Der österreichische Zwillingspapa und Moderator Florian Rudig ist seit zwei Jahren mit den Kindern zuhause. Auf Facebook teilte er seine Erfahrungen mit Eltern und Nicht-Eltern und gibt damit auch betreuenden Papas ein Gesicht. Lest nun auch hier mit seiner Genehmigung, was er zu sagen hat, und lasst uns gemeinsam für die gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeit und echte Gleichstellung laut werden! Let's go
Heute wird es sehr persönlich… Ich habe meine Gedanken und Erlebnisse nach 2 Jahren zu Hause bei den Kids (Zwillinge ) aufgeschrieben und zusammengefasst. Und komme zu dem Schluss (nach 25 Berufsjahren, sowohl als Angestellter wie auch als Selbständiger):
„Kinder in ihren ersten Lebensjahren rund um die Uhr zu Hause zu betreuen, ist härter als arbeiten zu gehen.“
Hier ist das WARUM und meine 11 Erkentnisse aus zwei Jahren 24/7 Vollzeit-Papa mit Zwillingen.
Und ja, es war meine/ unsere freie Entscheidung. Und ja, man muss sich das finanziell leisten können, aber vor allem auch leisten wollen. Und wir lieben unsere beiden Kids über alles. Es erfüllt mich. Auch die Rolle als Hausmann und Babysitter.
Und ja, Millionen andere schaffen das auch und zig Millionen haben es davor schon geschafft. Vor allem Mütter. Aber auch ja: Ich hätte nicht gedacht, wie sehr es mich fordern würde – körperlich, mental, emotional. Klassische Erwerbsarbeit fühlt sich seitdem ein Stück weit wie Urlaub an. Und die Rolle der Frau in der Kinderbetreuung erlebe ich in meinem Umfeld noch sehr oft – zu Unrecht – im stereotypen Rollenbild einzementiert.
Disclaimer: Das hier sind ausschließlich meine eigene Erlebnisse und Gedanken. Sie beziehen sich auf die ersten beiden Lebensjahre der Kinder. Sie sind nicht allgemeingültig und aus der Sicht eines Papas, der das erste Mal in seinem Leben mit (gesunden) Zwillingen beschenkt wurde.
(Anmerkung: Meinen Respekt vor Alleinerziehenden und/oder Eltern von behinderten Kindern kann ich seither noch weniger in Worte fassen. Das sind HeldInnen.)
Hier nun meine 11 wichtigsten Punkte – mit Beispielen aus dem Alltag, den erlebten Schwierigkeiten und Problemen dahinter und den beiden Fragen, wie das in unserer Gesellschaft gesehen wird und warum wir Männer uns dem so selten stellen.
Punkt 1: Eigene Bedürfnisse? An letzter Stelle.
Ein Beispiel: Ich will nur kurz duschen. Aber Kind 1 hat Hunger, Kind 2 hat eine volle Windel, die Küche quillt über, der Kühlschrank ist leer. Wie ich auf Kind 1 im anderen Raum achten soll, während ich Kind 2 wickle, wie ich einkaufen gehen soll, während ich beide Kinder betreuen soll, oder kochen, während die Kids Aufmerksamkeit oder Nähe verlangen, weiß ich nicht, und bleibt ein Glücksspiel. Ein ständiges Abwägen zwischen Sicherheit und Notwendigkeit. Ergebnis: Duschen verschoben – auf morgen. Oder übermorgen. Denn wenn du es schaffst, neben dieser Betreuung Essen zu zubereiten, ist aber dein eigenes noch nicht da. Gefühlt arbeitet man ständig Dinge ab (Windeln, waschen, putzen, Wäsche, Essen, aufwärmen/abkühlen, umräumen, einkaufen, helfen, schützen, trösten, tragen, beruhigen, unterhalten,…), während sich andere bereits wieder auftun. Und am Ende vom Tag hast du gefühlt nicht wirklich etwas weitergebracht. Also nichts Sichtbares. Bist aber fix und fertig. Und dann kommt erst die richtige Herausforderung: Die Nacht. Weil du dich nicht erholen kannst. Im Gegenteil. Aber dazu unten mehr.
Oder einfach mal das Bedürfnis nach einem guten Gespräch (abseits von Babytalk), nach etwas zum Lesen (außer zb. die Bedienungsanleitung einer Milchpumpe), nach dem zeitnahen Beantworten einer scheinbar wichtigen Mail, oder einfach nach ein paar Minuten Ruhe ohne To-Do – ich bin monatelang daran gescheitert.
Das Problem: Grundlegende eigene Bedürfnisse (Essen, Schlaf, Körperpflege, Sport) verschwinden von der Tagesordnung. Erst die Kinder, dann die Partnerin, dann Haushalt, dann vielleicht noch der Beruf. Ich selbst komm/kam oft erst an Stelle fünf.
Im Kontext: Das ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch mental zermürbend. Meiner Meinung nach unterschätzen wir als Gesellschaft, wie sehr Care-Arbeit das eigene Ich auf Null dreht. Und da geht’s (noch) nicht mal um Geld. Da geht’s um den Selbstwert.
Anmerkung der Redaktion: Wenn du Flo Rudig – der übrigens auch Podcaster und Moderator ist – auf Facebook oder Instagram folgen oder ihn weiterempfehlen möchtest, findest du ihn hier: Flo Rudig auf Instagram / Flo Rudig auf Facebook
Punkt 2: Schlafmangel ist Folter.
Du bist nach einem 14-Stunden-Tag völlig fertig, legst dich ins Bett – und dann geht’s erst los. Das Baby braucht Körperkontakt, oder manchmal das genaue Gegenteil. Es wälzt sich, es wird bei jeder deiner Bewegungen wach, es hat Hunger, es schreit, es zahnt, es verdaut, es träumt schlecht, es verarbeitet. Wenn du bei Zwillingen zu langsam bist mit Wach sein, dem Erkennen und Lösen dieses Problems, wird auch das zweite Baby wach. Und du hast den Workload in kürzester Zeit verdoppelt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf willst du zu tiefen Schlaf eigentlich vermeiden, obwohl du ihn nötiger brauchst als je zuvor. Du bist gefühlt immer auf Standby. Und schläfst nur noch in Etappen.
Durchschlafen? Monate lang ein Fremdwort. Bei uns war es erstmals nach 15 Monaten so, dass zwei bis vier Stunden am Stück möglich waren. Noch heute (nach zwei Jahren), gibt’s ein bis drei Wachphasen pro Kind pro Nacht (meist gegen 0:00 Uhr, 3:00 Uhr, 5:00 Uhr).
Das Problem: Schlafmangel verändert dich. Es macht dich dünnhäutig, stumpf, ungeduldig, manchmal sogar wütend und aggressiv. Und anders als bei Job oder Party gibt’s keine Pause um das abzufedern. Jeden Tag, jede Nacht, vier Wochen im Monat. Diesen einen Nachmittag auf der Couch zum Ausschlafen oder Batterienaufladen gibt’s nicht. Das spitzt sich nochmals zu, wenn die Kids oder/und die Eltern krank sind. Hinlegen ist nicht. Selbst mit Fieber.
Im Kontext: Schlafmangel greift die Gesundheit an, die Nerven, die Beziehung. Aber weil es „ja nur ums Kinderkriegen“ geht, wird das nicht selten klein geredet. Man habe es einfach zu schaffen. Hat ja noch jede geschafft.
Punkt 3: Es gibt keinen Ausweg. Es ist optionslos.
Wenn beide Kinder gleichzeitig weinen, kannst du nicht „mal kurz weg“. Da ist niemand anderes. Du musst. Immer.
Gleiches wenn die Kinder nicht schlafen. Du kannst nicht wo anders schlafen. Die Kinder brauchen dich. Jetzt. Egal wie gut oder schlecht und wie viele Probleme du schon davor gelöst hast.
Auch wenn eine wichtige berufliche Aufgabe ansteht – du kannst deinen Kindern nicht erklären, dass sie sich jetzt mal mit sich selbst beschäftigen sollen. Oder bei einem Telefonat ruhig(er) sein sollen. Du kannst nicht weg.
Das Problem: Diese Optionslosigkeit trifft. Arbeit hat Alternativen – Job wechseln, Pause machen, Raum wechseln, kündigen. Kinder nicht. Gerade wenn man lösungsorientiert ist, im Kopf schnell nach anderen Möglichkeiten sucht – bringt dich das Faktum, dass es diese immer wieder nicht gibt, an eine (neue) Grenze.
Im Kontext: Das macht Elternschaft so einzigartig und unterschätzt. Dass jedes „funktionieren Müssen“ auch ein „Wollen“ ist, schließe ich (bei einem geistig gesunden) Menschen aus. Selbst wenn man vor Liebe zu seinem Kind zu explodieren scheint.
Punkt 4: Mit sich selbst im Reinen zu sein, hilft.
Wenn die Nacht eine Durchwachte war und dann auch noch das eigene Ego gekränkt ist („Warum kriege ich das nicht hin?!“), wird’s doppelt schwer. Wenn du dir nicht erklären kannst, warum alle Versuche, dein Kind zu beruhigen, nicht helfen, beginnst du, deinem Kind die Schuld zu geben („Spinnt der?!“). Dein Raum, Schwierigkeiten abzufedern, wird kleiner. Oder ist manchmal ganz aufgebraucht. Das Frustrations- und Aggressionslevel steigt. Ungelöste innere Konflikte brechen in Sekundenschnelle auf. Große Gräben öffnen sich. Ungeklärte Fragen laufen im Kopf in Dauerschleife.
Das Problem: Die eigenen Baustellen brechen hervor. Kinder halten dir den Spiegel vor. Sie kennen deine Triggerpunkte. Und sie wissen sie instinktiv zu drücken
Im Kontext: Väter wie Mütter brauchen emotionale Reife. Elternschaft ist Persönlichkeitsentwicklung im Härtetest. Ansonsten bekommt es dein Gegenüber ab. Im allerschlimmsten Fall dein Kind, im schlimmsten Fall dein/e Partner/in. Geht natürlich auch, halte ich jedoch nicht für erstrebenswert.
PUNKT 5: „Genieß die Zeit“ ist schwieriger als gedacht.
Nachts die Kinder im Wechsel stundenlang herumgetragen, tagsüber bis zu 24 Windeln gewechselt, wenig gegessen, Stimmungen abgefangen, Weinen begleitet, in den Schlaf bringen, kochen, waschen, putzen, räumen, einkaufen, koordinieren,… Das ist nicht „zum Genießen“. Natürlich gibt es sie – die Momente, wo dein Kind dein Herz vor Liebe springen lässt. Aber diese Momente sind in den ersten Lebensmonaten rare Ware (Spoiler: Diese Momente werden mehr. Aus meiner Sicht war das bei unseren Kids nach 14 Lebensmonaten der Fall. Ab da macht zumindest der Tag mehr Spaß als schweißtreibende Momente).
Das Problem: Romantisierte Vorstellungen („das größte Glück“, „die schönste Zeit“) schüren Erwartungshaltungen. Man fühlt sich falsch, wenn man es nicht so empfindet. Man scheitert an einer Erwartungshaltung, deren Erfüllung eben kaum gelingt.
Im Kontext: Eltern brauchen Ehrlichkeit, keine rosa Zuckerwatte. Erst später kommen die wirklich „genießbaren“ Momente.
PUNKT 6: Geld macht es leichter.
Wer es sich leisten kann, Haushaltshilfe, Babysitter oder externe Betreuung einzukaufen, atmet durch. Da eröffnen sich Pausenzeiten, da gehen Ruheoasen auf. Wir konnten das leider kaum. Oder haben uns teilweise bewusst gegen bezahlte Hilfe entschieden. Die eigenen Eltern, Freunde, das soziale Netzwerk – wenn das in der Nähe ist, geht einiges bis vieles einfacher. Wenn das in dieser Nähe fehlt, bist du auf dich und deine Partner/in angewiesen.
Das Problem: Care-Arbeit ist extrem ungleich verteilt – nach Einkommen, Geschlecht, Rollenbild.
Im Kontext: Ohne faire Bezahlung und bessere staatliche Unterstützung bleibt die Last auf den Schultern Einzelner – meist Frauen.
PUNKT 7: Arbeit fühlt sich wie Urlaub an.
In Ruhe auch einmal einen Kaffee trinken zu können, Mails beantworten, einen Gedanken oder ein Gespräch (unter Erwachsenen) zu Ende führen oder einen Arbeitsschritt finalisieren zu können – all das ist bei Erwerbsarbeit oft selbstverständlich. Du kannst dich auf eine Aufgabe konzentrieren. Zuhause mit zwei Babys? Luxus. Und der größte Unterschied (dazu unten noch mehr) – Du kannst an deinem eigenen Vorankommen arbeiten. Du kannst dich deiner Karriere, deinen (beruflichen) Wünschen widmen. Deinem Einkommen.
Das Problem: Erwerbsarbeit ist planbarer, belohnender und kennt Pausen. Care-Arbeit ist endlos.
Im Kontext: Ich empfinde es als nicht fair und richtig, Erwerbsarbeit als „höherwertig“ zu sehen nur weil sie im Regelfall besser bezahlt ist.
PUNKT 8: „Aber er verdient mehr…“
Das klassische Argument, warum die Frau zu Hause bleibt. Klar, das Einkommen zählt. Und wir haben uns als Gesellschaft über Jahrzehnte ein System geschaffen, wo die Frau im Durchschnitt weniger verdient. Solange das der Fall ist, wird es eine Argumentationsschleife bleiben, wo es scheinbar logisch ist, dass der Mann zum Geldverdienen das Haus verlässt. Aber: Dahinter steckt oft Bequemlichkeit es nicht ändern zu wollen/können und ein Rollenbild, das Männern die Flucht nach vorne erlaubt.
Wir haben es so gelöst, dass ich mir in 25 Jahren Erwerbsarbeit etwas ansparen konnte, und diese Gap dadurch geschlossen hab. Das Ersparte eingesetzt und die Differenz dadurch abgefedert. Und auch bewusst akzeptiert, dass der Kontostand nicht wächst, sondern schrumpft. Ja, man muss Abstriche machen. Ja, man holt finanziell nicht das Beste raus. Aber eben auch ja, Mann ist bei seinen Kindern.
Das Problem: Solange die Aussage „Ich verdiene mehr“ in diesem Diskurs als Killerargument gesehen wird, bleiben Frauen in unserer Gesellschaft im Care-Loop gefangen.
Im Kontext: System ändern heißt: Einkommensunterschiede abbauen UND Männer in die Pflicht nehmen.
PUNKT 9: Karriere machen andere.
Ich liebe meinen Job und hab 25 Jahre alles dafür gegeben, aber nach zwei Jahren zuhause ist mir klar: die großen Projekte, die Weichenstellungen, die Chancen auf einen Karriereschritt – die passieren ohne mich. Wie auch, ich bin ja nicht präsent. Bin schwer greifbar. Kann kein großes Arbeitspensum aufbieten. Kann mich nicht tage- oder wochenlang in eine berufliche Aufgabe vertiefen.
Auch wenn sich das künftig wieder ändern kann, weil nun nach zwei Jahren zu Hause eine neue Zeitrechnung anbrechen kann (siehe weiter unten), ist das nicht einfach zu verarbeiten. Speziell auch wenn man gerne arbeitet, sich auch gerne etwas erarbeitet und auch berufliche Herausforderungen liebt. So sehr ich durch unsere beiden Kinder beflügelt und bereichert bin, eine Gesamtbetrachtung wäre ohne diesen wirtschaftlichen Pragmatismus unvollständig.
Das Problem: Care-Arbeit frisst Chancen. Männer, die das ernsthaft übernehmen, zahlen denselben Preis wie Frauen – Karriereknick inklusive.
Im Kontext: Genau deshalb müssen wir über Vereinbarkeit und echte 50:50-Modelle reden. Ansonsten bleibt das System wie es ist. Das kann Mann natürlich erstrebenswert finden. Nur fair und ausgeglichen ist es nicht.
PUNKT 10: Kinder sind die Antithese zum Egoismus.
Ein Beispiel: Du willst eigentlich Sport machen – stattdessen darfst du ein schreiendes Kind herumtragen (auch eine Form von Sport, aber keine wirklich selbstbestimmte). Andere Optionen gibt es dabei wenige bis keine. Für dein eigenes Interesse ist keinen Platz. Von Situationen wie diesen gibt es im Alltag mit Kleinkindern dutzende am Tag. Du willst etwas machen, kannst aber nicht. Im Gegenteil: Höchstmögliche Empathie ist gefragt. Da gibt es jemanden, der wahrgenommen, verstanden, versorgt, behütet und geliebt werden will. Da braucht es das ganze Programm. Empathie, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Flexibilität, Anpassungswille und die Bereitschaft sich aufzuopfern.
Das Problem: Kinder stellen dich auf Null. Dein Ego hat Pause.
Im Kontext: Das ist teilweise wirklich hart, aber auch befreiend. Elternschaft zwingt zur Demut. Mehr davon würde unserer tendenziell egoistisch geprägten Gesellschaft gut tun.
PUNKT 11: Die Belastung bleibt unsichtbar.
Außen sieht man das Lachen, die Spaziergänge mit Kinderwagen, die Ausflüge, die Restaurantbesuche. Aber wenige sehen die Nächte ohne Schlaf, die Wäscheberge, den Stillstress, die Breakdowns, den Kampf um ein paar Minuten um Essen einkaufen und zubereiten zu können, oder die Schwierigkeiten, die alleine die Notwendigkeit des Zähneputzens auslösen kann.
Das Problem: Wer drin steckt, hat kaum Kraft, es zu formulieren. Alleine für diesen Text habe ich Monate gebraucht. Entweder hatte ich nicht die Zeit, oder nicht die Energie, oder beides nicht. Vor zwei Jahren hätte ich so eine Begründung für zu wenig durchdacht gehalten. Heute ist sie mir sonnenklar.
Im Kontext: Deshalb wird Elternschaft (v.a. Mütterarbeit) so unterschätzt. Wir brauchen mehr Stimmen, die ehrlich erzählen – auch von Vätern.
MEIN FAZIT
Ja: Kinder schenken Glück, das unvergleichlich ist. Sie bereichern das Leben in einer nie gedachten Art und Weise. Es ist ein Geschenk ihnen beim Aufwachsen zusehen zu können, sie zu spüren, sie zu halten, sie zu begleiten. Sie sind unsere Zukunft.
Aber: Care-Arbeit bleibt Arbeit. Schwer. Unsichtbar und gesellschaftlich gering geschätzt.
Und wir Männer? Wir können – wenn wir wollen. Es ist nicht „unnatürlich“. Es ist nicht „unmännlich“. Es ist schlicht: Anstrengend. Herausfordernd. Und verdammt bereichernd.
Ich komme mir nach zwei Jahren Kinderbetreuung nicht verweichlicht vor. Im Gegenteil: Ich fühle mich – trotz aller Erschöpfung – gestärkt.
Weil ich weiß, was ich leisten kann.
Weil ich weiß, wie gut es mir und den Kindern tut.
Weil ich weiß, wie wichtig es für unsere Gesellschaft ist, wenn wir sie möglichst fair gestalten wollen.
Und weil ich weiß: Mann kann genau das öfter tun. Mit dem gleichen Willen und Engagement, mit dem Mann berufliche Karrieren gestaltet.
P.S. Seit wenigen Wochen können unsere beiden Kids in die Kinderkrippe gehen. Es eröffnen sich erstmals wieder (halbwegs) planbare Zeitoasen. Zudem ist es zusehends möglich, dass auch ein Elternteil tagelang alleine die Kids schaukelt, ohne dass man danach viel zu viel Energie verloren hat, was einen tagelang zusätzlich schwächt. Ich werde also wieder mehr in die Arbeitswelt zurückkehren können. Und freue mich auch darauf.
Redaktion: Danke, lieber Flo, dass wir deinen wertschätzenden Post auch hier bei babelli teilen durften.
Quellen
- Facebook-Post von Flo Rudig vom 13.10.2025













