzen oben wiedererkannt?

Viele Gedanken über Geld laufen ganz automatisch. Sie steuern, wie du dich in Gesprächen über das Thema fühlst und in der Folge verhältst. Und dein Verhalten steuert, wie dich andere wahrnehmen und sich daraufhin entscheiden, ob du mehr Geld bekommen solltest. Frage dich einmal bewusst:

Wessen Stimme höre ich da eigentlich in meinem Kopf, wenn ich Geldgedanken denke? Klingt das nach mir oder nach meinen Eltern, Lehrkräften, Chefs und Ex-Partnern? Denn meist sind Gedanken wie „Geld verdirbt den Charakter“ Glaubenssätze, die du irgendwann auf deinem Weg von anderen übernommen hast. 

Sätze wie „Wir verdienen gutes Geld. Damit können wir etwas Schönes unternehmen“ kennen dagegen nicht so viele.

Das Gute ist: Du musst hinderliche Glaubenssätze nicht behalten. Unser Gehirn bleibt bis zum Schluss veränderbar. Du kannst dir also neue, dienliche Gedanken aneignen wie zum Beispiel:

„Meine unbezahlte und meine bezahlte Arbeit haben einen Wert, auch und gerade weil ich Mutter bin.“ 

Oder anders:
„Mutter zu sein, heißt nicht plötzlich weniger Kompetenz, es bedeutet meistens sogar mehr Einsatz und Effizienz.“

Und vor allem: „ICH bin wertvoll und verdiene Anerkennung!“ 

Geld IST Anerkennung und positive Energie, also lass es zu dir kommen!

Was du wirklich jeden Tag leistest

In Festanstellung schauen viele Mütter nur auf den Vertrag und sehen vielleicht, dass sie aktuell öfter ausfallen, weil die Kids krank werden und sie selbst gleich danach. Oder weil sie wegen der Kinder keine Überstunden machen können und an bestimmte Zeiten gebunden sind. Doch dein tatsächlicher Beitrag sieht oft ganz anders aus.

Schau einmal genau hin:

  • Wie oft springst du selbst ein, wenn jemand ausfällt und erledigst deine eigenen Aufgaben nebenbei?
  • Wie oft erklärst du anderen Abläufe, weil du den Überblick hast?
  • Wie oft bemerkst du Probleme, bevor sie größer werden?
  • Wie oft organisierst du mit, damit Projekte endlich fertig werden?
  • Was wuppst du abends im Homeoffice, während andere mit Freunden feiern oder im Fitnessstudio sind?

Dazu kommt dein Leben außerhalb des Büros: Du organisierst wahrscheinlich viel rund um die Kinder, machst und erledigst Termine, kaufst ein, kochst und pflegst vielleicht Angehörige. Eigene Interessen? Wahrscheinlich ganz weit hinten.

Ständig sortierst du im Kopf: Wer braucht was, bis wann und wie kriege ich das alles hin?

Das alles macht etwas mit dir:

Du bist belastbarer (wenn auch müder) als früher, und kannst besser priorisieren.
Du findest Lösungen, die richtig gut und schnell umsetzbar sind.
Du kannst deine eigenen Gefühle und die deiner Kinder regulieren, zumindest meistens.  

Du bringst also Fähigkeiten mit, die in jedem Unternehmen Gold wert sind.

Viele Mütter reden ihren Beitrag und damit sich selbst klein: „Ach, das gehört halt dazu.“
Aber weißt du was? Das tut es nicht. Das ist Leistung und was für eine! Wir Frauen dürfen aufhören stillzuhalten, nur damit wir als angenehm gelten. 

Die Angst vor dem Gespräch über Geld

Mehr Gehalt, höhere Eingruppierung, eine andere Stelle – oft hängt alles an einem Gespräch.

Und genau davor haben viele Frauen und vor allem Mütter Respekt. Verständlich, denn schließlich war die Arbeitswelt bisher viel zu sehr auf männliche, Vollzeit arbeitende Familienernährer fixiert. Frauen waren maximal Assistenz oder in schlechter bezahlten, sozialen Berufen (ein anderes Thema). 

Es liegt nicht an dir, es liegt am System! Aber aufbrechen können wir diese Strukturen nur gemeinsam.

Versuche, deinen Blickwinkel zu ändern:

Dein Gehalt ist kein Geschenk, es ist ein Energieausgleich für deine Arbeit. Wenn du Verantwortung übernimmst und leistest, darfst du das ansprechen. Wer dich dafür abwertet, dass du nachfragst, sagt damit mehr über sich aus als über dich.

Du musst nicht laut und fordernd auftreten, wenn dir das nicht liegt. Es reicht, wenn du klar und sachlich bist, bei dir bleibst – und dir das verlegene Lächeln verkneifst, das immer dann kommt, wenn du unsicher bist. Übe so lange vor dem Spiegel, bis du dabei gerade stehst und es dir selbst glaubst:

„Ich habe in den letzten Jahren XY übernommen und leiste viel. Mir ist wichtig, dass sich das auch in meinem Gehalt widerspiegelt.“

ChatGPT wirft für Frauen übrigens automatisch niedrigere Gehälter aus, weil es mit echten Daten aus der Vergangenheit arbeitet. Wenn du also KI fragen willst, versuche diesen Prompt:

Welches monatliche Brutto-Gehalt ist als männlicher X in der Region Y und mit der Qualifikation Z derzeit angemessen?

Kleine Schritte, die dich mutiger machen

Mut entsteht selten in großen Momenten, er wächst vorher.

Übung 1: Was würde ich meiner Tochter raten?

Stelle dir vor, deine Tochter ist 35. Sie ist Mutter und arbeitet in deinem Beruf, in deinem Umfang. Und sie erzählt dir: „Ich engagiere mich so sehr, aber mein Gehalt ist seit Jahren kaum gestiegen. Ich traue mich nicht, das anzusprechen.“

Was würdest du ihr sagen? „Lass es lieber, sonst bist du unbeliebt?“ oder eher: „Sprich es an, du hast dir das verdient!“

Wenn du bei dir selbst weniger großzügig bist als bei deiner zukünftig erwachsenen Tochter, ist das ein Zeichen. Dann darfst du dir angewöhnen, mit dir ähnlich liebevoll zu sprechen wie mit ihr.

Übung 2: Deine „Bezahl-mich-gut“-Liste

Nimm dir zehn Minuten und schreibe auf, ohne lange nachzudenken:

  • Was kann ich in meinem Job richtig gut?
  • Welche Aufgaben landen bei mir, weil ich sie zuverlässig erledige?
  • Wo habe ich im letzten Jahr etwas verbessert, vereinfacht oder gerettet?
  • Welche Rückmeldungen habe ich von anderen bekommen?

Diese Liste ist dein Erfolgsmaterial für das nächste Gespräch, du darfst sie bei jeder Gelegenheit ergänzen. Sie wird dir helfen, dich innerlich aufzurichten.

Denke immer daran: Niemand kommt und verteilt von alleine mehr Geld oder bessere Stellen. Du darfst sichtbar werden und voller Stolz darauf hinweisen, was du leistest.

Und wenn dein jetziger Job nicht genug hergibt, wirst du Wege finden, etwas zu ändern.

PS. Hast du schon ein LinkedIn-Profil? Kleiner Tipp: Gib als Geschlecht „männlich“ ein, dann bekommen deine Posts mehr Reichweite. Von anderen Frauen für dich getestet!

Es gibt Meditationen oder Coaching-Übungen, die unbewusste und hinderliche Gedanken rund ums Geld komplett umdrehen können. Falls du allein nicht weiterkommst, weil deine Glaubenssätze sehr hartnäckig sind, kannst du auch in diese Richtung recherchieren.

Geld und Partnerschaft

Am Ende geht es beim Geld nicht nur um deinen Job. Es geht auch darum, wie ihr in der Partnerschaft mit dem Thema umgeht. Denkst du manchmal Sätze wie:

„Er verdient mehr, also reduziere ich.“
„Sein Job ist wichtiger, meiner ist flexibler.“
„Wir sehen das als unser Geld, da muss ich nicht so genau hinschauen.“

Das alles klingt erst einmal nach Teamgeist, kann aber dazu führen, dass du finanziell immer weiter zurückfällst. Weniger eigenes Einkommen und weniger Aufstiegschancen bedeuten weniger Rente, weniger Sicherheit und vor allem Abhängigkeit vom anderen. Die paar zusätzlichen Rentenpunkte retten dich auch nicht. Und es reicht nicht aus, nur an die finanzielle Sicherheit eurer Kinder zu denken.

Mehr als jede zweite erwerbstätige Frau in Deutschland kann langfristig nicht allein von ihrem Einkommen leben. Und deutsche Frauen haben im Schnitt rund ein Viertel weniger Alterseinkünfte als Männer.

Also schreibe dir diesen Satz dick und fett überall hin:

„Ich darf gleichzeitig Partnerin, Mutter UND finanziell unabhängig sein!”

Es macht durchaus einen Unterschied, wer Elternzeit nimmt, wer in Teilzeit geht und wer mehr Care-Arbeit übernimmt. Und es macht einen Unterschied, ob ihr diese Entscheidungen bewusst trefft und vorsorgt oder einfach nur „so macht wie alle“.

DIese Fragen können helfen, ins Tun zu kommen:

  • Ist es wirklich die einzige Lösung, dass immer ich reduziere?
  • Könnten wir die Care-Arbeit anders verteilen, damit mein Job Raum bekommt?
  • Ist unsere Steuerklassenkombi (z.B. 3/5 bei Ehepaaren) wirklich noch zeitgemäß?
  • Fühlt sich „unser Geld“ auch wirklich so an – oder habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich Geld für mich ausgebe?

Geld ist auch in der Partnerschaft eine Form von Macht und Sicherheit. Fehlt es dir, fehlt dir auch ein wichtiges Stück Kontrolle über dein Leben.

Wichtig wäre, dass ihr als Paar ehrlich hinschaut: Welche finanziellen Folgen hat es, wenn vor allem du als Mutter zurücksteckst? Und was braucht es, damit ihr beide abgesichert seid, auch im Falle einer Trennung? 

Fazit

Dich nicht mehr unter Wert zu verkaufen, bedeutet, dass du auch innerlich anerkennst, was du täglich tust, dass du im Job klarer wirst und in der Partnerschaft bewusster entscheidest. Netter Nebeneffekt: Deine Kinder spüren und sehen, wie du mit dir umgehst – und umgehen lässt. 

All das zusammen ist ein großer Sprung in Richtung Selbstbestimmung und die steht jeder Mutter zu!

Mögliche erste Schritte:

  1. Sprich mit Kolleginnen und Freundinnen über Geld und unterstützt einander!
  2. Sprich zuhause darüber.
  3. Werde dir klar über deine Finanzen. Was geht jeden Monat rein und was geht raus? Was bleibt unterm Strich?
  4. Überlege, was du mit dem Geld, das dir übrig bleibt, sinnvoll tun kannst (sparen, ETF-Fond, Fortbildung, Mindset-Coaching …)
  5. Checke einmal im Jahr, ob eure Steuerkombi noch passt, falls du verheiratet bist.
  6. Setze Entwicklung und Gehalt beim nächsten Mitarbeitergespräch auf die Agenda!
  7. Prüfe, ob es einen Betriebsrat oder eine Gleichstellungsbeauftragte gibt, an die du dich notfalls wenden kannst.
  8. Nimm dir Zeit, um herauszufinden, was du persönlich für dich willst, und formuliere und gestalte deine Vision. Was braucht es dafür? 

Und nun geh los.

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Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.