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Testpflicht in Kitas

Testpflicht in Kitas: Die aktuellen Regelungen im Überblick

Das Coronavirus hat das Land weiterhin fest im Griff. Wie von Experten befürchtet, steigt die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem COVID-19-Virus nach den Weihnachtsfeiertagen und Schulferien deutlich an. Die tagesaktuellen Fallzahlen findest du auf dem COVID-19-Dashboard des RKI. Um die weitere Verbreitung des Virus zu stoppen, setzen die ersten Bundesländer inzwischen auf eine Testpflicht nicht nur für Schüler, sondern auch für Kita-Kinder. Die aktuellsten Beschlüsse haben wir hier für dich zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

Stand: 17.01.2022

  • Testpflicht für Kita-Kinder ab sofort in Bayern und Baden-Württemberg
  • ab 24. Januar in Berlin
  • ab 7. Februar in Brandenburg
  • gilt für Kinder ab dem 1. Geburtstag
  • pro Woche 3 Selbsttests ODER die Teilnahme an 2 Pool-Testungen in der Kita
  • Selbsttest-Kits werden den Eltern zur Verfügung gestellt
  • weitere Bundesländer werden wohl nachziehen

Hier gilt die Testpflicht in Kitas

Zur Eindämmung der Pandemie haben einige Bundesländer zu Beginn des Jahres 2022 ihre Teststrategie für Kinder verschärft. Waren bisher nur Schulkinder verpflichtet, sich regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen, gilt eine Testpflicht für Kita-Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr:

  • seit 10. Januar 2022 in Bayern und Baden-Württemberg,
  • ab 24. Januar in Berlin,
  • ab 7. Februar in Brandenburg.

Ziel dieser Regelung sei es, die Kitas auch in Zeiten eines hohen Infektionsgeschehens so lange wie möglich offen halten zu können und der hochansteckenden Omikron-Variante Einhalt zu gebieten. Von der Testpflicht ausgenommen sind geimpfte und genesene Kinder.

Testungen erfolgen per Schnelltest oder PCR-Pool-Test

In Bayern, Baden-Württemberg und Berlin werden den Eltern dafür wöchentlich drei Selbsttests pro Kind zur Verfügung gestellt. Die Eltern erhalten die Selbsttest-Kits entweder direkt in der Einrichtung oder können sie sich mit einem Berechtigungsschein in der Apotheke abholen. Die Pflicht zur Selbsttestung entfällt, wenn das Kind alternativ an zwei PCR-Pool-Testungen pro Woche in der Kita teilnimmt.

Brandenburg sieht aktuell zwei Selbsttests pro Woche vor, die an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen erfolgen müssen.

Nachweis über die erfolgte Testung per Schreiben oder Vorlage der Testkassette

Entscheiden sich die Eltern für einen Selbsttest zuhause, müssen sie den Nachweis über die Testung und das negative Ergebnis erbringen. Dafür unterzeichnen sie eine sogenannte glaubhafte Versicherung. Eine Vorlage für dieses Schreiben gibt es in den Kitas oder auf den offiziellen Seiten der Landesregierungen zum Download, zum Beispiel:

Testen Eltern ihr Kind in der Einrichtung, reicht es im Normalfall, den ErzieherInnen im Anschluss die Testkassette mit dem negativen Ergebnis vorzuzeigen. Als Testnachweis werden auch Antigen-Schnelltests in Testzentren sowie PCR-Test-Zertifikate akzeptiert.

Pool-Testungen werden morgens in der Einrichtung durchgeführt und zeitnah in einem Labor ausgewertet. Das Ergebnis liegt dann in der Regel mittags vor.

Schon gewusst? So funktioniert eine Pool-Testung in der Kita: RKI Info-Flyer Pooltestung

Andere Bundesländer setzen aktuell noch auf freiwillige Selbsttests

Wie geht es mit der Testpflicht an deutschen Kitas weiter? Das wird in den einzelnen Bundesländern noch stark diskutiert. Vermutet werden darf jedoch, dass einige weitere Länder folgen werden und ihr bisher freiwilliges Testangebot für Kita-Kinder verpflichtend machen. In Niedersachen beispielsweise wird die Einführung der Kita-Testpflicht bereits genauestens geprüft. Inzwischen fordert dort auch die Gewerkschaft Verdi eine Testpflicht, um Kinder, Beschäftigte und Eltern zu schützen. Auch in Bremen deutet sich eine zeitnahe Einführung einer Testpflicht an.

In vielen Bundesländern machen sich auch Elternverbände und Kita-Fachkräfte-Verbände für eine Testpflicht stark und üben Druck auf ihre Landesregierung aus. Dennoch lehnen Länder wie beispielsweise Rheinland-Pfalz und Hessen eine Testpflicht zum aktuellen Zeitpunkt noch strikt ab. Größter Streitpunkt bei der Umsetzung einer Testpflicht für Kita-Kinder sind übrigens die Kosten: Welchen Anteil zahlt das Land, welchen Anteil muss der Träger zusteuern? Darüber sind sich die Verantwortlichen selten einig. Zudem wird immer wieder infrage gestellt, dass Kita-Kinder als Infektionstreiber so relevant sind, dass ihre engmaschige Testung nennenswert zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann. Nicht zuletzt steht die massenhafte Testung den begrenzten Ressourcen zur Auswertung der Tests gegenüber. Die Labore sind bereits jetzt schon stark ausgelastet. Eine Testpflicht für Kita-Kinder würde weiteren Aufwand für sie bedeuten, was einige Landesregierungen derzeit nicht für möglich halten.

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Quellen

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