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Was du vor der Geburt über das Stillen wissen solltest

Stillen - Tipps zum Stillstart

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Ein wichtiges Thema wird bei den Vorbereitungen auf die Geburt und das Muttersein häufig ausgeklammert: das Stillen. Das möchten wir ändern! Damit du bestens für den Stillstart gewappnet bist, haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt. Außerdem zeigen wir dir, welche Fehler du vermeiden solltest. Kurz gesagt: Hier erfährst du alles, was du vor der Geburt über das Stillen wissen solltest!

“Breast is best!” – das hast du sicher auch schon gehört. Unbestritten ist Stillen die beste Ernährung für dein Kind, vor allem in den ersten 6 Monaten. Da verwundert es kaum, dass die meisten Schwangeren ihre Babys nach der Geburt stillen möchten – sofern es keine medizinischen oder persönlichen Gründe gibt, die dagegen sprechen. Doch bei den wenigsten Frauen klappt das Stillen auf Anhieb. Daher greifen viele schon nach kurzer Zeit zum Fläschchen. Falsche Erwartungen und eine unzureichende Aufklärung führen dazu, dass junge Mütter das Stillen aufgeben, obwohl sie es so gern wollten. Denn leider wird dieses Thema bei Geburtsvorbereitungskursen und anderen Beratungsangeboten häufig nicht oder nicht ausreichend besprochen. Wir erklären dir, wie ein gelungener Stillstart aussehen kann und welche Fehler du vermeiden solltest.

So klappt der Stillstart

Stillen ist ein natürlicher Prozess. Allerdings braucht es Zeit, bis dieser Prozess in die Gänge kommt. Mutter und Kind müssen sich erst aufeinander „eingrooven“. Das ist vollkommen normal. Dein Baby hat zwar einen natürlichen Saugreflex, das bedeutet aber nicht, dass es von Anfang an perfekt trinken kann. Genauso muss deine Brust sich erst auf die Menge und die Trinkabstände einstellen, um genau so viel Milch zu produzieren, wie dein Baby benötigt. Daher klappt Stillen bei den wenigsten Mutter-Kind-Paaren direkt wie am Schnürchen. Eine gute Vorbereitung kann helfen, klassische Startschwierigkeiten zu vermeiden. Wir haben ein paar Tipps für dich zusammengestellt:

1. Stillfreundliche Klinik wählen

Schon bei der Wahl deiner Geburtsklinik kannst du die Weichen für einen guten Stillbeginn stellen, indem du ein stillfreundliches Krankenhaus für die Entbindung auswählst. Ob es sich bei deiner Wunschklinik um eine solche stillfreundliche Einrichtung handelt, erkennst du unter anderem an folgenden Indikatoren:

  • Es gibt ausgebildete Stillberaterinnen und das Personal auf der Wochenbettstation erhält regelmäßige Schulungen zur Stillförderung.
  • Es gibt Maßnahmen zur Förderung von Stillgruppen oder ambulante Beratungsangebote, die auch nach Verlassen des Krankenhauses greifen.
  • Rooming-in ist grundsätzlich möglich.
  • Nach der Geburt haben Mutter und Kind ausreichend Zeit im Kreißsaal für das erste Stillen. Das Personal unterstützt sie dabei.
  • Mütter werden zum Stillen motiviert (aber nicht unter Druck gesetzt!) und bei auftretenden Problemen kompetent beraten.
  • Das Personal zeigt den Müttern, wie sie ihr Baby optimal anlegen.
  • Muss das Baby nach der Geburt zunächst von der Mutter getrennt werden, erhält sie Hilfe, um die Milchproduktion in Gang zu bringen und aufrechtzuerhalten.
  • Neugeborene erhalten keine andere Flüssigkeit, wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht.
  • Neugeborene, die gestillt werden, erhalten keinen Schnuller.

2. Gut informieren

Nutze die letzten Wochen vor der Geburt, um dich intensiv mit dem Thema Stillen auseinanderzusetzen. Bei babelli gibt es dafür auch einen ausgezeichneten Stillvorbereitungskurs und viele Stillratgeber.

Bitte außerdem deine eigene Hebamme, dich auf das Stillen vorzubereiten. Lass dir zeigen, wie du dein Baby nach der Geburt richtig anlegst, welche Stillpositionen sich in welchen Situationen besonders eignen und wie du dein Baby aufstoßen lassen kannst. Nehmt euch ausreichend Zeit, um alle häufig auftretenden Probleme durchzugehen. Falls du Flachwarzen oder Hohlwarzen hast, sollte deine Hebamme einen Blick darauf werfen und dir entsprechende Tipps für das Anlegen geben. Möglicherweise ist es auch sinnvoll, schon jetzt eine Milchpumpe zu kaufen. Diese kann zu Stillbeginn dazu beitragen, die Milchproduktion anzuregen.

3. Fläschchen zulegen

Du bist verwirrt, weshalb wir dir nahelegen, ein Fläschchen anzuschaffen? Auch wenn du stillst, ist es ratsam, eine Flasche zu Hause zu haben. Zum einen, damit du deine Brust schonen kannst, falls du in der Anfangszeit an wunden Brustwarzen leiden solltest. Dann kannst du die Milch abpumpen und mit dem Fläschchen füttern. Zum anderen, da du dich dadurch unabhängiger machst. Denn mit einem Fläschchen kann auch dein Partner das Füttern übernehmen. Du gewinnst ein wenig Me-Time, die Möglichkeit für einen Powernap oder eine ungestörte Dusche. Gleichzeitig kann dein Partner seine Beziehung zu eurem Baby stärken. Eine Win-win-Situation.

image - Was du vor der Geburt über das Stillen wissen solltest

Bei der Wahl eines Fläschchens solltest du darauf achten, dass der Sauger der Brustwarze ähnelt, um eine Saugverwirrung zu vermeiden. Wir empfehlen die MAM Easy Start™ Anti-Colic Babyflasche, da diese speziell für den kombinierten Einsatz mit dem Stillen entwickelt wurde und besonders stillfreundlich ist – sowohl in Form als auch in Funktion. Sie unterstützt das natürliche Saugverhalten deines Babys, ohne es zu irritieren – ideal also, wenn du deine Brust mal entlasten oder den Partner einbeziehen möchtest. Sie verfügt über einen besonders flachen und weichen Sauger, der dem natürlichen Trinkgefühl an deiner Brust besonders nahekommt. 

Der brustähnliche Sauger besteht aus MAM SkinSoft™ Silikon und fühlt sich im Mund deines Neugeborenen zart und vertraut an, fast wie beim Stillen. Er wird laut einer Marktstudie mit 1.643 Babys von 94 Prozent der Babys instinktiv akzeptiert. 

Weiterhin kann die MAM Easy Start™ Anti-Colic Babyflasche dazu beitragen, Koliken beim Baby zu reduzieren. Koliken treten in den ersten Lebensmonaten häufig auf. Als eine mögliche Ursache gilt, dass das Baby beim Trinken Luft schluckt. Die MAM Easy Start™ Anti-Colic Babyflasche verfügt über ein Bodenventil, das die Bildung von Luftblasen und ein Aufschäumen der Milch verhindern und einen gleichmäßigen Trinkfluss ermöglichen soll, sodass dein Baby gar nicht erst Luft schluckt. In einer Studie, die zusammen mit praktizierenden Kinderärzten durchgeführt wurde, zeigte sich, dass die Symptome von Babykoliken bei Verwendung der MAM Easy Start™ Anti-Colic Babyflasche deutlich reduziert werden konnten.

Die Anti-Colic Babyflasche ist in vier unterschiedlichen Größen erhältlich und in der kleinsten Ausführung bereits für Neugeborene geeignet. Sie kann einfach und sicher in der Mikrowelle sterilisiert werden und ist in nur 3 Minuten wieder einsatzbereit. 

4. Stillplatz vorbereiten

Damit du und dein Baby einen schönen Stillstart habt, müsst ihr euch wohlfühlen. Auch dafür kannst du jetzt schon sorgen. Richte einen bequemen Stillplatz in deiner Wohnung ein, an den ihr euch zurückziehen könnt und Ruhe habt. Neben einem Stillkissen sollte dort auch immer eine Trinkflasche mit frischem Wasser, Früchte- oder Kamillentee bereitstehen. Als stillende Mama hast du einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Übrigens: Stilltee hatte lange Zeit den Ruf, die Milchbildung zu unterstützen. Leider gibt es diesbezüglich keine wissenschaftlichen Beweise. Von Fencheltee wird Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 4 Jahren aktuell abgeraten. Auf Pfefferminztee und Salbeitee solltest du wegen ihrer milchhemmenden Wirkung vorerst verzichten

In den ersten Monaten kann es vorkommen, dass dein Baby gefühlt ständig an deiner Brust hängt. Vielleicht schaffst du es ja, beim Stillen zu lesen, falls du das möchtest. Ein E-Reader in eurer Stillecke ist besonders handlich und du kannst ihn auch bei schlechten Lichtverhältnissen nutzen.

5. Stilleinlagen besorgen

Lege dir schon jetzt einen kleinen Vorrat an Stilleinlagen an. Gerade zu Beginn solltest du lieber auf gute Qualität, als auf einen günstigen Preis setzen. Der Milchfluss ist anfangs meist sehr stark und kann unschöne Milchflecken auf deinen T-Shirts verursachen. Empfehlenswert sind beispielsweise die Stilleinlagen von MAM.

Für wunde Brustwarzen und zum Pflegen kannst du dir vorab eine Brustwarzencreme besorgen. Gegen prall gefüllte oder leicht gerötete Brüste helfen kühlende Wickel, zum Beispiel mit Kohl oder Quark. Im Notfall tut es aber auch eine gefrorene Packung Erbsen oder einfach ein eiskaltes Handtuch. Bei Unsicherheiten frage noch einmal bei deiner Hebamme nach, was du vorsorglich kaufen kannst.

6. Partner einbeziehen

Sprich mit deinem Partner über das Stillen und bitte ihn, dich zu unterstützen und zu ermutigen. Ihr solltet euch beide darauf einstellen, dass es vielleicht nicht von Anfang an perfekt klappt (und das gilt nicht nur für das Stillen). Geht nicht mit falschen Erwartungen an die Sache heran und gebt euch Zeit. Am besten kann dein Partner dir helfen, indem er dich darin bestärkt, nicht aufzugeben. Weiterhin kann er dir das Stillen erleichtern, indem er beispielsweise dafür sorgt, dass stets ein Glas Wasser oder kleine Snacks in der Stillecke für dich bereitstehen. Außerdem kann er nach den Mahlzeiten das Bäuerchen übernehmen, um dich ein wenig zu entlasten. Falls du Milch abpumpst, könnt ihr euch die “Nachtschicht” teilen.

7. Klare Ansagen machen

Mach dich darauf gefasst, dass möglicherweise deine Familie, Freunde oder sogar völlig fremde Personen eine Meinung dazu haben, dass du stillst und wann, wo, wie oft und wie lange du es tust. Wie du darauf reagierst, ist natürlich deine Sache. Aus eigener Erfahrung können wir sagen: Klare Ansagen helfen, unerwünschte Ratschläge abzuwehren. Bitte dein Umfeld, dir nur Tipps zu geben, wenn du vorher darum gebeten hast. Du möchtest deine Freunde und Familie nicht vor den Kopf stoßen, indem du ihnen eine klare Ansage machst – schließlich meinen es alle nur gut? Dann versuche einfach, dich nicht verunsichern zu lassen, wenn dir plötzlich jeder reinredet. Du weißt, was am besten für dein Baby ist. Vertrau auf deinen Mutterinstinkt.

Diese Fehler solltest du vermeiden

Es braucht Zeit, bis sich das Stillen eingespielt hat. Durch eine gute Vorbereitung stellst du die Weichen für einen gelungenen Stillbeginn. Denn gerade in der Anfangszeit gibt es einiges, das du beachten solltest. Um dir und deinem Baby den Stillstart nicht unnötig zu erschweren, solltest du folgende Fehler vermeiden:

Fehler #1: Nuckel anbieten

Ein neugeborenes Kind findet die Brustwarze instinktiv von allein. Es nimmt den Geruch der Muttermilch wahr. Wenn dir deine Hebamme nach der Entbindung dein Neugeborenes auf die Brust legt, wird es sich in Richtung Brustwarze orientieren und irgendwann versuchen, an der Brust zu trinken. Allerdings muss ein Baby erst lernen, richtig an der Brust zu saugen, damit es an die Milch kommt. Daher ist es wichtig, einem Säugling nicht zu früh einen Schnuller anzubieten. Ab der 6. Lebenswoche ist das in der Regel kein Problem. Denn: Ein Schnuller unterscheidet sich in seiner Form von der Brust. Das kann dazu führen, dass sich dein Baby eine falsche Saugtechnik angewöhnt. Eine solche Saugverwirrung kann das Stillen deutlich erschweren und oft nur mithilfe einer erfahrenen Stillberaterin behoben werden.

Fehler #2: Sofort zufüttern

Es ist normal, dass die Milch erst nach einigen Tagen einschießt. Anfangs wird nur wenig zähflüssige, gelblich-weiße Flüssigkeit aus deinen Brustwarzen austreten. Dieses sogenannte Kolostrum ist genau das, was dein Baby nach der Geburt benötigt. Es enthält wichtige Nähr- und Abwehrstoffe. Sei unbesorgt, dass die vermeintlich wenige Milch zu Stillbeginn nicht ausreicht, um den Hunger deines Kindes zu stillen. Größere Trinkmengen könnte der erst erbsengroße Magen deines Kindes noch gar nicht verarbeiten. Anfangs wirst du vermutlich häufig das Gefühl haben, zu wenig Milch zu produzieren. Keine Sorge, die Nachfrage regelt das Angebot. Je häufiger dein Baby an deiner Brust saugt, desto mehr Milch produziert dein Körper nach.

Solltest du dennoch das Gefühl haben, dass dein Baby nach dem Stillen unzufrieden wirkt, sprich mit deiner Hebamme darüber. Sie weiß sicher Rat. Wichtig ist, dranzubleiben. Lass dich nicht dazu hinreißen, sofort zuzufüttern. Das ist wirklich nur in Ausnahmefällen nötig, etwa wenn eure Kinderärztin eine Gewichtsabnahme von mehr als 7 Prozent des Geburtsgewichts feststellt. Selbst dann solltest du zunächst die Hilfe einer Stillberaterin in Anspruch nehmen oder zusätzlich abpumpen, um die Milchproduktion zu fördern. Gib dir und deinem Kind Zeit, euch aufeinander einzustellen. Es braucht in der Regel ungefähr 2 Wochen, bis sich das Stillen richtig gut eingespielt hat.

Fehler #3: Zu früh aufgeben

Es dauert also eine Weile, bis sich deine Milchproduktion auf den Bedarf deines Babys eingependelt hat. Anfangs wirst du darauf warten, dass die Milch einschießt. Danach hast du womöglich erst einmal zu viel Milch, was ebenfalls unangenehm sein kann für Mutter und Kind. Zudem muss sich deine Brust erst an das Saugen gewöhnen. Gleichzeitig muss dein Baby richtig trinken lernen. Möglicherweise schmerzen deine Brustwarzen am Anfang. Oder du weißt noch nicht, wie du dein Baby richtig anlegen sollst. Das alles ist normal. Gib nicht auf. Deine Ausdauer wird belohnt. Die meisten Mütter fangen nach einigen Wochen an, die Stillbeziehung richtig zu genießen.

Fehler #4: Nach der Uhr füttern

Dein Neugeborenes weiß am besten, wann es wie viel Milch benötigt. Du solltest daher nach Bedarf füttern, nicht nach der Uhr. Wenn du merkst, dass dein Baby Hunger hat, lege es an – selbst dann, wenn du es vor 30 Minuten erst gestillt hast. Du wirst merken, dass die Stillhäufigkeit immer wieder variiert. In Zeiten, in denen dein Kind einen höheren Kalorienbedarf hat, kann es sein, dass es plötzlich doppelt so oft trinken möchte, wie noch am Tag zuvor. Das hängt mit den natürlichen Wachstumsschüben zusammen. Auch sogenanntes Clusterfeeding, das sich durch ständiges Trinken am Abend oder an bestimmten Tagen auszeichnet, ist normal und kein Grund zur Sorge. Dein Baby bestellt sich dadurch neue Milch, wenn es einen erhöhten Bedarf hat. Dein Baby steuert quasi durch seine Trinkhäufigkeit deine Milchproduktion. Auch wenn es anstrengend sein kann: Lege es an, wann immer es Hunger zeigt.

Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung gelingt der Stillstart – ganz sicher!

Stillen klappt bei den wenigsten Mutter-Kind-Paaren auf Anhieb. Es ist normal, dass sich dein Baby und du erst aufeinander einstellen müsst. Idealerweise hast du von Beginn an eine kompetente Hebamme an deiner Seite, die dich bei deinen ersten Stillversuchen liebevoll unterstützt. Wichtig ist, dass du positiv an das Stillen herangehst, aber dich frei machst von falschen Erwartungen. Führe dir immer vor Augen, dass es Zeit braucht, bis du und dein Baby ein eingespieltes Team seid. Dranbleiben lohnt sich. Stillen ist ein inniger Moment der Nähe, der eure Bindung nachhaltig stärkt.

Hinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit MAM.

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Quellen

Veröffentlicht von Patricia Schlösser-Christ

Patricia widmet sich als Kulturanthropologin mit Leidenschaft der Kindheits- und Familienforschung. Ihre liebsten (und herausforderndsten) „Studienobjekte“ sind ihre beiden kleinen Töchter. Wenn sie nicht gerade Feldforschung im Kinderzimmer ihrer kleinen Rasselbande betreibt, powert sie sich beim Handball aus.