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Petition will Hebammen retten

Hebamme steht vor Paar mit Neugeborenem und blickt stolz in die Kamera
Ohne Hebammen geht es nicht! / Bild © Tyler Olson, Adobe Stock

Zum 1. November 2025 ist der neue Hebammenhilfevertrag in Kraft getreten. Erste freiberufliche Dienstbeleghebammen haben ihre Tätigkeit daraufhin bereits aufgegeben. Eine Petition aus Hamburg warnt vor den Folgen für die geburtshilfliche Versorgung in Deutschland und sammelt weiter Unterschriften.

Besondere und notwendige Aufmerksamkeit erlangte das Thema erneut durch einen Beitrag des Moderatoren-Duos Joko & Klaas. Der 15-minütige Bericht ist absolut sehenswert und fasst zusammen, worum es geht und was das neue Gesetz für Hebammen, Mütter und Familien bedeutet:

Hier könnt ihr unterschreiben: OpenPetition: Stoppt den neuen Hebammenhilfevertrag!

Kritisiert werden unter anderem gekürzte Stundenlöhne (nur noch 80 Prozent des geplanten Satzes), deutlich geringere Vergütung bei paralleler Betreuung mehrerer Gebärender sowie reduzierte Nacht- und Wochenendzuschläge. Aus Sicht der Initiatorinnen der Petition stehen diese Regelungen im Widerspruch zum Regierungsaktionsplan „Gesundheit rund um die Geburt“ und zur Zusage, dass es zu keinen finanziellen Einbußen kommen werde.

Beleghebammen – also freiberufliche Hebammen mit Praxen in Kliniken – sind besonders betroffen. Sie betreuen derzeit etwa ein Viertel aller Geburten in Deutschland. Fachleute befürchten, dass viele weitere Hebammen aus der klinischen Geburtshilfe aussteigen, sich der Betreuungsschlüssel verschlechtert und persönliche, kontinuierliche Begleitung rund um die Geburt weiter unter Druck gerät.

Die Petition fordert den GKV-Spitzenverband auf, den Schiedsspruch vom 2. April 2025 zurückzunehmen oder grundlegend zu überarbeiten, und ruft das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, sich klar gegen den aktuellen Vertrag zu positionieren. 

Die Unterschriftensammlung soll offiziell beim Deutschen Bundestag eingereicht werden.

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Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.