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Plötzlicher Kindstod

Plötzlicher Kindstod (SIDS): Ursachen, Risikofaktoren & vorbeugende Maßnahmen

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Plötzlicher Kindstod: das Schreckgespenst vieler Schwangerer und frisch gebackener Eltern. Schon im Krankenhaus wirst du eindringlich vor den vermeintlichen Risiken gewarnt. Aber wie groß ist die Gefahr von SIDS wirklich? Wie viele Kinder sterben pro Jahr am plötzlichen Säuglingstod? Und wie kannst du dein Kind davor bewahren?

Das Wichtigste in Kürze

  • Der plötzliche Kindstod ist selten. Derzeit trifft es in Deutschland etwa 2 von 10.000 Babys.
  • 80% der Fälle von plötzlichem Kindstod treten in den ersten 6 Lebensmonaten auf, die meisten Fälle zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat.
  • Die Ursache ist nicht geklärt. Es gibt Risikofaktoren, eindeutige Belege aber nicht.
  • Neueste Forschungen sehen einen Zusammenhang zwischen SIDS und einem Enzym-Mangel.
  • Mediziner gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenkommen, wenn ein Baby an SIDS stirbt.
  • Die „3-R-Faustregel“ fasst die wichtigsten Maßnahmen zusammen, um SIDS vorzubeugen: Rückenlage – Rauchfrei – Richtig gebettet!
  • Ein Erste-Hilfe-Kurs am Baby gibt dir Sicherheit!
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Definition: Was ist der plötzliche Kindstod?

Den plötzlichen Kindstod nennen Fachleute auch „Sudden Infant Death Syndrome“ (SIDS). Früher hieß er kurz „Krippentod“. Auch die Bezeichnung plötzlicher Säuglingstod ist geläufig.

SIDS ist ein Sammelbegriff für ungeklärte Todesfälle bei Säuglingen. Also keine Krankheit, sondern das plötzliche Versterben eines Babys unter 12 Monaten ohne eindeutige Diagnose.

Häufigkeit: Wie oft kommt es zum plötzlichen Kindstod?

Das „Sudden Infant Death Syndrome“ ist sehr, sehr selten. Aktuell verstirbt in Deutschland circa eines von 5.000 Babys. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen (in etwa 60 Prozent der Fälle).

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Plötzlicher Kindstod: Entwicklung der jährlichen Sterblichkeit, Stand 2015

Durchgängige Linie: Jungen, Gestrichelte Linie: Mädchen
Quelle: Statistisches Bundesamt (2014) Todesursachenstatistik ab 1998. Sterbefälle, Sterbeziffern (je 100.000 Einwohner, altersstandardisiert) www.gbe-bund.de (Stand: 15.04.2015)

Die Zahlen sind seit den 1990er Jahren durch die konsequente Aufklärung über die Risikofaktoren rückläufig. Im Jahr 2020 wurden 773.144 Kinder geboren. 84 Kinder davon sind am plötzlichen Kindstod gestorben. Vor 30 Jahren lag der Wert noch bei über 1000 Kindern pro Jahr.

Wann tritt der plötzliche Kindstod ein?

  • Wenn der plötzliche Kindstod eintritt, dann meist beim Nachtschlaf, seltener beim Mittagsschlaf.
  • Im Winter kommt SIDS statistisch betrachtet häufiger vor als im Sommer.

SIDS-Risiko: In welchem Alter sind Kinder besonders gefährdet?

Rund 80 Prozent der Fälle von plötzlichem Kindstod treten innerhalb der ersten 6 Lebensmonate auf, das Risiko für SIDS ist zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat am höchsten. Die Verteilung sieht in etwa wie folgt aus:

Alter in MonatenAnteil SIDS-Fälle in Prozent (%)
1. Lebensmonatca. 5% aller SIDS-Fälle
2. Lebensmonatca. 14% aller SIDS-Fälle
3. Lebensmonatca. 17% aller SIDS-Fälle
4. Lebensmonatca. 16% aller SIDS-Fälle
5. Lebensmonatca. 13% aller SIDS-Fälle
6. Lebensmonatca. 9% aller SIDS-Fälle
7. Lebensmonatca. 7% aller SIDS-Fälle
8. Lebensmonatca. 6% aller SIDS-Fälle
9. Lebensmonatca. 5% aller SIDS-Fälle
10. Lebensmonatca. 4% aller SIDS-Fälle
11. Lebensmonatca. 3% aller SIDS-Fälle
12. Lebensmonat< 2% aller SIDS-Fälle

Plötzlicher Kindstod: Altersverteilung

Säuglinge im 3. und 4. Lebensmonat sind laut Statistik also besonders gefährdet. Nach der 12. Lebenswoche sinkt das SIDS-Risiko stetig. Nach dem Ende des ersten Lebensjahres tritt ein plötzlicher Kindstod so gut wie nicht mehr auf.

Ursache: Wie kommt es zum plötzlichen Kindstod?

Die Ursachen des plötzlichen Kindstods sind nicht geklärt. Es gibt Risikofaktoren, die mit SIDS in Verbindung gebracht werden (dazu gleich mehr). Belege, dass diese Risikofaktoren tatsächlich die Ursachen sind, gibt es nicht. Forscher können lediglich Zusammenhänge aufzeigen.

Wann gibt es die Diagnose „Plötzlicher Kindstod“?

Dann, wenn der Arzt keine Todesursache ermitteln kann. Genauer: niemand weiß, warum der Säugling starb. Diese „Ausschlussdiagnose“ ist sehr fehleranfällig. Sie hängt stark davon ab, was überhaupt untersucht wird und was die Eltern erzählen.

Nur eine gründliche Obduktion würde Klarheit bringen. Gibt es in Deutschland aber nur in 50 Prozent der SIDS-Fälle. Es ist möglich, dass bei den nicht-obduzierten Babys eine andere Todesursache aufgetaucht wäre als „Plötzlicher Kindstod“.

Plötzlicher Kindstod: mehrere Faktoren schuld?

Mediziner sind sich weitestgehend einig, dass eine Kombination aus ungünstigen Faktoren zum plötzlichen Kindstod führt. Eine einzelne, zweifelsfrei belegte Ursache gibt es nicht. Zu den möglichen medizinischen Gründen zählen folgende:

Theorie 1: Atemstörung als Auslöser

Einige Ärzte gehen davon aus, dass der Auslöser für SIDS eine Atemstörung ist. Diese Atemstörung sorgt dafür, dass das Herz langsamer schlägt und weniger Sauerstoff transportiert. Die Konzentration von CO₂ im Blut des Babys steigt an. Ein gesundes Baby wacht bei der erhöhten CO₂-Konzentration auf und atmet so, dass es mehr Sauerstoff bekommt. Untersuchungen ergaben, dass einige der verstorbenen Babys einen Defekt im Stammhirn hatten. Durch den Defekt fehlte diese Aufwach-Reaktion.

Theorie 2: Enzym-Mangel und fehlender Weckmechanismus des Gehirns als Auslöser

Die neuste Forschung knüpft an die Atemstörung und das fehlende „Alarmsystem“ im Babyhirn als Auslöser an. In einer aktuellen Studie der Biochemikerin Carmel Therese Harrington heißt es, dass ein Enzym-Mangel für den plötzlichen Kindstod verantwortlich sein könnte. Genauer: Ein Mangel an Butyrylcholinesterase. BChE ist wichtig für die Kommunikation im Gehirn. Ein BChE-Mangel könnte den Erregungsweg zwischen Atmung und Schlaf beeinflussen – mit schwerwiegenden Folgen. Das Baby wacht nicht automatisch auf, sollte die Atmung aussetzen. Der Tod tritt ein.

Weitere Studien sind nötig, um die Enzym-Mangel-These zu überprüfen. Sollten sich die Ergebnisse weiterer Untersuchungen decken, könnte dies den Durchbruch bei der Ursachenforschung zum plötzlichen Kindstod bedeuten. Dann könnte BChE künftig als Biomarker für gefährdete Babys dienen.

Theorie 3: Triple-Hypothese

Die „Triple-Hypothese“ geht von mehreren Faktoren aus, die zum SIDS führen. Zum Beispiel der Veranlagung, den Lebensumständen sowie einem akuten Geschehen. Die Veranlagung kann beispielsweise eine genetische Prädisposition sein, die Lebensumstände eine Raucherumgebung und das akute Geschehen eine Infektion.

Theorie 4: Enteroviren als Auslöser

Es gibt Ärzte, die vermuten, dass auch sogenannte Enteroviren am Zustandekommen von SIDS beteiligt sein könnten. Enteroviren können Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörungen hervorrufen.

Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod (SIDS)

Als Kinder mit besonderem Risiko gelten:

  • ALE-Kinder (Kinder, die ein sogenanntes „Anscheinend Lebensbedrohliches Ereignis“ erlebt haben.)
  • Säuglinge mit angeborenen Atemauffälligkeiten
  • Säuglinge mit Entwicklungsauffälligkeiten.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Faktoren, die das Risiko eines Säuglings, an SIDS zu versterben, erhöhen. Die „offiziellen“ Faktoren sind:

  • Junge Mutter (unter 20 Jahre)
  • Frühgeburt bis zur 33. Schwangerschaftswoche
  • Sehr geringes Geburtsgewicht
  • Bereits an SIDS verstorbene Geschwister
  • Einnahme von Drogen durch die Mutter
  • Rauchen der Schwangeren während der Schwangerschaft
  • Rauchen in der Lebensumgebung des Säuglings
  • Überhitzung / Überwärmung des Babys durch Decken, Kissen, zu warme Kleidung oder durch das Tragen von Babymützchen auf dem Kopf im Haus
  • Pucken / Swaddling
  • Fehlende Luftzirkulation in der Umgebung des Babys, also im Bettchen oder dem Kinderwagen
  • Accessoires im Bettchen, wie Nestchen, Kuscheltiere und Kissen für den Kopf
  • Schlafen in einem anderen Zimmer als die Eltern
  • Das Baby wird nicht gestillt und nimmt nachts auch keinen Nuckel
  • Schlafen des Säuglings in der Bauchlage*

In 99 Prozent der Todesfälle lag offiziell mindestens ein Risikofaktor vor.Gehört dein Baby nicht zu einer Risikogruppe (z.B. durch frühe Frühgeburt)? Hast du vermeidbare Risiken abgeschafft (z.B. das Rauchen)? Dann mach dir keine Sorgen!

(*Wichtig: Es geht hier nur um die Schlafsituation. Im wachen Zustand und wenn ihr dabei seid, kann und sollte das Baby zwischendurch auf dem Bauch liegen. Die begleitete Bauchlage ist für die motorische Entwicklung von Anfang an wichtig. Nachts sollten Kinder aber auf dem Rücken liegen. Auch die Seitenlage sollte vermieden werden. Manche Kinder können sich schon früh aus der Seitenlage selbständig auf den Bauch drehen.)

Wie die Risikofaktoren zustande kamen

Es existieren zahlreiche Studien zum plötzlichen Kindstod. Sie zeigen Umstände auf, in denen ein Säugling verstarb. Für die Studien wurden betroffene Eltern befragt. Was fehlt ist jedoch der Beweis, dass diese Umstände auch schuld daran waren. Dennoch weisen die Fälle Parallelen auf und lassen Rückschlüsse auf mögliche Risiken zu.

Prävention: Wie dem plötzlichen Kindstod vorbeugen?

Das Risiko für den plötzlichen Kindstod kannst du mit folgenden Maßnahmen deutlich verringern:

  • Stillen: Immer wieder zeigen Studien, dass die betroffenen Säuglinge nur sehr selten gestillt wurden. Daher gilt vor allem das nächtliche Stillen als eine Prävention gegenüber dem plötzlichen Kindstod. Gestillte Kinder haben eine 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, am Säuglingstod zu sterben.
  • Rückenlage: Versuche darauf zu achten, dass dein Baby auf dem Rücken liegt, wenn es schläft. Lies dazu aber auch unten stehenden Hinweis.
  • Nicht rauchen: Höre am besten schon vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen auf. Achte darauf, dass dein Baby auch nach der Geburt nicht passiv raucht.
  • Schnuller: Nicht jedes Baby nimmt einen Schnuller. Britische Forscher gehen davon aus, dass er das Risiko für SIDS senken kann. Unter anderem, weil er die Entwicklung des Gehirns im Stammhirn-Bereich fördern soll.
  • Temperatur: Prüfe, ob dein Baby friert oder schwitzt. Achte dabei auf die Temperatur im Nacken. Viele Eltern ziehen ihr Baby beim Schlafen zu warm an. Nur wenn ihnen kalt ist, wachen Babys auf, nicht aber bei Überhitzung.
  • Schlafsack: Verzichte auf schwere Decken im Bett und verwende im ersten Lebensjahr für dein Baby einen gut passenden Schlafsack.
  • Matratze: Greife zu speziellen Babymatratzen, die aus atmungsaktiven Materialien bestehen und nutze keine Überzüge oder Unterlagen für die Matratze. Diese können die Luftzirkulation verhindern.
  • Bettchen: Verzichte auf Accessoires im Bettchen. Dein Baby braucht nachts weder Nestchen noch zahlreiche Kuscheltiere, die es umgeben. Am sichersten schläft es in deinem Schlafzimmer!

Die optimale Raumtemperatur im Schlafzimmer sind 18°C. Nutze ein Thermometer für das Kinderzimmer oder dein Schlafzimmer und achte darauf, dass es nicht zu warm wird.

Die wichtigsten Maßnahmen, um SIDS vorzubeugen, lassen sich als „3-R-Faustregel“ zusammenfassen: Rückenlage – Rauchfrei – Richtig gebettet!

Hinweis zur Bauchlage:

Viele Eltern sind nervös, wenn ihr Baby nur auf dem Bauch zur Ruhe kommt. Denn die Bauchlage gehört mit zu den am häufigsten genannten Ursachen für den plötzlichen Kindstod. Mach dir bewusst, dass immer mehrere Faktoren zusammen als Auslöser agieren. Hast du einen kleinen Bauchschläfer, der nicht zur Risikogruppe gehört? Dann musst du nicht krampfhaft versuchen, dein Baby in die Rückenlage zu bringen.

Im Elternzimmer schlafen als Schutz vor SIDS

Zahlreiche Mythen ranken sich um die Bedeutung von einem Familienbett für den plötzlichen Kindstod. Es gibt verschiedene Studien, die auf das Risiko hinweisen, das beim Schlaf im Bett der Eltern auftritt. Das Risiko soll für ein Baby, das im Elternbett schläft, um das Dreifache erhöht sein.

Wichtig scheint, neben wem das Baby schläft. Neben der stillenden Mama ist es ziemlich sicher. Nicht aber neben einem älteren Geschwisterkind, einer anderen Person oder einem Haustier.

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Was Ärzte empfehlen

Das Risiko erhöht sich auch, wenn das Baby in einem anderen Zimmer schläft. Daher empfehlen Ärzte, dass du dein Baby bei dir im Schlafzimmer im eigenen Bettchen oder im Beistellbettchen schlafen lässt. Denn:

  • die gleichmäßigen Atemgeräusche der Eltern wirken sich positiv auf die Atemregulation des Babys aus
  • Eltern können Unregelmäßigkeiten bei der Atmung des Babys so besser bemerken.

Weitere Informationen zum Thema Plötzlicher Kindstod und Elternbett fasst der renommierte Kinderarzt Herbert Renz-Polster in diesem Artikel zusammen.

Matratzen, Sensormatten & Co: Hilft das gegen den plötzlichen Kindstod?

Viele Eltern haben Angst vor dem plötzlichen Kindstod. Sie machen sich große Sorgen, dass auch ihr Baby irgendwann einfach nicht mehr aufwacht und sie es tot in seinem Bettchen auffinden. Bitte bedenke, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dies deinem Baby geschieht äußerst gering ist. Viele der Risikofaktoren (etwa Rauchen) kannst du selbst beeinflussen. Auch wenn Risikofaktoren vorliegen, heißt das nicht, dass dein Kind besonders gefährdet ist.

Angst ist kein guter Begleiter, aber ein guter Verkäufer. Viele Unternehmen machen sich das zunutze. Ihre Marketingabteilungen legen Studien einseitig zum Vorteil der Firmen aus. Sie werben damit, dass Produkt XY vor dem plötzlichen Kindstod bewahre. Und nutzen damit die Urängste der Eltern aus.

Merke: Weder Babymatratzen noch Sensormatten oder spezielle Schlafsäcke können nachweislich den plötzlichen Kindstod verhindern!

Selbstverständlich solltest du auf die Schlafumgebung deines Babys achten. Aber lass dich durch die Panikmache nicht verunsichern. Es gibt keine renommierte Studie, die beispielsweise den Nutzen einer Sensormatte bei gesunden Kindern ohne besonderes Risiko beweist.

Plötzlicher Kindstod: Was tun im Notfall? Erste Hilfe beim Atemstillstand!

Ein gutes Mittel gegen die Angst? Vorsorgen und für alle Ereignisse gewappnet sein!

  • Was tue ich im Falle eines Atemstillstands?
  • Wie leiste ich Erste Hilfe?
  • Welches sind die Notfallnummern?

Eltern, die Erste Hilfe am Baby leisten können, erhalten viel Sicherheit im Umgang mit kleinen und großen Unfällen. Die Erste Hilfe Regeln solltest du regelmäßig wiederholen und dir einprägen. Dann bist du im Ernstfall auf alle Ereignisse vorbereitet.

Tipp: Ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind ist immer eine gute Idee, schon vor der Geburt! Hier lernst du die korrekte Beatmung und Wiederbelebung durch Fachkräfte. Wir empfehlen diesen Onlinekurs für Erste Hilfe am Kind & Säugling:

Erste Hilfe am Kind

Häufige Fragen zum Thema „Plötzlicher Kindstod“

Was sagt die Statistik: Wer ist besonders gefährdet?

Statistisch gesehen sind Babys junger Mütter aus unteren sozialen Schichten besonders gefährdet. Sie haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, am plötzlichen Kindstod zu sterben. Selbstverständlich liegt das nicht per se am geringen Einkommen. Sondern vielmehr an Problemen, die bei sozial benachteiligten Familien häufiger auftreten.

Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um statistische Werte, die besagen, dass SIDS bei sozial benachteiligten Familien häufiger vorkommt. Das heißt nicht zwangsläufig, dass soziale Benachteiligung eine Ursache für SIDS sein muss.

Einen sehr ausführlichen Artikel zur Ungenauigkeit der Theorien und Statistiken um den Plötzlichen Kindstod findest du auf das gewünschteste Wunschkind.

Plötzlicher Kindstod: Warum sinkt das Risiko nach dem vierten Monat?

Weshalb das SIDS-Risiko nach dem vierten Monat sinkt, lässt sich nur vermuten. Eine These ist, dass sich die Immunität der Babys zu dieser Zeit auf einem Tiefpunkt befindet. Die sogenannte „Leihimmunität“, die sie bei der Geburt von der Mutter bekommen, sinkt. Das eigene Immunsystem entwickelt sich jedoch erst. Das könnte Babys in diesem Alter besonders anfällig machen. Da der plötzliche Kindstod ein multifaktorielles Geschehen ist, reicht dies allein aber nicht als Erklärung aus.

Mein Kind hat manchmal Atemaussetzer: Muss ich mir Sorgen wegen SIDS machen?

Wenn du bemerkst, dass dein Kind im Schlaf Atemaussetzer hat, solltest du das immer abklären lassen und eurer Kinderärztin davon berichten. Vor allem dann, wenn…

  • die Atempausen länger als 15 Sekunden anhalten
  • die Atempausen zwar kürzer sind als 15 Sekunden, aber mit starker Blässe oder blauen Lippen einhergehen.

Bei Kindern, die regelmäßig Atemaussetzer haben, ist das SIDS-Risiko erhöht.

Eine routinemäßige Untersuchung im Schlaflabor ist bei Babys normalerweise nicht vorgesehen. Falls dein Kind jedoch einer SIDS-Risikogruppe angehört, kann es sein, dass dein Arzt dir zu einer Untersuchung im Schlaflabor rät.

SIDS mit 3 Jahren: Tritt SIDS auch bei älteren Kindern auf?

Ein plötzlicher Kindstod mit 2 oder 3 Jahren, ist ein absoluter Ausnahmefall. Wenn er auftritt, dann handelt es sich meist um die Folge einer Erkrankung.

Senkt ein Schnuller beim Schlafen wirklich das SIDS-Risiko?

Eindeutige wissenschaftliche Belege dafür, dass ein Schnuller beim Schlafen wirklich das SIDS-Risiko senkt, gibt es nicht. Es gibt jedoch Studien, die aufzeigen, dass ein Nuckel beim Schlafen einen gewissen Schutzeffekt hat. Es wird angenommen, dass Kinder, die mit Schnuller einschlafen, weniger tief schlafen. Dadurch werden sie bei eventuellen Unregelmäßigkeiten der Atmung leichter wach. Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt, dass schnullernde Kinder einen höheren Atemantrieb haben.

Es handelt sich hierbei aber nur um eine statistische Beobachtung. Sollte dein Kind keinen Schnuller nehmen, erhöht sich das SIDS-Risiko dadurch nicht automatisch.

Mein Baby ist am plötzlichen Kindstod gestorben: Wo bekomme ich Hilfe?

Ein Kind zu verlieren, gehört zum Schlimmsten, was Eltern widerfahren kann. Unser herzliches Beileid. Wir wünschen dir viel Kraft, um den tragischen Verlust zu verarbeiten.

Manchmal hilft es, sich mit anderen Betroffenen über den Tod auszutauschen. Die Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) Deutschland e.V. bietet trauernden Eltern eine Anlaufstelle und Unterstützung. Betroffene haben die Möglichkeit, gemeinsam zu trauern. Mehr Infos findest du hier: GEPS Deutschland e.V.

Quellen

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Erste Hilfe am Kind

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5 Kommentare anderer Nutzer

  1. Die meisten Kinder sterben am plötzlichen Kindstod um den Zeitraum herum, wenn die ersten Impfungen verabreicht werden. Interessant wäre mal ein Vergleich zwischen geimpften und ungeimpften Kindern.

    1. Hallo miteinander. Monokausal ist ein Zusammenhang zwischen Impfung und SIDS sicherlich nicht nachweisbar. Ein direkter Nachweis könnte über eine Biopsie der Formatio reticularis erfolgen.
      Liebe Grüße A.J.D.O.

  2. Versuchen Sie bitte nicht, bei einem bewusstlosen Kind den Puls zu ertasten. Das funktioniert nicht. Es kann sogar sein, dass man fälschlicherweise seinen eigenen Puls für den des Kindes hält. Wenn die Atmung funktioniert, kann man das hören. Ansonsten muss man immer auch eine Herzdruckmassage machen. Das gilt auch für Erwachsene.

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