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Fontanelle beim Baby: viel Platz für schlaue Köpfchen

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Was ist die Fontanelle und warum gibt es sie? Alles zu den Lücken in Babys Schädel erfährst du jetzt. Dazu lernst du, was du beachten solltest und welche Warnsignale der Fontanelle einen Arztbesuch nötig machen.

Was ist die Fontanelle beim Baby?

Wahrscheinlich hast du die Fontanelle bei deinem Baby schon ertastet. Oder die Kinderärztin hat dich darauf hingewiesen. Weich fühlt sie sich an, wie eine kleine Öffnung in der Schädeldecke. Und genau das ist es auch. Denn Fontanellen sind Lücken an der Nahtstelle zwischen den verschiedenen Schädelknochen. Neugeborene haben sie, Tierbabys anderer Wirbeltiere auch.

Sie haben zwei Aufgaben:

  1. Die Schädelplatten schieben sich an den Fontanellen übereinander, wenn sich dein Baby durch den Geburtskanal arbeitet. So passt das Köpfchen besser durchs Becken. Mit ein Grund, warum Kaiserschnitt-Babys bei der Geburt oft rundere Köpfe haben, als natürlich geborene Kinder. Keine Sorge, der Kopf deines Schatzes entfaltet sich binnen weniger Tage bis Wochen zu voller Schönheit.
  2. Das Gehirn wächst in den ersten Lebensjahren rasant. 10 cm Kopfumfang kommt allein in den ersten zwölf Monaten dazu. Die Fontanellen lassen ihm Raum zum wachsen. Erst nach und nach schließen sich die Nahtstellen.
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Wie viele Fontanellen gibt es beim Baby?

Dein Baby kommt mit mindestens sechs Fontanellen zur Welt. Die größte und bekannteste liegt oberhalb der Stirn. Sie hat die Form eines Sterns. (Wie passend oder?) Eine weitere findest du am Hinterkopf. Sie ist dreieckig und kleiner.

Die letzten vier liegen rechts und links des Kopfes. Eine hinter dem Ohr und eine in der Nähe der Schläfe, auf jeder Seite natürlich. Die seitlichen sind so klein, dass du sie nur schwer tasten kannst. Manchmal gibt es bei der Geburt noch weitere kleine Fontanellen. Auch die schließen sich schnell.

fontanellen_bezeichnungen

Tabelle: Wann schließen sich die Fontanellen beim Baby?

Schon wenige Monate nach der Geburt beginnt sich die erste Fontanelle zu schließen. Die anderen folgen nach und nach. Am längsten braucht die große Fontanelle. Sie ist meist erst nach drei Jahren komplett geschlossen.

Nur bei wenigen Kindern verknöchern die Fontanellen vorzeitig (siehe letzter Abschnitt).

Die Fontanellen beim BabyWann sie sich schließen
Kleine Fontanelle am Hinterhaupt3. Lebensmonat
Fontanelle an der Schläfe6. Lebensmonat
Fontanelle hinter dem Ohr18. Lebensmonat
Große Fontanelle über der Stirn36. Lebensmonat

Was muss ich bei Babys Fontanellen beachten?

Babys Kopf solltest du immer vorsichtig behandeln, egal ob die Fontanellen noch offen sind oder nicht. Dennoch ist das Gehirn darunter besser geschützt, als du meinen magst. Dickes Bindegewebe trennt es von der großen Welt.

Deshalb ist es völlig okay, wenn du deinem Baby das Köpfchen wäschst oder die Haare vorsichtig mit einer weichen Bürste glättest. Ansonsten lass die Fontanellen einfach in Ruhe. Wenn sich Kopfgneis bildet (fettige Hautschuppen, die bei kleinen Babys oft vorkommen), kratze die Schuppen nicht herunter. Selbstverständlich solltest du auch nicht in die Fontanellen hineindrücken. Unter dem Bindegewebe liegen teils große Arterien, die nicht verletzt werden dürfen.

Das wird wichtig, wenn sich dein Kleines mal an der Fontanelle gestoßen haben sollte. Wann du zum Arzt gehen solltest, erfährst du jetzt.

Warnzeichen: wann zum Arzt?

Eine normale Fontanelle ist weich und etwa auf einer Ebene mit dem Kopf (im Niveau). In Liege- oder Sitzposition kann sie sich leicht verändern. Gefährlich ist das nicht. Es zeigt nur, dass im Köpfchen Bewegung ist. Auch eine pulsierende Fontanelle ist völlig okay. Das passiert vor allem dann, wenn dein Kind sich aufregt.

Dennoch gibt es Signale, bei denen du zum Arzt gehen solltest:

Vorgewölbte Fontanelle

Wenn sich die Fontanelle bei deinem Baby nach oben wölbt, ist der Druck in seinem Gehirn groß. Das kann von einer Entzündung kommen. Oder aber von einem Bluterguss nach einem Sturz oder Stoß. Beides sind Notfälle, ab in die Klinik!

Deutlich eingefallene Fontanelle

Hat dein Kind wenig getrunken? Ist es krank und hat Durchfall oder erbricht? Wenn dazu eine eingefallene Fontanelle kommt, ist der Flüssigkeitsmangel schon sehr groß. Am besten Wasser, Tee oder Muttermilch/Babymilch einflößen und ebenfalls in die Kinderklinik oder zumindest zum Kinderarzt, aber bitte schnell. Hoher Flüssigkeitsverlust kann die kleinen Nieren schädigen. Wahrscheinlich muss dein Kleines für eine Weile an den Tropf, damit es ihm wieder gut geht.

Verformter Kopf: manchmal nicht nur ein Schönheitsfehler

Wenn dir schon früh oder noch nach der U4 auffällt, dass sich das Köpfchen deines Babys ungewöhnlich formt, sprich das deutlich in der Kinderarztpraxis an. Oft liegt es nur daran, dass dein Kind aus verschiedenen Gründen eine Lieblings-Liegeposition hat. Oder zu viel auf dem Rücken liegt. Beides lässt sich ändern. Je früher, desto besser, denn bis zum 6. Monat sind die Schädelplatten weich und beweglich genug.

Es kann aber auch sein (dieser Fall ist allerdings sehr selten), dass sich eine oder mehrere Fontanellen zu schnell geschlossen haben. Kraniosynostose nennt man das. Das passiert mitunter schon im Mutterleib. Das Gehirn wächst dann dorthin, wo es noch Platz hat. Das kann später neben angeknackster Psyche auch neurologische Probleme nach sich ziehen. Manchmal hilft hier nur eine OP, um dem Hirn wieder Platz zu geben.

Hast du noch eine Frage zur Fontanelle bei Babys? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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