Von Anfang an dabei!

Erste Hilfe am Baby: Richtig reagieren, Leben retten!

In puncto Erste Hilfe am Kind gibt es viele Dinge, die Eltern nicht wissen können. Auch die Intuition versagt hier oft. Daher ist es immer eine gute Idee, sich die wichtigsten Dinge anzueignen, bevor es zu einem Notfall kommt. Denn gänzlich unfallfrei wächst bei aller Fürsorge kaum ein Kind auf und Erste Hilfe kann das Leben deines oder eines anderen Kindes retten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ersticken ist einer der häufigsten Notfälle im Alter von 1-4. Der Sandwich-Griff kann helfen, den Fremdkörper zu lösen.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern wird die Reanimation anders durchgeführt als bei Erwachsenen. Dennoch ist jeder Versuch besser als keiner!
  • Kinder bis Schulalter werden bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung in die stabile Bauchlage gebracht, nicht in die Seitenlage.
  • Bei Verbrennungen und Verbrühungen ist die Größe und der Ort der Verbrennung entscheidend für das richtige Vorgehen.
  • Bei Kopfverletzungen musst du das Kind bis zu 24 Stunden beobachten, um Hirnverletzungen auszuschließen.
  • Verschiedene Blutungen werden verschieden behandelt. Starke Blutungen müssen unbedingt gestoppt werden.

Infoblätter zum Download

Lade dir hier kostenfrei unsere Info-Blätter herunter. Druck sie aus und heften die Blätter zum Beispiel gut sichtbar an deinen Wickeltisch:

Erste Hilfe bei Ersticken

Dass Babys und Kleinkinder gern alles in den Mund nehmen, ist bekannt. Deshalb bemühen sich die meisten Eltern auch, verschluckbare Kleinteile von ihnen fernzuhalten. Aber gerade wenn es andere Geschwister gibt, ist das nicht immer möglich. Einmal kurz nicht hingeschaut und die Erdnuss steckt im Hals fest.

Wenn dein Baby noch stark husten kann, warte ruhig ab, ob es den Fremdkörper selbst herausbekommt. Wenn dein Kind jedoch plötzlich ganz still wird, nur noch schwach husten kann und hilflos mit den Armen wedelt, musst du schnell sein. Denn das Gehirn kommt nur etwa 3 Minuten ohne Sauerstoff aus, danach drohen ernsthafte Schäden. Nach 5 Minuten tritt normalerweise der Tod ein.

Der Sandwich-Griff

Beim sogenannten Sandwich-Griff wird gezieltes Rückenklopfen im Wechsel mit dem ruckartigen Eindrücken des Brustkorbes kombiniert.

Leg das Baby bäuchlings auf den Unterarm oder Schoß. Der Kopf liegt dabei etwas tiefer und wird gestützt. Nun wird mit fünf festen gezielten Schlägen mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter versucht, den Gegenstand zu lösen. Gelingt dies, hustet das Kind normalerweise gut hörbar und es ist kein weiteres Eingreifen nötig.

Klappt es nicht, drehst du das Baby behutsam auf den Rücken. Es kann weiterhin auf deinem Unterarm oder aber auf deinem Schoß liegen. Der Kopf liegt ebenfalls abschüssig, wird aber gestützt.

Drück nun fünfmal mit zwei Fingern etwa einen Finger breit unterhalb der Brustwarzen in der Mitte des Brustkorbes. Es geht darum, den Brustkorb so zu kontrahieren, dass der folgende Luftausstoß der Lungen den Fremdkörper herausdrückt. Drück etwa 2-3 cm tief. Kontrolliere dann die Mundhöhle.

Ist der Fremdkörper wieder zu sehen, hast du es geschafft! Wenn nicht, wiederholst du Rückenklopfen und Brustdrücken im Wechsel noch zwei mal. Sollte dein Kind nach wie vor keine Luft bekommen, rufst du spätestens jetzt 112 an und beginnst sofort mit der Reanimation, wenn das Kind bewusstlos wird.

Wenn du allein bist, versuchst du erst bis zu 3 mal den Sandwich-Griff und wählst dann 112.

So funktioniert Reanimation beim Baby

Wenn ein erstickendes Baby bewusstlos wird, muss es sofort wiederbelebt werden. Dies gilt auch, wenn aus anderen Gründen, wie z.B. bei Unfällen oder Vergiftungen, die Atmung aussetzt. Säuglinge und Kinder werden etwas anders reanimiert als Erwachsene. Deshalb ist es so wichtig, sich damit zu beschäftigen, bevor der Ernstfall eintritt.

Wenn du allein bist, solltest du erst nach einer Minute Reanimationsdauer 112 wählen und danach oder währenddessen fortfahren.

Die Atmung überprüfen

Bevor du mit der Beatmung beginnst, musst du noch einmal maximal 10 Sekunden lang prüfen, ob das Kind nicht doch atmet. Halte dazu deinen Kopf ganz nah über den Mund des Babys mit Blick auf seinen Bauch.

  • Siehst du, dass sich der Bauch hebt und senkt?
  • Hörst du Atemzüge?
  • Spürst du einen Luftstrom an deiner Wange?

Wenn es keine Zeichen von Atmung gibt, musst du sofort mit der Reanimation beginnen. Diese wird auch dann durchgeführt, wenn ein Fremdkörper dein Baby am atmen hindert. Denn auch wenn dieser dadurch in die Bronchien rutscht, ist das weniger schlimm, als wenn dein Kind keinen Sauerstoff bekommt!

So werden Babys und Kleinkinder beatmet

Die Beatmung erfolgt bei Babys und Kleinkindern anders als bei größeren Kindern und Erwachsenen. Wichtig sind diese Dinge:

#1 – Bei Babys und kleinen Kindern beginnt man grundsätzlich mit 5 Atemspenden, weil ihr Sauerstoffmangel zuerst ausgeglichen werden muss. Erst nach der ersten Herzdruckmassage werden nur noch jeweils 2 Atemhübe gegeben.
Kurz gesagt: 5x – 30x – 2x – 30x – 2x – 30x usw.

#2 – Das Kind muss auf dem Rücken liegen. Bei Babys bis 12 Monaten wird der Kopf nicht überstreckt, sondern lediglich das Kinn leicht angehoben. Ab 12 Monaten wird der Kopf überstreckt, um die Atemwege frei zu machen.

#3 – Damit bei der Atemspende keine Luft entweicht, wird der Mund über Mund und Nase des Babys gelegt.

#4 – Atme so in Mund und Nase des Babys, dass sich sein Brustkorb hebt. Lass dann erst die Luft entweichen. Bei Babys ist weniger Luft nötig als bei größeren Kindern oder Erwachsenen, da das Lungenvolumen viel kleiner ist.

Herzdruckmassage bei Babys bis 12 Monaten

  • Säugling so weit wie unbedingt nötig entkleiden.
  • Mit der Herzdruckmassage beginnen, wenn nach der erneuten Atemkontrolle keine normale Atmung vorhanden ist oder Zweifel daran bestehen, dass eine normale Atmung vorhanden ist.
  • Zwei Fingerkuppen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbs des Säuglings (unteres Drittel des Brustbeins) platzieren.
  • Mit zwei Fingern das Brustbein ca. ein Drittel bis zur Hälfte (ca. 4 cm) tief nach unten drücken.
  • Brustbein nach jeder Kompression vollständig entlassten, ohne dabei den Kontakt zwischen Fingern und dem Brustkorb des Säuglings aufzugeben.
  • 30-mal das Brustbein nach unten drücken (Frequenz: 100- bis max. 120-mal pro Minute).
  • Druck- und Entlastungsdauer sollten gleich sein.

(Quelle: drk.de)

Herzdruckmassage ab Kleinkindalter (> 12 Monate)

  • Kind so weit wie unbedingt nötig entkleiden.
  • Mit der Herzdruckmassage beginnen, wenn nach der erneuten Atemkontrolle keine normale Atmung feststellbar ist oder Zweifel daran bestehen, dass eine normale Atmung vorhanden ist.
  • Den Ballen einer bzw. von zwei Händen auf die Mitte des Brustkorbs (unteres Drittel des Brustbeins) platzieren.
  • Über den Brustkorb des Kindes beugen und mit gestrecktem Arm das Brustbein ca. ein Drittel bis zur Hälfte (ca. 5 cm) tief nach unten drücken. Darauf achten, dass die Finger nicht auf der Brust liegen.
  • Brustbein nach jeder Kompression vollständig entlasten, ohne dabei den Kontakt zwischen Hand und dem Brustkorb des Kindes aufzugeben.
  • 30-mal das Brustbein nach unten drücken (Frequenz: 100- bis max. 120-mal pro Minute).
  • Druck- und Entlastungsdauer sollten gleich sein.

(Quelle: drk.de)

Im Zweifel wird die Reanimation wie bei Erwachsenen ausgeführt, bis der Notarzt eintrifft. Denn jeder Wiederbelebungsversuch ist besser, als nichts zu tun!

Stabile Bauchlage, wenn das Baby bewusstlos wird

Wann immer ein Kind bewusstlos ist, musst du zuerst, wie oben beschrieben, die Atmung prüfen. Atmet es, bringst du es in eine stabile Lage. (Atmet es nicht, musst du reanimieren!) Die besondere Lagerung ist nötig, um zu verhindern, dass beispielsweise Erbrochenes oder die in den Rachen rutschende Zunge die Atmung blockieren. Bei der Durchführung gibt es auch hier Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen.

Stabile Bauchlage bis zum Schulalter

Dazu legst du das Kind vorsichtig auf den Bauch (Kopf stützen) und drehst seinen Kopf behutsam zur Seite. Öffne seinen Mund leicht, damit etwaiges Erbrochenes abfließen kann. Sollte sich bereits Erbrochenes im Mundraum befinden, räumst du es aus. Beobachte weiterhin die Atmung des Kindes. Setzt sie aus, musst du reanimieren.

Stabile Seitenlage ab Schulalter

  • Leg das Kind auf den Rücken.
  • Knie dich daneben und winkel den nahen Arm des Kindes nach oben an, so dass der Arm neben dem Kopf liegt.
  • Greife nun den fernen Arm und zieh ihn zu dir heran. Die Handfläche kommt unter der gegenüberliegenden Wange des Kindes zu liegen.
  • Greife nun das ferne Bein und winkel es an. Zieh es sanft zu dir, so dass das Knie auf dem Boden zu liegen kommt. Der Körper des Kindes wird dabei gedreht.

Beobachte weiterhin die Atmung des Kindes. Setzt sie aus, musst du reanimieren.

Erste Hilfe bei Kopfverletzungen

Gerade Babys fallen aufgrund ihres Körperschwerpunktes meist auf den Kopf. Der Fall vom Wickeltisch oder aus dem Bett sind dabei die häufigsten Unfälle. Wenn ein Baby vom Wickeltisch fällt, gleicht das dem Fall eines Erwachsenen aus dem ersten Stock. Daher sollte danach immer der Arzt aufgesucht werden, um Schlimmeres ausschließen zu können.

Bei Kopfverletzungen unterscheidet man drei Arten:

  1. Oberflächliche Verletzungen der Haut und Knochenhaut, wie Beulen oder Platzwunden
  2. Verletzungen des Schädels selbst, wie Schädelbruch
  3. Hirnverletzungen, wie Gehirnerschütterung oder Hirnblutung

Oberflächliche Verletzungen

Diese sind meist harmlos. Kleine Beulen kannst du z.B. mit einem in ein Mulltuch gewickelten Kühlpack oder einem Löffel aus der Schublade (nicht aus dem Eisfach!) kühlen. Sie verschwinden nach ein paar Tagen wieder.

Platzwunden werde manchmal auch „Loch im Kopf“ genannt. Sie bluten stark, sind aber nicht an sich dramatisch. Still die Blutung und fahr zum Arzt, damit die Wunde fachgerecht versorgt und geklebt bzw. genäht werden kann.

Verletzungen des Schädels

Ein richtiger Schädelbruch zeigt sich durch folgende Symptome:

  • Geschlossener Schädelbruch:
    Das Baby hat eventuell starke Kopfschmerzen und schreit deshalb schrill und anhaltend.
    Manchmal tritt noch Tage später eine größere, kissenartige, weiche Schwellung am Kopf auf. Geh unbedingt zum Arzt oder ins Krankenhaus!
  • Offener Schädelbruch:
    Das Baby blutet aus Nase und Ohr und/oder eine helle Flüssigkeit tritt aus. Oft zeigen sich bläuliche Verfärbungen um die Augen. Meist ist das Kind bewusstlos. Ruf den Notarzt und beobachte die Atmung des Kindes. Setzt sie aus, musst du reanimieren!

Hirnverletzungen

Dies ist die größte Gefahr bei schweren Stürzen. Die häufigste Form der Hirnverletzung ist die Gehirnerschütterung. Diese geht meist, aber nicht immer, mit Bewusstlosigkeit oder Erbrechen einher. Die Symptome einer Gehirnerschütterung können sich noch bis zu 24 Stunden später zeigen. Daher sollte ein Kind nach einem schweren Sturz erst einmal geschont und gut beobachtet werden. Dies sind mögliche Symptome:

  • auffällige Wesensveränderung
  • schwallartiges Erbrechen
  • Übelkeit
  • große Müdigkeit
  • starke Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit

Bei einer Gehirnerschütterung ist es nötig, dass das Baby einige Tage lang in einem abgedunkelten Raum untergebracht und von so vielen Reizen wie möglich abgeschirmt wird. Nur so kann das Gehirn die Schäden gut reparieren.

Eine Folge von Gehirnerschütterungen kann zudem die gefürchtete, weil lebensbedrohliche Hirnblutung oder -schwellung sein. Diese muss im Krankenhaus diagnostiziert und beobachtet werden.

Regeln bei Kopfverletzungen in Kürze

  • Blutende Wunden versorgen, Beulen kühlen, Arzt aufsuchen
  • Kind 24 Stunden beobachten
  • bei Symptomen einer Hirnverletzung:
    • 112 anrufen
    • das Kind mit erhöhtem Kopf hinlegen
    • bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung in die stabile Bauchlage/Seitenlage bringen
    • bei Bewusstlosigkeit und Atemstillstand, Atmung noch einmal prüfen und sofort reanimieren

Was tun bei Blutungen?

Kinder fallen oft hin. Schnell kommt es so zu der ein oder anderen Wunde, die manchmal ziemlich stark bluten kann. Nicht immer ist es so dramatisch, wie es aussieht. Richtig handeln solltest du trotzdem.

Schürfwunden

Schürfwunden sind zwar nur oberflächlich, heilen aber manchmal besonders schlecht, weil die verletzte Fläche im Vergleich zu Schnittwunden recht groß ist. Am besten funktioniert die Heilung an der Luft. Deck die Wunde also nicht ab. So kann sie nicht nässen. Desinfizieren solltest du die Wunde aber trotzdem.

Leichte Blutungen

Wenn nur wenig Blut austritt, solltest du die Wunde desinfizieren und dann mit einem Pflaster schützen, damit keine Keime ins Blut gelangen können, bis der Schnitt von innen verschlossen ist.

Starke Blutungen

Wenn ein Kind stark blutet – oft ist das bei Platzwunden am Kopf der Fall – muss die Blutung schnell gestoppt werden. Drück je nach Ort der Verletzung mit einer sterilen Kompresse auf die Stelle oder mach einen Druckverband. Beim Druckverband wird zum Beispiel eine ausgepackte Verbandsrolle, so wie sie ist, auf der Wunde platziert und eine zweite fest um das Ganze gewickelt.

Das Stillen der Blutung hat hier Priorität vor dem Desinfizieren, denn der starke Blutstrom verhindert, dass Keime in die Wunde eindringen können. Verliert das Kind jedoch zu viel Blut, droht ein Kreislaufzusammenbruch. Der Mensch hat im Normalfall 70-80 Milliliter Blut pro Kilogramm Körpergewicht. Ein 9 Kilo schweres Baby/Kleinkind bringt es also insgesamt gerade mal auf etwa 0,7 Liter.

Nasenbluten

Nasenbluten ist meist keine große Sache und kann gestillt werden, indem der Kopf nach unten gehalten und der Nacken gekühlt wird. Hört die Blutung allerdings nach ein paar Minuten nicht auf, musst du einen Notarzt kontaktieren oder schnellstmöglich zum Arzt gehen.

Symptome innerer Blutungen

Blutungen, Prellungen, Brüche und ähnliches sind unangenehm, lassen sich aber meist gut behandeln. Anders sieht es bei inneren Verletzungen aus. Diese sind nicht immer gleich ersichtlich. Hatte dein Kind einen Unfall, achte bitte 24 Stunden lang auf folgende Symptome und rufe im Notfall den Notarzt:

  • zunehmende Blässe
  • Schmerzen (schrilles Schreien)
  • Stöhnen
  • Atemprobleme
  • sehr schneller Puls
  • Bewusstlosigkeit

Erste Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen

Sobald Babys mobiler werden, ist es wichtig, alle heißen Flüssigkeiten, Geräte und Feuerquellen außer Reichweite zu räumen. Dennoch passiert es manchmal, dass sich Babys verbrennen oder verbrühen. Je nach Schädigung der Haut wird zwischen verschiedenen Schweregraden unterschieden. Außerdem spielt die Größe der Verletzung eine wichtige Rolle.

Wichtige Fakten zu Verbrennungen

  • Bei Verbrennungen ab Handtellergröße des Kindes muss immer ein Notarzt alarmiert werden. Bereits ab 8% verbrannter Haut (ein Arm) besteht bei Kindern Lebensgefahr. Bei Erwachsenen ab 16%.
  • Bereits ab 52 Grad wird die Haut geschädigt.
  • Verbrannte Haut unterbricht die Wärmebarriere der Haut. Daher besteht bei größeren Verbrennungen/Verbrühungen immer die Gefahr der Auskühlung und Kühlen ist nicht immer angezeigt.
  • Bei größeren Verbrennungen besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Schocks (Kreislaufzusammenbruch). Daher musst du dein Kind beruhigen und genau beobachten. Bei aussetzender Atmung musst du sofort reanimieren.
  • Sofortiges Kühlen bewirkt lediglich eine kurzzeitige Schmerzlinderung, die Haut wird dadurch nicht repariert! Späteres Kühlen hat keinen positiven Effekt.
  • Brandblasen dürfen keinesfalls geöffnet werden, damit sich die Haut nicht infiziert! Hausmittel wie Quark sind aus diesem Grund ebenfalls tabu!

Wann du die Kleidung entfernen solltest

Wenn sich dein Kind mit einer heißen Flüssigkeit verbrüht hat, ist es wichtig, die Kleidung so schnell wie möglich zu entfernen. Denn je länger die heiße Kleidung an der Haut verbleibt, desto schlimmer ist die Schädigung. Schneide die Kleidung daher notfalls mit einer Schere auf.

Wenn sich dein Kind an Feuer oder ähnlichem verbrannt hat, darfst du die Kleidung nur entfernen, wenn sie nicht eingebrannt ist. Sonst reißt die Haut gleich mit ab.

Sorge dafür, dass dein Kind nicht auskühlt. Am besten eignet sich zum Warmhalten die in Sanitätskästen enthaltene Rettungsdecke, da sie die Körperwärme am besten hält. Diese wird mit der silbernen Seite zum Körper umgelegt und die goldene Seite zeigt nach außen.

Wie und wann du kühlen solltest

Hat dein Kind also lediglich eine kleinflächige Verletzung bis zur Größe seines Handtellers, kannst du das betroffene Körperteil (außer bei Verletzungen am Rumpf) unter fließendes Wasser halten. Das Gesicht kann mit sterilen, feuchten Tüchern gekühlt werden – dabei die Atemwege frei halten. Beim Kühlen musst du folgende Regeln zu beachten:

  • Kleine Verletzungen, z.B. ein Finger, werden bis zu 10 Minuten mit etwa 15 Grad kühlen Wasser gekühlt.
  • Etwas größere Verletzungen bis Handtellergröße des Kindes kannst du etwa 3 Minuten mit handwarmem Wasser (25-30 Grad) kühlen.
  • Großflächige Verletzungen werden nicht gekühlt.
  • Verbrennungen am Rumpf werden ebenfalls nicht gekühlt.
  • Kühle niemals mit Eiswasser!

Decke die Wunde danach steril und möglichst fusselfrei ab und fahre sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus. Bei größeren Verletzungen solltest du besser den Notarzt rufen.

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Sowohl im Haushalt als auch draußen gibt es unendlich viele Giftstoffe, die die Gesundheit deines Kindes ernsthaft gefährden können. Hegst du auch nur den geringsten Verdacht, kontaktiere bitte umgehend eines der 8 Giftinformationszentren. Die Hotlines werden von Ärzten betreut, die dir schnell und kompetent weiterhelfen können. Verzichte auf Hausmittel, wie Erbrechen oder Milch. Damit kannst du sehr viel Schaden anrichten!

Folgende Symptome können einzeln oder zusammen für eine Vergiftung sprechen:

  • plötzliche Verhaltensänderung (Müdigkeit, Erregung. Zittern, Wanken)
  • gerötete Schleimhäute oder Mundbereich, eventuell Schluckbeschwerden
  • eventuell starker Mundgeruch oder verfärbter Speichel
  • vermehrter Speichelfluss
  • krampfartige Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Bewusstseinseintrübung, Apathie, Bewusstlosigkeit
  • Atemstörung

Lies dazu auch: Eine Vergiftung beim Baby erkennen und richtig handeln.

Fazit

Wenn ein Baby oder Kleinkind einen Unfall hat, ist es von Vorteil, wenn wenigstens eine Person weiß, was zu tun ist. Denn bis der Notarzt eintrifft, kann es schon zu spät sein. Gehe deshalb schon früh alle möglichen Situationen mindestens einmal im Kopf durch.

Denk am besten auch über einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs nach, um Handgriffe und Abläufe üben zu können, damit das Gelernte in einer Notsituation schnell abrufbar ist. Dazu empfehlen wir den Erste Hilfe Onlinekurs von Janko von Ribbeck (Rettungssanitäter und Vater von 4 Kindern).

Hast du noch eine Frage zum Thema „Erste Hilfe am Baby“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Tipp: Erste Hilfe Onlinekurs

In diesem Onlinekurs zeigt dir Janko von Ribbeck (Rettungssanitäter und Vater von 4 Kindern), wie du deinem Kind im Fall der Fälle das Leben retten kannst. Praxisnah, einfach und verständlich mit Beispielen erklärt.

Das könnte dir auch gefallen
>