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Baby 18 Monate - Kleinkind 18 Monate - kleiner Junge spielt mit Bällen

Dein Kleinkind mit 18 Monaten: „Hey, schau mal, was ich mache!“

Dein Kleinkind hat im Alter von 18 Monaten einen außerordentlich großen Drang nach Bewegung und Aufmerksamkeit. Außerdem ist es möglich, dass der aktuelle Entwicklungsschub Albträume oder Schlafprobleme mit sich bringt. Welche weiteren spannenden Meilensteine in diesem Lebensmonat deines Lieblings auf dich warten könnten, verraten wir dir im folgenden Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktuell benötigt dein Kind vermutlich sehr viel Aufmerksamkeit. Dies kann mitunter anstrengend für dich sein. Wir haben Tipps für dich!
  • Der Bewegungsdrang deines Schatzes ist wahrscheinlich enorm: Baue eine Tobe-Ecke in eurem Zuhause ein, um dies zu unterstützen.
  • Manche Kleinkinder im Alter von 18 Monaten können rückwärts laufen, im Kreis gehen oder vorwärts hüpfen, andere noch nicht.
  • Dein Kind liebt in dieser Zeit wahrscheinlich Bewegungsspiele, Fingerspiele und (rhythmische) Lieder.
  • Aufgrund des aktuellen Entwicklungsschubs kann es sein, dass dein Kind verstärkt Albträume oder Schlafprobleme hat. Wir geben Tipps, wie du als Elternteil damit umgehen kannst.
  • In diesem Zeitraum ist es möglich, dass das Kind eine intensive „Mama“ oder „Papa“-Phase hat. Wir erklären die entwicklungspsychologischen Hintergründe dazu.
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Die Entwicklung des Kleinkindes mit 18 Monaten

An dieser Stelle beglückwünschen wir dich von Herzen zu deinem 1,5 Jahre alten Kind! In Richtung des 2. Geburtstages entwickelt es sich immer mehr und lernt jeden Tag etwas Neues dazu. Vielleicht eignet sich dieser Zeitpunkt gerade gut, um einmal auf das zurückzublicken, was hinter euch liegt.

Dieser Entwicklungsmonat ist geprägt vom Drang nach Aufmerksamkeit, der Bewegungslust und der weiter wachsenden Handlungssicherheit deines Schatzes.

Spielverhalten

„Ab in den Matsch, der schmeckt so herrlich gut!“

Dein Kleinkind macht sich seine Umwelt weiter explorativ (erforschend, erkundend) zu eigen. Es möchte in Dauerschleifen Spiele wie „Engelchen, flieg“, geliebte Lieder- und Klatschspiele sowie Fingerspiele mit dir machen. Auch Seifenblasen findet es bestimmt interessant.

Außerdem matscht dein Schatz im Moment sehr gerne und mit besonders viel Ausdauer. Mache dir hier keine Sorgen: Auch dies ist Teil des derzeitigen Entwicklungsschubs. Wenn sich dein Kleinkind im Sandkasten gerne mit Dreck, Sand und Matsch beschäftigt, schult dies auch sein Immunsystem. Denn: Der Körper deines Lieblings wird durch den intensiven Kontakt mit möglichen Bakterien und Viren resistenter und lernt, Infekte abzuwehren. Dein Kind stärkt sich durch die Exploration mit Naturmaterialien daher also selbst. Wenn du mit ihm viel Zeit auf Spielplätzen und in der Natur verbringst, ermöglichst du deinem Kleinkind die umfassendsten Explorationserfahrungen.

Sozialverhalten und emotionale Intelligenz

„Hey, schau mal, was ich kann!“

Aktuell fühlst du dich als Elternteil vielleicht besonders herausgefordert, da dein kleiner Schatz ganz viel Aufmerksamkeit einfordert: Hast du das Gefühl, sobald du dich auf dem Spielplatz mit anderen Eltern unterhältst oder du einen Blick auf dein Handy wirfst, quengelt dein Liebling nach dir?

Vorweg: Damit bist du nicht allein. Dein Kleinkind befindet sich derzeit in einer sehr intensiven Phase und fordert deine Aufmerksamkeit und Zuwendung aktiv und stetig ein. Teilweise sucht es auch deine Bestätigung, wenn es stolz auf das ist, was es selbst erreicht hat. Wenn du diese intrinsische Motivation bestätigst, schult das den kindlichen Willen und stärkt die Selbstwirksamkeit. Dadurch kann sich dein Kind besonders gut entfalten.

Bei all der Aufmerksamkeit, die dein Kind aktuell benötigt, solltest du dennoch darauf achten, dass auch du als Elternteil dir selbst genügend Raum schenkst. Versuche, dich mit dem anderen Elternteil oder anderen Freunden und Verwandten gut abzusprechen und zu klar kommunizieren, wenn du Zeiten ohne dein Kleinkind benötigst.

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Motorik

„Ich will toben, toben, toben!“

Aktuell möchte dein kleiner Schatz überall durchkrabbeln, laufen, herumhüpfen oder balancieren! Vielleicht kann dein Kind auch schon rückwärts laufen (sofern es bereits läuft) und stürzt dabei immer seltener.

Auch der Transport von Kuscheltieren und anderen Gegenständen wird ihm immer leichter fallen. Durch die Übung und Wiederholung dieser Bewegungsabläufe kann er auf Aufforderung oder aus eigenem Willen heraus mühelos seine Puppe oder den Teddy vom Kinderzimmer in die Küche tragen.

Falls du das Gefühl hast, dass gerade nichts in der Wohnung vor deinem kleinen Schatz sicher ist, hast du recht. Wir empfehlen dir, gezielt eine sichere Tobe-Ecke einzurichten, in der sich das Kind nach Belieben und ohne Limit ausprobieren und auspowern kann. Hierfür eignet sich ein frei stehender Bereich mit vielen Kissen und Matratzen, den das Kleinkind eigenständig erreichen kann. Auch ein Indoorzelt oder ein Spieltunnel sind gute Ideen. Weiter unten geben wir dir einen Produkttipp für ein Indoorzelt, das sich dafür bestens eignet.

Sprachentwicklung

„Nane essen!“

Ganz gleich, ob dein kleiner Schatz schon spricht, oder noch nicht, sein Sprachverständnis arbeitet derzeit auf Hochtouren! Es versteht mittlerweile (in der Regel) bis zu 100 Wörter. Die Nutzung rhythmischer Spiele wie Fingerspiele, Kinderlieder und Klatschspiele unterstützt diesen Prozess. Neben diesen Spielen kannst du die Sprachentwicklung deines Kindes befördern, indem du wiederholst, was du über seine Signale oder 1-2-Wort-Sätze verstehst. Im Folgenden haben wir dazu ein paar Beispiele für dich:

  • Kind: „Nane haben!“ – Du: „Möchtest du die Banane haben?“
  • Kind: „Fant!“ – Du: „Ich glaube, du möchtest deinen Elefanten zum Kuscheln haben. Ist das richtig?“
  • Kind: „Opa brumm brumm.“ – Du: „Du sprichst über Opas Auto, oder? Freust du dich darauf, dass er heute mit dem Auto vorbeikommt?“
  • Kind: „Da, Wauwau aua.“ – Du: „Du hast gesehen, dass der Hund da vorn einen Verband um die Pfote hat. Das ist richtig, mein Schatz. Was meinst du, hat er sich verletzt?“

Die korrekte Wiederholung dessen, was du aus der Sprache deines Kindes heraushörst, schult seinen Wortschatz sowie sein Verständnis von Interaktion. Außerdem gibst du deinem Kind so zu verstehen, dass du es ernst nimmst und ihm zuhörst in dem, was es mitzuteilen hat.

Vermutlich wird es weiterhin zu Stürzen und kleineren Verletzungen in eurem Alltag kommen. Nähe, Zuwendung und ansprechende Tier-Pflaster laden hier zur Beschäftigung mit Verletzungen ein. Vermeide Sätze wie: „Du brauchst nicht zu weinen.“, „Alles gut.“, „Es ist doch nichts passiert.“ Dein Kind verinnerlicht diese Worte und könnte das Gefühl bekommen, dass seine Wahrnehmung des Schmerzes oder seine Empfindung verkehrt sind. („Ich weine, denn ich habe mich verletzt, meine Eltern sagen aber, dass ich nicht weinen soll, weil es nicht schlimm ist.“). Lass dich daher beim Trösten ganz auf deinen Liebling ein und wiederhole auch hier, was du wahrnimmst. „Du bist ziemlich traurig, weil du dir so weh getan hast, kann das sein?“

Geistige Entwicklungsschritte

„Mein Puppenwagen hat keine Gefühle, Oma aber schon!“

Im Alter von 18 Monaten hat dein Kind womöglich gelernt, dass Gegenstände keine Lebewesen sind und damit keine Gefühle haben. Umso mehr weiß es jetzt, dass andere Menschen verschiedenste Stimmungen haben können und seine Empathie baut sich so weiter aus.

Sein Langzeitgedächtnis verfestigt sich. Es speichert Informationen und Erfahrungen hauptsächlich in Ruhe- und Schlafphasen ab und verinnerlicht sie. Diese Entwicklung kann mitunter den Schlaf im 18. Lebensmonat beeinflussen, worauf wir weiter unten noch einmal genauer eingehen.

Gerade geschieht innerlich sehr viel bei deinem Schatz, da es sich in einer Übergangsphase zwischen den Meilensteinen des 1. und des 2. Lebensjahres findet. Das ist oft der Grund, warum sich Kinder in diesem Alter so individuell entwickeln. Vergleichen lohnt sich also nicht.

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Die Grundbedürfnisse

Schlafen

„Ich habe furchtbare Albträume und kann im Moment gar nicht schlafen!“

Aktuell kann es bei deinem kleinen Schatz durch die Dichte an Entwicklungsschritten zu Albträumen und Schlafregressionen (häufiges Aufwachen in der Nacht und die Verweigerung, tagsüber ein Nickerchen zu halten) kommen. Dies ist typisch für die derzeitige Entwicklungsphase. Dein Kind hat Mühe damit, die Masse an Informationen und Erfahrungen abzuspeichern, weshalb dies vorrangig während des Nachtschlafes geschieht. Die häufige Folge: Albträume und schlaflose Nächte. Auch abends nicht zur Ruhe zu kommen gehört dazu.

Wir empfehlen: Passe euer Einschlafritual an diese Phase an und nimm dir mehr Zeit, um das Kind in den Schlaf zu begleiten. Manchmal lohnt es sich, dein Kleinkind mit einer Baby-Trage in den Nachtschlaf zu begleiten. Lege sie dir ganz regulär um, so als würdest du mit deinem Kind irgendwo hingehen wollen und laufe dann mit ihm in der Trage in eurem Zuhause herum. Sie eignet sich auch, um nebenbei den Haushalt zu erledigen, während sich dein Kind beruhigen kann. Die körperliche Nähe in einer Trage in Verbindung mit der rhythmischen Bewegungen des Elternteils lassen das Kind oftmals leichter zur Ruhe kommen.

Diese Phase dauert in der Regel zwischen 2 und 6 Wochen. Sollte sie länger andauern, empfehlen wir, die Kinderärztin/den Kinderarzt aufzusuchen. Unabhängig davon ist es ratsam, innerhalb dieser (für Eltern und Kind) herausfordernden Zeit so viel Entspannungszeiten wie möglich in den Alltag einzubauen, damit das Kind bei unruhigem Nachtschlaf über den Tag verteilt zur Ruhe kommen kann.

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Die Verdauung

„Wow, so sieht das aus, wenn ich in die Windel drücke!“

Das wachsende Interesse und die Aufmerksamkeit deines Lieblings für Körperfunktionen lädt zum Improvisieren ein: Gehe mit deinem Liebling einmal auf Entdeckungsreise, wenn es das einfordert. Wie sieht das aus, was es da in die Windel macht? Falls du schon erste Reifezeichen bei deinem Kind wahrgenommen hast, kannst du dir Gedanken machen, ob du vorbereitend ein Töpfchen besorgen möchtest, selbst wenn das „Trocken Werden“ erst in Monaten oder Jahren Thema werden sollte. Falls dein Kind seine Ausscheidungen ganz bewusst wahrnimmt, kann es ausprobieren, sich mit Windel auf das Töpfchen zu setzen und zu überlegen, wie sich das anfühlt. Von erzwungenem Töpfchentraining raten wir jedoch ab.

Essen & Trinken

„Nein, das mag ich nicht!“

Selbst wenn du dein Kind so viele Lebensmittel wie möglich ausprobieren und eigenständig essen lässt, bekommst du im Moment immer wieder ein „Nein!“ an den Kopf geworfen? Wir können dich beruhigen, du hast es dir vermutlich schon gedacht: Auch das ist Teil der aktuellen Willensbildung und eine Vorstufe der anstehenden Trotzphase (Autonomiephase). Wir empfehlen, dein Kind nicht dazu zu drängen, etwas zu essen, was es nicht essen möchte. Wenn es sein „Nein!“ ausgesprochen hat, nimm es darin ernst. Wenn es dann doch noch hungrig ist, wird es dir das mitteilen. Dieser innerliche, kindliche Lernprozess von Interaktion in Verbindung mit den eigenen Grundbedürfnissen legt den Grundstein für die spätere, selbstständige Bedürfnisbefriedigung.

Größen mit 18 Monaten – Mädchen und Jungen

18 Monate altMädchen Jungen
Gewicht8 bis 13 kg9 bis 13 kg
Körpergröße75 bis 86 cm77 bis 87 cm
⌀ Kleidergröße8686
⌀ Mützengröße50/5150/51
⌀ Schuhgröße2222

*Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind gerundete, weltweite Durchschnittswerte der WHO. Sie umfassen die fünf Perzentilen – 94 Prozent der Kinder lassen sich dort einordnen. Wenn sich dein Kleinkind stets unterhalb oder oberhalb der Spanne bewegt, ist bestimmt alles okay. Falls du dennoch verunsichert bist, sprich es am besten bei der nächsten U-Untersuchung oder ärztlichen Kontrolle an.

Unsere Ideenkiste für Eltern

Hier findest du einige Empfehlungen, die dir bei der Begleitung deines Kleinkindes im 18. Monat behilflich sein können.

Kleinkind-Trage als Einschlafhilfe

Wie oben bereits angesprochen kann auch eine Baby- & Kleinkind-Trage helfen, das Einschlafen zu erleichtern. Diese Trage aus Bio-Baumwolle ist für Kinder von 0 bis 36 Monaten und bis zu einem Körpergewicht von 20 kg nutzbar, also sehr nachhaltig.

Baby 18 Monate - Kleinkind 18 Monate - Babytrage

Indoor-Zelt mit Tunnel

Dieses Indoorzelt (und Outdoorzelt) mit dazugehörigem Tunnel eignet sich optimal, um dem Bewegungsdrang deines Kindes zu Hause nachgehen zu können. Außerdem kann das Zelt auch für Ruhephasen als Rückzugsort des Kindes dienen.

Baby 18 Monate - Kleinkind 18 Monate - Spieltunnel

Traumreisen zum Einschlafen

Um Schlafproblemen und Albträumen entgegenzuwirken, eignen sich (neben dem Einschlafritual) auch Hörbücher wie diese 30 Traumreisen für Kleinkinder, die du dir mit deinem Schatz gemeinsam anhören kannst.

Baby 18 Monate - Kleinkind 18 Monate - Traumreisen

Kostenloses aus dem Alltag

Make-Up ist für Jungen und Mädchen besonders spannend. Biete es deinem Kind ruhig als Spielzeug an und begleite die Situation. Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken neuer Welten und Konsistenzen!

Baby 18 Monate - Kleinkind 18 Monate - Alltagsmaterialien

Von Eltern zu Eltern: Tipp des Monats

Kommt dir das bekannt vor? Du kommst mit deinem fordernden Kleinkind aktuell an deine Grenzen. Und obwohl du dir vorgenommen hast, es nicht zu tun, setzt du es vor Fernseher oder Tablet? Atme einmal tief durch und mach dir keine Sorgen! Ausnahmen bestätigen die Regel, solange sie Ausnahmen bleiben und du den Konsum deutlich begrenzt.

Vermutlich ist dir wichtig, dass dein Kind nicht irgendetwas schaut, sondern dass es wenigstens wertvoll für seine Entwicklung ist. Wir haben dir hier pädagogisch vertretbare Serien für Kleinkinder mit 18 Monaten zusammengestellt, die du auf Netflix und Amazon findest. Aus Sicht der Redaktion haben all diese Serien eines gemeinsam: Eine kleinkindgerechte Ansprache in Verbindung mit der Darstellung achtsamer Abenteuer und ohne schnelle Bildwechsel (mit einer maximalen Länge von 20 Minuten.)

Netflix:

  • „Bobo Siebenschläfer“ (die Geschichten dienen auch als liebevolle Einschlafhilfe)
  • „Petterson und Findus“ (Verbindung Zusammenleben Tier & Mensch)
  • „Masha und der Bär“ (Verbindung Zusammenleben Tier & Mensch)

Amazon Prime Video:

  • „Mama Fuchs und Papa Dachs“ (Thema: Patchworkfamilie)
  • „Ethan der Kipplaster“ (Thema: Lernen und Spielen unter Werten)
  • „Miffy“ (Heiteres Leben eines Hasen-Kleinkindes)

Wenn möglich, begleitest du dein Kind beim Schauen und achtest darauf, dass es nicht überfordert ist. Kinder sind unterschiedlich. Was das eine locker wegsteckt, kann für das andere viel zu viel sein.

Kleiner Exkurs: Die kindliche Bindung aus pädagogischer Sicht

1958 entwickelte der Kinderpsychiater und Psychoanalytiker John Bowlby zusammen mit seiner Mitarbeiterin Mary Ainsworth die Bindungstheorie, die in Teilen noch heute gültig ist. Nach dieser Theorie gibt es verschiedenste Arten der Bindungen, die Kinder zu ihrer primären Bindungsperson/den engsten Bezugspersonen haben können.

Die Theorie besagt, dass ein Neugeborenes ein angeborenes Bedürfnis nach Bindung hat. Daher sucht es in herausfordernden Situationen die Nähe, die Zuwendung und den Schutz bei der Person, die seine Bedürfnisse versorgt und ihm Geborgenheit schenkt. Dies ist im Säuglingsalter oftmals die Mutter oder der Vater, kann aber je nach Familienkonstellation auch jede andere Person sein, die das Kind in den ersten vier Monaten seines Lebens maßgeblich begleitet und ihm emotionale Sicherheit gibt.

Die Intensität und Ausprägung der Bindungsbeziehung verändert sich im Laufe des Lebens. So kann es sein, dass das Kind mit 12 Jahren andere Bezugspersonen hat, als die eigenen Eltern. Was jegliche Bindungen des Kindes aber immer beeinflusst, ist die Qualität der Bindungsbeziehung zur primären Bezugsperson. Bowlby und Ainsworth gingen dabei von einer primären Person aus. Je nach Familienkonstellation und Struktur hat sich diese Betrachtung heutzutage oft verschoben: Beide Elternteile können zu gleichen Teilen primäre Bindungspersonen sein, bei denen das Kind sein Nähebedürfnis befriedigen kann (Largo, 2016, S. 50).

Die sogenannten sekundären Bindungspersonen sind alle dem Kind sonst nahestehenden Menschen, die ihm nach der primären Bezugsperson/den primären Bezugspersonen emotionale Stabilität bieten. Im Verlauf des Wachstums des Babys kommen immer mehr sekundäre Bindungspersonen in seinem Leben dazu (Oma, Tante, Opa, enge Freunde der Eltern).

Mama-Phase/Papa-Phase: Nach der Bindungstheorie ganz normal

Wenn dein kleiner Schatz aktuell mehr oder ausschließlich nach einem von euch fragt, musst du dir keine Sorgen machen: Dieser Zustand ist nach der Bindungstheorie phasenweise völlig normal. Im Alter von 18 Monaten ist es nicht unüblich, dass das Kind mit wachsender Handlungsfähigkeit eine „Rückversicherung“ benötigt, um weiter stabile Lernerfahrungen in seiner Umwelt sammeln zu können. Dafür wählt es oft die Person, die nach seiner Erfahrung sein aktuelles Bedürfnis am besten befriedigt.

Häufige Fragen

Mein Kind hat im Moment eine Mama-Phase/Papa-Phase. Was kann ich tun?

Wenn ein Kind mit 18 Monaten eine intensive Mama-Phase oder intensive Papa-Phase hat, dann gibt dies Hinweise darüber, dass aktuell ein bestimmtes Bedürfnis der emotionalen Befriedigung des Kindes besteht. Es möchte seine Umwelt weiter erforschen, aufgrund der Dichte an Entwicklungsschritten benötigt es jedoch wieder verstärkt Sicherheit, um sich zu trauen. Das Sicherheitsbedürfnis zeigt es durch Suchen, Weinen, Nachlaufen, Festklammern und bei Abwesenheit der Person durch Resignation und Rückzug (Graf, Seide, 2016, S. 2011).

Wenn du die angesprochene Person der Phase deines Kindes bist und es dich stark einfordert, gehe feinfühlig auf deinen kleinen Schatz ein und versuche seine Signale bei der Bedürfnisbefriedigung zu interpretieren. Falls du die aktuell „uninteressantere“ Person im Leben deines Kindes bist, versuche die Situation anzunehmen, wie sie ist und dir vor Augen zu führen, wie wichtig diese Befriedigung des Bindungsbedürfnisses aktuell für dein Kind ist, damit es ein gesundes Sozial- und Bindungsverhalten aufbauen kann.

Dein Kind hat dich als Papa oder Mama nicht weniger lieb als den anderen Elternteil oder meidet dich, sondern es benötigt verstärkt die Zuwendung einer bestimmten Person, mit der es eine explizite Bedürfnisbefriedigung verbindet.

Wie kann ich mein 18 Monate altes Kind beschäftigen?

Ein Kleinkind mit 18 Monaten kreativ zu beschäftigen, kann zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • in einem beliebigen Zimmer (in Verbindung mit der Tobe-Ecke) mit Alltagsgegenständen (Decken, Kissen, Kisten) einen Bewegungs-Parcours bauen und diesen gemeinsam mit dem Kind erklimmen
  • eine Kissenschlacht machen
  • „Bitte-Danke“-Spiele, also das „Geben und Nehmen“ spielerisch mit Spielzeug fördern
  • verschiedene Schüsseln mit Wasser füllen. Dem Kind dann Wasserfarben anbieten und sehen, was geschieht
  • eine Spardose mit kleinen Deko-Kügelchen oder Ähnlichem befüllen und schauen, was das Kind damit macht
  • an einen Wäschekorb verschiedene Schnüren spannen. Ganz unten in den Wäschekorb Spielzeug, oder einen „Schatz“ legen
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Quellen

  • Graf, Danielle, Seide, Katja (2016). Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen (12. Auflage 2017). Weinheim Basel: Verlagsgruppe Beltz.
  • Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij, Xaviera Plas-Plooij: Oje ich wachse!: Von den 10 „Sprüngen“ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 20 Monate und wie Sie damit umgehen können. Mosaik Verlag, überarbeitete Neuausgabe (27. Mai 2019)
  • Largo, Remo H. (2016). Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren (18. Auflage). München/Berlin: Piper Verlag GmbH.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2022): Entwicklung. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/ (abgerufen am 13. Juli 2022)
  • Klax Kreativ UG (2022). Susanne Stegmaier: Grundlagen der Bindungstheorie. https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/psychologie/1722/ (abgerufen am 14. Juli 2022)
  • World Health Organisation (2022): The WHO Child Growth Standards. https://www.who.int/toolkits/child-growth-standards/standards (abgerufen am 13. Juli 2022)
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