Close Babelli.deBabelli.de

Schokolade in der Schwangerschaft: Naschen erlaubt?

Frau isst lächelnd ein Stück Schokolade
Wer kann zu einem Stück Schokolade schon Nein sagen? Musst du zum Glück auch nicht! / Bild © ViDi Studio, Adobe Stock

Ein Stück Schoki geht immer, oder? Wir erklären dir, was du zum Genuss von Schokolade in der Schwangerschaft wissen solltest und wie du deinem Verlangen ganz ohne schlechtes Gewissen nachgeben kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schokolade ist in der Schwangerschaft erlaubt – aber nur in kleinen Mengen (ca. 20 bis 30 g pro Tag).
  • Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil ist die beste Wahl, da sie gegenüber anderen Sorten gesundheitliche Vorteile hat.
  • Kleine Mengen dunkler Schokolade können positive Effekte haben, z. B. auf Stimmung, Blutdruck oder Plazentadurchblutung.
  • Große Mengen Schokolade sind problematisch aufgrund des Gehalts an Zucker, Fett, Koffein, Polyphenolen oder sogar Cadmium.
  • Sicher naschen heißt: bewusster, maßvoller Genuss und hochwertige Produkte (kurze Zutatenliste, Bio-Qualität)

Vielleicht kennst du ihn auch, diesen schwangerschaftsbedingten Heißhunger? Ganz oben auf der Liste der Schwangerschaftsgelüste steht bei vielen: Schokolade. Sie lässt nicht nur die Geschmacksknospen tanzen, sondern liefert auch schnelle Energie und macht bekanntermaßen glücklich. 

Gleichzeitig wissen wir: Schokolade in Massen ist ziemlich ungesund. Sie enthält nicht nur viel Zucker und Fett, sondern auch Koffein und andere Stoffe, die werdende Mütter verunsichern können. Deshalb klären wir erst einmal die wichtigste Frage:

Darf man in der Schwangerschaft Schokolade essen?

Keine Sorge, die Antwort lautet natürlich: Ja, Schokolade in der Schwangerschaft ist erlaubt – aber maßvoll!

In geringen Mengen ist der Genuss vollkommen unbedenklich und kann – dank stimmungsaufhellender Inhaltsstoffe – sogar zur guten Laune beitragen. Studien geben zudem Hinweise darauf, dass dunkle Schokolade vor schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck schützen und Wehenschmerzen lindern könnte! Doch dazu später mehr.

Vorsicht ist allerdings bei (Schwangerschafts-)Diabetes und starkem Übergewicht geboten. Bist du betroffen, solltest du den Schokoladenverzehr auf ein Minimum reduzieren und dich im Zweifel mit der Ärztin oder Hebamme abstimmen. 

Welche Schokolade ist in der Schwangerschaft empfehlenswert?

Schoki ist nicht gleich Schoki. Es lohnt immer ein genauer Blick auf die Sorte, das gilt besonders in der Schwangerschaft. Denn die einzelnen Schokoladenarten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe:

  • Zartbitterschokolade: Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent ist die beste Wahl für Schwangere (und nicht-Schwangere). Sie enthält weniger Zucker, dafür mehr Kakao – und damit auch mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Magnesium und Eisen.
  • Milchschokolade hingegen punktet bei den meisten zwar geschmacklich mehr, enthält aber deutlich mehr Zucker und Fett und ist damit ungesünder.
  • Weiße Schokolade besteht ganz ohne Kakaoanteil sogar fast ausschließlich aus Zucker und Kakaobutter. Sie bietet damit kaum gesundheitliche Vorteile. 

Unser Rat: Greife am besten zu hochwertiger Zartbitterschokolade, möglichst in Bio-Qualität und mit wenigen Zusatzstoffen.

Wie viel Schokolade ist in der Schwangerschaft unbedenklich?

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt zwar keinen Grenzwert für Schokolade, rät aber allgemein zu einer ausgewogenen und möglichst zuckerarmen Ernährung. Süßigkeiten, wie Schokolade, sollten nur „sparsam“ verzehrt werden. So verringert sich das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine übermäßige Gewichtszunahme. 

Eine Portion von etwa 20 bis 30 g Schokolade oder zwei bis drei Stücke pro Tag gelten für die meisten Schwangeren als unbedenklich, vor allem, wenn sie insgesamt auf eine gesunde Ernährung achten.

Wie Schwangere von (dunkler) Schokolade profitieren

Wir haben weitere gute Nachrichten für alle Schokofans: Die Flavonoide im Kakao wirken antioxidativ und fördern die Durchblutung, was sich günstig auf den Blutdruck auswirken und möglicherweise sogar das Risiko für Präeklampsie, eine schwangerschaftsbedingte Bluthochdruckerkrankung, senken kann. In einigen Studien (etwa diese, diese oder diese) zeigten sich entsprechende Effekte.

Andere Untersuchungen (etwa diese) deuten zudem darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr kleiner Mengen dunkler Schokolade die Durchblutung der Plazenta und damit die Versorgung des Fötus positiv beeinflussen könnte. 

Mineralstoffe und Glücksgefühle

Zudem liefert Zartbitterschokolade wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Kalium, die in der Schwangerschaft besonders wichtig sind. Auch die stimmungsaufhellende Wirkung von Schokolade – durch die Förderung der Serotonin- und Endorphinausschüttung – kann in Zeiten hormoneller Achterbahnen wohltuend sein. 

Entscheidend bleibt aber die Qualität: Je höher der Kakaoanteil, desto größer die potenziellen Vorteile.

Kann Schokolade Geburtsschmerzen verringern?

Das untersuchen Forschende 2024 in einer experimentellen Studie in Indonesien. Zwar war die Teilnehmerzahl mit 60 Schwangeren nur klein, doch die Ergebnisse klingen wie Musik in den Ohren: Dunkle Schokolade in Form eines Kakaogetränks konnte die Wehenschmerzen der untersuchten Erstgebärenden in der Eröffnungsphase deutlich verringern! 

Einziges Manko: Das Kakaogetränk wurde zuckerfrei zubereitet und schmeckte damit vermutlich ziemlich bitter. Naja, man kann nicht alles haben, oder?

Gibt es Risiken durch bestimmte Inhaltsstoffe in Schokolade?

Neben Zucker und Fett enthält Schokolade (wenn in großen Mengen verzehrt!) weitere problematische Inhaltsstoffe, von denen du als Schwangere zumindest einmal gehört haben solltest. Wir fassen dir das Wichtigste zusammen:

Koffein

Man liest es immer wieder: Neben dem Fett- und Zuckergehalt von Schokolade sollte in der Schwangerschaft auch der Koffeingehalt berücksichtigt werden. Eine Tafel Zartbitterschokolade (100 g) enthält durchschnittlich 50 mg Koffein; je nach Kakaoanteil können es auch bis zu 80 mg Koffein sein. 

Lange galten 200 mg Koffein pro Tag für Schwangere als unbedenklich. Inzwischen wird diese Empfehlung aber kritisiert und eher dafür plädiert, dass Schwangere möglichst wenig Koffein zu sich nehmen sollten

Hand aufs Herz: Ganze Tafeln Schokolade solltest du allein wegen des Zucker- und Fettgehalts ohnehin nicht essen. Gelegentlich ein paar Stückchen dunkle Schokolade werden aber deinen Koffeinkonsum nicht in gefährliche Höhen treiben. 

Behalte den Koffeingehalt deines Naschzeugs jedoch zumindest im Hinterkopf, besonders dann, wenn du zusätzlich regelmäßig Kaffee, Cola oder grünen Tee trinkst.

Polyphenole

Polyphenole sind natürliche Pflanzenstoffe, die in vielen Lebensmitteln vorkommen, unter anderem auch in Kakao. Sie haben auf Erwachsene eigentlich wünschenswerte Effekte (antioxidativ, entzündungshemmend). 

Einige wissenschaftliche Studien (etwa diese und diese) aber deuten an, dass ein übermäßiger Verzehr von Polyphenolen im letzten Drittel der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schaden kann. Sie verengen offenbar ein wichtiges Blutgefäß des Babys (den Ductus arteriosus), was zu Problemen mit Herz und Lunge führen kann.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen kann das rückgängig gemacht werden, wenn die Mutter sich in den letzten Wochen bewusst polyphenolarm ernährt. Die noch bessere Nachricht: Bei geringen Verzehrmengen sollte es erst gar nicht so weit kommen.

Cadmium

Dunkle Schokolade enthält häufig Cadmium, ein Schwermetall, das sich in Kakaopflanzen anreichern kann und in höheren Dosen leberschädigend wirkt. Die EU hat erst 2023 die Grenzwerte für Cadmium in Lebensmitteln aktualisiert, die Hersteller einhalten müssen.

Ein Risiko sollte für dich und dein Baby bei (den empfohlenen) geringen Verzehrmengen nicht bestehen

Auf Nummer sicher gehst du, wenn du dich vor dem Kauf und Verzehr über aktuelle Testergebnisse informierst, zum Beispiel von Stiftung Warentest (2020) oder Ökotest (2024).

Weitere Zusätze

Auch Zusatzstoffe wie Emulgatoren (wie Sojalecithin), Aromen oder Palmöl stehen in der Kritik, was gesundheitliche und ökologische Auswirkungen betrifft.

Wir wiederholen unsere Empfehlung von oben: Es lohnt sich, bewusst auf hochwertige Schokolade mit kurzen Zutatenlisten (idealerweise in Bio-Qualität) zu setzen.

Alternative bei starkem Schokoladenhunger

Heißhunger auf Schokolade ist in der Schwangerschaft keine Seltenheit, vorwiegend in stressigen oder emotional belastenden Momenten. Wer dennoch Zucker und Zusatzstoffe reduzieren möchte, kann auf gesündere und nährstoffreichere Alternativen zurückgreifen, um den Süßhunger zu stillen: 

  • eine reife Banane mit etwas ungesüßtem Kakaopulver
  • Energiebällchen aus Datteln, Nüssen und Kakao
  • Kakao-Nibs 
  • selbst gemachte Müsliriegel ohne Industriezucker-Zusatz 

Wer den typischen Schokogeschmack nicht missen möchte, kann auf Produkte mit natürlicher Süße (zum Beispiel Kokosblütenzucker) ausweichen. 

Wichtig ist: Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Verlangen hilft oft mehr als strenger Verzicht. Gezielter Genuss ist auch in der Schwangerschaft erlaubt.

Fazit: Schoki in der Schwangerschaft – Genuss mit Maß

Schokolade ist in der Schwangerschaft kein Tabu, im Gegenteil: In kleinen Mengen kann sie sogar zur Stimmung beitragen und dem Körper wertvolle Nährstoffe wie Magnesium und Flavonoide liefern. 

Wichtig ist jedoch, das richtige Maß zu finden. Wer täglich große Mengen verzehrt, riskiert eine übermäßige Aufnahme von Zucker, Fett, Koffein und anderen Inhaltsstoffen, die unerwünschte Auswirkungen haben können.

Wer dagegen zu hochwertigen Sorten greift und auf die Menge achtet, kann Schokolade auch in der Schwangerschaft ganz ohne schlechtes Gewissen sicher genießen.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Schokolade in der Schwangerschaft

Ist dunkle Schokolade besser in der Schwangerschaft?

Ja, dunkle Schokolade enthält weniger Zucker und mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, wie Flavonoide und Magnesium – ist also die bessere Wahl.

Was tun bei übermäßigem Schokoladenverlangen?

Versuche, bewusst kleine Portionen zu genießen oder auf gesündere Alternativen wie Dattel-Kakao-Bällchen auszuweichen.

Ist weiße Schokolade ungesünder als andere Sorten?

Ja, denn sie enthält weder Kakao noch Flavonoide, dafür aber viel Zucker und Fett ohne nennenswerte positive Nährstoffe.

Darf ich täglich Schokolade essen?

In kleinen Mengen (zwei bis drei Stückchen) ist täglicher Schokoladengenuss in der Regel unbedenklich, solange die restliche Ernährung ausgewogen ist und du keine relevanten Vorerkrankungen hast.

c1f5e2b6984246f693088d499beb9aef - Schokolade in der Schwangerschaft: Naschen erlaubt?

Quellen

Lade dir jetzt die Babelli Schwangerschafts-App

✔ Inhaltlich geprüft am 04.09.2025
Dieser Artikel wurde von Christine Müller geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Carolin Severin

Carolin ist zweifache Mama und leidenschaftliche Familien-Redakteurin. Sie beschäftigt sich schon seit über 10 Jahren hauptberuflich mit allem, was (werdende) Eltern interessiert. Bei Babelli versorgt sie euch mit Informationen und News rund ums Thema Schwangerschaft. Dabei ist es ihr besonders wichtig, komplexe medizinische Themen verständlich und sensibel aufzubereiten und dabei möglichst Sorgen und Ängste zu nehmen. Dafür arbeitet sie eng mit unserer Expertin Hebamme Emely Hoppe zusammen.