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Baby-Zusatzurlaub und mehr Elterngeld-Partnermonate

Familienministerin plant bezahlten Baby-Zusatzurlaub und mehr Elterngeld-Partnermonate

Die Ampel-Koalition hat sich sortiert, die Grünen haben das Familienministerium bekommen. Die Ministerin mit dem Familien-Zepter heißt von nun an Anne Spiegel. Den Namen solltest du dir merken, denn sie plant gerade für junge Eltern einiges. Kein Wunder, schließlich ist sie selbst berufstätige Mutter mit vier Kindern.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte sie: „Ich möchte die Gleichstellungspolitik vorantreiben und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern – mit mehr Zeit und mehr Flexibilität. Denn Job und Kinder unter einen Hut zu bringen, ist ein täglicher Spagat. Dafür brauchen Familien die bestmögliche Unterstützung.“ Können wir so unterschreiben.

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Und so wurden im Koalitionsvertrag mehrere Dinge festgehalten, die Schwangeren und ihren Partnern, aber auch Alleinerziehenden mitten im Weihnachtsstress das Herz erwärmen dürften. Als Einstandsgeschenk sozusagen. Hier kommen sie:

1. Zweiwöchiger bezahlter Zusatzurlaub nach der Geburt

Zwei Drittel der werdenden Väter beantragen keine Elternzeit – aus unterschiedlichen Gründen. Das ist schade für Partnerin und Baby. Schließlich brauchen die meisten Mütter im Wochenbett viel Unterstützung, und sogar langfristig profitiert die Paarbeziehung von Papas Präsenz und Teamarbeit. Aber auch für die Bindung vom Partner zum Baby ist die erste Zeit wichtig. Viele Arbeitnehmer versuchen deshalb wenigstens, gleich nach der Geburt ein paar Wochen Urlaub zu nehmen. Das gelingt nicht immer. Schließlich ist der Jahresurlaub begrenzt und ob er so kurzfristig genehmigt wird, hängt sehr vom Wohlwollen des Arbeitgebers ab.

Das wird sich bald ändern. Denn im Koalitionsvertrag steht nun, dass es nach der Geburt Anspruch auf Sonderurlaub – genauer: eine zweiwöchige vergütete Freistellung – geben soll, also zusätzlich zum normalen Jahresurlaub. Voll bezahlt und genehmigungsfrei. Finden wir gut.

Wann die Änderung im Gesetz verankert wird, ist zwar noch nicht sicher. Aber wir gehen davon aus, dass es nicht allzu lange dauert. Schließlich ist das erklärte Ziel der Grünen, Eltern echte Gleichberechtigung zu ermöglichen. Außerdem brauchen wir in Pandemie-Zeiten einfach auch mal gute Nachrichten, oder?

2. Mehr Elterngeldmonate, wenn beide Elternzeit nehmen

Bisher gibt es bis zu 12 Monate Basiselterngeld, wenn nur einer Elternzeit nimmt, und 14, wenn der Partner ebenfalls welche beantragt. Mit Elterngeld Plus lässt sich das Ganze noch weiter strecken. Im europäischen Vergleich ist das schon großartig.

Die neue Familienministerin Spiegel möchte jedoch, dass sich Familien die Elternzeit noch partnerschaftlicher aufteilen. Um dafür einen Anreiz zu schaffen, wird es in Zukunft einen Partnermonat zusätzlich geben, also insgesamt drei mit Basiselterngeld und sechs, wenn ihr euch für Elterngeld Plus entscheidet.

Der Gedanke ist gut. Schließlich wird die Mehrheit der Kinder mit knapp einem Jahr noch nicht fremdbetreut, während das Elterngeld ausläuft. Mehr Partnermonate können diese Lücke verkleinern. So kommt nicht nur die Gleichstellung von Frau und Mann voran, auch der Wiedereinstieg in den Beruf klappt, bevor das Geld ausgeht. Und selbst wenn beide mit dem Kind zu Hause bleiben – ausgedehnte Familienzeit schweißt zusammen und gibt Kraft für die kommenden Jahre. Wann ist im Hamsterrad, das sich Alltag schimpft, schon Zeit dafür?

Wann die Änderung tatsächlich kommt, ist noch nicht bekannt. Für alle Schwangeren hoffen wir, dass es bald sein wird. Wir halten euch auf dem Laufenden!

3. Dauerhaft mehr Kinderkrankentage

Die Pandemie hat uns mehr von der Krankenkasse bezahlte Kinderkrankentage beschert. Zum Glück. Denn wie soll man Infekte und Quarantänen sonst abdecken? 30 statt 10 Tage sind es momentan pro Elternteil – für Alleinerziehende das Doppelte – mit in der Regel 90 Prozent des Nettolohns.

Was als Übergangslösung gedacht war, wird sich bald gesetzlich niederschlagen. Ganz so viele Tage bleiben es zwar nicht. Aber 15 übertragbare Kinderkrankentage pro Elternteil sollen auch nach der Pandemie dauerhaft im Gesetz verankert werden. So will es die neue Bundesregierung. Längst überfällig, finden wir.

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Quellen

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