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Ab wann krabbeln Babys?

Endlich hinterher kommen, wenn Mama oder Papa aus dem Zimmer verschwinden?! Das wünschen sich viele Babys. Und ihre Eltern. Aber wann lernen Babys eigentlich krabbeln? Deine Fragen beantworten wir in diesem Artikel. Dazu gibt es Tipps, wann und wie du deinem Baby beim Krabbeln lernen helfen kannst.

Wann krabbeln Babys?

Kiara liegt auf dem Bauch, wedelt mit den Füßen und jammert. Mama ist gerade aus dem Zimmer gegangen und sie muss hier allein rumliegen. Doof ist das! So geht das nicht! Sie stützt sich mit den Händen auf und zieht ein Speckbeinchen nach vorn. Dann das zweite…und rutscht weg. Okay also anders: sie schiebt ihre Arme nach vorne und … rutscht rückwärts. Dorthin wollte sie doch gar nicht! Kiara ist verzweifelt und fängt an zu weinen.

Viele Eltern können den Tag nicht erwarten, an dem ihre Babys endlich so richtig mobil werden. Geht es dir auch so? Kein Gequengel mehr, weil das Lieblingsspielzeug unerreichbar ist. Nicht mehr so viel Herumtragen, dein Baby kann einfach selbst hinterherkommen. Richtig? Na ja fast. Aber wann ist es denn nun soweit? Wann lernen Babys krabbeln?

Wie so oft, ist auch das eine Frage der Gene und des Temperaments. Es gibt Frühstarter, den Durchschnitt und Spätzünder. Manche Kinder – etwa 10% – krabbeln gar nicht. Dazu aber unten im Artikel mehr. Allgemein gilt:

Frühgeborene erreichen ihre Meilensteine meist etwas später. Das ist ganz normal. Schließlich haben sie einiges aufzuholen. Interessant ist vielleicht, dass Babys mit vielen Speckröllchen oft später dran sind. Wahrscheinlich müssen sie erst ein paar mehr Muskeln aufbauen, um die zusätzlichen Kilos durchs Wohnzimmer zu bugsieren. Denn damit ein Baby krabbeln lernt, braucht es eine gute Nacken- und Rückenmuskulatur.

Ablauf beim Krabbeln lernen

Krabbeln braucht viel Vorbereitung. Die einzelnen Schritte zu diesem wichtigen Meilenstein sehen so aus:

  1. Hochstützen mit den Armen in Bauchlage – idealerweise mit geöffneten Händen
  2. Rollen, im Kreis drehen und/oder Robben (nicht alle Babys robben vorher!)
  3. Po hochdrücken
  4. Auf Armen und Knien stehen
  5. Beine und Arme wechselseitig bewegen
  6. Rückwärts Treppenstufen hinunter krabbeln
  7. Schneller krabbeln und bremsen lernen
  8. Über Hindernisse und auf Schrägen krabbeln

Manchmal geht es erst rückwärts

Ganz zu Anfang sind die Beine schneller als die Arme oder andersherum. Im ersten Fall schieben die Händchen dein Kleines auf glattem Boden rückwärts, bis es unter der Couch festhängt. Fiese Gemeinheit! Dann musst du helfen und dein Kindlein befreien. Oder aber du lockst es so lange, bis es den Vorwärtsgang entdeckt. Bei manchen Kinder dauert das ein paar Wochen.

Im zweiten Fall kippt das Baby nach vorn auf das Näschen. Aua! Tut zwar weh, gehört aber zum Lernprozess dazu. Immerhin muss es lernen, sich abzufangen. Und eben auch Arme und Beine abwechseln zu benutzen.

Aber ganz egal ob vorwärts oder rückwärts – Hauptsache der Boden wird sauber 😉

Wie beim Krabbeln lernen helfen?

Es mag dich erstaunen, aber du kannst bei deinem normal entwickelten Baby nicht viel tun, wenn es einfach noch nicht so weit ist. Die weiter oben verlinkte Untersuchung hat ergeben, dass Baby-Kurse wie Babyschwimmen oder PeKip die Entwicklung nicht beschleunigen. Dein Baby braucht die entsprechenden Verknüpfungen im Gehirn. Wann die da sind, bestimmen die Gene.

Zusätzlich braucht es Gelegenheit. Je mehr Zeit dein Baby angeschnallt in Buggy, Wippe oder Autositz verbringt, desto schlechter ist das für seine Gesundheit und sein Körpergefühl. Wenn du dein Baby also oft genug auf den Boden lässt, wird es von ganz allein anfangen zu krabbeln.

Wenn du das Gefühl hast, dass Babys Muskeln etwas Hilfe benötigen, kannst du sie spielerisch stärken. Ein paar gute Anregungen dazu gibt es in diesem Video ab Minute 2:30. Auch wenn sie den Beginn des Krabbeln vielleicht nicht beschleunigen, können die Übungen nicht schaden – solange du das Ganze spielerisch angehst und nicht zu viel erwartest.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Auch beim Boden kannst du helfen. Eine gute und große Krabbeldecke, die nicht wegrutscht, ist schon mal eine tolle Anschaffung. Bei sehr glatten Böden helfen nackte Beinchen oder Strumpfhosen mit Stopperfunktion an den Knien und den Füßen – kurz: Krabbelstrumpfhosen. Aber selbst ohne diese Extras klappt es irgendwann ganz von allein.

Wenn dein Baby das Krabbeln auslässt

Manche Babys krabbeln nicht. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Manchen ist es schlichtweg zu anstrengend. Bei anderen haben die Gene diese Phase einfach nicht vorgesehen.

Krabbeln ist super für die Gehirnentwicklung. Das bedeutet aber nicht, dass Kinder, die diese Phase auslassen, später Probleme haben müssen. Manche Entwicklungsverzögerungen oder geringe Körperspannung äußern sich darin, dass den Kindern Krabbeln so schwer fällt, dass sie lieber gleich laufen lernen. Solche Kinder haben später öfter Schwierigkeiten in der Schule. Aber nicht weil sie nicht gekrabbelt sind. Sondern das Nicht-Krabbeln war eher ein Symptom von mehreren. Wenn dein Baby sonst völlig normal entwickelt scheint und sich gern bewegt, musst du dir keine Sorgen machen.

Erwähne es trotzdem vorsichtshalber bei der kommenden U-Untersuchung. Deine Kinderärztin wird einschätzen können, ob dein Kleines zusätzliche Unterstützung braucht oder nicht. Falls ja, bieten zum Beispiel Bobath-geschulte Physiotherapeuten Therapien an, bei denen dein Kind die Krabbelphase spielerisch nachholen kann.

Hast du noch Fragen zum Thema „Ab wann krabbeln Babys“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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