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Zahnen beim Baby: Tipps, Hilfe & Anzeichen für die ersten Zähne

Hilfe, der erste Zahn kommt! Was eigentlich toll ist, kann Eltern und Kind ganz schön stressen. Woran du erkennst, dass dein Baby zahnt und wie du helfen kannst, erklären wir jetzt.

Hilfe – mein Baby zahnt!?

Matti schläft schlecht, schon immer – aber seit Tagen nun wacht er jede Stunde auf und weint. Stillen, streicheln, gut zureden, nichts hilft. Seine Eltern sind am Rande der Verzweiflung, was hat er bloß? Drücken etwa die Zähne? Er ist doch erst 5 Monate alt!?

Es soll ja Babys geben, denen es nichts ausmacht, wenn sich die Zähnchen langsam durch den Kiefer schieben. Aber an den allermeisten Kindern geht das Zahnen nicht spurlos vorbei. Die Crux? Oft wissen Eltern nicht, warum es ihrem Baby gerade schlecht geht. Denn manche Symptome ähneln denen eines Entwicklungssprungs oder eines Infekts. Manchmal findet auch alles gleichzeitig statt. Das macht es nicht einfacher.

Bei vielen Babys brechen die 20 Babyzähne so durch:

Wann etwa?Welche Zähne?
4 - 8 Monatemittlere Schneidezähne (oft unten zuerst)
8 - 12 Monateseitliche Schneidezähne
14 - 18 Monatevordere Backenzähne
18 - 24 MonateEckzähne
24 - 30 Monatehintere Backenzähne

Wichtig zu wissen: Ausnahmen von der Regel gibt es immer. Manche Babys sind deutlich früher dran und haben schon bei oder nach der Geburt ihren ersten Zahn. Den nennt man dann Hexenzahn. Manche kauen noch mit einem Jahr auf der Felge. Dann kommen aber alle Zähnchen recht schnell. Oder die Zähne brechen in einer vollkommen anderen Reihenfolge durch. Alles genetisch veranlagt, also kein Grund zur Sorge!

Anzeichen für die ersten Baby-Zähne

Nun gut, also vielleicht die Zähne. Aber woran erkennt man denn nun, ob es das ist oder doch etwas anderes?

Neben allgemeinen Symptomen wie unruhigem Schlaf, anhänglich und weinerlich sein sowie erhöhter Temperatur gibt es auch andere, eindeutigere Symptome:

  • Dein Baby kaut auf allem herum, das es zu fassen bekommt. Es hat ständig die Hände im Mund.
  • Es sabbert ohne Ende.
  • Warmes Essen oder Getränke lehnt es ab. Kühles ist auf einmal hoch im Kurs.
  • Es ist unruhig. Im Liegen scheint es mehr Schmerzen zu haben. (kennt jeder, der schon mal Zahnschmerzen hatte)
  • Seine Wangen werden einseitig rot.
  • Das Zahnfleisch ist geschwollen. Meist kurz bevor der Zahn durchbricht.
  • Es hat eventuell dünnen Stuhlgang, der Bereich um das After ist gereizt.

Fieber über 38 Grad ist laut Arztmeinung kein Symptom für das Zahnen. Es kann aber sein, dass dein Baby in der akuten Zahnungsphase anfälliger für Infekte ist als sonst.

So kannst du deinem Baby bei Zahnen helfen

Durch die Zeit, in der die Zähne sprießen, müssen wir Eltern alle durch. Leider. Manche Kinder leiden mehr, andere weniger. Zum Glück kannst du ein bisschen helfen, damit sich die Schmerzen in Grenzen halten. Hier kommen ein paar Tipps:

1. Gegenstände zum darauf herumkauen anbieten

Schnuffeltücher, Holzlöffel, Bauklötze: Babys greifen instinktiv zu allem Möglichen, um auf darauf ausgiebig herumzukauen. Gut, wenn das Objekt der Wahl dann nicht auseinander fällt und keine giftigen Stoffe wie z.B. Weichmacher oder Schwermetalle aus dem Lack an Babys Mund abgibt. Vielleicht kaufst du gleich einen Beißring, den du im Kühlschrank (NICHT im Eisfach!) kühlen kannst. Am besten aus Naturkautschuk oder reinem Silikon. Ein feuchter Waschlappen tut es aber auch!

2. Veilchenwurzel und Alternativen

Manche Eltern schwören auf Veilchenwurzeln aus dem Bioladen. Die getrocknete Wurzel der Iris Florentina enthält Alkaloide, die die Entzündung eindämmen können. Zudem hat sie eine praktische Form und Größe. Wenn du es probieren willst, koch die Wurzel vorher aus und binde sie sicher fest.
Alternativ kannst du deinem Baby eine harte Brotrinde geben oder eine Möhre schälen und kühlen. Bleib aber bitte dabei, falls es dein Kleines doch schafft, ein Stückchen davon abzubeißen und sich daran verschluckt.

3. Zahnfleisch massieren

Kauf dir kleine Fingerlinge oder schneide Waschlappen zurecht. Feuchte sie mit kühlem Wasser an und massiere damit vorsichtig die Kauleiste deines Babys – genau da, wo du denkst, dass der Zahn bald durchbricht. Geht auch mit dem Finger, aber immer Händewaschen nicht vergessen! Das Massieren ist zusätzlich eine gute Vorübung für’s Zähne putzen, wenn die Beißerchen dann da sind.

4. Globuli, Zahnungsgels und Schmerzmittel?

An Globuli wie den Osanit-Zahnungskügelchen scheiden sich die Geister. Ärzte gestehen ihnen allenfalls einen Placebo-Effekt zu. Viele Eltern mögen sie trotzdem. Ob du es probieren willst, ist dir überlassen, schaden tun sie jedenfalls nicht.

Wenn dein Baby starke Schmerzen hat und nicht schlafen kann, frag in der Apotheke nach verträglichen Zahnungsgels (Vorsicht, einige sind erst ab 2 Jahren!). Richtige Schmerzmittel solltest du dagegen beim Zahnen lieber nicht geben. Die sind zwar ebenfalls frei verkäuflich, können aber durchaus Langzeitfolgen haben.

5. Viel trinken lassen!

Warum? Weil die Flüssigkeit dem Körper hilft, mit der Entzündung besser fertig zu werden. Außerdem sind feuchte Schleimhäute widerstandsfähiger. Also immer schön schmieren.

6. Viel Nähe und Ablenkung

Kuscheln, stillen, hochnehmen, herumtragen – die meisten Babys mögen das, wenn sie Schmerzen haben. Dann fühlen sie sich geborgen und die Ablenkung tut gut. Wir mögen ja das Familienbett. Gerade in schweren Zeiten bekommen viele Eltern und Babys darin mehr Schlaf. Apropos Stillen: wenn die Spitze des Zahns endlich durch ist, merken Stillmamas das meist als erste. Aua, das kann ganz schön piken!

7. Weniger Wäsche mit Halstüchern

Noch ein Wort zum Thema Haushalt. Um durchgesabberte Wäscheberge zu vermeiden, sind Halstücher in dieser Zeit Gold wert. Am besten solche, die sich selbst öffnen, wenn Baby irgendwo hängen bleibt (Klettverschluss oder Druckknopf). Und lieber gleich eine ganze Ladung davon.

8. Mythos Bernsteinkette

Das Baby zahnt? Da kommt Oma doch gleich mit einer Bernsteinkette angerannt. Ist ja schließlich Tradition und hilft bestimmt. Wirklich? Nein, leider nicht! Kinderärzte raten davon ab. Zum einen sind die Bernsteine leider wirkungslos. Zum anderen kann sich das Baby strangulieren oder versehentlich einen der Steine verschlucken, sollte die Kette reißen. Dazu kommen Keime, die sich auf dem organischen Material vermehren können. Denn wer putzt die einzelnen Steine schon regelmäßig? Also lieber lassen.

Karies vorbeugen – schon wichtig vor dem ersten Zahn!

Wusstest du, dass die Milchzähne bereits kaputt gehen können, wenn sie noch gar nicht rausgucken? Manche Eltern überrascht das. Problematisch ist es, wenn das Baby bis dahin Apfelsaftfan war oder andere zuckerhaltige Getränke bekommen hat. Denn Kariesbakterien finden ihren Weg schon bis in den Kiefer. Wenn dein Baby betroffen ist, erkennst du das sofort. Dann sind die kleinen Zähnchen dunkel oder ungleichmäßig gefärbt.

Wenn Milchzähne kariös sind, sind es oft auch die bleibenden Zähne. Denn die werden ebenfalls bald angelegt und warten auf ihre große Stunde. Daher lieber bei Milch, Wasser und zuckerfreiem Tee bleiben. Und Zähnchen putzen nicht vergessen. Das senkt das Risiko enorm.

Hast du noch Fragen zum Thema „Baby zahnt“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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