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Baby Husten: Was du nun tun kannst

Irgendwann ist er da, der erste Baby-Husten. Wenn es noch Geschwister gibt, eher früher als später. Sobald dein Kind fremdbetreut wird, wirst du dich ziemlich oft damit herumschlagen müssen. In diesem Artikel gibt es Tipps, wie du den Husten lindern kannst. Und wann du zum Arzt solltest. Alles zu Husten-Ursachen steht dann im zweiten Teil. Gute Besserung!

Baby hustet: So kannst du den Husten lindern

Dein Kind hat Husten? Dann gibt es jetzt ein paar handliche Tipps, wie dein Baby oder Kleinkind den Husten schneller wieder loswird. Wichtig: Unsere Tipps ersetzen keinen Arztbesuch!

Ruhe gönnen

Auch wenn dein Baby oder Kleinkind trotz Husten fit scheint: ein krankes Kind gehört nicht in die Fremdbetreuung. Es will nicht im Bett bleiben? Nicht schlimm, solange ihr den Tagesablauf ruhig gestaltet. Denn Husten verschleppen ist nie gut. Wenn er nicht ausheilen darf, kann er chronisch werden und sogar zu Asthma führen.

Viel trinken lassen

Damit zähflüssiger Schleim abgehustet werden kann, braucht es feuchte Schleimhäute. Deshalb muss dein Kind viel trinken. Manche Babys machen das von allein. Andere weigern sich. Gerade bei schwereren Erkrankungen kann das passieren. Nicht gut, denn Fieber trocknet die Schleimhaut weiter aus. In diesem Fall kannst du die Flüssigkeit löffelweise einflößen. Manchmal helfen tatsächlich auch Fiebersenker, damit Kinder wieder trinken. Aber bitte bei Medikamenten Zeitabstände und Dosierung unbedingt einhalten!

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Heizungsluft ist besonders trocken. Trockene Luft macht es Viren und Bakterien leichter, weil die Schleimhäute sie nicht mehr abtransportieren können. Also befeuchten. Aber wie? Am besten hängst du frisch gewaschene Wäsche oder Mullwindeln im Raum auf und achtest darauf, dass du die Wohnung nicht überheizt. Alternativ kannst du eine Schale mit kochendem Wasser neben dem Babybett aufstellen (so, dass nichts passieren kann). Manche Eltern nehmen ihr Kleines auch mit in die Dusche. Der Sprühnebel wirkt wie ein kurzer Ausflug an die See. Ärzte verschreiben mitunter Inhalationsgeräte, die denselben Effekt haben.

Oberkörper höher lagern

Menschen können Schleim besser abhusten, wenn der Oberkörper etwas höher liegt. Das gilt auch für Kinder. Ist dein Kleines noch ein Baby, kannst du es in der Armbeuge abstützen oder so in die Seitenlage bringen, dass es nicht herumrollen kann. Bitte immer dabei bleiben!

Öfter durchlüften

Krankenzimmer sind frisch gelüftet am gemütlichsten. Der zusätzliche Sauerstoff erleichtert das Atmen. Außerdem verschwinden Keime und Hausstaub im Nirwana. Also gern mehrmals täglich die Fenster einige Minuten weit öffnen. Und natürlich aufpassen, dass dein hustendes Kind nicht im Zug liegt. Besonders wichtig: kein Tabakrauch! Der schädigt die Atemwege zusätzlich.

Nase frei halten

Bei einer verstopften Nase muss dein Kind durch den Mund atmen. Das reizt die Schleimhäute enorm. Ist dein Baby noch klein, kannst du ein paar Tropfen Muttermilch oder Salzlösung aus der Apotheke direkt in die Nase träufeln. Wenn du einen Nasensauger hast, kannst du das aufgeweichte Sekret damit vorsichtig absaugen. Für ältere Babys und Kleinkinder gibt es schon Nasentropfen mit Wirkstoff. Die bitte nicht überdosieren und nur ein paar Tage geben. Sonst nimmt die Schleimhaut Schaden.

Brustwickel

Schon 6 Monate alte Babys können zum Beispiel einen Zwiebel- oder Quark-Brustwickel bekommen. Es gibt unzählige Varianten. Nicht alle sind für jedes Alter geeignet. Wiebke von echtemamas stellt verschiedene Möglichkeiten für Brustwickel vor und liefert die Anleitungen gleich mit.

Hustenlöser

Es gibt Hustenlöser, die für Babys und Kleinkinder noch nichts sind. Andere dagegen im Ausnahmefall schon, allerdings bitte nur auf Verschreibung.

Zwiebelsaft

Ab etwa 10 Monaten kannst du deinem Baby Zwiebelsaft geben, den du selbst zubereitet hast (bitte ohne Honig!). Hier kommt ein Rezept mit rohen Zwiebeln. Manche kochen auch ab. Wir glauben aber, dass dadurch ein Großteil der Wirkung verloren geht:

  1. Eine Zwiebel grob würfeln und in ein Schraubglas füllen
  2. Ein bis zwei gehäufte Esslöffel Zucker darüber verteilen (Keinen Honig im 1. bis 2. Jahr!)
  3. Verschließen und gut schütteln.
  4. An einem warmen Ort ziehen lassen, bis sich genug Saft bildet.
  5. Ab in den Kühlschrank.
  6. Den ausgetretenen Saft löffelweise mehrmals täglich geben

Das lieber bleiben lassen

Einreibungen und Erkältungsbäder für Erwachsene basieren meist auf ätherischen Ölen. Sie sind noch nichts für Babys und Kleinkinder! Denn die Dämpfe können den Kehlkopf deines Kindes so reizen, dass er krampft und es keine Luft mehr bekommt.

Es gibt Badezusätze, die schon für Babys geeignet sein sollen (z.B. Babix). Wenn dein Kind sehr empfindlich ist und zum Beispiel zu Pseudokrupp oder Allergien neigt, raten wir eher ab. Frag am besten nach, was eure Ärztin davon hält. Die Meinungen dazu gehen nämlich ziemlich auseinander.

Wann bei Husten zum Arzt?

Wenn dein Baby noch ein Säugling ist, sollte dich jeder Husten schnurstracks in die Arztpraxis führen. Denn vor allem in den ersten 3 Monaten können selbst banale Virusinfekte gefährlich werden.

Je älter dein Kind wird, desto länger kannst du abwarten und beobachten. Dennoch gibt es Fälle, wo du sofort handeln solltest. Nämlich bei:

  • Luftnot
  • starkem Husten
  • anfallsartigem Husten

Auch wenn der Husten bei deinem Baby oder Kleinkind:

  • schlimmer wird,
  • plötzlich anders klingt,
  • länger als zwei Wochen dauert oder
  • immer wieder kommt,

musst du das abklären lassen. Schau am besten immer, wie es deinem Kind geht. Wirkt es sehr krank oder ist gar apathisch, geh lieber gleich.

Mögliche Ursachen für Husten beim Baby

Husten ist natürlich nicht gleich Husten. Er kann einige Ursachen haben, feucht oder trocken bis hin zu bellend klingen. Was es so alles gibt, erklären wir jetzt:

Erkältung oder auch grippaler Infekt

Eine Erkältung kann mit oder ohne Zutun von Kälte auftreten. Mediziner nennen sie meist nur Infekt. Und zwar deshalb, weil es unzählige verschiedene Viren gibt, die einen solchen grippalen Infekt auslösen können. Er beginnt mit Laufnase. Dann kommt trockener Husten dazu, der sich nach ein paar Tagen zu lösen beginnt.

Manchmal ist nur die Luftröhre betroffen, seltener auch der Kehlkopf oder gar die Bronchien. Kleinere Kinder haben oft ein paar Tage Fieber – manchmal hoch – ältere nicht mehr unbedingt. Solch ein Infekt dauert ein bis zwei Wochen und ist je nach Erreger meist nicht dramatisch, solange sich keine bakterielle Infektion drauf setzt. Dazu gleich mehr.
Ausnahme: Säuglinge bis 3 Monate. Ihnen können selbst banale Infekte z.B. mit RS-Viren gefährlich werden!

Echte Grippe

Die Symptome der echten Grippe (Influenza) sind ähnlich, aber meist schwerer ausgeprägt. Der Husten ist oft trocken. Dazu wirkt das Kind wirklich krank. Grippe schwächt den Körper enorm. Das macht ihn anfällig für Bakterien aller Art. Deshalb ist die ärztliche Verlaufskontrolle hier besonders wichtig.

Bronchitis

Bei einer Bronchitis klingt der Husten anfänglich trocken, später rasselnd. Der Auswurf ist zähflüssig und weißlich bis gelblich. Atemnot kann auftreten, muss aber nicht. Ist die Bronchitis „obstruktiv“ (schwere Form), kannst du beim Ausatmen ein Pfeifen (Giemen) hören. Meist sind daran Viren schuld. Manchmal kommen noch Bakterien dazu. Dann wird der Auswurf gelb-grün, also eitrig. Eine bakterielle Bronchitis benötigt meist Antibiotika, bei einer viralen bringt das nichts.

Wenn du glaubst, dass dein Kind eine akute Bronchitis haben könnte, stell es bitte umgehend in der Kinderarztpraxis vor. Bei akuter Atemnot darfst du auch den Rettungsdienst rufen.

Lungenentzündung

Einer Lungenentzündung geht meist eine Bronchitis voraus. Dann sind die Erreger (Viren, Bakterien oder gar Pilze) tiefer in die Atemwege gewandert. Dein Kind fühlt sich elend. Es atmet flach und schnell. Die Nasenflügel sind aufgestellt. Hohes Fieber mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen sind weitere typische Symptome. Husten tut weh und der Auswurf ist grün-gelb, manchmal sogar bräunlich. Jetzt unbedingt ab zum Arzt!

Krupp-Husten

Wenn dein Baby nachts plötzlich bellend hustet und wenig Luft zu bekommen scheint, ist das meist ein Pseudokrupp-Anfall. Jetzt musst du schnell handeln: Kind hochnehmen und beruhigen, warm einpacken und ans offene Fenster oder vor den geöffneten Kühlschrank. Denn kühle, feuchte Luft lässt die Schleimhaut in Kehlkopf und Luftröhre abschwellen. Aufregung befeuert das Ganze eher. Danach bitte zum Arzt! Dieser kann Notfall-Medikamente verschreiben, die noch besser wirken als Kälte. Hat dein Kind deutliche Atemnot darfst du den Rettungsdienst rufen. In der Regel ist ein Krupp-Husten aber nicht gefährlich und geht schnell vorbei.

Reflux

Wenn Magensäure über einen undichten Magenpförtner öfter zurück in die Speiseröhre fließt, kann das die Schleimhäute ziemlich reizen. Die Folge: Husten. Meist anfallsartig, trocken und wiederkehrend. Hier hilft nur Muttermilch oder Wasser trinken lassen, Oberkörper etwas hochlagern und abwarten. Wenn du einen Reflux vermutest, hol dir am besten kinderärztlichen Rat. Vielleicht hilft eine Nahrungsumstellung. Übrigens: Zwischen Reflux und wiederkehrendem Pseudokrupp kann vielleicht ein Zusammenhang bestehen (muss aber nicht).

Fremdkörper eingeatmet

Wenn Kinder etwas eingeatmet haben, zeigt sich das nicht immer gleich deutlich. Egal ob Wasser geschluckt oder Fremdkörper, beides kann erst später Symptome machen. Nämlich dann, wenn die Abwehrkräfte des Körpers angreifen. Der trockene Reizhusten wird nach und nach feuchter. Es kommt zu Entzündungen. Wenn du vermutest, dass dein Kind betroffen ist, geh bitte direkt zum Arzt oder in die Kinderklinik.

Allergie

Nicht immer zeigt sich eine Allergie nur mit laufender Nase und geschwollenen Lidern. Manchmal äußert sie sich auch durch anfallsartigen Husten. Selbst bei Kindern. Allergischer Husten ist trocken und quälend. Er tritt vor allem nachts und/oder morgens auf. Hausstaub, Tierhaare, Bodenbeläge, Schimmelpilze…Gründe kann es viele geben. Wenn dein Kind immer wieder Husten hat, denk auch an diese Möglichkeit und lass es am besten abklären, bevor Asthma daraus wird.

Hast du noch Fragen zum Thema Husten bei Babys und Kleinkindern? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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