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Hilfe ein Nachtschreck – wie helfe ich meinem Baby oder Kind?

Der Nachtschreck müsste Elternschreck heißen. Denn wer bleibt schon ruhig, wenn das Kind nachts plötzlich weint, schreit, um sich schlägt und niemanden erkennt? Was die bei kleinen Kindern häufige Schlafstörung auslöst und wie du richtig reagierst, erfährst du jetzt.

Seit einer Stunde schlummert der zweijährige Leo nun schon friedlich. Seine Eltern sitzen entspannt auf der Couch und schauen ihre Lieblingsserie. Doch plötzlich ein lauter Schrei aus dem Kinderzimmer. Sarah rennt erschrocken hin und findet Leo verängstigt mit weit aufgerissenen Augen im Bett. Als sie ihn hochnehmen will, wehrt er sich. Er scheint sie gar nicht zu erkennen!? Sarah ist geschockt, was ist bloß los?

Keine Angst vorm Nachtschreck

Pavor Nocturnus also „Nachtangst“ heißt der Nachtschreck – der Stoff, aus dem Eltern-Albträume sind. Dabei hat dein Kind selbst gar nicht schlecht geträumt. Es ist einfach nur kurz zwischen zwei Schlafphasen stecken geblieben. Genauer zwischen dem Tiefschlaf und einer traumlosen Leichtschlafphase. Sowohl Kinder als auch Erwachsene wechseln zwischen den verschiedenen Phasen hin und her, wenn sie schlafen. Kinder häufiger, weil ihre Schlafphasen noch kürzer sind.

Beim Nachtschreck klappt der Wechsel manchmal einfach nicht. Das reifende Gehirn sorgt eben nicht nur für anstrengende Entwicklungssprünge, sondern auch für den ein oder anderen Schabernack. Ängstigen muss dich das nicht. Immerhin ist ein Drittel aller Kinder zwischen zwei und sieben Jahren davon betroffen. Meist sporadisch. Nur wenige Kinder erwischt der Nachtschreck regelmäßig oder gar täglich. Falls das bei euch so ist, frag doch mal in der Familie nach. Denn es scheint eine Veranlagung für Nachtschreck (und Schlafwandeln) zu geben. Keine Sorge, das macht es nicht dramatischer! Eine Krankheit oder psychische Störung steckt meist nicht dahinter.

In den allermeisten Fällen verwächst sich das Phänomen nach ein paar Jahren. Kinder im Schulalter sind nur noch sehr selten von Nachtschreck betroffen. Auch Babys unter einem Jahr kann es treffen. Am häufigsten tritt das Phänomen aber erstmals im Kleinkindalter auf.

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Einen Nachtschreck erkennen

Ob dein Kind einen Nachtschreck erlebt oder gerade einen Albtraum hatte, kannst du recht leicht unterscheiden. Folgende Symptome sprechen für den Nachtschreck:

  • Er tritt vor allem in den ersten Schlafstunden auf. Am häufigsten nach ein bis zwei Stunden, aber auch bis zu vier Stunden nach dem Einschlafen. Immer jedoch in der ersten Nachthälfte!
  • Dein Kind wirkt ängstlich oder wütend. Es weint, schreit oder scheint aufgeregt.
  • Es erkennt dich nicht und lässt sich schlecht wecken.
  • Der Puls ist schnell, eventuell schwitzt es.
  • Wenn es überhaupt spricht, dann unverständlich.
  • Nach fünf bis fünfzehn Minuten ist alles vorbei und dein Kind schläft wieder ein.
  • Am nächsten Morgen kann es sich an nichts erinnern.

Unsere Tipps bei Nachtangst

Ruhe bewahren

So beängstigend der Nachtschreck für euch als Eltern auch ist, tief durchatmen! Es ist nichts Schlimmes und geht vorbei.

Dein Kind nicht wecken

Dein erster Impuls mag sein, dein Kind aus dem Schlaf zu holen um es besser beruhigen zu können. Das solltest du jedoch lassen. Denn solche Versuche machen es nur schlimmer und es dauert länger.

Leise beruhigen

Manche Kinderärzte raten dazu, dein Kind währenddessen sanft festzuhalten, damit es sich nicht verletzt. Andere, es in Ruhe zu lassen und nur zu schützen. Rede ihm ganz leise und beruhigend zu. Auch wenn es nicht richtig wach ist, werden deine Worte in sein Unterbewusstsein vordringen.

Überreizung fördert Nachtschrecks

Nicht immer lässt sich bei Nachtschreck etwas tun. Aber es gibt Hinweise darauf, dass eine Überreizung am Tag zu mehr Schlafstörungen führt. Der Nachtschreck gehört dazu. Versuch daher zwischen aufregenden Phasen am Tag immer wieder Ruhepausen und Zeit an der frischen Luft einzubauen. Betroffene Kinder sollten Medienkonsum lieber reduzieren oder ganz meiden. Auch ein ausgedehntes Abendritual kann hibbeligen Kindern helfen, ruhiger zu schlafen.

Bei häufiger Nachtangst zum Arzt

Wenn dein Kind regelmäßig Nachtschreck-Episoden hat, sprich mit deiner Kinderärztin darüber. Wenn du unsicher bist, ob es tatsächlich Nachtschreck ist, kannst du dein Kind dabei filmen und die Aufnahme in der Praxis zeigen.

Entspannungstechniken oder Homöopathie probieren

Nicht alle Ärzte sehen bei Nachtschreck Handlungsbedarf. Es gibt aber welche, die deinem Kind eine Entspannungstherapie, zum Beispiel autogenes Training verschreiben. Keine schlechte Sache. Denn auch später noch kann dieses Wissen deinem Kind in Stresssituationen gut helfen.

Auch Homöopathie kannst du probieren. Am besten mit professioneller Unterstützung durch Heilpraktiker oder Ärzte mit entsprechender Erfahrung.

Nachtschreck bei Jugendlichen und Erwachsenen – eine ganz andere Nummer

In den allermeisten Fällen verwächst sich der Nachtschreck, wenn er in den ersten sechs Lebensjahren erstmals aufgetreten ist. Wenn dein Kind beim ersten Nachtschreck aber schon sieben oder älter ist, solltest du einen Arzt um Rat fragen.

Bei Erwachsenen steckt oft etwas anderes dahinter. Meist (aber nicht immer!) eine Depression, Angststörung oder andere psychische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen ganz schön beeinflussen kann. Wenn du von Nachtschreck oder Ähnlichem betroffen bist, scheue dich nicht, mit Ärzten oder Therapeuten darüber zu sprechen. Immerhin können die nächtlichen Anfälle den Schlaf ganz schön stören und dir Kraft rauben. Manche Betroffene werden sogar aus Versehen gewalttätig. Oft liegen die Probleme so tief, dass sie für dich selbst kaum zu erkennen sind und zum Beispiel nur unter Hypnose ans Licht kommen. So oder so, lass dir helfen, damit es dir bald besser gehen kann!

Hast du noch eine Frage zu Nachtschreck bei Babys, Kleinkindern und Vorschulkindern? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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