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Vorstellungsgespräch mit Baby

Die größten Fehler von Eltern im Vorstellungsgespräch

Die Aufregung ist groß: Endlich bist du zu einem persönlichen Gespräch bei einem Unternehmen eingeladen, aber wie gehst du nun am besten mit deiner familiären Situation um? Solltest du zur Sicherheit die Kinder und die Elternzeit verschweigen? Oder doch besser auf der ganzen Linie ehrlich sein und für Klarheit sorgen? Eines von beiden gehört zu den größten Fehlern im Vorstellungsgespräch.

Nach gefühlt unzählig gewechselten Windeln und gegebenen Fläschchen wird es irgendwann auch wieder Zeit für die Selbstverwirklichung. Die Rückkehr ins Berufsleben steht an.

Als Erstes muss eine ansprechende Bewerbungsmappe erstellt werden, die vor allem deine fachlichen Kompetenzen beziehungsweise deine berufliche Erfahrung widerspiegelt. Gerade im Lebenslauf ist das Thema Familie dennoch nahezu unvermeidbar. Elternzeiten müssen ebenso ausgewiesen werden, wie alle anderen Lücken in der Laufbahn. Hier bringt es nichts, das Thema einfach unter den Teppich zu kehren und zu hoffen, dass es schon niemandem auffällt. Spätestens im Vorstellungsgespräch wird sowieso nach dem Grund für die Auszeit gefragt. Umgekehrt muss man aber auch nicht den Fokus auf die elterlichen Pflichten legen oder sich im Anschreiben schon für die Auszeit rechtfertigen. Weder das eine noch das andere macht ein besonders gutes Bild von dir als Bewerber.

Wichtig ist zu verstehen, dass die Bewerbungsmappe die Grundlage für das Vorstellungsgespräch darstellt. Doch selbst wenn das geschafft ist, wird dir beim Gedanken an das Vorstellungsgespräch mulmig? Damit bist du keinesfalls allein, denn gerade junge Eltern stolpern im Bewerbungsgespräch oft aufgrund ihrer Unsicherheit.

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Fehler, die wirklich vermeidbar sind

Einige unangenehme Malheure passieren beim Vorstellungsgespräch auch Bewerberinnen und Bewerbern, die nicht aus der Elternzeit kommen. Dennoch werden sie auch für Mütter und Väter immer wieder zur Stolperfalle.

Hier einige Beispiele für allgemeine Fehler:

  • unvorbereitet zum Vorstellungsgespräch erscheinen
  • unstimmige Angaben im Lebenslauf können nicht erklärt werden
  • zu spät und/oder abgehetzt zum Bewerbungsgespräch kommen
  • zu bescheiden auftreten und die eigenen Qualifikationen herunterspielen
  • den eigenen Wert nicht kennen
  • unehrlich sein

Fehltritte, die insbesondere Eltern passieren können:

  • Elternzeiten verschweigen
  • Bekleidung weist Rückstände der letzten Babymahlzeit auf
  • im Gespräch den Fokus zu stark auf die Kinder und Erziehungszeiten legen
  • die Kinder als Entschuldigung für eine Verspätung vorbringen

Über eine Sinnkrise und Sinnsuche nach der Elternzeit zu fachsimpeln, gehört ebenfalls definitiv nicht in ein Vorstellungsgespräch. Das könnte viele Minuspunkte einbringen, da jeder Arbeitgeber den von ihm angebotenen Job ganz sicher nicht dafür angedacht hat. Du solltest also klar kommunizieren, dass dir die neue Herausforderung für deine berufliche Weiterentwicklung wichtig ist.

Übrigens: Jeder Personaler hat durchaus Kenntnis davon, welche Eigenschaften mit dem Mutter- oder Vatersein einhergehen. Du musst also nicht deine Multitaskingfähigkeit, dein Organisationstalent oder dein Verantwortungsbewusstsein aufgrund deiner Kinder in den Mittelpunkt rücken.

Kinderbetreuung während des Vorstellungsgesprächs

Eine junge Mama berichtete uns: “Ich hatte endlich einen Termin für ein Vorstellungsgespräch. Doch in allerletzter Minute sagte mein Babysitter ab. Im ersten Moment war ich echt verzweifelt, aber es half ja nichts. Also rief ich bei der Personalabteilung an, entschuldigte mich und erklärte meine Lage. Doch noch bevor ich nach einem neuen Termin fragen konnte, sagte mir die nette Dame am Telefon, ich solle mein Kind doch einfach mitbringen. Ich war unglaublich erleichtert!”

Das ist natürlich der Idealfall. Leider wohl noch nicht überall gern gesehene Praxis. Aber manchmal steckt man als Mama oder Papa eben einfach nicht drin. Wir sind der Meinung: Wer diesen Vorschlag einer jungen Mutter macht, gehört zu den familienfreundlichen Unternehmen.

Allerdings muss man an dieser Stelle natürlich auch sagen: Es hängt mitunter auch davon ab, für welchen Job man sich bewirbt. Dennoch sollte man bei all der aufgeschlossenen Familienfreundlichkeit darauf achten, dass:

  • das Kind satt und zufrieden ist und somit die Zeit des Vorstellungsgespräches möglichst ruhig bleibt
  • einem älteren Vorschulkind klar ist, dass Mama oder Papa sich mit dem netten Mann oder der netten Frau über etwas Wichtiges unterhalten müssen

Unser Tipp: Babys vorher wickeln und füttern; älteren Kindern die Malstifte und ein Malbuch einpacken.

Ehrlichkeit währt am längsten

Diese uralte Weisheit trifft auch auf deine Bewerbung sowie das anschließende Vorstellungsgespräch zu. Eine besondere Fähigkeit von Personalern ist es nämlich, recht schnell zu erkennen, wer ehrlich ist oder wer vielleicht ein bisschen mogeln will.

Unser Tipp: Bleib bei der Wahrheit, lass dich in puncto Elternzeit und Kinder aber nicht aufs Glatteis führen. Es gibt beispielsweise Fragen zu deinem Privatleben, die du gar nicht beantworten musst. Deine mütterlichen Fähigkeiten stehen im Jobinterview ebenso wenig zur Debatte wie die private Regelung und Organisation der aktuellen Kinderbetreuung. Selbstverständlich wird der neue Arbeitgeber vielleicht wissen wollen, ob du deine zukünftigen Arbeitszeiten einhalten kannst. Doch hier reicht eine kurze Antwort, die keine Basis für weitere Diskussionen zulässt. Ein einfaches “Ja, die Kinderbetreuung ist sichergestellt” reicht aus.

Elternzeitangaben im Lebenslauf

Ob du die Elternzeit im Lebenslauf angibst, ist grundsätzlich deine Privatangelegenheit. Dennoch raten wir: Gib sie an, du hast keinen Grund, sie wegzulassen. Im Vorstellungsgespräch wird dich dein Gegenüber ohnehin auf die Lücke in deinem Lebenslauf ansprechen. Etwas anders sieht es bei einer Elternteilzeit aus, welche du in dem Unternehmen geleistet hast, in welchem du vor der Schwangerschaft oder der Elternzeit tätig warst. Hier würde es genügen, wenn du einfach deinen letzten Eintrag zum beruflichen Werdegang um einen Infopunkt erweiterst.

Zwar hört man immer wieder, dass man die Elternzeit am besten verschweigt. Das ist zwar laut dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) rein rechtlich gesehen möglich, aber wirklich sinnvoll ist es bei der Jobsuche und Bewerbung nicht. Ohne diese Angaben würden dir im Lebenslauf erklärungsbedürftige Lücken entstehen. Außerdem erkennen Personaler bereits anhand dieser Information, dass du zu jenen Bewerbern gehörst, die in der Regel verantwortungsbewusster und stresserprobter mit Herausforderungen umgehen können. Also warum nicht diese Tatsache ausnutzen?

Zwischenzeugnis vor Beginn des Mutterschutzes

Hast du dir von deinem früheren Arbeitgeber ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen, bevor du in den Mutterschutz gegangen bist, spielt dir das bei einem Vorstellungsgespräch in die Karten. Denn es gibt deinem potenziell neuen Arbeitgeber einen guten Einblick in den aktuellen Stand deiner beruflichen Qualifikation.

Fazit

Insbesondere für Mütter und Väter, die nach der Elternzeit wieder neu durchstarten möchten, kann das Bewerbungsgespräch schnell zur Stolperfalle werden. Dennoch ist es mit einer guten Vorbereitung möglich, die größten Fehler im Vorstellungsgespräch zu vermeiden. Wir wünschen dir viel Erfolg dabei!

Wie verlief dein Vorstellungsgespräch? Bist du in eine Stolperfalle geraten oder hast du deinen Traumjob?

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Quellen

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