-Anzeige-
In diesem Artikel bekommst du einen Überblick über mögliche Verhütungsmethoden in der Stillzeit. Dabei nehmen wir insbesondere östrogenfreie Pillen unter die Lupe.
Kennst du diesen Gedanken: „Solange ich voll stille, kann ich nicht schwanger werden“?
Das stimmt so nicht.
Richtig ist: Stillen hemmt deinen Eisprung nicht zuverlässig und ist deshalb keine sichere Verhütungsmethode. Zudem müssten dann auch folgende Bedingungen bis ins kleinste Detail erfüllt sein:
- du hattest nach der Geburt noch nicht deine Periode
- die Geburt liegt nicht länger als 6 Monate zurück
- du stillst dein Baby tagsüber und nachts voll mit Intervallen zwischen 4-6 Stunden (Abpumpen reicht nicht aus)
- Selbst wenn alle oben genannten Bedingungen erfüllt sind, werden statistisch gesehen noch ganze 20 von 1000 Frauen schwanger. Was also tun, um zuverlässiger zu verhüten?
Nach wie vor gehören Pillen zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. Jedoch wird die Kombipille – also die klassische „Antibabypille“ –in der Stillzeit nicht empfohlen. Bei Pillen unterscheidet man nämlich grundsätzlich zwei Varianten. Die sogenannten Kombinationspillen bzw. Kombipillen enthalten zwei Wirkstoffe: ein Östrogen und ein Gestagen. Während der Stillzeit solltest du diese nicht einnehmen, da die enthaltenen Östrogene die Milchproduktion beeinflussen können. Östrogenfreie Pillen, die häufig auch als „Minipillen“ bezeichnet werden, kommen ohne Östrogene aus. Sie enthalten ausschließlich ein Gestagen und eignen sich daher für die Anwendung während der Stillzeit.
Welche Verhütungsmethoden kommen außerdem in der Stillzeit infrage?
Es gibt mehrere Methoden, die mit dem Stillen gut vereinbar sind. Wichtig ist immer, dass:
- dein Baby in seiner Entwicklung nicht beeinträchtigt wird,
- deine Milchmenge trotz der Verhütung stabil bleibt und in der Qualität nicht beeinflusst wird,
- dein Thromboserisiko nicht zusätzlich erhöht wird,
- du mit der Verhütungsmethode gut zurechtkommst UND natürlich das Wichtigste:
- dass die Methode zuverlässig schützt.
Barrieremethoden
Kondom und Diaphragma sind als barrierebildende Maßnahmen in der Stillzeit gut geeignet.
Kondome gehören in Deutschland neben der Pille zu den beliebtesten Verhütungsmethoden und schützen zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HPV. Wichtig ist, dass das Kondom gut sitzt und nicht zu groß oder zu klein ist. Es gilt grundsätzlich als sicher, ist aber auch anfällig für Anwendungsfehler, was wiederum zum Verrutschen oder gar Reißen des Kondoms führen kann.
Diaphragmen sind Silikonkappen, die bei Bedarf über den Muttermund geschoben werden. Sie werden zusammen mit einem spermienhemmenden oder spermiziden Gel verwendet und hindern so Spermien am Weiterschwimmen. Falls du bereits vor der Geburt ein Diaphragma verwendet hast, muss dieses ggf. neu angepasst werden, weil sich deine Anatomie nach der Schwangerschaft möglicherweise verändert hat. Diese Überprüfung bzw. Neuanpassung sollte frühestens 6 Wochen nach der Geburt erfolgen. Die Sicherheit dieser Methode hängt stark davon ab, wie gut das Diaphragma sitzt. Etwa 230 von 1000 Frauen werden innerhalb eines Jahres unter Anwendung des Diaphragmas schwanger.
Spiralen
Spiralen zählen zu den langfristigen Verhütungsmitteln, die in die Gebärmutter eingesetzt werden. Es gibt zwei Arten von Spiralen: Kupferspiralen (hormonfrei) und Hormonspiralen mit einem Gestagen. Beide können in der Stillzeit zur Verhütung eingesetzt werden. Je nach Modell können Spiralen zwischen 3 und 10 Jahren in der Gebärmutter bleiben und behalten auch mindestens so lange ihre hohe Verhütungssicherheit (von 1000 Frauen, die ein Jahr lang mit einer Spirale verhüten, wird eine schwanger).
Das Einsetzen in die Gebärmutter kann unter lokaler Betäubung und Schmerzmitteln erfolgen.
Spiralen dürfen zudem frühestens sechs Wochen nach der Geburt gelegt werden, wenn sich deine Gebärmutter weitgehend zurückgebildet hat.
Weitere östrogenfreie Methoden
Alle östrogenfreien Methoden sind stillverträglich, weil sie lediglich ein Gestagen enthalten. Doch es gibt unterschiedlichste Methoden auf dem Markt und nicht jede passt für alle Mütter und jeden Zeitpunkt:
- Hormonimplantate (Stäbchen im Oberarm) geben über bis zu 3 Jahre konstante Gestagenmengen ab, die zwar in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen, aber nach bisherigen Erkenntnissen weder Menge noch Qualität der Milch beeinflussen.
- Die Dreimonatsspritze sollte frühestens ab sechs Wochen nach der Geburt nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden, weil der Wirkstoff in dieser konzentrierten Menge über die Muttermilch die noch unreife Leber des Neugeborenen belasten kann.
- Östrogenfreie Pillen können für viele Frauen eine flexible, individuelle Verhütungsoption in der Stillzeit darstellen und bieten Vorteile.
Warum sind östrogenfreie Pillen in der Stillzeit spannend?
Östrogenfreie Pillen sind bekannt unter den Namen „Minipille“ oder „Stillpille“. Sie enthalten lediglich ein Gestagen und kein Östrogen.
Östrogenfreie Pillen haben kaum Einfluss auf die Milchproduktion und auf dein Baby. Zwar kann ein sehr geringer Anteil des Gestagens in die Muttermilch übergehen, Auswirkungen auf den Säugling sind jedoch nicht zu erwarten.
Und: Bei richtiger Anwendung schützen sie zudem vergleichbar zuverlässig vor einer erneuten Schwangerschaft wie östrogenhaltige Pillen.
Wirken alle östrogenfreien Pillen gleich?
Zwar enthalten alle östrogenfreien Pillen ein Gestagen, jedoch handelt es sich dabei um unterschiedliche Wirkstoffe:
Desogestrel, Drospirenon und Levonorgestrel.
Alle drei Wirkstoffe verdicken den Schleim im Gebärmutterhals, hemmen den phasengerechten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sowie die Beweglichkeit der Eileiter. Pillen mit Desogestrel und Drospirenon hemmen zusätzlich den Eisprung, wohingegen Levonorgestrel nicht bei jeder Frau den Eisprung verhindert.
Östrogenfreie Pillen unterscheiden sich auch in dem Einnahmefenster bei vergessener Pilleneinnahme oder Durchfall und Erbrechen. Während Pillen mit Levonorgestrel bzw. Desogestrel bis zu drei Stunden bzw. 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt eingenommen werden können, weisen innovative Pillen mit Drospirenon sogar ein Sicherheitsfenster von 24 Stunden auf. Damit ist die Verhütungssicherheit gegeben, auch wenn es in der stressigen Babyzeit mal versehentlich zu einer verspäteten Einnahme kommt.
Für alle gilt jedoch:
- Eine östrogenfreie Pille erhöht dein individuelles Thromboserisiko nicht zusätzlich – ein wichtiger Punkt, weil das Risiko für Thrombosen durch die Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett ohnehin vorübergehend ansteigt.
- Sie sind für die Stillzeit zugelassen, weil sie weder die Milchmenge noch die Milchqualität messbar beeinträchtigen.
Die östrogenfreie Pille ist also als Verhütungsmethode bewährt, zuverlässig und dauerhaft anwendbar. Denn wenn du mit einer innovativen, östrogenfreien Pille zufrieden bist, kannst du sie natürlich auch nach der Stillzeit einfach weiternehmen und sparst dir damit den Pillenwechsel.
Besprich am besten mit deiner Frauenärztin bzw. deinem Frauenarzt die Verhütungsmethode, die am besten zu dir und deinen aktuellen Bedürfnissen passt.
Wie finde ich die passende östrogenfreie Pille?
So individuell wie deine Schwangerschaft und dein Wochenbett sind auch deine Bedürfnisse bei der Verhütung. Deshalb gehört die Entscheidung immer in eine gynäkologische Beratung. Hier kennt man dich und deinen Körper bereits gut.
Gute Themen für das Gespräch mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt sind:
- Ab wann sollte ich verhüten? (z.B. direkt nach dem Wochenbett oder später)
- Wie wichtig sind mir ein regelmäßiger Zyklus oder möglichst wenig Blutungen – auch nach der Stillzeit?
- Wie zuverlässig kann ich die tägliche Einnahme einhalten?
- Welche östrogenfreien Pillen kommen für mich konkret infrage – und worin unterscheiden sie sich? (Wirkstoff, Einnahmeschema, Sicherheitsfenster, Blutungsprofil)
Scheue dich nicht, deine Fragen vorher aufzuschreiben, denn gerade im Babynebel vergisst man leicht etwas.
Frage in deiner Frauenarztpraxis nach einer innovativen östrogenfreien Pille in der Stillzeit und für die Zeit danach. Deine Ärztin/dein Arzt kennt deine Vorgeschichte und kann gemeinsam mit dir prüfen, welches Präparat am besten zu dir passt.
Fazit: Es bleibt eine individuelle Entscheidung
Ob du gerade noch hochschwanger auf dem Sofa liegst oder schon mit deinem Baby kuschelst:
Du musst nach dem Wochenbett nicht zusätzlich die Sorge mit dir herumtragen, „aus Versehen“ wieder schwanger zu werden, bevor du wirklich bereit dazu bist.
Es gibt vielfältige Verhütungsmethoden wie innovative östrogenfreie Pillen, die während der Stillzeit und auch danach eine zuverlässige und flexible Verhütungsoption bieten können.
Nimm dir Zeit, dich zu informieren, sprich offen mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt und entscheide dann in Ruhe, was zu dir, deinem Baby und eurer Familienplanung passt.













