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Unterhalt 2021: Anspruch, Höhe, Voraussetzungen

Vater, Mutter, Kind – wenn diese heile Welt zerbricht, wird es finanziell oft schwer für den Elternteil, der mit dem Kind zurückbleibt. Damit das Kind wegen der Trennung seiner Eltern nicht in Armut leben muss, gibt es den Kindesunterhalt. Aber wie viel Geld muss der andere Elternteil zahlen und wie lange? Was passiert, wenn er zu wenig verdient? Und welche Formen von Unterhalt gibt es überhaupt? Wir beantworten deine Fragen rund um den Kindesunterhalt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kindesunterhalt ist nur eine Art von Unterhalt.
  • Er wird in einer intakten Familie in Form von Naturalien und Betreuung geleistet.
  • Zieht ein Partner aus, muss er, wenn er leistungsfähig ist, Barunterhalt zahlen.
  • Dabei dient die Düsseldorfer Tabelle als Richtlinie. Sie gibt den Unterhalt der Kinder abhängig vom Einkommen des Pflichtigen und dem Alter des Kindes an.
  • Ein Unterhaltstitel gibt Sicherheit.
  • Kann der Pflichtige nicht zahlen, gibt es Unterhaltsvorschuss. Dieser ist aber geringer.
  • Die Unterhaltspflicht endet nicht automatisch mit dem 18. Geburtstag. Auch während der Grundausbildung wird Unterhalt fällig.
  • Ab 18 ist das Kind selbst dafür verantwortlich, den Unterhalt einzufordern.

Unterhaltsanspruch vs. Unterhaltspflicht

Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können, haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Unterhaltsanspruch gegenüber Dritten. Diese müssen gegenüber dem Unterhaltsberechtigten unterhaltspflichtig sein.

Eine Unterhaltspflicht ergibt sich zum Beispiel aus dem Verwandtschaftsverhältnis, aus einer Ehe oder aus vertraglichen Verpflichtungen. Sie setzt jedoch immer eine gewisse Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen voraus.

Die häufigste Form der Unterhaltspflicht besteht von den Eltern gegenüber ihren Kindern (Stichwort: Kindesunterhalt). Denn diese können im Normalfall ihr Leben noch nicht selbst finanzieren und sind deshalb besonders bedürftig. Deshalb ist diese Form des Unterhalts allen anderen übergeordnet.

Dieser Artikel stellt alle in Deutschland existierenden Unterhaltsarten kurz vor und geht auf den Kindesunterhalt genauer ein. Im Anschluss findest du Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Kindesunterhalt.

Diese Arten von Unterhalt gibt es

Auch wenn die meisten bei Unterhalt an Kindesunterhalt denken, ist dies nur eine von vielen Unterhaltsarten, die es gibt. Alle Arten von Unterhalt lassen sich grob in drei Bereiche gliedern:

  • den Unterhalt aufgrund von Verwandtschaft,
  • den Unterhalt infolge einer Ehe
  • und den Unterhalt für nicht-verheiratete Mütter oder Väter.

Auf all diese gehen wir im Folgenden kurz ein. Näheres zum Kindesunterhalt findest du im Abschnitt Unterhalt für deine Kinder im Detail.

Unterhalt aufgrund von Verwandtschaft

Unterhalt aufgrund von Verwandtschaft wird immer nur in gerader Verwandtschaftslinie fällig. So können Eltern gegenüber den Kindern und unter Umständen auch gegenüber deren Kindern zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden.

Und Kinder können, sobald sie selbst leistungsfähig sind, gegenüber ihren Eltern und mitunter sogar gegenüber ihren Großeltern unterhaltspflichtig sein. Zwischen Geschwistern besteht keine Pflicht, Unterhalt zu zahlen. Auch Tanten, Onkel oder Cousins, Neffen etc. sind davon ausgenommen.

Unter Unterhalt aufgrund von Verwandtschaft fallen:

  • Kindesunterhalt
  • Unterhalt für volljährige Kinder
  • Elternunterhalt

Unterhalt infolge einer Ehe

Wer eine Ehe eingeht, verpflichtet sich, gemeinsam Familienunterhalt zu erbringen. Das heißt, beide müssen zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Ob beide arbeiten gehen oder einer den Haushalt und die Fürsorge übernimmt und der andere das Geld nach Hause bringt, ist jeder Familie selbst überlassen. Haushaltsführung und Erwerbstätigkeit sind gleichgestellt.

Wenn die Ehe zerbricht, wandelt sich der Familienunterhalt in Trennungsunterhalt und nach der Scheidung in Ehegattenunterhalt um, sofern sich der eine Partner nicht allein versorgen kann. Denn dann muss der finanziell besser gestellte Ehepartner, sofern er dies kann, den anderen Partner auch weiterhin so unterstützen, dass sein Lebensstandard vorerst gewahrt bleibt. Dies hat nichts mit dem Kindesunterhalt zu tun. Der Kindesunterhalt ist Trennungs- und Ehegattenunterhalt jedoch vorrangig.

Unter Unterhalt infolge einer Ehe fallen:

  • Familienunterhalt
  • Trennungsunterhalt
  • Ehegattenunterhalt

Unterhalt für nicht-eheliche Mütter oder Väter

Auch wenn Eltern eines Kindes nicht verheiratet waren, können verschiedene Formen von Unterhalt fällig werden, wenn eine Bedürftigkeit vorliegt. Dabei ist es unerheblich, ob sich die Eltern eines unehelichen Kindes überhaupt in einer Partnerschaft befanden oder nicht.

Unter Unterhalt außerhalb einer Ehe fallen:

  • Unterhalt bei mangelnder Erwerbstätigkeit infolge der Schwangerschaft
  • Unterhalt infolge der Geburt
  • Betreuungsunterhalt

Unterhalt kann auf verschiedene Weise geleistet werden

Es gibt nicht nur verschiedene Arten von Unterhalt, sondern Unterhalt kann auch auf verschiedene Weisen erbracht werden. Das vergessen diejenigen gern, die aufgrund einer Trennung zu Geldzahlungen verpflichtet wurden und sich fragen, warum sie so viel zahlen sollen.

Man unterscheidet zwischen Naturalunterhalt, Betreuungsunterhalt und Barunterhalt. Ist eine Familie intakt, leisten die Eltern in der Regel Naturalunterhalt und Betreuungsunterhalt. Erst wenn ein Partner nicht (mehr) in der Familie lebt, wird Barunterhalt fällig. Das bedeutet nicht, dass das Geld bar gezahlt wird, sondern lediglich, dass es sich um Geldzahlungen handelt.

Der Barunterhalt soll die Leistungen aufwiegen, die vorher in Form von Natural- und Betreuungsunterhalt erbracht wurden und nun ausschließlich vom Alleinerziehenden übernommen werden müssen.

Naturalunterhalt

Naturalunterhalt sind alle Dinge, die zur Deckung des täglichen Bedarfs nötig sind. Dazu gehören Unterkunft und Heizung, Nahrungsmittel, Kleidung, Freizeitgestaltung und Taschengeld.

Betreuungsunterhalt

Betreuungsunterhalt ist all das, was im täglichen Zusammenleben mit dem Kind nötig ist und über die Naturalien hinaus geht, also Aufsicht (Obhut), Erziehung, Krankenpflege etc.

Barunterhalt

Barunterhalt wird fällig, wenn der Ex-Partner oder getrennt lebende Elternteil keinen Naturalunterhalt und Betreuungsunterhalt erbringt, weil er nicht mit im Haushalt lebt. Der Unterhalt wird dann in Form von Geldzahlungen geleistet. Der Barunterhalt ist das, was normalerweise unter Unterhalt oder auch Alimente verstanden wird.

Unterhalt für deine Kinder im Detail

Kindesunterhalt

Eigene Kinder sowie Adoptivkinder haben bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres automatisch Anspruch auf Unterhalt von ihren Eltern in Form von Natural- und Betreuungsunterhalt. Zieht ein Elternteil aus, muss er Barunterhalt für das Kind leisten. Bis zum 18. Geburtstag vertritt der versorgende Elternteil das Kind in seinen Ansprüchen und kann den Unterhalt für dieses einfordern oder eine Beistandschaft beim Jugendamt beantragen.

Grundlage aller Berechnungen ist nach BGB § 1612a das angenommene Existenzminimum eines Kindes zwischen 6 und 12. Dieses wird jährlich aktualisiert und beträgt im Jahr 2021 451 Euro pro Monat.

Abhängig vom Alter des Kindes und von Einkommen des Unterhaltspflichtigen ändert sich der zu zahlende Betrag stufenweise. Dabei arbeitet man mit Prozentsätzen. Die resultierenden Beträge findest du in der Düsseldorfer Tabelle, die wir im nächsten Abschnitt beschrieben haben.

Kindesunterhalt geht immer vor

Kindesunterhalt hat Vorrang vor allen anderen Arten von Unterhalt – abgesehen von privilegierten volljährigen Kindern, denn diese sind gleichgestellt. Dies wird dann wichtig, wenn nicht nur an die Kinder, sondern auch an den bzw. einen Ex-Partner Unterhalt gezahlt werden muss, das Einkommen aber nicht ausreicht, um alles abzudecken. Dann kommt es zur Kürzung des nachgestellten Unterhaltes, die Kinder erhalten jedoch den vollen Betrag.

Volljährigenunterhalt bzw. Ausbildungsunterhalt

Nach dem 18. Lebensjahr besteht von beiden Eltern eine Barunterhaltspflicht, sofern das volljährige Kind unverheiratet ist und sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befindet. Dazu gehört auch ein Studium. Haben die Eltern die erste Ausbildung ungewollt aufgedrängt, müssen sie mitunter auch während einer zweiten Ausbildung Unterhalt zahlen.

Eigene Einkünfte des Kindes z.B. durch eine Ausbildungsvergütung werden nach Abzug einer Pauschale mit dem Unterhalt verrechnet. Das Kindergeld wird ebenfalls vom Unterhalt abgezogen, da es ab 18 direkt an das Kind ausgezahlt wird.

Jetzt ist das Kind für die Geltendmachung seines Unterhaltes selbst verantwortlich, auch das Jugendamt hilft bei Schwierigkeiten nicht mehr weiter. Im Notfall muss das volljährige Kind seine Ansprüche mithilfe eines Anwalts fordern. Im schlimmsten Fall geht es vor das Familiengericht.

Eine Altersgrenze gibt es nicht

Eine Altersgrenze für den Bezug von Unterhalt gibt es so nicht. Wenn ein Studium, wie z.B das Medizin- oder Jurastudium, sehr lange dauert und kaum Raum für Nebenjobs lässt, müssen die Eltern den Unterhalt für die gesamte Dauer zahlen, sofern es dem Kind nicht möglich ist, sein Studium und sein Leben selbst zu finanzieren. Allerdings ist das Kind verpflichtet, das Studium zügig abzuschließen. Lässt es sich zu viel Zeit, können die Eltern die Unterhaltszahlung einstellen.

Ein weiterer Fall von Unterhaltspflicht liegt vor, wenn zum Beispiel die Tochter nach dem Abitur und einem freiwilligen sozialen Jahr schwanger wird, 3 Jahre Erziehungszeit nimmt und erst dann ihr Studium beginnt. Auch in diesem Fall gilt das Studium als allgemeine Schulausbildung. Schwangerschaft und Erziehungszeiten sind kein selbst-verschuldetes Verzögern der Ausbildung (BGH, Urteil v. 29.6.2011, XII ZR 127/09).

Privilegierte Kinder

Vom 18. bis 21. Lebensjahr gelten diejenigen Kinder als privilegiert und damit den minderjährigen Kindern gleichgestellt, die nach wie vor zuhause wohnen, unverheiratet sind und sich noch in der Ausbildung befinden. Bei privilegierten Kindern gelten die Sätze der Düsseldorfer Tabelle.

Der betreuende Elternteil kann seinen Barunterhalt auch weiterhin in Form von Naturalunterhalt ableisten. Theoretisch könnte das Kind vom ihm auch Barunterhalt verlangen. Jedoch könnte er dann im Gegenzug eine Kostenbeteiligung verlangen. In den meisten Fällen wenig sinnvoll.

Nicht privilegierte Kinder

Auch wenn das Kind in Ausbildung älter als 21 ist und nach wie vor zuhause wohnt, gilt die Düsseldorfer Tabelle. Wenn es noch minderjährige oder privilegierte Kinder gibt, sind die Ansprüche dieses nicht privilegierten Kindes gegenüber den Eltern jedoch zweitrangig.

Kinder in Ausbildung, die einen eigenen Haushalt führen, gelten ebenfalls nicht als privilegiert. Sie bekommen jedoch einen höheren Regelsatz von derzeit 860 Euro, in dem eine Mietpauschale von 375 Euro enthalten ist.

Der angemessene Eigenbedarf des Unterhaltspflichtigen ist gegenüber nicht-privilegierten Kindern höher als bei minderjährigen oder privilegierten Kindern. Er beträgt in der niedrigsten Einkommensstufe 1.400 Euro statt 1.160 Euro. 

Kindesunterhalt wird nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet

Die Düsseldorfer Tabelle gibt an, wie hoch der Bedarf eines Unterhaltsberechtigten ist. Sie gilt sowohl für Kindesunterhalt als auch für andere Unterhaltsarten, wie z.B. den Ehegattenunterhalt.

Die Sätze orientieren sich am durchschnittlichen Mindestbedarf einen minderjährigen Kindes und werden jährlich aktualisiert. Die Tabelle sieht eine stufenweise Erhöhung des Anspruchs abhängig vom Alter des Unterhaltsberechtigten und vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen vor.

Außerdem ist die Zahl der Unterhaltsberechtigten relevant. Die Tabelle geht von zwei Unterhaltsberechtigten aus, also z.B. zwei Kindern oder einem Kind und dem Ex-Partner. Sind es mehr oder weniger, wird der Unterhaltspflichtige niedriger oder höher eingestuft.

Die in der Düsseldorfer Tabelle angegebenen Beträge sind keine Zahlbeträge. Denn vor der Auszahlung wird noch das Kindergeld abgezogen. Bei minderjährigen Kindern sind es 50% des Kindergeldes, bei volljährigen Kindern 100%.

Unterhalt ist immer eine Einzelfallentscheidung

Allerdings handelt es sich hier lediglich um Leitlinien und nicht um gesetzlich festgeschriebene Beträge. Wie viel Kindesunterhalt ein Unterhaltspflichtiger tatsächlich zahlen muss, ist immer auch eine Einzelfallentscheidung vom Jugendamt oder vom Familiengericht.

Auch wer sich privat einigen will, kann die Sätze als Hilfe heranziehen. Es ist aber auch immer möglich, miteinander im beiderseitigen Einvernehmen höhere oder niedrigere Zahlungen zu vereinbaren.

Rechenbeispiel 2021

Ein Paar hat zwei gemeinsame Kinder im Alter von 16 und 14 Jahren. Der Vater ist ausgezogen und ist nun unterhaltspflichtig. Er wird aufgrund seines Nettoeinkommens von 2.300 Euro nach Abzug aller Pauschalen in der zweiten Stufe eingruppiert. Beide Kinder befinden sich in der dritten Altersgruppe. Es werden pro Kind also 445,50 Euro fällig (555 Euro Unterhalt – 109,50 Euro hälftiges Kindergeld ab 2021).

Mit den zu zahlenden 891 Euro bleibt der Vater über dem Bedarfskontrollbetrag in der zweiten Stufe. Er behält 1.409 Euro übrig.

So machst du den Anspruch auf Kindesunterhalt geltend

Trennung in beiderseitigem Einvernehmen

Wenn ihr euch gütlich trennen möchtet, reicht es meist aus, wenn ihr deinen Anspruch auf Kindesunterhalt zusammen errechnet und ihn deinem Ex-Partner offiziell in Briefform mitteilst. Dabei könnt ihr euch nach der Düsseldorfer Tabelle richten. Das müsst ihr aber nicht. Auch höhere oder niedrigere Beträge sind denkbar.

Zahlt er oder sie dann auch, musst du nichts weiter tun. Vorsichtshalber solltest du die unterschriebene Unterhaltsverpflichtung notariell beglaubigen lassen.

Mit Hilfe des Jugendamtes

Wenn dir die Berechnung zu kompliziert erscheint, kannst du auch das Jugendamt bitten, deinen Anspruch für dich zu errechnen. Du kannst dich im ersten Schritt dazu beraten lassen. Manchmal reicht dies schon aus. Soll das Jugendamt dich und dein Kind komplett vertreten, das heißt auch eine Offenlegung des Einkommens fordern und an Kindes statt vor Gericht auftreten, musst du im zweiten Schritt eine Beistandschaft bei Jugendamt beantragen.

Dieses fordert die nötigen Unterlagen vom Unterhaltspflichtigen an, prüft den Anspruch und ermittelt die Höhe der zu zahlenden Beträge. Heraus kommt der Unterhaltstitel, den der Unterhaltspflichtige akzeptieren muss, sonst ist er nicht verbindlich.

Übrigens: Nicht immer sind die Berechnungen des Jugendamtes richtig. Der Unterhaltspflichtige hat immer die Möglichkeit, die ermittelten Beträge auf eigene Kosten durch einen Anwalt prüfen zu lassen.

Mit anwaltlicher Hilfe

Wenn sich abzeichnet, dass es zu Problemen mit dem Kindesunterhalt kommen wird und du nicht über das Jugendamt gehen willst oder das Kind schon volljährig ist, hast auch du die Möglichkeit, schon früh einen Anwalt hinzuzuziehen (bei Volljährigkeit das Kind). Dieser wird den Schriftverkehr mit dem Unterhaltspflichtigen für dich/euch übernehmen und eventuell zu einer Lösung im gegenseitigen Einvernehmen kommen, also einem anwaltlichen Vergleich.

Idealerweise enthält dieser einen Passus zur Vollstreckbarkeit des Anspruches, das heißt, dass im Notfall gepfändet werden darf. Er wird notariell beglaubigt.

Vor Gericht

Ob Jugendamt oder Anwalt, wenn es keine Lösung gibt, kommt die Sache vor das für dich zuständige Familiengericht. Dies erfolgt auf Antrag (nicht per Klage!). Im resultierenden Unterhaltsverfahren kann der Richter entweder einen gerichtlichen Vergleich erwirken oder die Zahlung eines bestimmten Betrages per Beschluss festlegen. Sowohl beim gerichtlichen Vergleich als auch beim Gerichtsbeschluss handelt es sich um einen rechtskräftigen, vollstreckbaren Unterhaltstitel.

Unterhaltsvorschuss beantragen

Wenn der Kindesvater oder die Kindesmutter aus welchen Gründen auch immer nicht oder unregelmäßig zahlt, kann dir das Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss gewähren. Diesen fordert das Amt vom nicht-zahlenden Unterhaltspflichtigen zurück. Wenn dieser nicht leistungsfähig ist, zahlt der Staat.

Der Unterhaltsvorschuss ist formal niedriger als die in der Düsseldorfer Tabelle empfohlenen Beträge. Denn das volle Kindergeld wird abgezogen. Grund: dem/der Alleinerziehenden steht das gesamte Kindergeld zu, wenn sie Unterhaltsvorschuss bekommen, weil der andere nicht zahlt. Momentan gibt es:

  • 174 Euro für Kinder von 0 bis 5 Jahren,
  • 232 Euro für Kinder von 6 bis 11 Jahren,
  • 309 Euro für Kinder von 12 bis 17 Jahren.

Häufige Fragen zum Thema Kindesunterhalt

Was ist ein Unterhaltstitel?

In einem Unterhaltstitel wird der vereinbarte Unterhalt schriftlich festgehalten. Normalerweise enthält er eine Klausel, die eine sofortige Vollstreckbarkeit der Ansprüche festlegt. Unterhaltstitel können sein:

  • Jugendamtsurkunde
  • Notariell beglaubigte Urkunde
  • Gerichtsurteil oder gerichtlicher Vergleich

Kann ich Unterhalt rückwirkend fordern?

Wenn du bereits einen Unterhaltstitel hast, können ausstehende Beträge auch rückwirkend eingefordert werden. Wenn du allerdings bisher keinen oder zu wenig Unterhalt gefordert hattest, kannst du deine Ansprüche maximal ab dem Monat der Offenlegung des Einkommens geltend machen. (BGB § 1613)

Andersherum können auch aufgrund von Falschberechnung zu viel geleistete Beträge nicht vom Kind zurückgefordert werden.

Wird das Kindergeld auf den Unterhalt angerechnet?

Ja, das wird es. Wenn das Kind jünger als 18 Jahre ist, zieht man Kindergeld zur Hälfte vom zu zahlenden Unterhalt ab. Ist das Kind bereits 18, bekommt es von nun an das volle Kindergeld. Dieses wird nun komplett vom Unterhalt abgezogen.

Kann ich Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen?

Nein das geht nicht. Denn der alleinerziehende Partner kann seine Aufwendungen ja auch nicht steuerlich geltend machen. Das hälftige Kindergeld wird bereits von der monatlichen Zahlung abgezogen. Bei der Steuer steht dir alternativ der halbe Kinderfreibetrag zu. Lediglich wenn du deinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommst, kann deine Hälfte auf den anderen Elternteil überschrieben werden.

Wie kann ich Unterhalt kürzen?

Wenn du der Meinung bist, dass du zu viel zahlst oder sich deine wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben, kannst du beim Jugendamt oder per Anwalt eine Neuberechnung des Unterhalts fordern. Du solltest keinesfalls einfach weniger zahlen, denn wenn sich dein Titel nicht offiziell ändert, bleibt auch die Forderung der unterhaltsberechtigten Kinder wirksam. Dann können schnell hohe Summen auflaufen. Schlimmstenfalls kommt es zur Pfändung durch den Gerichtsvollzieher.

Kann man sich für Unterhaltsstreitigkeiten absichern?

Es gibt momentan nur eine Versicherung am Markt, die die Rechtskosten übernimmt, wenn es Streitigkeiten um Unterhalt gibt. Die ARAG bietet im Zusammenhang mit einer Privat-Rechtsschutz eine Unterhalts-Rechtsschutzversicherung als zusätzlichen Baustein an.

Hast du eine weitere Frage zum Thema Kindesunterhalt? Schreib uns gern einen Kommentar!

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118 Kommentare
  1. Dekarz, Manuel sagt

    Wie berechnet sich die Unterhaltszahlung bei URMEL, der bei seinen Großeltern lebt?
    Wer zahlt welche Unterhaltshöhe (Vater, Mutter)?
    Vater hat noch ein Kind, Mutter hat noch ein Kind und URMEL ist der Erstgeborene.
    Vater und Mutter leben getrennt.

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Manuel,
      das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Beide Eltern sind natürlich gleichermaßen unterhaltspflichtig, wenn sie das Kind nicht ernähren, kleiden, betreuen etc. Zu welchen Teilen hängt vom jeweiligen Einkommen ab. Wir empfehlen den Gang zum Jugendamt oder Anwalt, wenn sich mit den Großeltern keine einvernehmliche Lösung finden lässt.
      Wir wünschen URMEL alles Gute

      1. MarcelLind sagt

        Hallo,

        meine Tochter ist 8 Jahre alt und ich zahle relativ viel Unterhalt und habe nicht sehr viel zum Leben. Mittlerweile ist meine Tochter schon seit über einem Monat nicht mehr regelmäßig zu Hause bei ihrer Mutter, das heißt in 4 Wochen ca. 4 Tage. Und es sieht erstmal nicht nach einer Änderung der Situation aus. Muss trotzdem der Unterhalt weiterhin voll gezahlt werden? Oder kann man den Unterhalt runterstufen?
        Mit freundlichen Grüßen

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Marcel,

          ich nehme an, dass deine Tochter in der Zeit dann bei dir ist? 4 tage in 4 Wochen erscheinen mir nicht sehr viel, aber dennoch solltest du beim Jugendamt nachfragen. Die Frage ist, ob ihr Aufenthalt bei dir über das normale Umgangsrecht hinausgeht oder anders gesagt, ob du dadurch höhere, regelmäßige Ausgaben hast, die vom Barunterhalt abgezogen werden sollten. Der Focus hat eine gute Aufstellung veröffentlicht, in welchen Fällen eine Reduzierung möglich ist.

          Alles Gute!

          1. Marcel sagt

            Danke für die Antwort. Sie ist in der Zeit teilweise bei mir, aber größtenteils bei den Großeltern.
            Mit freundlichen Grüßen

        2. Tanja sagt

          Hallo,
          Folgende Berechnung: mein Freund ist von Estland nach Deutschland zu mir gezogen und hat hat aber 2 Kinder schon für die er Unterhalt zahlt. Er zahlt momentan 400 Euro pro Kind 200. Er verdient nur 1700 Netto und das Problem ist dass es mir nicht möglich ist gesundheitlich zu arbeiten wegen meiner Psyche. Jetzt ist es so dass wir noch ein gemeinsames Kind haben und wir auf der Suche nach einer größeren Wohnung sind welche ca 650 Euro kosten würde warm. Ja und dad Problem an der Sache ist dass er für alles verantwortlich ist aber nicht die finanzielle Mittel hat er muss die Miete zahlen dad essen die Fixkosten, kleidung und zwischendurch gibt es auch Ausgaben weil dann geht die Waschmaschinen kaputt oder wir brauchen dies und das und da mache ich mir Sorgen wie er es schaffen soll Unterhalt zu zahlen ohne dass wir am hungertuch nagen oder in völliger Armut verharren. Gäbe es da die Möglichkeit wir vom Amt eine Aufstockung bekommen damit er auch die Möglichkeit hat zu zahlen? Eine extra arbeit ist leider nicht körperlich für ihn möglich. Und das 2. Problem ist dass ich nicht einfach so zum Jugendamt gehen kann und wir das neu berechnen lassen sobald wir eine größere Wohnung haben die wir zwingend brauchen weil alles von estnischer Seite ausgeht und wir dann dort zum Gericht gehen müssen. Was können wir/ er tun falls wir keine Aufstockung bekommen und vielleicht nur noch 200 pro Kind 100 zahlen kann anstatt 400 weil es sonst nicht möglich ist oder ist er dann dazu gezwungen extra arbeit zu machen?

          1. Anke Modeß sagt

            Hallo Tanja,

            so spezielle Fälle kann ich nicht beantworten, da ich keine Anwältin bin. Eventuell müsst ihr euch einen Rechtsbeistand suchen, der oder die auf Auslandsrecht spezialisiert ist. Ihr könnt euch bei der Caritas oder der Diakonie beraten lassen, welche Hilfen ihr wo bekommen könnt.

            Alles Gute!

    2. isa sagt

      Guten Abend,

      mein Mann hat zwei Kinder aus der ersten Ehe und zahlt sehr viel Unterhalt . Wir sind seid 2 Jahren verheiratet und er hat gerade mal 900 euro raus oder weniger und geht den ganzen Monat arbeiten uns geht es nicht ums Geld , da ich ja auch arbeite aber das Jugendamt möchte ihm mit mal neu berechnen und behaupten sie haben Briefe geschrieben die nie angekommen sind und teilweise sogar keine geschickt wurden und er bezahlt 800 Euro was echt viel ist weil er auf Teilzeit eingetragen ist .. was können wir machen

      1. Anke Modeß sagt

        Hallo Larissa,

        wenn ihr der Meinung seid, dass er weniger bezahlen müsste, bleibt leider nur die weitere Kommunikation mit dem Jugendamt (Antrag auf Neuberechnung) oder der Gang zum Rechtsanwalt für Familienrecht. Bittet das Jugendamt höflich darum, dass euch die verloren gegangenen Briefe erneut zugeschickt werden. Letztlich muss das Amt beweisen, dass die Briefe zugestellt wurden, wenn es keine Einschreiben waren. Vielleicht bittet ihr auch um einen persönlichen Termin, zu dem ihr alle Unterlagen mitbringt? Alles Gute!

      2. Lena Schottmann sagt

        Hallo 🙂

        Der Vater meiner Tochter (6) bekommt in ein paar Wochen zwei weitere Kinder. Um die Doppelbelastung der Zwillinge zu bewältigen, bleibt er ein halbes Jahr Zuhause, bekommt aber nur 2 Monate davon bezahlt. Mir hat er jetzt angekündigt, dass er mir in den 6 Monaten keinen Unterhalt zahlen wird, da er selber zu wenig verdient.
        Habe ich irgend eine Möglichkeit den Unterhalt woanders her zu bekommen? Ich bin schon sehr darauf angewiesen und weiß nicht wie ich das halbe Jahr überstehen soll.

        Ich hoffe jemand kennt sich da aus :/

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Lena,

          gibt es einen Unterhaltstitel? Meines Erachtens kann der Kindsvater die Zahlung nicht einfach einstellen, ohne eine Änderung zu beantragen. Erkundige dich am besten bei der Unterhaltsvorschussstelle beim Jugendamt, ob du auch vorübergehend Anspruch auf Unterhaltsvorschuss hättest und beantrage ihn dann so schnell wie möglich. Die Bearbeitungszeiten sind lang.

          Wenn das Geld vorübergehend nicht zum Leben reicht, kannst du m.E. ALG II zur Aufstockung beantragen.

          Alles Gute für dich und deine Tochter!

        2. Natalie sagt

          Giten tag, meine Tochter 8 Jahre, geht nie zum Papa, sie telefonieren mal aber sie möchte nicht zum Papa, 1 mal im monat ost sie da, ich bekomme unzerhaltsvorschuss meine frage ist ich würde gerne vom amt wegkommen, soweit ich weiß verdient er gutes Geld, wenn ich denn kompletten Unterhalt bekommen würde hätte ich dan generell mehr zum Leben und könnte so vom amt weg oder wird das irgendwie vom Kindergeld abgezogen und ich habe im entdefekt das selbe raus wie vorher ? Danke und liebe grüße

          1. Anke Modeß sagt

            Hallo Natalie,

            das halbe Kindergeld wird vom Kindesunterhalt abgezogen. Deshalb sind die Unterhaltsvorschusssätze immer etwas niedriger als die Mindestbeträge in der Düsseldorfer Tabelle. Die Frage ist, ob er mit seinem Gehalt in die erste oder in eine andere Stufe käme. Lass dich am besten in einer Anwaltskanzlei oder beim Jugendamt beraten, ob sich ein neues Unterhaltsverfahren überhaupt lohnt.

            Alles Gute!

    3. Roberto sagt

      Hallo Anke,

      Bei mir ist es so das ich die Kinder in den Ferien habe. Zudem habe ich sie auch jede zweite Woche von Mittwoch bis Sonntag. Beide Kinder haben bei mir ein eigenes Kinderzimmer und sind insgesamt aufs ganze Jahr gerechnet 48% bei mir, und Leben zu 52 % bei der Mutter. Jedoch bin ich komplett barunterhaltspflichtig solange ich in ein nicht auf genau 50% der Betreuungszeit komme. Jedoch erfülle ich alle Sachen die du oben den Beitrag genannt hast. Ich betreue Sie wenn sie krank sind. Sie bekommen von mir Kleidung, Essen, Schulsachen, usw. Ich verstehe nicht wieso ich vollen Unterhalt zahlen muss wenn ich mich fast genauso kümmere um die Kinder wie die Mutter. Und ich finde es nicht richtig das ich den vollen Unterhalt zahle und dann trotzdem die ganzen Kosten noch tragen muss. Ich würde es fair finden wenn meine Zeit die ich mit den Kindern verbringe auch berucksitigt wird. Ich habe das Gefühl das man nicht möchte das sich beide Elternteile um ihren Nachwuchs kümmern.

      1. Anke Modeß sagt

        Hallo Roberto,

        das klingt tatsächlich nicht ganz fair. Hast du dich schon mal beraten lassen oder gar Widerspruch eingelegt?
        Natürlich hängt die Kostenteilung auch immer von den Einkommensverhältnissen ab. Wie die bei euch aussehen, weiß ich natürlich nicht.

        Alles Gute!

    4. Sofie sagt

      Hallo Frau Modeß, ab wie viel Zeit in % auf den Monat gerechnet , greift denn das Gesetz, dass der andere Elterteil Unterhalt bezahlt? Beim Wechselmodell 50/50 ja glaube ich nicht. Was ist zb bei 55%/45%? Viele Grüße, Sofie

      1. Anke Modeß sagt

        Hallo Sofie,

        auch im echten Wechselmodell wird Unterhalt fällig. Die Berechnung ist kompliziert und richtet sich nach den Einkommensverhältnissen. Ich habe einen guten Artikel eines Anwalts dazu gefunden:
        https://www.kanzlei-hasselbach.de/2016/unterhaltszahlungen-im-wechselmodell/04/. Daraus geht hervor, dass ab einer Abweichung von 10% von 50:50 ein unechtes Wechselmodell vorliegt. Das wären also 60:40.

        Alles Gute!

  2. Ralf Drechsel sagt

    Hallo Anke!

    Ganz nett und gut, der Artikel. Ich vermisse jedoch einen Hinweis zu folgender Problematik:

    Kind ist 16, wohnt zuhause bei den Eltern (Naturalunterhalt…) und steht in der Ausbildung. Es erhält Ausbildungsvergütung und soll den Eltern davon etwas abgeben, obwohl die Eltern finanziell ausreichend gut gestellt sind. Motto: Solange Du Deine Füße….
    Wie kann da eine Anrechnung funktionieren und in welcher Höhe muss das Kind etwas abgeben? Meiner Ansicht nach gar nichts, da ja die volle Unterhaltspflicht der Eltern bis zum Ausbildungsende besteht.

    Grüße Ralf

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Ralf, danke für deine Frage. Leider gibt es dafür keine klare gesetzliche Regelung. Meines Erachtens können die Eltern durchaus eine Beteiligung an den Kosten erwarten. Denn mal abgesehen von der erzieherischen Maßnahme selbst mindern eigene Einkünfte des Kindes seinen Unterhaltsanspruch. Da dieser in Naturalien bezahlt wird, ist es durchaus denkbar, dass es dafür etwas zur Haushaltskasse beisteuert. (Selbst wenn die Eltern gut gestellt sind.)

      Am besten setzen sich alle zusammen und erarbeiten gemeinsam eine faire Lösung abhängig davon, welche Kosten das Kind tatsächlich verursacht und welcher Unterhalt ihm zustünde, wenn es nicht zuhause wohnen würde (Kindergeld mit bedenken!). Das Schweizer Modell geht davon aus, dass etwa 15-30% der Ausbildungsvergütung (netto) angebracht sind. Inwieweit das fair ist, hängt vom jeweiligen Fall ab.

      Es steht den Eltern natürlich frei, das Geld für das Kind zu sparen und dann zum Beispiel für den Führerschein zu verwenden o.Ä.

      Viele Grüße,
      Anke

      1. Robie sagt

        Solange ein Kind zur Schule geht und nebenbei Geld verdient, selbst wenn es 10.000,-€ sind mindert das nicht den Unterhaltsanspruch. Zumundest sieht das so auch die Unterhaltsvorschusskasse, die dennoch leistet und sich das Geld vom Zahlungspflichtigen (Mutter oder Vater) zurück holt.

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Robie,
          das ist richtig. Sobald das Kind eine Ausbildung beginnt, ändert sich das aber. bei Minderjährigen wird das Einkommen dann zur Hälfte, bei Volljährigen komplett angerechnet.

          1. Natasha sagt

            Hallo Anke,
            sehr informative Artikel!
            Ich vermisse Informationen zu meiner Situation.
            Ich bin Alleinerbe erziehende Mutter.
            Meine Tochter ist 20 und seit kürzeren arbeitstätig und wohnt bei mir. Vor 3 Jahre hat sie eine Ausbildung angefangen und ich habe die dabei unterstützt dann 1 Jahr später hat sie es abgebrochen. Jetzt sucht sie nach eine neue Ausbildungsstelle für den nächsten Jahr. Nun mochte ich mochte mit einem Mann Zusammenziehen und sie mochte in der Wohnung dann bleiben. Meine Frage ist: wenn sie nächste Jahr eine Ausbildung anfängt muss ich ihr Unterhalt bezahlen und wie lange und wenn sie wieder die neue Ausbildung abbricht? Gibt es eine Altersgrenze für solche Fälle? Von dem Vater kann kein Unterhalt erzogen werden da sein Wohnsitz nicht bekannt ist.

            Danke
            Gruß Natasha

          2. Anke Modeß sagt

            Hallo Natasha,

            da deine Tochter noch keine Ausbildung abgeschlossen hat, steht ihr eigentlich noch Unterhalt bis zum Ende der Ausbildung zu. Auch dann, wenn sie die erste Ausbildung abgebrochen hatte und eine zweite beginnt. ABER die zwei/drei Jahre Zeit zwischen der ersten und der zweiten Ausbildung könnten das Ganze ändern, zumal deine Tochter arbeitet. Ganz sicher bin ich leider nicht, da ich keine Informationen zu einer zulässigen Zeitspanne zwischen den Ausbildungen gefunden habe.

            Im Moment wärst du nicht unterhaltspflichtig, sie müsste die Miete für die Wohnung selbst tragen. Aber sobald sie eine Ausbildung gefunden hat, musst du wahrscheinlich wieder zahlen. Bitte hol dir zur Sicherheit anwaltlichen Rat, das geht auch im internet. Hier ein Beispiel: https://www.frag-einen-anwalt.de/Sohn,-19,-hat-Ausbildung-abgebrochen-und-sorgt-nicht-fuer-seinen-Unterhalt–f297411.html

            Wenn sie noch einmal „grundlos“ abbricht, musst du nicht mehr zahlen, es sei denn es ist wegen Schwangerschaft, Mobbing, Krankheit o.Ä.

            Alles Gute!

      2. Atze Blank sagt

        Hallo eine Frage Mal wenn ich mich um mein Kind mehr als 50% kümmere und verstehen mich mit den Partner aber , wohnen eben getrennt . Bin ich dann verpflichtet Unterhalt zu leisten obwohl ich mit genauso kümmere und ihn auch Sachen kaufe ? Mfg

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Matze,

          das kommt auf eure Vermögens- und Einkommensverhältnisse an. Und darauf, zu welchen Anteilen ihr genau betreut. Wenn es annähernd 50/50 ist, praktiziert ihr ein Wechselmodell. Dann kann in der Regel nicht einer den kompletten Unterhalt verlangen, sondern es gibt eine Art Ausgleichszahlung, wenn einer von beiden finanziell besser dasteht.

          Hier ist alles genau erklärt. (Ganz unten findest du Rechenbeispiele.) Die Berechnung beim Wechselmodell ist ziemlich kompliziert. Ihr könnt es selbst versuchen oder Jugendamt bzw. einen Anwalt heranziehen.

          Alles Gute!

  3. Daniel sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren

    ich wende mich an an Ihre Institution, da ich von anderen zuständigen Stellen, wie Jugendamt und pro famila leider aktuell keine Informationen erhalte bzw. mein Anliegen, als Desinteresse wahrgenommen wird. Was ich sehr enttäuschtend finde und ich vorallem den Glauben, an das Bundesministerium für Familie sowie dem deutschen Rechtsstaat verloren habe. Es aktuell für mich so aussieht, das der getrennt lebende Vater nur der Zahlemann ist und wenn er mal Hilfe benötigt, gnadenlos im Stich gelassen wird.

    Zum Sachverhalt : Der getrennt lebende Vater, geht am 07.03.2020 für 2 Monate in Elternzeit. Das gemeinsame Kind ist in dieser Zeit, von früh bis abends, beim Vater. Er betreut das gemeinsame Kind und am Abend, wird es wieder zur Übernachtung, zur Mutter gebracht. Da Sie nicht will, dass das Kind beim Vater übernachtet. Wofür es eigentlich keine Gründe gibt, außer die die Dame Ihre eigenen Interessen verfolgt.

    Wie verhält es sich sich in dieser Zeit, mit den Unterhaltszahlungen die der Vater regulär zahlt. Denn der Vater hat ja auch, durch das Elterngeld, viel weniger zur Verfügung und muss die Differenz zum eigentlichen Gehalt ausgleichen,um seinen Lebensunterhalt sichern zu können.

    Währenddessen die Mutter in der Elternzeit, das Elterngeld, Kindergeld und den vollen Unterhalt vom Vater bezieht.

    Es kann ja nicht sein, das der Vater trotz dass er das Kind in der Elternzeit den vollen Arbeitstag betreut, dann noch Unterhalt an die Mutter für diesen Zeitraum der Elternzeit zahlen muss, wo die Mutter wohlbemerkt, dann auch noch 80 % in Teilzeit arbeitet und Kindergeld bezieht und der Vater ein geringeres Einkommen durch das Elterngeld hat.

    Vielleicht können Sie mir ja in der Angelegenheit weiterhelfen.

    Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen und verbleibe

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Daniel,

      wir dürfen leider keine kostenlose Rechtsberatung geben. Nur so viel: der Unterhalt berechnet sich anhand des Einkommens. Wenn dieses aus gutem Grund sinkt, ist es durchaus möglich (keine Erfolgsgarantie!), eine Neuberechnung zu beantragen. Hinzu kommt, dass der Unterhalt zumindest in diesem zwei Monaten auch in Naturalien erbracht wird.

      Unkompliziert ist die Neuberechnung aber nicht und sollte über einen Anwalt gehen. Ob es sich für die 2 Monate lohnt, sei dahingestellt und hängt auch etwas davon ab, ob mit dem Bezug des Elterngeldes + Unterhalt Bedürftigkeit eintritt oder nicht. Alles Gute!

      1. Amende bianca sagt

        Hallo… Habe 2 kinder mit einem mann, der nun neu liiert ist. Er bekommt mit seiner neuen Partnerin, sie sind auch verheiratet, .ein kind.
        Ist nun eine Neuberechnung des Unterhalts meiner 2 Kinder notwendig?

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Bianca,

          notwendig nicht, aber denkbar. Denn die (dann) drei Kinder sind gleichberechtigt. Darum muss er sich aber bemühen.

          Alles Gute!

  4. Steffen sagt

    Hallo, ab Juli 2019 gibt es pro Kind 10 Euro mehr Kindergeld. Da ich für 2 Kinder Unterhalt zahle kann ich da ab Juli 10 Euro weniger bezahlen an die Mutter? Kindergeld wird ja zur Hälfte angerechnet. Danke und Grüße Steffen

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Steffen, es ist wahrscheinlich wenig ratsam, die Unterhaltszahlung einfach so auf eigene Faust zu ändern. Wenn es einen Titel gibt, sollte dieser vorher auf Antrag geändert werden, sonst läuft nach und nach eine Schuld auf. Ob sich der Aufwand für 10 Euro lohnt, bleibt deine Entscheidung. Beste Grüße

      1. Sandra sagt

        Hallo zusammen!
        Bis zur Volljährigkeit meines Sohnes habe ich Unterhaltsvorschuss für ihn erhalten. Der Kindesvater ist selbstständig und verdient nach seiner eigenen Aussage nicht ausreichend, um Unterhalt für unsere beiden Kinder zu zahlen. (Für unsere Tochter bekomme ich noch Unterhaltsvorschuss). Gibt es die Möglichkeit einer weiteren staatlichen Unterstützung, die mein Sohn beantragen kann? Zur Zeit geht er noch zur Schule.
        Viele Grüße
        Sandra

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Sandra,

          dein Sohn allein kann meines Wissens keine Unterstützung beantragen, wenn er noch zuhause wohnt. Aber ihr als Wohngemeinschaft habt eventuell Anspruch auf Wohngeld. Das würde ich prüfen lassen. Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit, sich selbst etwas dazu zu verdienen.

          Alles Gute!

  5. Förster sagt

    Hallo,
    mein Name ist Frau Förster und bekomme Harz4 , jetzt musste ich meine aufschlüsselung für juli vom Jobcenter zur Unterhaltsstelle schicken und habe als antwort bekommen es wurde .
    Wollte mal fragen wieso ? Es fehlen mir jetzt 560 Euro .

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Frau Förster, leider fehlt in Ihrer Nachricht die entscheidende Information. Viele Grüße

  6. Yvonne sagt

    Hallo
    Kind 16 wohnt bis August bei ihrer Mutter und neuen Ehemann. Ab september geht die 16 Jährige auf ein Internat was von der Schulbehörde gestellt wird kostenlos kann an Wochenenden nach Hause oder auch da bleiben.(muss 1 x Monat nur nachhause).
    Mutter behält das Kindergeld.
    Frage ist jetzt muss der Vater weiter das vollen Unterhalt an die Mutter zahlen ? Oder
    Wenn ja kann er den Unterhalt auch auf das Konto vom 16 jährigen Kind zahlen?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Yvonne,
      gleich vorweg, wir dürfen keine Rechtsberatung in Sachen Unterhalt durchführen. Nur das Jugendamt oder ein Anwalt sind dazu berechtigt.
      Wichtig ist hier, dass keine Änderung auf eigene Faust geschieht, solange es für den Unterhalt einen „Titel“ gibt. Dieser kann aber durchaus abgeändert werden. Das geschieht auf Antrag beim Jugendamt bzw. per Anwalt (Abänderungsklage), wenn der Titel vom Familiengericht vergeben wurde.

      In diesem Fall scheint ein Antrag sinnvoll. Denn eine Internatsunterbringung macht beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Am besten erkundigt ihr euch aber vorher beim Jugendamt. Alles Gute!

  7. Kathrin sagt

    Hallo, eine kurze Frage, mein Mann hat eine Tochter, 16 aus früherer Beziehung. Er zahlt regelmäßig Unterhalt nach seinem Einkommen (besitzt eine Firma). Jetzt sagt sein Steuerberater, dass künftig auch mein Gehalt in die Berechnung mit einbezogen wird. Stimmt das, und wenn ja, warum . Dankeschön

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Kathrin, ja das kann zum Wohl des Kindes richtig sein. Es gibt zwei Fälle:

      1. Es liegt ein Mangelfall vor. Das heißt dein Mann kann den Unterhalt aufgrund des Selbstbehaltes nicht mehr in voller Höhe aufbringen.
      2. Du verdienst (sehr viel) mehr. 50% der Differenz zwischen euren Einkommen sind indirekt „Einkommen“ deines Mannes, quasi sein Taschengeld, das er von dir bekommt, und damit anrechnungsfähig

      Lasst euch am besten beraten. Viele Grüße

  8. Andreas sagt

    Ich bezahle momentan für meinen Sohn (19 Jahre, in Ausbildung, eigene Wohnung, keinen Kontakt) gemäß Düsseldorfer Tabelle ohne irgendwelche Abzüge. Die Mutter will nichts zahlen. Mein Sohn gibt mir seine Verdienstbescheinigung nicht. Einen Titel gibt es nicht. Kann ich den Unterhalt einfach so kürzen und wo kann ich den Unterhalt neu berechnen lassen? Vielen Dank im Voraus für ein paar Ansätze.

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Andreas,

      ich empfehle dir, einen Anwalt für Familienrecht zu kontaktieren. Wenn es keinen Titel gibt und dein Sohn bereits volljährig ist, könntest du als letztes Mittel mit Vorwarnung die Zahlung vorübergehend einstellen, bis er auf dich zukommt (Geld zur Seite legen). Denn er muss sich nun um eine Klärung mit dir bemühen, notfalls mit eigenem Rechtsanwalt. Das Jugendamt vermittelt jetzt nicht mehr. Besser wäre natürlich eine gütliche Einigung.

      Offenlegen muss dein Sohn seine Einkünfte auf jeden Fall. Der Bedarf eines volljährigen Kindes mit eigenem Hausstand beträgt pauschal 735 Euro. Davon abgezogen werden das Ausbildungsnetto (abzüglich 90 Euro Pauschale) und das volle Kindergeld (das dem Kind zusteht). Was dann noch bleibt, teilen sich beide Eltern abhängig vom bereinigten Nettoeinkommen. So die Theorie.

      Alles Gute!

  9. Mike sagt

    Hallo, meine Tochter wird am 21.10 6 jähre alt ab wann gilt die Altersbegrenzung der Düsseldorfer Tabelle? Also ab wann muss ich die Erhöhung für 6 Jährige zahlen?
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Mike,
      theoretisch gilt die Erhöhung ab dem Monat nach dem 6. Geburtstag, in eurem Fall ab November.
      Ich kenne eure genauen Umstände nicht. In der Regel wird der Unterhalt auf Nachfrage des Jugendamtes oder des betreuenden Elternteils alle zwei Jahre neu berechnet. Im Zweifel wende dich am besten an einen Anwalt für Familienrecht.
      Alles Gute, Anke

  10. Nina sagt

    Hallo Anke,
    danke für dein Artikel.. Ich und meine minderjährige Kindern wohnen zur Zeit in Russland und Vater den Kindern in Deutschland. Wir leben über 3 Jahren getrennt. Er zahlt kein Unterhalt für Kindern. Ich arbeite und erziehe Kindern alleine. Nur mit der Hilfe meine Eltern. Ich möchte Sie bitten mir helfen herauszufinden ob meine Kindern ein Anspruch auf das Kindergeld und Unterhalt von seinem Vater haben. Ich habe Informationen das er kindbedingte Steuervergünstigung (Kinderfreibetrag) beantragte oder beantragen möchte, hat er auf das Recht, wen er Kindern kein Unterhalt zahlt. Kindern sind in Deutschland geboren und haben russische und deutsche Staatsangehörigkeit.
    Wenn die Kindern nicht in Deutschland leben, heißt das, dass der Vater von Kindern kein Unterhalt zahlen muss? und darf von der Staat Leistungen beantragen, weil er Kindern hat (obwohl er den beiden gar nicht hilft) und kann da von kann davon profitieren um sein Leben noch bequeme zu machen?

    Ich bedanke mich im voraus.
    MfG

    Nina

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Nina,

      Ja, theoretisch muss der Vater deiner Kinder auch Unterhalt zahlen, wenn diese im Ausland leben.
      Praktisch ist es komplizierter.

      1. Fall: Wenn du vor deinem Umzug einen Unterhaltstitel (Jugendamt, Familiengericht, per Rechtsanwalt) bekommen hattest, ist es relativ leicht, den Unterhalt einzufordern. Dafür suchst du am besten einen Anwalt für Familienrecht, der in Deutschland sitzt.

      2. Fall: Wenn es bisher keine schriftliche Verpflichtung gibt, muss der Unterhalt nach russischem Recht gefordert werden. Das heißt, du müsstest dir einen Anwalt in Russland suchen, der sich mit grenzübergreifendem Unterhalt auskennt. Aber selbst, wenn das russische Gericht einen Unterhalt festlegt, kann es sein, dass das Urteil in Deutschland nicht vollstreckt werden kann. Es gibt bisher kein deutsch-russisches Rechtshilfeabkommen. Das weiß ein Anwalt aber besser.

      Leider kann der Kindsvater steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen, selbst wenn er keinen Unterhalt zahlt. Das ist zwar nicht fair, wird aber oft so gemacht. Die erforderlichen Unterlagen kann er selbst bei Standesamt beantragen. Wenn du in Deutschland leben würdest, könntest du beim Finanzamt beantragen, dass dir der volle Freibetrag zusteht, weil er nicht zahlt. Von Russland aus, geht das aber meines Wissens nicht.

      Alles Gute für dich und deine Kinder!
      Anke

      1. Nina sagt

        Hallo Anke,
        vielen Dank für deinen Antwort, der hat mir ein Hoffung gegeben. Vor dem Umzug habe ich für meine Kindern Unterhalt von der Unterhaltsvorschuss Stelle bekommen.

        MfG
        Nina

  11. Katja sagt

    Hallo,
    Meine Tochter wird Ende Dezember volljährig.
    Wie kann sie den Unterhalt von ihrem Vater selbst geltend machen?
    Einfach einen Brief schreiben?
    Und woher wissen wir Wie Viel Geld sie fordern kann.
    Vielen Dank

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Katja,
      wie sie den Unterhalt geltend macht, hängt natürlich von der Beziehung zum Vater ab. Die Vereinbarung sollte besser immer in Schriftform erfolgen (unterschreiben lassen!). Aber ein Gespräch vorher macht es eventuell einfacher. Unterhalt richtet sich nach dem bereinigten Netto-Einkommen des Vaters und der Zahl sowie dem Alter der zu versorgenden Kinder. Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle (https://www.babelli.de/duesseldorfer-tabelle/) hilft bei der Einstufung. Deine Tochter und ihr Vater können sich aber auch individuell einigen. Wenn es auf der persönlichen Ebene partout nicht klappt, müsste sie dann einen Anwalt einschalten. Das Jugendamt hilft dann leider nicht mehr weiter.

      Eventuell ist es bei großer Unsicherheit eine gute Idee, wenn ihr euch von einem Anwalt beraten lasst. Wenn ihr die Kosten dafür nicht selbst tragen könnt, habt ihr die Möglichkeit, bei der Rechtsantragsstelle des Amtsgerichts Beratungshilfe zu beantragen.

      Alles Gute!

      1. Jacqueline sagt

        Hallo,
        Ich bin 18 Jahre alt und bekomme Unterhalt von meinem Vater. Ich wohne bei meiner Mutter jedoch besteht sie darauf, dass ich ihr den vollen ( per Anwalt berechnete 326€) Betrag weiter überweise. Ich habe mein Fachabitur abgeschlossen und starte im August eine schulische Ausbildung (erst ausbildung). Bin ich tatsächlich dazu verpflichtet meiner Mutter den Unterhalt meines Vaters einfach so weiter zu überreichen? Oder darf ich diesen verwalten?

        Weitere angaben: meine Mutter ist selbstständig und führt neben bei einen 450€ job aus. Mein stiefvater geht zwar nicht arbeiten bezieht aber Pflegegeld 2 und frührente.

        Danke im voraus für ihre Hilfe.

        Mit freundlichen Grüßen,
        Jacqueline

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Jacqueline,

          der Unterhalt steht jetzt dir zu. Allerdings solltest du schon ein wenig zum Lebensunterhalt beitragen. Wie viel du abgibst, müsst ihr unter euch ausmachen. Eine Regel gibt es dazu nicht. Sicher ist aber, dass du den Unterhalt nicht einfach so komplett weiterreichen musst. Für deinen Stiefvater bist du nicht zuständig. Vielleicht findet ihr ja eine faire Regel.

          Alles Gute für dich!

          1. Carmen sagt

            Hallo, habe mich von meinen Partner getrennt. Haben einen gemeinsamen Sohn, der bei mir lebt. Vater kann keinen Unterhalt zahlen, da er keine Arbeit hat. Ich bin Berufstätig. Steht mir da Unterhalt trotzdem zu.

            Carmen

          2. Anke Modeß sagt

            Hallo Carmen, in diesem Fall bekommst du wahrscheinlich Unterhaltsvorschuss.

            Alles Gute!

      2. Alexandra sagt

        Hallo. Mein Partner und ich wollen uns trennen. Sind nicht verheiratet. Haben 2 Kinder 9 Jahre und 1,5 Jahre. Muss er unterhalt bezahlen obwohl ich ein haus geerbt habe. Er selber hat ein haus gekauft und hat deshalb jetzt Schulden und sagt wegen diesen Schulden muss er nur 250 Euro an uns bezahlen. Stimmt das???

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Alexandra,

          das ist möglich, hängt aber von vielen Dingen ab. Hat er es von einem Anwalt klären lassen oder nimmt er es einfach so an?
          Mein Tipp: lass dich ebenfalls von einem Anwalt unterstützen.

          Alles Gute!

  12. Wolfgang sagt

    Hallo,

    mein volljähriger Sohn (19) hat seine Ausbildung gekündigt. Ich habe nur über WhatsApp Kontakt zu ihm. Aber er antwortet mir auch nur wenn er Lust hat. Auf die Frage, ob er bei der Agentur für Arbeit war, meinte er nur (nach Tagen), dass er einen Termin zugeschickt bekommt. Da er mir „beichtete“, das er Mietschulden hat (mit dem Wunsch, dass ich diese übernehme), habe ich gefragt, ob er sich drum kümmert. Auch um eine Lehrstelle. Daraufhin kam keine Antwort. Er kümmert sich scheinbar nicht wirklich um die wichtigen Dinge. Er lebt in einer eigenen Wohnung und hat auch keinen Kontakt zu seiner Mutter. Sie zahlt keinen Unterhalt. Mein Sohn geht aber auch nicht auf das Gericht, um seine Mutter dazu zu „zwingen“.
    Auf einer Internetseite habe ich gelesen, dass ich ihm keinen Unterhalt zahlen muss, weil er volljährig ist und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und sich zur Finanzierung seines Lebensunterhalts eine Arbeitsstelle suchen muss. Stimmt das?

    Des Weiteren musste ich das Kindergeld für ihn beantragen, obwohl ich jahrelang keinen Kontakt hatte. Es wurde bis zum Ausbildungsende genehmigt und ich überweise es zusammen mit dem Teil des Unterhalts. Den Unterhalt hatte ich auf Basis seiner Ausbildungvergütung gekürzt. Die Ausbildungsaufwendung habe ich natürlich nicht mit einberechnet und zahle ihm sogar noch etwas mehr. Muss ich der Familienkasse mitteilen, das er seine Ausbildung gekündigt hat?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Wolfgang,

      schwieriger Fall, wenn auch sicher nicht unüblich.
      Gleich vorweg, es ist sehr sinnvoll, der Familienkasse mitzuteilen, dass die Ausbildung beendet wurde. Denn dann fällt das Kindergeld tatsächlich weg. Beziehst du/ihr es weiter, musst du es früher oder später zurück zahlen, egal ob du es an ihn überwiesen hast oder nicht. Der einzige Ausweg: dein Sohn sucht sich schnell eine neue Ausbildung, bei der er dann auch bleibt. Ansonsten verliert er den Anspruch auf Unterhalt komplett. Denn dieser gilt vereinfacht gesagt nur, solange er sich in seiner ersten Ausbildung befindet.

      Was ihr privat regelt, ist natürlich euch überlassen (Aber Vorsicht, Unterhalt ist natürlich Einkommen, dass ggf. auf Sozialleistungen angerechnet wird.). Die Frage ist wohl, was ihm wirklich hilft weiterzukommen und was eine Lösung nur verzögert…
      Alles Gute!

  13. petra sagt

    Hallo, wie oft darf das Unterhaltsvorschussamt nach meinem Einkommen fragen??ich habe gehört das nur alle 2 Jahre wenn kein Verdacht vorliegt nach meinen Einkommensverhältnisse fragt werden darf die übrige zeit ist Schonfrist ?? ist das richtig

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Petra,

      die Zweijahresfrist gilt, wenn ein Unterhaltsberechtigter Auskunft vom Unterhaltspflichtigen erhalten möchte, um den Unterhalt (neu)berechnen zu lassen. Es kann durchaus sein, dass das Jugendamt öfter nachfragen darf, wenn es um den Unterhaltsvorschuss geht. Mit Sicherheit kann ich das aber nicht beantworten.

      Beste Grüße

  14. Adrian sagt

    Hallo,

    mein Sohn bezieht Unterhalt, wohnt bei meiner Expartnerin.
    Mein Sohn ist regelmäßig bei mir. Jetzt steht eine kurzfristige Schulveranstalltung an, dazu benötigt mein Sohn ca. 35 €, wer zahlt ? Meine Frau meint ich, da mein Sohn während der Veranstaltung bei mir ist. Wie ist das zu regeln ?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Adrian,
      meines Erachtens sind solche zusätzlichen Kosten, die nur sporadisch anfallen, von beiden Eltern zu teilen. Die Unterhaltszahlungen beinhalten maximal 10 Euro pro Monat an zusätzlich anfallenden Ausgaben für das Kind.
      Quelle dafür: https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/ehe-familie/wer-zahlt-die-extrakosten-fuer-das-kind

      Fallen Zusatzkosten regelmäßig an (z.B. Musikunterricht oder Ähnliches) ist es möglich, dass der Unterhaltsempfänger einen Mehrbedarf über den normalen Satz hinaus geltend machen kann. Das ist aber in eurem jetzigen Fall irrelevant.

      Alles Gute!

  15. Thomas sagt

    Hallo, meine Tochter wird im Februar 18 Jahre und geht noch zur Schule. Muss ich beim Jugendamt den „Titel“ ändern lassen, oder kann ich die bisherige Einstufung der Düsseldorfer Tabelle übernehmen und meiner Tochter direkt das Geld überweisen?
    Vielen Dank im Voraus

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Thomas,

      ich glaube nicht, dass du den Titel abändern lassen musst (genau weiß ich es nicht). Denn dieser gilt über das Ende des 18. Lebensjahres hinaus, auch wenn das Kind nun für die Einforderung des Unterhalts notfalls per Anwalt selbst verantwortlich ist. Das scheint zum Glück in eurem Fall nicht nötig zu sein, da du es ja von dir aus in die Wege leitest.

      Die Düsseldorfer Tabelle sieht ab dem 18. Geburtstag einen etwas höheren Satz vor. Aber das ist dir sicher bewusst.

      Alles Gute!

      1. Michael B. sagt

        Guten Abend Anke,

        Bin durch Zufall auf Ihren Artikel aufmerksam geworden.
        Hier unsere, leicht diffizile Situation.
        Meine Freundin und ich haben eine inzwischen 5jährige Tochter.
        Ihre Mutter und ich habe noch nie zusammen in einer Wohnung gelebt, abgesehen von den normalen Besuchszeiträumen. Mal hier bei mir, mal dort bei ihr.
        Meine Freundin bezieht ALG2, ich bin berufstätig.
        Wir haben uns immer beide sehr um unsere Tochter gekümmert. Wir sehen uns alle jeden Tag und zahlen beide jeweils 50% für alles was unsere Tochter benötigt.
        Abgesehen von dem Umstand, dass meine Freundin und ich nicht zusammen wohnen sind wir aber eine intakte Familie.
        Unsere Tochter hat sowohl bei meiner Freundin als auch bei mir ein vollständiges Kinderzimmer, schläft mal hier, mal bei meiner Freundin.
        Was mir bis heute nicht bekannt war ist dass meine Freundin nach dem SGB2 Leistungen für unsere Tochter bezogen hat. Gemeldet ist unsere Tochter auch bei ihr.
        Nun schrieb mich heute der FD für Fam. Finanzhilfen an und fordert rückwirkend für die letzten 3Jahre die Leistungen zurück. Das sind immerhin rund 10000Euro.
        Trotz der funktionierenden fam. Gegebenheiten, trotz meiner finanziellen, naturalen und des Betreuungsunterhaltes.

        Ich könnte mir jetzt meinerseits kein Fehlverhalten vorstellen und über finanziellen Leistungen, die meine Freundin beantragt hat habe ich doch keinen Einblick.

        Kann der Fachdienst von mir Gelder verlangen obwohl möglicherweise meine Freundin zu Unrecht zusätzlich Leistungen beantragt und erhalten hat?

        Von meinem Standpunkt aus habe ich meine Pflichten alle stets erfüllt und auch darüber hinaus. Dies habe ich von meiner Freundin sogar schriftlich.
        Alleine von meinem Gerechtigkeitsempfinden habe ich doch keinen Fehler gemacht.

        LG Micha

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Micha,

          dazu kann ich leider gar nichts sagen. Hast du versucht, beim Fachdienst direkt anzurufen und nachzufragen? Das würde ich als erstes tun.

          Auch wenn ihr ein echtes Wechselmodell (in etwa 50:50) praktiziert, kann es passieren, dass du trotzdem mehr Unterhalt als deine Freundin zahlen musst, wenn du mehr verdienst.

          Alles Gute!

  16. Niels Wisgott sagt

    Wenn ich mir ergänzend zu meiner Angestelltentätigkeit ( für das ich ordnungsgemäß Unterhalt zahle ) zusätzlich einen 450€-Job suche,
    muss ich auf dieses Einkommen i.H.v. 450€ ebenfalls Unterhalt zahlen und wenn, wieviel?

    1. Anke Modeß sagt

      Ja natürlich, denn die 450 Euro werden m.E. ganz normal zum Netto dazu gerechnet.

  17. Jamie sagt

    Guten Tag, ich bin zur Zeit schwanger und selber noch in der Ausbildung und der Vater des Kindes ist es auch. Da wir beide getrennt wohnen müsste ich also Unterhalt in anspruch nehmen. Da er aber natürlich zu wenig verdient müsste ich einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen. Wird er das alles dann nach seiner Ausbildung abbezahlen müssen?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Jamie,

      das kommt darauf an, ob er dann tatsächlich in der Lage ist, neben dem normalen Unterhalt noch die Ausstände abzubezahlen, denn es gibt ja den Selbstbehalt. Aber prinzipiell wird das Jugendamt immer versuchen, seinen Vorschuss wiederzubekommen.

      Alles Gute!

  18. Thomas sagt

    Guten Tag Anke

    Mein Sohn ist 13 Jahre alt und ich zahle seit seinem vierten Lebensjahr Unterhalt. Seine Mutter hat neu geheiratet und unserem Sohn den Nachnamen geändert, jedoch wurde er vom neuen Vater nicht adoptiert, damit der Unterhaltstitel nicht erlischt. Kann ich mit diesen Hintergründen den Titel ändern lassen?

    Wie ist es ab der Ausbildung, diese sollte in 3 Jahren beginnen. Ist dann die KM auch Unterhaltspflichtig?

    Vielen Dank

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Thomas,

      eine erneute Heirat hat nichts mit dem Unterhalt zu tun. Denn schließlich bleibt das Kind dein Sohn, auch wenn die Mutter einen neuen Partner hat. Dass Kinder nicht von den neuen Partnern adoptiert werden, ist durchaus üblich. Den Titel kannst du deswegen leider nicht ändern. Auch dann nicht, wenn das Kind „einbenannt“ wurde, damit es wie der Rest der Patchwork-Familie heißt.

      Sobald dein Sohn eine Ausbildung beginnt, ist auch seine Mutter unterhaltspflichtig, sofern er von zuhause auszieht. Tut er das nicht, kann sie ihren Anteil auch weiterhin in Naturalien (Kost, Logie, Kleidung etc.) erbringen. Deinen Anteil in Form von Barunterhalt ändert das nicht.

      Alles Gute!

  19. Astrid beister sagt

    Meine Enkelin ist Jahre alt. Sie alter 21/2 zahlt der vater den gleichen unterhalt von 304 Euro. Auf Nachfrage meiner tochter,das er doch inzwischen mehr zahlen müsste,ging er zum Anwalt und ließ neu berechnen. Mit dem Ergebnis, das er jetzt nur noch 77euro zahlt! Das kann doch nicht richtig sein. Er hat vor jahren mit einem Partner die Firma von seinem verstorbenen Chef übernommen. Er ist verheiratet,und hat letzten Monat ein kind mit seiner Frau bekommen. Berechnen lassen hat er 2016,17 in 18. 2019 nicht. Er hat eine Wohnung im Haus seiner Eltern, gerade ein neues Auto gekauft,und nach vielem kann es ihm nicht schlecht gehen. We lche Möglichkeiten hat meine tochter?
    Sind dankbar für jeden tip. Mfg

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Astrid,

      ich meine, dass deine Tochter ebenfalls einen Anwalt beauftragen kann, sofern der „Titel“ nicht vom Familiengericht bestätigt wurde. Wenn das Geld dazu fehlt, kann sie unter Umständen Prozesskostenbeihilfe beantragen.
      Ich würde außerdem dazu raten, beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss zu beantragen, um die fehlenden Zahlungen auszugleichen. Das Amt wird dann versuchen, das Geld vom Kindsvater zurückzubekommen, wenn sich die Rechnung als falsch herausstellt.

      Alles Gute!

      1. Eckner Nino sagt

        Guten Abend folgende Situation ich bin seit 17.08 wieder in Arbeit bezahle knapp 300 Euro Unterhalt.
        Nun mein Problem ich bekomme nur den halben Monat ausgezahlt der Eigenbehalt 1080 € ist somit nicht gegeben

        Wie verhält es sich jetzt mit dem Kindesuntehalt, wo muss ich mich hin wenden Jugendamt hat schon eine Email bekommen.

        Wüsste gerne ob ich dennoch zahlen muss.
        Zur Erklärung ich habe bisher immer gezahlt mein Lütte ist jetzt knapp 18 Monate Alt.

        LG Nino

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Nino,

          theoretisch ist ein Monat mit weniger Einkommen nicht ausreichend, um die Zahlung zu kürzen. Kannst du dich mit der Mutter deines Kindes einigen? Vielleicht kannst du die Differenz später nachzahlen?

          Alles Gute!

  20. Vanessa sagt

    Hallo. Meine Frage wäre bin seit 8 Jahren von meinem ex Mann geschieden haben auch zwei Kinder mit dem ex und die haben sich entschieden bei dem Papa zu leben mit jezt mittlerweile neu verheiratet und habe weiter zwei Kinder mit meinem neu Mann und daher das ich nur teilzeit arbeite heisst monatlich 370 Euro verdiene versucht das Jugendamt mein neu Ehemann zu verpflichten für mich zubezahlen darf das Jugendamt?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Vanessa,

      ja, wenn du keinen Unterhalt bezahlen kannst, wird dein Selbstbehalt um 25% reduziert, weil du ja in einer neuen Ehe lebst. Das heißt, dein neuer Ehemann muss dir helfen, damit du an deine anderen beiden Kinder Unterhalt zahlen kannst.

      Wenn das nicht geht, muss dein neuer Mann nachweisen, dass sein Einkommen für euren gemeinsamen Lebensunterhalt (er, du und eure beiden Kinder) nicht ausreicht.
      Ich hoffe, das war verständlich?

      Alles Gute!

  21. Magdalena sagt

    Hallo
    ich habe eine Frage zum Ubterhaltszuschuss.
    Von dem Kindsvater bin ich geschieden, er bezahlte kein Unterhalt deswegen habe ich einen Unterhaltsvorschuss beantragt. Seit ca zwei Jahren kriege ich nun für meinen Sohn Unterhaltsvorschuss. Nun habe ich letztes Jahr im Augus im Ausland geheiratet und die Heiratsurkunde beim Bürgeramt eingereicht, dort hieß es dass ich nirgenda mehr diese einreichen muss, weil diese jetzt im System ist. Jetzt habe ich ein Schreiben von Jugendamt bekommen und da heißt es dass ich Rückwirkend knapp 1500 euro zurückzahlen soll weil ich nicht Bescheid gegeben habe das ich geheiratet habe. Zusätzlich wird jetzt die Zahlung eingestellt weil die Vorraussetzungen nicht mehr erfüllt werden. Können Sie mir da helfen? Ist es denn so richtig?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Magdalena,

      das Ämter eine falsche richtige Auskunft geben, kann vorkommen und ist natürlich wirklich ärgerlich.

      Leider stimmt es, dass du dem Jugendamt mitteilen musst, sobald sich etwas verändert. Und leider bedeutet eine neue Heirat auch, dass du keinen Anspruch auf den Zuschuss mehr hast. Der neue Ehemann muss jetzt einspringen, auch wenn er im Ausland ist.

      Das gilt nur für den Unterhaltszuschuss. Wenn dein Ex Unterhalt zahlen würde, müsste er das auch weiterhin tun. Wie wäre es, wenn du beim Jugendamt eine Beistandschaft beantragst? Das Amt kann dir helfen, den Unterhalt von deinem Ex einzufordern (wenn das möglich ist).

      Alles Gute!

  22. Kogler sagt

    Hallo ich habe eine Frage:
    ich lebe in Österreich und bin geschieden, meine Tochter wohnt in Deutschland, ich bezahle Unterhalt, kann aber jetzt nicht soviel wie vereinbart ist bezahlen, jetzt zahlt das Jugendamt einstweilen die Differenz, die ich dann wenn ich wieder Arbeit habe zurück zahlen muss. Meine Frage wäre jetzt, gibt es Möglichkeit diese Zahlung des Amtes zu stunden da es zur Zeit keine Möglichkeit gibt eine Arbeit zu bekommen. Können sie mir sagen wohin ich mich wenden kann???
    Danke

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo, ich verstehe nicht genau, was mit „stunden“ gemeint ist?
      Deine Tochter muss ja weiter von irgendwoher Unterhalt bekommen. Und solange du nicht zahlen kannst, läuft im Hintergrund eine Schuld beim Amt auf, die du aber nur begleichen musst, wenn du irgendwann zahlungsfähig wirst (solange genug für dich selbst zum Leben bleibt)
      Am besten wendest du dich an das für deine Tochter zuständige Jugendamt.

      Alles Gute!

      1. Margret sagt

        Hall,ich habe einen Bekannten der sich von seiner Frau getrennt hat. Er hat 3 Kinder. Er verdient 1400bis 1500 und zahlt 400 € Unterhalt seine anderen Ausgaben sind 650 Miete 50 € Strom und muss noch einen Kredit von knapp 160 € zahlen Plus die anderen Ausgaben wie Auto Versicherungen. Meine Frage wäre ob das richtig ist oder was man tuen kann ?

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Margret,

          das kann richtig sein. Denn im Selbstbehalt ist auch immer eine Mietkostenpauschale enthalten. Kredite sind meines Erachtens Privatvergnügen, aber 100% sicher bin ich da nicht. In manchen Fällen kann das Amt verlangen, dass ein Zweitjob angenommen wird, um dennoch Unterhalt zahlen zu können. Wenn er gar nicht über die Runden kommt, kann er meinen Wissens alle 2 Jahre eine Neuberechnung beantragen bzw. schreibt das Jugendamt ihn an und bittet um Offenlegung des Einkommens.

          Alles Gute!

  23. Kogler sagt

    Hallo Anke,
    da ich ja Arbeitslos bin und anscheinend durch Corona noch länger Arbeitslos bin, jetzt meine Frage gibt es eine Möglichkeit das der Staat einstweilen die Kosten übernimmt ohne das ich diese Retour zahlen muss. Bei uns in Österreich springt in solchem Fall der Staat ein.
    Kannst die mir sagen wohin ich mich in diesem Fall wenden kann, denn das Jugendamt sagt es gibt keine Möglichkeit und es weis auch nicht wohin ich mich wenden soll. Wenn nicht bleibt mir nur der Privatkonkurs als letzte Möglichkeit, denn soviel werde ich nie zurück zahlen können.
    Danke

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Rudolf,

      wenn das Jugendamt das sagt, wird es so sein. Mach dir aber wegen der Rückzahlung keine allzu großen Sorgen. Denn wann diese beginnt und wie hoch die Raten ausfallen, hängt ja dann von deiner finanziellen Situation ab, wenn du wieder Arbeit hast. Selbst wenn das Jugendamt dann eine Forderung stellt, kannst du Einspruch einlegen und notfalls einen Anwalt einschalten.

      Alles Gute!

  24. Kristina sagt

    Hallo Anke,

    mein Ex Mann musste nach der Scheidung die Kiga Kosten von unseren zwei Kindern übernehmen. Da sie 2018 und 2019 in die Schule gekommen sind, ist der Kiga Beitrag weggefallen und meine Frage ist jetzt: Steht dieser Betrag jetzt dem Unterhalt zu? oder kann er ihn einbehalten? weil er verdient sehr gut aber er musste auch Schulden vom Verkauf des Hauses abbezahlen. Unabhängig davon wurde vom Gericht alles berechnet aber der Kiga Beitrag viel dann ja quasi zu seinen Gunsten weg obwohl er nach Düsseldorfer Tabelle mehr zahlen müsste. Danke schon einmal für deine Antwort! LG Kristina

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Kristina,

      ich habe dazu Folgendes im Netz gefunden: „Kindergartenkosten müssen von den Unterhaltsverpflichteten separat gezahlt werden, wobei sich beide Eltern die Kosten teilen. Der Verteilungsschlüssel richtet sich nach dem Einkommen der Eltern“ (https://www.lexikon-familienrecht.de/kindergartenkosten-und-unterhalt/). Das würde bedeuten, dass sich der Unterhalt nach Wegfall der Kita-Kosten nicht ändert.

      Wenn er nach der Tabelle mehr zahlen müsste, wäre es vielleicht sinnvoll, eine Neuberechnung zu beantragen. Das geht meines Wissens beim Jugendamt alle zwei Jahre. Gut wäre, wenn du beim Jugendamt eine Beistandschaft beantragt hast.

      Alles Gute!

  25. Robie sagt

    Hallo Anke,

    kennst du ein Gerichtsurteil, wo der festgesetzte Unterhaltsbetrag geringer war als der Betrag den die Unterhaltsvorschusskasse zahlen würde?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Robie, nein einzelne Urteile habe ich nicht im Kopf (bin keine Anwältin), aber möglich wäre es.
      Das würde aber meines Erachtens bedeuten, dass zusätzlich noch Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht.
      Beste Grüße

  26. Maleh sagt

    I am currently separated from my husband and receive child maintenance money for our son. We have not yet divorced. Will the child maintenance money be cut off if I move in with my boyfriend? Thanks.

    1. Anke Modeß sagt

      Hello Maleh,

      no, as long as you and your boyfriend don’t get married you are entitled to receive child maintenance support.

      Regards

  27. Lisa sagt

    Hallo,

    Mein Freund zahlt aktuell den entsprechenden Unterhalt für sein Kind aus einer vorherigen Beziehung. Ab September wird er eine zweite Ausbildung beginnen. Er wird voraussichtlich ein Nettoeinkommen unter den 1.100 Euro Selbstbehalt haben. Muss er Unterhalt zahlen? Bzw. Wenn die Mutter unterhaltsvorschuss erhält muss er diesen dann nach seiner Ausbildung zurück zahlen? Er würde sich dann ja unendlich verschulden und danach eine Ewigkeit die Schulden abzahlen müssen. Davon abgesehen könnte er ja nach der Ausbildung dann keinen normalen Unterhalt mehr leisten wegen der Rückzahlung.

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Lisa,

      wenn er unter den Mindestgehalt rutscht, kann die Mutter seines Kindes Unterhaltsvorschuss beantragen. Das Amt wird später versuchen, das Geld von deinem Freund zurückzubekommen. Denn es heißt nicht umsonst „Vorschuss“. Das geht dann natürlich nur, wenn er genug verdient. Meines Erachtens hat der richtige Unterhalt dann Vorrang. Das heißt die Rückzahlung würde sich entsprechend verzögern, wenn es nur für den regulären Unterhalt reicht.

      Alles Gute!

      1. Sandra sagt

        Hallo Anke.
        Ich habe einen 12 jährigen Sohn, der bei mir lebt, die Trennung war vor 6 Jahren.
        Mein Ex-Partner ist mittlerweile verheiratet und hat 2 Kinder (3 Jahre & 6 Monate alt) Zur Zeit bekommt mein Sohn 260€ Unterhalt und auch alle schulischen Leistungen (Bücher, Klassenfahrten ect.) habe ich alleine getragen. Mein Ex-Partner ist seit 4 Jahren in der Insolvenz und hat nach Abzügen der Gläubiger ein momentan ein Nettoverdienst von 2000€. Ich arbeite seit 8 Jahren als Erziehungsstelle und werde diese nun aufgeben. Ab September habe ich einen Vollzeitjob. Nun habe ich meinen Ex-Partner gebeten, mir ab September den Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen, da ich nach der Aufgabe der Erziehungsstelle hohe finanzielle Einbußen haben werde.
        Mein Ex-Partner hat sich daraufhin bei einer Anwältin informiert. Laut ihrer Information liegt bei meinem Ex-Partner ein Mangelfall vor und er müsste unserem Sohn nur noch einen Unterhalt i.H.v. 234€ zahlen. Zudem wäre ich auch verpflichtet von diesem Betrag sämtliche Kleidung & Co. zu bezahlen, wenn mein Sohn bei seinem Vater ist. Mir stellen sich hier einige Fragen auf.
        Wenn ein Mangelfall besteht, warum darf mein Ex-Partner die Hälfte des Kindergeldes einbehalten (mein Sohn ist max. 1x im Monat bei seinem Vater).
        Eine Teilung der Ferien findet nicht statt.
        Wird bei der Unterhaltsberechnung bei den Gehältern der Nettolohn abzüglich der Abzüge der Gläubiger gerechnet oder nicht. Kindesunterhalt steht doch über den Gläubiger, oder?
        Darf mein Ex-Partner, obwohl er sich in einem Mangelfall befinden soll, Elternzeit nehmen?
        Werden Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld mit in die Unterhaltsberechnung einberechnet?
        Fragen über Fragen….
        Ich wünsche meinem Ex-Partner und seiner Familie wirklich nur das beste, jedoch muss ich nun auch sehen, wie wir über die Runden kommen.
        Für deine Rückmeldung wäre ich dir sehr dankbar.
        Herzliche Grüße….

        1. Anke Modeß sagt

          Hallo Sandra,

          ich bin keine Anwältin, aber ich sehe es wie du:
          Unterhalt hat Vorrang vor anderen Gläubigern. Hast du einen Unterhaltstitel vom Jugendamt? Wenn nicht, wird es höchste Zeit. Am besten beantragst du gleich eine Beistandschaft, dann musst du den Rechtsbeistand nicht bezahlen, falls das nötig wird.

          Elternzeit hat meines Erachtens nichts mit dem Mangelfall zu tun. Sonst wäre ja das andere Kind benachteiligt. Kann er also nehmen.
          Die Sonderzahlungen, die er zusätzlich zum Festgehalt erhält, müssten aber mit in die Berechnung vom Unterhalt für deinen Sohn einfließen. Da er ja noch Unterhalt zahlt, darf er das Kindergeld anteilig rausrechnen.

          Alles Gute für euch!

  28. David sagt

    Hallo muss man in der probezeit eines neuen jobs schon vollen Unterhalt leisten oder ist dieser da noch geringer ? Und wie lange braucht das Jugendamt für die Berechnung und ab wann muss ich zahlen.

  29. Nico sagt

    Zieht ein Partner aus, muss er, wenn er leistungsfähig ist, Barunterhalt zahlen.

    Wie ist das zu verstehen, meine Freundin zieht mit den Kindern aus?!
    Also ich kann garnichts dafür für unsere Trennung…ich Wette ich darf bezahlen, stimmts???
    Die Welt ist einfach nur assi und Männerfeindlich.
    Auch komplett hohl der Staat widerspricht sich doch, indem laut der DT einem Kind 267€ zustehen, kann man den Betrag nicht zahlen bekommt das Kind nur 165€ vom Staat.
    Also reichen doch 165€ völlig aus, oder wie sieht der Staat das und warum müsste ein zahlungsfähiger 102€ mehr bezahlen als der Staat.
    Verstehe ich nicht, also ist es doch im Vorhinein besser das Geld als Schulden beim Staat zu tilgen, oder etwa nicht??

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Nico,

      ich verstehe deine Frustration. Dennoch, auch bei einer Trennung die nur von einem Partner ausgeht, müssen die Kinder versorgt sein. Sie können am wenigsten dafür.

      Ob und wie viel du zahlen wirst, hängt von deinem Einkommen ab. „Der Staat“ widerspricht sich nicht. Denn beim Unterhaltsvorschuss, den du sicher meinst, ist das halbe Kindergeld schon abgezogen. Unterhaltsvorschuss gibt es, wenn der Unterhaltspflichtige nicht oder nur wenig zahlen kann. Dann bekommt der Unterhaltsberechtigte das volle Kindergeld. Wenn du normalen Unterhalt zahlst, darfst du das halbe Kindergeld vorher abziehen. Kommt dann also auf’s Gleiche raus.

      Ich hoffe ihr könnt euch zum Wohl eurer Kinder einigen. Alles Gute!

  30. Dolinar sagt

    Hallo,
    Mein Exmann hat für meine Tochter jahrelang Unterhalt in Höhe von 370 Euro monatlich bezahlt ( der Betrag wurde damals über das Jugendamt geeinigt). Jetzt ist meine Tochter volljährig geworden und er will nur noch die Hälfte an Unterhalt zahlen. Da er meint das beide Elternteile zu gleichen Teilen verpflichtet sind für Unterhalt aufzukommen.
    Meine Tochter hat zur Zeit noch keine Ausbildung gefunden ist aber bei der Arbeitsagentur gemeldet.
    Ist das richtig?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo, nein ist es nicht. Denn deinen Anteil des Unterhalts hast du ja vorher und auch jetzt noch in „Naturalien“ geleistet. Mit der Summe, die er zahlen muss, hat das nichts zu tun. Diese erhöht sich sogar mit der Volljährigkeit. Wichtig ist, dass deine Tochter jetzt selbst aktiv werden muss. Wenn es persönlich nicht geht, möglichst über einen Anwalt.

      Alles Gute für euch!

  31. Gebauer johanna sagt

    Hallo meine Enkelin ist März 2019 geboren.2020 kam vom jufendamt Berechnung wieviel Unterhalt er zahlen sollte sind nicht verheiratet wohnen nicht zusammen.meine Tochter lebt von hartz4 mit Enkeltochter er sollte zu. 1.7 erste mal Zahlen jobcenter hatte neu berechnet alles ok.jetzt sagt er bzw seine Mama die alles macht da er Autist ist sie war beim Anwalt. Anwalt sagt er soll in insolvenz gehn.er hat keine andere Schulden er wohnt zuhause darf sein ganzes Geld behalten er braucht miete Nebenkosten usw nix zahlen er arbeitet.die Mutter von ihm mischt sich überall ein die wollten auch nicht das er als vater gemeldet wird.was ich als grossmutter nicht akzeptiert habe.was kann man machen Tochter kennt sich nicht aus.die Mutter von ihm betrügt das amt.was kann man machen liebe grüsse aus nrw

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Johanna,

      deine Enkelin kann eine Beistandschaft beim Jugendamt beantragen, damit sie ihr helfen, das Geld zu bekommen.
      Das Jugendamt vertritt das Kind auch vor Gericht. Wenn sie das nicht möchte, sollte sie sich einen eigenen Anwalt für Familienrecht nehmen.

      Alles Gute!

  32. Thomas sagt

    Hallo Anke,

    meine Freundin ist Mutter von zweieiigen Zwillingen (14 Jahre) und einer Tochter (17 Jahre). Sie schon seit 3-4 Jahren geschieden. Nun hat der Vater der drei Kinder von seiner neuen Ehefrau ihr kleines Kind (2 Jahre) adoptiert. Bei dem Vater lebt aktuell die 17 Jährige Tochter und die Zwillinge bei der Mutter/meiner Freundin.
    Wird das adoptierte Kind gegen den aktuellen Unterhalt gerechnet, den er der Mutter wegen den drei Kindern zahlt?
    Danke im voraus für eine Antwort.
    Grüße, Thomas

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Thomas,

      ja, die Adoption wird sich wahrscheinlich zumindest längerfristig auf den Unterhalt auswirken. Ob wenig oder sehr hängt vom Einkommen des Vaters ab und davon, welche zusätzlichen anrechenbaren Ausgaben er durch das Kind hat. Ich habe dazu folgenden Artikel eines Anwalts gefunden: https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/ehe-familie/adoption-trotz-unterhaltspflicht-fuer-leibliche-kinder.

      Alles Gute!

  33. Katrin sagt

    Hallo Anke.
    Ich habe mal eine Frage an dich .Ich bin seit 1 Jahr mit meinem Partner zusammen. Er hat aus 1.Beziehung 3 Kinder 11-13 Jahre .Bisher konnte er nach der Trennung keinen Unterhalt zahlen,da er immer nur geringes Einkommen hatte .Meine Frage, würde bei einer Hochzeit für mich Unterhalt für seine Kinder anfallen können?Oder kann ich mich da irgendwie vorher absichern.
    Liebe Grüße Katrin

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Katrin,

      so direkt fällt für dich auch nach eurer Heirat kein Unterhalt an. Aber: sein Selbstbehalt kann sich verringern, weil ihr ja beide zusammen für euren Familienunterhalt zuständig seid. Wie viel das ausmacht, kann ich nicht sagen. Absichern kannst du dich dagegen m.E. nicht.

      Alles Gute!

  34. Dave sagt

    Hello Anke,
    First of all thank you for taking the time to read and answer my question,
    My question is that I’m divorced from a woman and we had a son together he is 5 years old. I have to pay my duty towards him aand that is not a problem. I make 3100 euro, my rent is 868 euro a month and I just recently got married, my new wife doesn’t have a job. But the office of *unterhalt… * in their calculations are making me pay 1365 euro all together to my ex wife including my son’s alimony based on the *Duesseldorf tabele*. In their calculations they says that from the moment I’m officially and legally divorced, they do not care about my rent and don’t take it into consideration, so technically they are taking 45% of my net salary, I was under the impression that the rent of an apartment where I live should be deducted before they make their calculations, is this correct? Thank you again for your answer and time
    Dave

    1. Anke Modeß sagt

      Hello Dave,

      there is a standard amount already taken into account when „Unterhalt“ for your son and ex-wife is calculated. I.e. the „Selbstbehalt“ includes 375 Euro of rent as far as I know. However, if your rent is a lot higher you might be able to apply for a higher deduction. Maybe talk to a lawyer about it. Because they might assume that your new wife can also contribute to your rent.

      All the best
      Anke

  35. Michael sagt

    Hallo Anke,
    in unserem Wohnblock lebt eine 67-Jährige alleinstehende Rentnerin. Nun möchte die 13-jährige Enkelin zu ihrer 67-jährigen Oma ziehen, da die Mutter der 13-jährigen Enkelin wohl seit kurzem in der Psychiatrie ist. Vermutlich dauert der Aufenthalt in der Psychiatrie nun doch länger an, als ursprünglich gedacht. Zu dem Vater von der Enkeln besteht kein Kontakt, der lebt angeblich im Ausland und ein Wohnort ist nicht bekannt. Nun hat die Rentnerin aus unserem Wohnblock angeblich eine Rente, so um die 1700,– Euro netto, wie sie sagte. Jetzt möchte sie für die Enkelin das Kindergeld beantragen und fragte mich, ob sie sich vielleicht noch an das Jugendamt wenden solle, sie sehe sich eigentlich nicht in der Pflicht, den Lebensunterhalt ihrer Enkelin sicherzustellen. Ich dachte ggf. an Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Liege ich mit meinen Vorstellungen richtig, oder falsch ? Lieben Dank für Info und für Bemühungen. Ich weiß nun nicht, welche Behörden hier zuständig sein könnten.

    Lieben Gruß
    Michael

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Michael,

      Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht meines Erachten nicht. Aber auf Kindergeld und Pflegegeld.
      https://www.haufe.de/recht/familien-erbrecht/rechtsfragen-wenn-die-grossmutter-ein-enkelkind-betreut_220_361610.html (wichtig: auch Großeltern können zu Unterhalt verpflichtet sein. Das würde dann ggf. gegengerechnet werden.)

      Das zuständige Jugendamt wird Rat wissen.

      Alles Gute für Großmutter und Enkelin!

  36. Ulrike sagt

    Hallo Anke!
    Eine Grundsatzfrage, die sicherlich häufiger einmal kommt.
    Der Sohn meines Partners ist gerade 18 geworden.
    Nun fällt der Volljährigenunterhalt mit Barunterhaltsplicht BEIDER Elternteile an.
    Nachdem der Sohn von meinem Partner aufgefordert wurde, seine Forderungen zu begründen und die Berechnung zu erstellen, kam nun ein Brief seiner Anwältin mit diversen Angaben, vor allem zu den Einkünften der Mutter mit Berechnung des zu zahlenden Unterhaltes. Soweit so gut. Tatsache ist, das die Mutter einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht (ihr Partner arbeitet Vollzeit), während mein Partner und ich beide Vollzeit arbeiten, um die Kosten abzudecken und auch seinem angestrebten Mehr- und Sonderbedarf zu bedienen. Ist das korrekt, dass sie nur Teilzeit arbeitet, obwohl weder gesundheitliche noch andere erklärbare Gründe dafür vorliegen? Gerade in ihrem Arbeitsbereich werden Kräfte händeringend für Vollzeit gesucht. Bei einer fiktiven Berechnung mit einem Vollzeitgehalt sieht die Berechnung ganz anders aus – sie müsste mehr zahlen. Über eine Antwort würde /n ich / wir uns freuen.

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Ulrike,

      das ist eine Frage für eine Anwältin, ich bin leider keine. Es kann durchaus sein, dass das Familiengericht die Mutter zu mehr Unterhalt verpflichtet. Es kann sie aber m.E. nicht zwingen, tatsächlich mehr zu arbeiten. Ich wäre dabei auch vorsichtig. Vielleicht gibt es doch Gründe, die sie bisher nicht preisgegeben hat und die dann in einer Verhandlung ans Licht kämen.

      Vielleicht hilft ein klärendes Gespräch mit dem Sohn. Dieser ist ausgezogen, nehme ich an? Wenn sich seine Kosten mit Unterhalt nicht decken lassen, wäre ein kleiner Nebenjob für ihn möglicherweise ein Ansatz?

      Alles Gute!

  37. Klaus sagt

    Hallo Anke,

    grundlegen bin ich volljährig und gehe noch zur Schule. Momentan zahlen beide Elternteile ihren Unterhalt. Dazu habe ich eine eigentlich ganz simple Frage. Wenn ich den Kontakt zu meinem Vater komplett abbreche, muss er dann trotzdem weiterhin Unterhalt zahlen? Oder kann er dann einfach sagen, dass er nicht mehr zahlen will.

    Über deine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
    viele Grüße

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Klaus,

      Unterhalt hat nichts damit zu tun, ob ihr Kontakt habt oder nicht. Dein Vater darf die Zahlung nicht einfach einstellen. Zumindest in der Theorie. Rein praktisch kann er das natürlich, auch wenn du vor Gericht Recht bekommen würdest und er nachzahlen müsste (sofern sich bei ihm finanziell nichts geändert hat). Dazu musst du aber einen Anwalt oder eine Anwältin einschalten, denn das Jugendamt hilft Volljährigen leider nicht mehr.

      Alles Gute für dich!

  38. Manuela sagt

    Hallo,
    Der Vater unserer 2 Kinder (16 und 18)und ich sind geschieden. Er zahlt Unterhalt, ohne Titel. Wir haben das von unserem gemeinsamen Rechtsbeistand errechnen lassen.
    Nun wollen wir unser gemeinsames Haus verkaufen, in welchen meine Kinder und ich derzeit noch wohnen.
    Wenn ich nun eine Wohnung für mich beziehe und die Kinder bei ihrem Vater und seiner Freundin bleiben, muss ich dann an ihn Unterhalt zahlen?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Manuela,

      das kommt auf eure Einkommensverhältnisse an. Unterhalt für die Kinder ist anzunehmen, wenn dein bereinigtes Netto oberhalb des Selbstbehaltes liegt. Unterhalt an ihn, eventuell. Am besten lässt du dich bei eurem Rechtsbeistand beraten.

      Alles Gute!

  39. Nina sagt

    Hallo Frau Modeß,
    zunächst mal möchte ich sagen, dass es traurig ist das über Unterhalt und gemeinsame Kinder überhaupt gestritten wird. Man könnte es auch friedlich regeln. aber das nur Nebenbei.
    Ich möchte heute mal für viele Väter sprechen und fragen.
    Bin seit ca. 8 Monaten Großmutter. Also auch eine Frau. Bin geschieden und habe selbst zwei Söhne. Bei der Scheidung habe ich weder für mich noch meine Kinder Unterhalt gefordert. Ich wusste mein Ex-Mann, Vater meiner Jungs hat selber kaum und kommt gerade so über die Runden. Da hab ich auf alles verzichtet und hab für eine Vollzeitstelle gekämpft und bekommen. Die Jungs waren im Kindi und Schule. Gut. Mein Motto war und ist: ich will dich nicht als Partner/Ehemann also will ich auch nicht dein Geld.
    Ich verstehe, dass es mit ganz kleinen Kindern anderes aussieht. Und ich finde Kindesunterhalt vom Vater an die Mutter auch OK. Das ist nicht das Thema.
    Mir geht es um die Frauen, die auf die übelste Art und Weise betrügen, lügen und total geistig in einer anderen Welt leben.
    Folgendes ist passiert: mein Sohn lernt diese Person kennen und leider verliebt er sich. Sie gaukelt Ihm vor oh ja alles schön alles gut. Verlobung. Sie wird schwanger. Sohn glücklich, da er sich eine Familie wünscht. Sie lässt abtreiben weil Sie nicht weiß, ob Ihre Eltern mit dem Kindesvater einverstanden wären. Sie trennt sich mehrmals weil er sei nicht Ihr Typ. Kommt wieder und bettelt meinen Sohn an, bitte ich liebe dich bla bla bla. Er verliebt und gutgläubig OK. Sie wird wieder schwanger. Diesmal trägt Sie es aus. Neun Monate verbringt Sie bei Ihren Eltern zu Hause und unterbindet den Kontakt zum Kindesvater. Geburt der Tochter. Direkt nach der Geburt noch im KH beschließt Sie sich endgültig zu trennen und löst die Verlobung mit meinen Sohn auf. Denn und jetzt kommt es: Sie wollte nur ein Kind von einem anständigen Kerl der dann auch zahlt, da Sie bereits das 30. Lebensjahr vollendet hat. Sie hatte diesen Plan im Kopf und hat es auch durchgeführt. Weiter meinte Sie zu meinem Sohn, ich habe dich nur benutzt für meine Zwecke. Bei Entlassung aus dem KH zieht Sie mit der Tochter dennoch bei meinem Sohn. Mein Sohn bringt es nicht übers Herz wegen der Tochter Nein zu sagen. Und da beginnt die Hölle auf Erden für IHN. Sie verweigert Ihm den Umgang mit der Tochter in der gemeinsam bewohnten Wohnung. Er darf die Tochter nicht füttern, nicht wickeln usw. er dar mit der Tochter nicht spazieren gehen und auch darf die Familie des Vaters das Kind nicht sehen, denn auch das verbietet die Kindesmutter. Ich als Oma väterlicher Seite darf meine Enkeltochter nur sehen wenn die Mutter es erlaubt, aber dann auch nur kurz in der Wohnung und ja nicht anfassen. Allein das Verhalten dieser Person zeigt Ihren geistigen Zustand. Sie ist tagtäglich unterwegs mit der Kleinen und keiner weiß wo das Kind ist auch nicht der Vater.
    Nun möchte ich wissen, ist das Rechtens? Ist es wirklich normal in unserer heutigen Gesellschaft das es immer noch solche Frauen gibt. Man muss doch mal auch was für Väter machen die von diesen Weibern einfach als Samenbank missbraucht werden und dann zur Kasse beten werden. Das ist so Niveaulos und so eklig und macht ein schlechtes Bild für anständige Frauen die solche Dinge nicht vorsätzlich machen.
    Es muss ein Schutz her für diese Väter die so hintergangen werden. Ich sag nicht das Kindesunterhalt nicht gezahlt werden soll. Nein das ist ja für das Kind. Aber bei solchen Müttern muss ein Gesetzt her das verhindert das man diesen Mutter auch noch Unterhalt zahlen muss für Sie.
    Das ist nicht in Ordnung. Mein Sohn will seine Tochter sehen können und am Leben des Kindes beteiligt sein. Er hat Interesse an seinem Kind und möchte einfach ein guter Vater sein. Allerdings macht die Mutter alles um das zu verhindern. Und Familiengericht und Jungendamt spielen da auch noch mit. Auch wurde die Mutter als psychisch labil eingestuft, darf aber trotzdem machen was Sie will. Informiert den Vater nicht über Arztbesuche, Kindergartenplatz Wahl usw. Fordert aber für sich selber Unterhalt obwohl Sie ja anscheinend immer noch bei Ihren Eltern wohnt und dort keine Miete zahlt oder sonstige Abgaben leisten muss. Abgesehen davon, dass Sie wieder arbeiten gehen kann, da Ihre Elternzeit im Juni endet. Aber nun hat Sie Blut geleckt will Geld damit Sie weiterhin zu hause bleiben kann und nicht arbeiten gehen muss. Denn Sie wollte spätestes wenn das Kind 1 Jahr alt ist wieder arbeiten, weil damals meinte Sie, sie kein Bock hat ewig zu hause zu bleiben. Da scheint Sie jetzt wohl anderer Meinung. Auch wollte Sie das Kind einfach Ihrer Mutter überlassen, sollte Sie kein Kindergartenplatz erhalten. Mein Sohn würde die Tochter nehmen und selber betreuen, aber auch das lässt Sie nicht zu.
    nun bitte ich wenn es mehr solcher Fälle gibt oder wenn jemand einen Weg weiß wie man diesen, und nur diesen hinterhältigen Frauen das Handwerk legen kann sich bitte zu melden. Es muss was getan werden. bitte.

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Nina,

      solche Geschichten sind wirklich furchtbar und ja, solche Frauen gibt es leider. Auch wenn es sicher nur ein kleiner Prozentsatz ist.

      Deinem Sohn hilft hier nur, nicht aufzugeben. Versuchen, für’s Kind da zu sein. Alles dokumentieren, am besten mit Zeugen. In der Anwaltskanzlei beraten lassen. Es noch mal vor dem Familiengericht probieren usw. Scheinbar macht die Mutter sich mit vielem strafbar. Und eventuell reicht es für die Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts oder sogar des Sorgerechts, wenn er das will. Je länger das Kind aber getrennt von ihm aufwächst, desto schlechter stehen die Chancen.

      Vielleicht kann er auch Kontakt zu anderen betroffenen Männern suchen. Möglicherweise gibt es Selbsthilfegruppen.

      Ich kann aber auch verstehen, wenn er das Thema für sich irgendwann ruhen lässt. Schließlich geht es sehr an die Substanz. Dann würde ich aber raten, Briefe ans Kind zu schreiben, die er selbst aufbewahrt. Die kann er seiner Tochter dann geben, wenn sie volljährig ist und beginnt, Fragen zu stellen.

      Alles Gute für deinen Sohn und für dich!

      1. Nina sagt

        Hallo Anke,

        danke für die guten Wünsche. Ich hoffe so sehr das es Gerechtigkeit gibt.
        Ich werde weiter kämpfen für mein Sohn und andere gutgläubige Väter.

        Mein Sohn war beim Anwalt usw. aber die meinen das das Verhalten der Mutter nicht zur Sache tut.

        Dennoch Danke

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