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Die wichtigsten To-dos in den ersten 2 Wochen nach der Geburt

To-do's in den ersten 2 Wochen nach der Geburt
Worauf kommt es in den ersten 2 Wochen nach der Geburt an? / Bild © SensSai/peopleimages.com, Adobe Stock

Die ersten Tage nach der Geburt sind eine besonders intensive Phase in eurem neuen Leben als Familie. Diese Zeit ist wunderschön, aber enorm kräftezehrend. Welche Prioritäten du jetzt setzen solltest, verraten wir dir in diesem Artikel. Hier sind die 11 wichtigsten To-dos in den ersten 2 Wochen nach der Geburt.

In den ersten 2 Wochen nach der Geburt sind Prioritäten wichtig!

Wir möchten dir nichts vormachen: die erste Zeit mit Baby ist wunderschön, aber äußerst anstrengend. Schlaflose Nächte, Wickeln und Stillen im Akkord oder Fläschchen zubereiten in Dauerschleife – so sieht der Alltag vieler Neu-Eltern aus. Da ist dieses kleine, hilflose Wesen, das volle Aufmerksamkeit benötigt und diese teils lautstark einfordert. Für andere Dinge bleibt kaum Zeit. Daher ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Nicht alles muss sofort erledigt werden. In den ersten 2 Wochen nach der Geburt sollten folgende Dinge im Fokus stehen:

1. Baby-Bubble an, Außenwelt aus

In den ersten Tagen läuft (noch) nicht alles rund. Das ist vollkommen normal. Ihr müsst euch als „neugeborene“ Familie erst finden. Nehmt euch Zeit und nutzt diese intensive Phase zum Kuscheln und Kennenlernen ganz für euch allein. Lasst euch nicht durch wiederholte Besuchsanfragen ungeduldiger Familienmitglieder stressen, sondern gönnt euch Zeit nur für euch.

Versuche gar nicht erst, in den ersten Tagen nach der Geburt Struktur in euren Alltag zu bringen und Termine zu koordinieren. Babys halten sich nicht an Zeitpläne. Sie haben Bedürfnisse, die gestillt werden müssen – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Passe dich stattdessen an den Rhythmus deines Kindes an. Stille bzw. füttere Pre-Milch nach Bedarf, lass dein Baby schlafen, wenn es müde ist und lege dich selbst hin, wenn dein Baby schlummert – ob tagsüber oder nachts. Besucher stören da nur.

Lasst euch treiben. Das erleichtert dir den Alltag enorm. Deinem Baby übrigens auch. Neugeborene brauchen Ruhe, um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten, die nach der Geburt auf sie einprasseln. Unnötige Termine, straffe Zeitpläne und krampfhafte Versuche, ihnen einen Rhythmus aufzuzwingen, machen sie schnell nervös. Daher: Zieht euch bis auf Weiteres in eure eigene kleine „Welt“ zurück. Baby-Bubble an, Außenwelt aus!

2. Nachsorgehebamme bestellen

In eurer Baby-Bubble ist nur Platz für euch – und für eure Nachsorgehebamme. Sie ist gerade in den ersten 2 Wochen nach der Geburt eine wichtige Ansprechpartnerin. In den ersten zehn Tagen nach der Entbindung kann sie dich täglich besuchen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen hierfür die Kosten. Bei ihren Besuchen hat sie deine körperliche Regeneration und dein seelisches Befinden sowie die körperliche Entwicklung deines Säuglings im Blick. Sie überprüft, wie sich deine Gebärmutter zurückbildet, übernimmt die Nabelpflege bei deinem Baby und vieles mehr.

Auch nach den ersten 2 Wochen kannst du auf die Unterstützung deiner Hebamme bauen. Jede gesetzlich krankenversicherte Frau hat zwölf Wochen lang Anspruch darauf. Bei Bedarf kannst du dich sogar während der gesamten Stillzeit bei Fragen an deine Hebamme wenden.

3. Geburtskarten versenden

Geburtskarten sind eine wunderbare Möglichkeit, eure Verwandten und Freunde sowie liebgewonnene Bekannte über die Geburt eures neuen Familienmitglieds zu informieren. Sie lassen sich im Handumdrehen online erstellen und liebevoll mit eigenen Texten und Fotos personalisieren – ohne großen Aufwand. Durch das Versenden von Geburtskarten ersparst du dir stundenlange Telefon-Sessions und stellst sicher, dass alle deine Lieben nahezu gleichzeitig von der Geburt erfahren.

Eine besonders unkomplizierte und zudem nachhaltige Variante sind übrigens digitale Geburtskarten, wie sie etwa die Digitale Kartenmanufaktur anbietet. Hier erhältst du deine Karten nicht physisch per Post, sondern in digitaler Form auf dein Smartphone. Du kannst sie bequem und umweltfreundlich per WhatsApp versenden. Damit schonst du die Natur und gleichzeitig deinen Geldbeutel. Denn: Die digitale Grußkarte ist günstiger als ein teures Print-Grußkarten-Set. Obendrein sparst du die Portokosten fürs Versenden.

4. Ganz viel kuscheln

Das wichtigste To-do in der Anfangszeit lautet neben Stressvermeidung: Kuscheln, kuscheln, kuscheln – am besten mit direktem Hautkontakt. Hautkontakt fördert die Hormonproduktion. Er sorgt unter anderem dafür, dass Oxytocin ausgeschüttet wird. Oxytocin wird umgangssprachlich gern als „Kuschel-“ oder „Liebeshormon“ bezeichnet. Es stärkt die Bindung. Durch intensives Känguruhen (= das Baby Haut-an-Haut auf die Brust legen) wird die Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig gestärkt.

Für Mamis hat Oxytocin übrigens einen weiteren positiven Effekt. Es sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Dadurch fördert es die Rückbildung und den Wochenfluss.

5. Baby beim Standesamt anmelden

Die Anmeldung des Neugeborenen beim Standesamt ist häufig bereits in der Geburtsklinik möglich. Vielleicht hast du diesen Behördengang also schon hinter dir. Falls du jedoch in einem Geburtshaus oder per Hausgeburt entbunden hast, musst du die Geburt deines Kindes innerhalb von einer Woche beim zuständigen Standesamt anzeigen. Dort erhältst du die Geburtsurkunde und weitere Bescheinigungen, die du etwa bei der Beantragung des Elterngelds und der Anmeldung des Kindes bei der Krankenversicherung benötigst. Falls noch nicht geschehen, gehört dieser Behördengang weit nach oben auf die Liste der To-dos.

Übrigens: Nach der Geburt sollten sich Mamas körperlich schonen. Die Anmeldung beim Standesamt kann auch der frischgebackene Papa übernehmen. Ein sorgeberechtigter Elternteil genügt.

6. Formalitäten erledigen, die sich nicht aufschieben lassen

Neben der Anmeldung beim Standesamt gilt es weitere Formalitäten zu erledigen. Bestenfalls konntest du einiges bereits vor der Geburt abhaken oder zumindest vorbereiten. Zu den wichtigsten Formalitäten gehören in den ersten Wochen folgende:

  • Antrag auf Elternzeit: Dieser muss 7 Wochen vor Ende des Mutterschutzes beim Arbeitgeber eingegangen sein. Du musst deinen Arbeitgeber also spätestens eine Woche nach der Geburt über die gewünschte Elternzeit informieren, wenn du direkt nach Ablauf des Mutterschutzes Elternzeit nehmen möchtest. Der Antrag auf Elternzeit hat daher Priorität.
  • Antrag auf Elterngeld: Bestenfalls hast du den Antrag auf Elterngeld bereits vor der Geburt weitestgehend ausgefüllt. Dann kannst du ihn nun fertigstellen und bei der zuständigen Elterngeldstelle in deiner Region abgeben. Falls du in den ersten 2 Wochen nach der Geburt nicht dazu kommst, ist das nicht ganz so schlimm. Elterngeld wird rückwirkend für drei Monate ausgezahlt. Dennoch: Je früher du dich darum kümmerst, desto besser.
  • Anmeldung des Kindes bei der Krankenkasse: Sobald du die Geburtsurkunde erhalten hast, solltest du die Krankenkasse über die Geburt deines Kindes informieren. Die Krankenversicherung gilt rückwirkend ab der Geburt. Du hast zwei Monate Zeit, um dein Kind schriftlich bei der Krankenkasse anzumelden.
  • Antrag auf Kindergeld: Falls du den Kindergeldantrag noch nicht vorbereitet hast, solltest du dich in den ersten Wochen darum kümmern. Denn: Die Bearbeitung kann eine Weile dauern. Sobald dir die Geburtsurkunde und die Steuer-ID deines Kindes vorliegen, solltest du den Antrag bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit einreichen.

Bei unverheirateten Paaren sollten zudem in den ersten Wochen die Vaterschaftsanerkennung und die gemeinsame Sorgerechtserklärung auf der Agenda stehen – sofern nicht bereits vor der Geburt geschehen. Falls ihr getrennt lebt, sollten auch die Unterhaltszahlungen geklärt werden. Alleinerziehende sollten zudem die Steuerklasse II beantragen. Tipp: Unsere Checkliste zu den Formalitäten nach der Geburt bietet dir einen guten Überblick über die bestehenden Fristen und die erforderlichen Unterlagen für die wichtigsten Behördengänge.

7. U2 durchführen lassen

In regelmäßigen Abständen finden die sogenannten U-Untersuchungen statt. Hierbei wird überprüft, ob sich ein Kind altersgerecht entwickelt. Die U1 erfolgt direkt nach der Geburt in der Geburtsklinik. Auch die U2 findet meist vor der Entlassung im Krankenhaus statt. Wer jedoch ambulant entbindet oder per Hausgeburt, muss zwischen dem 3. und dem 10. Lebenstag einen Termin beim Kinderarzt wahrnehmen, damit die U2 dort durchgeführt werden kann. Sollte die U2 bei deinem Kind noch nicht erfolgt sein, musst du dich schnellstmöglich um einen Termin kümmern. Die U2 gehört zu den wichtigsten To-dos in den ersten 2 Wochen nach der Geburt.

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8. Termin zur Nachsorge bei deinem Gynäkologen bzw. deiner Gynäkologin vereinbaren

Etwa sechs bis acht Wochen nach der Entbindung sollten Frauen zur Nachsorgeuntersuchung in ihrer Frauenarztpraxis erscheinen. Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt wird überprüfen, wie sich deine Gebärmutter zurückgebildet hat und ob eventuelle Geburtsverletzungen gut verheilen. Vereinbare am besten direkt nach der Geburt deinen Termin für die Nachsorgeuntersuchung und trage ihn gut sichtbar im Kalender ein. So stellst du sicher, dass die Untersuchung nicht in Vergessenheit gerät.

9. Gesund und ausgewogen ernähren

Nach der Geburt benötigt dein Körper Energie, um wieder zu Kräften zu kommen. Du solltest daher auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Nicht nur, aber vor allem, wenn du stillst. Schließlich hast du als stillende Mami einen erhöhten Nährstoffbedarf. Versuche, eine ausgewogene Mischung aus frischem Obst und Gemüse, Proteinen und gesunden Fetten zu dir zu nehmen. Komplexe Kohlenhydrate (etwa in Vollkornprodukten oder Kartoffeln) versorgen dich zudem nachhaltig mit Energie. Achte außerdem darauf, genug zu trinken. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sind ideal.

Tipp: Im Wochenbett fehlt oft die Zeit, um lange in der Küche zu stehen. Bitte doch die frischgebackenen Großeltern, für euch mitzukochen. Sie freuen sich garantiert, wenn sie gebraucht werden. Stelle aber sicher, dass sie sich nicht allzu häuslich niederlassen, wenn sie das Essen vorbeibringen. Es ist und bleibt eure Baby-Bubble.

10. Rückbildungskurs buchen

Eine Schwangerschaft und die Geburt verlangen dem Körper sehr viel ab. Daher solltest du nicht unterschätzen, wie wichtig Rückbildungsgymnastik ist. Zwar solltest du frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt damit beginnen, allerdings raten wir dir dazu, dich frühzeitig für einen Rückbildungskurs anzumelden. Die Kurse sind oft schnell ausgebucht. Kümmere dich am besten direkt nach der Geburt um einen Platz.

11. Me-Time in Häppchen gönnen

Me-Time ist gerade im Wochenbett wichtig, aber schwer umzusetzen. Die ersten Wochen als Neu-Eltern werden euch viel abverlangen. Natürlich wirst du keine Zeit für ausgiebige Ich-Zeiten haben. Dennoch solltest du dir zwischendurch etwas Gutes tun, um Kraft zu tanken und den Akku aufzuladen. Kleine Auszeiten gehören unbedingt auch auf die Liste der wichtigsten To-dos in den ersten 2 Wochen nach der Geburt.

Wie du diese Auszeiten gestaltest, bleibt dir überlassen. Ein kleiner Powernap, wenn dein Baby schläft. Eine wohltuende Dusche, während dein Partner auf euren Schatz aufpasst. Ein Mandala ausmalen, ein Buchkapitel lesen – alles ist möglich. Hauptsache, du kannst kurz abschalten. Me-Time in Häppchen ist essenziell für die ersten Wochen mit Kind.

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Fazit: Die wichtigsten To-dos in den ersten 2 Wochen nach der Geburt bestimmst du!

Natürlich ist in unserer Liste mit den wichtigsten To-dos in den ersten 2 Wochen nach der Geburt nichts in Stein gemeißelt. Zwingend erforderlich sind lediglich die Anmeldung beim Standesamt und die U2, sofern beides nicht bereits in der Geburtsklinik erfolgte. Zudem solltest du die Frist für den Antrag auf Elternzeit in den ersten beiden Wochen im Blick behalten. Ansonsten bestimmst allein du, wie ihr in euer neues Leben als frischgebackene Eltern starten möchtet und was dir, deinem Baby und euch als Familie guttut. Wir legen dir jedoch ans Herz, dich wirklich zu schonen und euch ganz viel Zeit für euch als Familie zu nehmen. In den ersten 2 Wochen nach der Geburt sollte eure Baby-Bubble exklusiv euch vorbehalten sein. Diese ganz besondere Kuschel- und Kennenlernzeit kommt nicht wieder. Genieße sie in vollen Zügen.

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Quellen

Veröffentlicht von Patricia Schlösser-Christ

Patricia widmet sich als Kulturanthropologin mit Leidenschaft der Kindheits- und Familienforschung. Ihre liebsten (und herausforderndsten) „Studienobjekte“ sind ihre beiden kleinen Töchter. Wenn sie nicht gerade Feldforschung im Kinderzimmer ihrer kleinen Rasselbande betreibt, powert sie sich beim Handball aus.