Von Anfang an dabei!

12. SSW – von Schluckauf und Zahnknospen

Das kritische erste Trimester neigt sich dem Ende zu und aus dem Spermium und dem Ei ist inzwischen ein kleiner Mensch geworden. Die Organe sind angelegt, Finger und Zehen zu sehen. Nun geht es an die Feinarbeit. In dieser Schwangerschaftswoche werden die ersten Zahnknospen gebildet, aus denen später die kleinen Milchzähne entstehen.

Das Wichtigste in Kürze zur 11. SSW
Das Wichtigste in Kürze zur 12. SSW

Bilder zur 12. Schwangerschaftswoche

Das kleine Menschlein sieht schon aus wie ein richtiges Baby. Die Augen sind weiter in die Mitte des Gesichts gerückt, die tief sitzenden Ohren sind nach oben gewandert und unter der gewölbten Stirn sitzt die kleine Stupsnase.

So geht es dem Baby

So viele kleine Details entstehen in der 12. SSW. Der Saugreflex ist nun schon so gut ausgebildet, dass dein Kleines zum ersten Mal am Daumen nuckeln kann. Einigen Babys gelingt es schon jetzt, die Hand zum Mund zu führen. Andere können schon die Hände zu Fäusten ballen und mit den Füßen wippen.

Das Herzchen in der Brust deines Babys ist fleißig am Arbeiten. Mit immerhin gut 120 – 160 Schlägen in einer Minute hat es viel zu tun. Auf dem Ultraschall ist der pulsierende Punkt immer besser zu erkennen. Mit einem Doppler kannst du jetzt schon die Herztöne deines Babys hören. Das kleine Gerät funktioniert ähnlich wie Ultraschall. Es wird auf den Bauch gelegt und über Kopfhörer kannst du das Herzchen hören. Wundere dich nicht, falls es nicht gleich klappt. Die Lage und die Größe des Babys haben einen Einfluss darauf, ob etwas zu hören ist. Notwendig ist das Gerät nicht. Dein Frauenarzt oder deine Hebamme verfügen über ähnliche Technik, mit der du dein Baby hören kannst.

Die Knochen deines Babys verdichten sich weiterhin. Zudem bilden sich langsam die Stimmbänder und die ersten Zahnknospen aus. Sie sind Grundlage für die Milchzähne, die dein Baby in den ersten zwei Lebensjahren bekommen wird. Zudem bilden sich nun die Gesichtsmuskeln aus. An den Händen und Füßen sind die Finger und Zehen nun richtig erkennbar und nicht mehr durch die Schwimmhäute miteinander verbunden. Auch die Schilddrüse nimmt nun ihre Arbeit auf und die ersten Hormone werden gebildet.

Dein Baby trainiert fleißig die Muskeln und schwimmt im Fruchtwasser hin und her. Es schneidet sogar schon Grimassen. Durch das Öffnen und Schließen des Mundes wird Fruchtwasser in den Verdauungstrakt aufgenommen. Jetzt kann es sogar schon zum ersten Schluckauf kommen.

Nun kann der Gynäkologe in einem guten Ultraschall auch das weibliche Geschlecht erkennen. Nach wie vor halten sich Ärzte aber gerade in diesem frühen Stadium bedeckt mit ihren Aussagen zum Geschlecht.

Die Mama in der 12. SSW

Wenn die Beschwerden nachlassen, beginnt der schöne Teil der Schwangerschaft. Viele Frauen fühlen sich jetzt wieder fit und aktiv, sind voller Vorfreude und Spannung. Vielleicht spürst du eine ganz neue Weiblichkeit an dir, wenn dein Körper sich nun mehr und mehr verändert. Vielen Schwangeren sagt man ein ein Strahlen nach. Die Haut wird rosig, die Haare füllig und glänzend. Vielleicht wird diese besondere Ausstrahlung auch durch die Kraft geprägt, die eine werdende Mutter in sich trägt.

Vermutlich ist nun schon ein kleines Bäuchlein zu erkennen und vielleicht hast du auch schon zugenommen. Aber auch, wenn man deine Schwangerschaft noch nicht sehen kann, brauchst du dir keine Gedanken machen. Jede Schwangerschaft ist anders. Es heißt, wer schon einmal ein Kind bekommen hat, der hat früher einen Schwangerschaftsbauch. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Gebärmutter hat inzwischen die Größe einer männlichen Faust. Wenn du sehr schlank bist, kannst du sie sogar über den Bauch ertasten. Wenn der Bauch sich langsam zu dehnen beginnt, ist dies eine Herausforderung für das Bindegewebe. Durch regelmäßige Zupfmassagen unterstützt du Elastizität deiner Haut und kannst so möglicherweise der Entstehung von Schwangerschaftsstreifen vorbeugen.

Blutungen: Etwa jede 4. vierte Frau erlebt in der Frühschwangerschaft leichte Blutungen. Meist handelt es sich um Schmierblutungen die, wenn sie schmerzfrei verlaufen, meist harmlos sind. Eine drohende Fehlgeburt wird in der Regel von einer vaginalen Blutung und heftigen ziehenden Schmerzen begleitet. Wenn kein Gewebe abgeht und der Muttermund geschlossen bleibt, stehen die Chancen dennoch gut. So oder so solltest du jede Blutung abklären lassen. Auch bei guter Prognose ist es wichtig, dir viel Ruhe zu gönnen.

Reizbarkeit und Trägheit

Deine Schilddrüse läuft aktuell auf Hochtouren und produziert 50% mehr Schilddrüsenhormone als normal. Dafür braucht sie viel Jod. Auch die Schilddrüse deines Babys benötigt nun Jod, dass sie sich aus deinem Speicher holt. Gehen die Reserven zur Neige, kann dies Trägheit, depressive Verstimmungen und Gereiztheit zur Folge haben. Achte auf eine ausreichende Jodzufuhr, indem du ein bis zweimal pro Woche Meeresfisch isst und jodiertes Speisesalz verwendest. Möglicherweise verschreibt dir dein Arzt auch präventiv ein Jodpräparat. Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere enthalten ebenfalls Jod.

Auch ein Eisenmangel kann Müdigkeit und Schlappheit hervorrufen. Fühlst du dich nach dem ersten Trimester immer noch schlapp und müde, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Wichtig für dich ist auch, Stress zu vermeiden, regelmäßig Pausen einzulegen und auf dich zu achten. Dein Körper braucht jetzt viel mehr Zuwendung als vor der Schwangerschaft.

Das Ersttrimesterscreening

Zwischen der 11. und der 14. Woche kann bei Schwangeren das Ersttrimesterscreening durchgeführt werden. Im Fokus der Untersuchung stehen die Nackenfaltenmessung und eine Risikobewertung. Bei der Untersuchung werden Werte gemessen, die die Wahrscheinlichkeit für eine chromosomale Abweichung beim Fötus ergeben. Wenn Faktoren vorliegen, die dies begünstigen (z.B. hohes Alter der Mutter), ist die Untersuchung kostenlos. Andernfalls muss die Schwangere die Untersuchung selbst zahlen. Die Kosten liegen bei rund 150 – 200 €.

Das Ergebnis ist keine Diagnose, sondern gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass das Kind eine Abweichung im Erbgut, wie das Down-Syndrom haben könnte oder nicht. Die Aussagekraft liegt bei 95%. Das bedeutet, dass 95 von 100 Diagnosen korrekt sind. In 5% der Fälle wird allerdings Kindern eine Trisomie oder eine andere genetische Besonderheit diagnostiziert, die gar nicht vorliegt.

Die Untersuchung wird Frauen ab einem Alter von 35 Jahren empfohlen sowie Frauen, die bereits ein Kind mit Chromosomen-Abweichungen geboren haben. Aber auch jüngere Frauen lassen sie durchführen. Nur wenn du ein möglicherweise behindertes Kind nicht zur Welt bringen würdest, ist sie überhaupt sinnvoll.

Je nachdem wie der Test ausfällt, können weitere Untersuchungen folgen. Alle gängigen Untersuchungen der Pränataldiagnostik findest du hier.

Videos zur 12. Schwangerschaftswoche

Hier erfährst du, wie unsere werdende Mami Denice die 12. SSW erlebt hat. Außerdem erklären wir dir, wie du Schwangerschaftsstreifen effektiv vorbeugen kannst.

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ℹ️ Wie wird die 12. SSW gezählt?

Die 12. SSW stellt den Abschluss des ersten Trimesters dar. Inzwischen bist du 11 Wochen schwanger. Dein Körper hat bereits Erstaunliches geleistet und du trittst mit der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche in den vierten Monat ein. Das zweite Trimester gilt als schönste Zeit der Schwangerschaft. Möchtest du jemandem mitteilen, wie weit du bist, dann kannst du die Tage wie folgt benennen::

  • Tag 1 der 12. SSW wird als 11+0 gewertet
  • Tag 2 der 12. SSW wird als 11+1 gewertet
  • Tag 3 der 12. SSW wird als 11+2 gewertet
  • Tag 4 der 12. SSW wird als 11+3 gewertet
  • Tag 5 der 12. SSW wird als 11+4 gewertet
  • Tag 6 der 12. SSW wird als 11+5 gewertet
  • Tag 7 der 12. SSW wird als 11+6 gewertet

Mit der abgeschlossenen 12. Schwangerschaftswoche sind es noch 28 Wochen bis zum Entbindungstermin.

Infos für den Papa – Vermeide Stress

Stress ist für die werdende Mutter und das Baby nicht gut, daher ist es deine Aufgabe darauf zu achten, stressige Situationen im Vornherein zu verhindern. Ihr habt den Einkauf vergessen? Kein Problem, wähle einfach die Nummer vom Pizza-Service. Nimm die körperlichen und psychischen Beschwerden deiner Partnerin ernst, auch wenn du von der Schwangerschaft vielleicht noch nicht viel erkennen kannst. Du kannst deiner Freundin helfen, ihre Muskeln zu entlasten, indem du sie regelmäßig massierst. Versuche gereizte Stimmungen mit Humor und Nachsicht zu entschärfen.

Du hast Lust auf deine Partnerin? Sprich das Thema ruhig an. Sei bei Zärtlichkeiten aber vorsichtig und achte auf ihre Signale.

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