Von Anfang an dabei!

Tipp: Welche Babykurse sich wirklich lohnen (und welche nicht)

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Babykurse sind ideal, um deiner Wohnung zu entfliehen. Das Baby ist beschäftigt, während du mit anderen Eltern plauderst. Oder ganz viel Neues über dein Kind lernst. Aber welche Kurse sind wirklich sinnvoll? Und was ist zu viel des Guten? Wir geben dir einen Überblick und einige Tipps mit auf den Weg.

Bloß raus, raus, raus aus der Wohnung. Vielen Müttern fällt nach dem Wochenbett – oder schon währenddessen – die Decke auf den Kopf. Wenn es keine Freundinnen mit Babys gibt, kann schnell noch Einsamkeit dazu kommen. Nicht jede hat das Glück, dass auch der Partner bei der Betreuung mitmachen kann.

Also was tun? Wie kann man die freie Zeit mit Baby möglichst sinnvoll füllen? Wie das Kind beschäftigen und vielleicht sogar fördern? Im Internet findest du allerlei fesch-klingende Babykurse. In ländlichen Gegenden müssen Eltern oft mit den Kursen Vorlieb nehmen, die eben angeboten werden. Dann ist das so. Einmal Abwägen weniger. Und über die Qualität sagt das nichts aus, im Gegenteil! Aber gerade in großen Städten gibt es so viele verschiedene Angebote, dass du schnell den Überblick verlieren kannst. Hier kommen unsere Empfehlungen:

Welche Babykurse wir Eltern von Babelli empfehlen

Babymassage ist für Erstlingseltern durchaus sinnvoll

Eine schöne Stunde ganz intensiven Kontakt genießen, die Bindung stärken, deinem Baby etwas Gutes tun. Und das alles bei angenehmen Temperaturen. Diese Babykurse sind nicht nur was für Mamas, sondern auch für Papas – das haben auch Freunde von uns berichtet.

Die Kursleiterin zeigt dir bei der Babymassage ganz genau, mit welchen Griffen du dein Kleines entspannen oder vitalisieren kannst. Ganz nebenbei lernst du die feinen Signale kennen, die Neugeborene aussenden, lange bevor sie beginnen zu weinen. Dieses Wissen wird dich noch durch so manche schwere Zeit bringen.

Beginn: am besten nach dem Wochenbett
Dauer: ca. 3-5 Einheiten à 1-1,5 Stunden
Kosten: etwa 60-100 Euro pro Paket
Anbieter: Physiotherapeutinnen oder Hebammen
Alternativen: Baby-Yoga oder Baby-Shiatsu

PEKiP und andere Wortschöpfungen

PEKiP, Pikler, ElBa, FABEL, FenKid oder DELFI… wtf?? Bei Babykursen finden sich die abgedrehtesten Bezeichnungen, meist aus Anfangsbuchstaben zusammengesetzt. Das soll sich einer merken. Hinter jeder dieser Wortschöpfungen steckt aber ein Konzept, nach dem die Kursleiterinnen geschult werden. In jedem dieser Kurse wirst du dein Kleines unter netter Anleitung ziemlich gut kennenlernen und Dinge über es erfahren, die du noch nicht wusstest. Es ist also vor allem etwas für frischgebackene Eltern, die manchmal erst Vertrauen in sich und die Fähigkeiten ihres Kindes entwickeln müssen. Die Babys dürfen sich dabei frei bewegen und entwickeln so ein gutes Körpergefühl.

Von PEKiP hast du bestimmt schon gehört? Hier darf dein Kleines ohne störende Kleidung und Windel einen warmen Raum erkunden (Eine tolle Erfahrung, wenn eure Wohnung eher kalt ist). Du bist lediglich Beobachter. Es bekommt Kontakt zu anderen Babys und du zu anderen Eltern. Keine Sorge: Ihr dürft angezogen bleiben 😉 Aber auch die anderen Kurse sind sinnvoll. Nur alle auf einmal sind wirklich doppelt gemoppelt.

Beginn: ab dem 4.-5. Monat, manchmal auch früher
Dauer: ca. 8-10 Einheiten à 1-1,5 Stunden
Kosten: etwa 70-120 Euro pro Paket
Anbieter: Familienzentren und ähnliche Einrichtungen, Privatpraxen
Alternative: Krabbelgruppe und Bücher

Nicht nötig aber interessant: Babyzeichen aka Zwergensprache

Mit Babys kommunizieren? Das geht schon von Anfang an. Denn dazu musst du nur die feinen Signale deines Schatzes lesen lernen. Aber wusstest du, dass Babys schon mit richtigen Zeichen sprechen können, lange bevor sie die ersten Wörter über die Lippen bringen? Ihr müsst es nur üben.

Welche Zeichen es gibt, kannst du in Büchern wie dem von Vivian König nachlesen. Auch auf Youtube findet sich etwas. Oder aber du buchst einen Kurs. Je nachdem, wie du am liebsten lernst. Natürlich kannst du dir Zeichen selbst ausdenken… sozusagen als eure Geheimsprache.

Beginn: ab 6 Monate
Dauer: ca. 8-10 Einheiten à 1-1,5 Stunden
Kosten: etwa 70-120 Euro pro Paket
Anbieter: Familienzentren und ähnliche Einrichtungen, Privatpraxen
Alternative: Bücher und Youtube

Babyschwimmen: der Klassiker ist nicht für jeden

Dem Babyschwimmen hatten wir schon einen ganzen Artikel gewidmet. Viele Eltern haben es auf der Liste. Schließlich soll es das Körpergefühl des Babys stärken und ergibt sooo süße Fotos beim Untertauchen. Untertauchen? Das sehen Kinderärzte eher kritisch und raten davon ab. Und ein Fisch wird dein Kleines auch nicht, nur weil du es siebenmal zum Babyschwimmen gebracht hast. (Die wenigsten Eltern schaffen alle Termine)

Du merkst, diesen Babykurs kannst du machen, musst du aber nicht. Der Aufwand ist gerade im Winter ziemlich groß. Und ob es deinem Baby Spaß macht, hängt sehr von seiner Persönlichkeit ab. Denn gerade empfindliche Kinder sind vom hallenden Lärm und den Lichtreflexen eingeschüchtert. Dann reicht auch die Badewanne zuhause. Hast du dagegen ein Kind erwischt, das durch nichts zu schocken ist, kann es ein Riesengaudi sein. Vielleicht probierst du es einfach vorher im Babybecken des heimischen Schwimmbades aus.

Wenn ihr in der Familie zu Allergien neigt, frag vorher in deiner Kinderarztpraxis nach, ob jetzt schon der richtige Zeitpunkt ist.

Beginn: nach 3 Monaten, aber auch später
Dauer: ca. 8-10 Einheiten à 30 Minuten
Kosten: etwa 100-120 Euro pro Paket
Anbieter: Hebammen oder Therapeutinnen in Schwimmbädern, Reha-Einrichtungen, Krankenhäusern oder Therapiepraxen
Alternative: heimische Badewanne, Babybecken im Schwimmbad

Alternative: Die gute alte Krabbelgruppe

Kommt dir alles komisch vor? Eigentlich wolltest du doch nur Kontakt zu anderen Eltern und ihren Kindern? Dann reicht die Krabbelgruppe in der Nähe völlig aus. Babys brauchen keine Kurse, um zu gedeihen.

Wenn du dich mit deinem Kind blendend verstehst, ist nicht mal eine Anleitung von außen nötig. Trotzdem haben die meisten Krabbelgruppen jemanden, der die Gruppe leitet. In der Regel ehrenamtlich. Für dich fallen, wenn überhaupt, nur ganz kleine Gebühren an. Einfach um die Unkosten zu decken.

Manchmal schaffen es Eltern aus der Umgebung auch, sich privat zu treffen. Solche Informationen findest du dann z.B. in Kirchenblättern, in Familienzentren, Eltern-Cafés oder durch Mundpropaganda.

Beginn: mit 6 Monaten, aber auch früher
Dauer: wöchentlich 1-2 Stunden
Kosten: kostenlos oder kleine Aufwandsentschädigung von wenigen Euro
Anbieter: Familienzentren, Kirchen, privat organisiert
Alternative: selbst verabreden

Vor- und Nachteile von Babykursen

Schwankst du noch, ob du Kurse eher gut oder unnötig finden sollst? Wir haben Vor- und Nachteile aufgelistet. Vielleicht hilft es dir ja, deine persönliche Lage richtig einschätzen zu können.

Pro

  • Gleichgesinnte treffen, Freundschaften knüpfen
  • Abwechslung vom Baby-Alltag für dich
  • Spannende Beschäftigung für dein Baby
  • neue Mitmach-Lieder und Fingerspiele
  • das Baby unter Anleitung richtig kennenlernen, Umgang mit Baby üben
  • erste Kontakte unter Babys

Contra

  • kann in Stress für dich und/oder das Baby ausarten
  • kostet Geld und Zeit
  • feste Termine lassen sich manchmal schlecht mit dem Schlafrhythmus vereinbaren
  • ob es Spaß macht, hängt auch von der Kursleiterin und den anderen Eltern ab

Sei ehrlich zu dir selbst

Frag dich am besten, was du von einem Babykurs erwartest, bevor du ihn buchst:

  1. Willst du einfach nette Eltern kennenlernen? Das geht auch in der oft kostenlosen Krabbelgruppe.
  2. Möchtest du dein Baby besser verstehen und verwöhnen können? Dann brauchst du die Anleitung einer erfahrenen Kursleiterin.
  3. Willst du dein Kind besonders fördern? Erwarte nicht zu viel, jedes Kind entwickelt sich in seiner eigenen Geschwindigkeit. Es wird kein super Schwimmer, nur weil es beim Babyschwimmen war. Und kein tiefenentspannter Yogi, weil du ihm schon jetzt Yoga nahebringst. Wahrscheinlich wirst du in den Kursen vor allem lernen loszulassen und deinem Kind zu vertrauen. Und das ist ja auch gut.

und auch andere Dinge sind wichtig:

  1. Ist dein Kleines offen für Neues oder schnell überfordert? Viel Input härtet nicht ab, im Gegenteil. Schau also auch immer darauf, wie sich dein Baby beim Kurs fühlt.
  2. Wie belastbar bist du selbst? Gerade im Winter kann schon das Anhosen des Babys ewig dauern. Gerade beim Babyschwimmen ist das ganze Drumherum ziemlich aufwendig. Vergiss dich also trotz aller guten Absichten selbst nicht.
  3. Wie viel Zeit und Geld habt ihr? Wenn nur eins davon nicht reicht, ist schon ein Kurs zu viel. Nicht schlimm, denn auch ohne wird dein Kleines ganz normal groß. Die Babykurse sind ein Nice-to-have, kein Must-have.

Den richtigen Babykurs finden

Frag Menschen in deiner Nähe, ob sie einen speziellen Babykurs empfehlen können. Das können andere Eltern sein, aber auch die Hebamme, die Dame vom Jugendamt beim Hausbesuch oder die Kinderärztin. Oft gibt es nicht weit weg ein Familienzentrum, das Kurse anbietet. Oder ein Elterncafé. Du musst nur danach im Internet suchen.

Hast du noch Fragen zu den Babykursen? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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