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Elterngeld Plus: Vorteile, wie beantragem, wie berechnen?

Das Elterngeld Plus einfach erklärt

Beim Elterngeld gibt es drei verschiedene Bezugsformen. Eine davon ist das Elterngeld Plus. Du bist damit wesentlich flexibler als mit dem klassischen Basiselterngeld. Was die Unterschiede sind und wie es dir den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Elterngeld Plus gibt es für bis zu 24 Monate.
  • Elterngeld Plus und Basiselterngeld sind kombinierbar.
  • Es gibt mindestens 150 Euro, maximal 900 Euro.
  • Für Monate mit Mutterschaftsgeld kannst du kein Elterngeld Plus wählen.
  • Durch die längere Bezugsdauer kann es sich günstig auf deine Steuerlast auswirken.

Die Voraussetzungen für das Elterngeld

Um Elterngeld zu erhalten, gelten auch beim Elterngeld Plus ein paar Voraussetzungen. Eine davon ist das zu versteuernde Einkommen aus dem Jahr vor der Geburt. Es darf bei Elternpaaren nicht über 300.000 Euro liegen und für Alleinerziehende nicht über 250.000 Euro. Wenn das Einkommen passt, sind die Bedingungen:

Jeder, der

  • sein Kind nach der Geburt selbst betreut und erzieht
  • mit seinem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebt
  • keiner bzw. einer Erwerbstätigkeit mit maximal 32 Stunden pro Woche (im Lebensmonatsdurchschnitt) nachgeht und
  • in Deutschland lebt,

kann auf Antrag Elterngeld bekommen. Dabei hat jedes Bundesland ein eigenes Antragsformular.

Video-Empfehlung:

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld

Wenn du länger Elterngeld beziehen möchtest, ist Elterngeld Plus eine gute Wahl. Du kannst es bis zu 24 Lebensmonate bekommen. Längstens jedoch bis zum 32. Lebensmonat. D.h. bis dein Kind 2 Jahre und 8 Monate alt ist.

Im Vergleich dazu gibt es das Basiselterngeld nur in den ersten 14. Lebensmonaten deines Kindes. Nur wenn dein Kind wesentlich zu früh auf die Welt kommt, gibt es länger (Basis-) Elterngeld dank der Frühchenregelung.

Natürlich lassen sich Basiselterngeld und Elterngeld Plus auch miteinander kombinieren. Beliebt ist die Variante 18 Monate Elterngeld zu bekommen, z.B. so:

  • Lebensmonat 1 bis 6 Basiselterngeld
  • Lebensmonat 7 bis 18 Elterngeld Plus

Bist du angestellt und hast Anspruch auf Mutterschaftsgeld von der gesetzlichen Krankenversicherung?

Falls ja, kannst du erst ab dem auf das Mutterschaftsgeld folgenden Lebensmonat das Elterngeld Plus wählen. Wenn nicht, kannst du nach der Geburt direkt das Elterngeld Plus beantragen.

Kommt das Kind also direkt am errechneten Termin auf die Welt und du bekommst Mutterschaftsgeld, bleiben dir nur noch 20 Monate mit Elterngeld Plus (12 Monate – 2 Monate Mutterschaftsgeld, wie Basiselterngeld = 10 Monate x2 = 20 Monate Elterngeld Plus). Insgesamt kommst du so auf 22 Monate Bezugsdauer.

Die Partnermonate kannst du:

  • in Form von Basiselterngeld nehmen,
  • mit Elterngeld Plus nehmen
  • oder beide Elterngeld-Arten kombinieren.

Beim Partnerschaftsbonus hingegen gibt es keine Auswahl – ihn gibt es nur zusammen mit Elterngeld Plus.

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Wie hoch ist das Elterngeld Plus?

Das Elterngeld Plus ist halb so hoch wie das Basiselterngeld. Diese „Regel“ gilt jedoch nur ohne einen Hinzuverdienst. Ausgehend vom Basiselterngeld, bei dem es 65 Prozent vom sogenannten Elterngeldnetto als Elterngeld gibt, sind es beim Elterngeld Plus nur knapp 33 Prozent.

Vorsicht, wenn du mit deinem Nettogehalt grob einmal dein Elterngeld ausrechnest. Die Elterngeldstelle rechnet immer mit deinem durchschnittlichen Erwerbseinkommen im Bemessungszeitraum.

Wenn du das Mindestelterngeld bekommst, gibt es 150 Euro beim Elterngeld Plus, maximal 900 Euro.

Wie viel Hinzuverdienst im Elterngeld Plus? (mit Beispielen)

Die Elterngeldstelle rechnet einen Hinzuverdienst auf dein Elterngeld Plus an. Je nach Verdiensthöhe kann es zu einer Kürzung deines Elterngeldes kommen. Hier gibt es eine Faustformel:

Wenn du nicht mehr als 50 Prozent im Vergleich zu vor der Geburt verdienst, kommt es sehr wahrscheinlich nicht zu einer Kürzung deines Elterngeldes. Bekommst du nur das Mindestelterngeld, wird nichts gekürzt.

Elterngeld Plus berechnen: Beispiel 1

Die Mutter verdiente im 12-monatigen Bemessungszeitraum vor der Geburt netto 2.000 Euro. In Teilzeit verdient sie nach der Geburt 900 Euro bei 15 Stunden / Woche.

  • Nettoeinkommen vor der Geburt: 2.000 Euro / Monat
  • Nettoeinkommen nach der Geburt: 900 Euro / Monat
  • Wegfallendes Erwerbseinkommen: 1.100 Euro
  • Basiselterngeld pro Monat ohne Erwerbstätigkeit: 2.000 Euro x 0,65 (65 %) = 1.300 Euro
  • Hälfte des Basiselterngeldanspruchs: 650 Euro (= Deckelungsbetrag)
  • Basiselterngeldanspruch bei Teilzeit: 715 Euro (65 % von 1.100 Euro)
  • Elterngeld Plus Anspruch pro Monat: 650 Euro (1.300 Euro / 2 = 650 Euro), da 65 % des wegfallenden Erwerbseinkommens höher sind als der Deckelungsbetrag
  • Basiselterngeld gesamt: 8.580 Euro (12 x 715 Euro)
  • Elterngeld Plus gesamt: 15.600 Euro (24 x 650 Euro)

Elterngeld Plus berechnen: Beispiel 2

Gleiche Grundvoraussetzungen wie im Beispiel 1. Diesmal verdient die Mutter nach der Geburt in Teilzeit allerdings 1.500 Euro statt 900 Euro.

  • Nettoeinkommen vor der Geburt: 2.000 Euro / Monat
  • Nettoeinkommen nach der Geburt: 1.500 Euro / Monat
  • Wegfallendes Erwerbseinkommen: 500 Euro
  • Basiselterngeld pro Monat ohne Erwerbstätigkeit: 2.000 Euro x 0,65 (65 %) = 1.300 Euro
  • Hälfte des Basiselterngeldanspruchs: 650 Euro (= Deckelungsbetrag)
  • Basiselterngeldanspruch bei Teilzeit: 325 Euro (65 % von 500 Euro)
  • Elterngeld Plus Anspruch pro Monat: 325 Euro (1.300 Euro / 2 = 650 Euro, allerdings erfolgt eine Begrenzung auf 325 Euro, da in diesem Fall die 65 % des wegfallenden Erwerbseinkommens genommen werden, um keine Übervorteilung zu verursachen)
  • Basiselterngeld gesamt: 3.900 Euro (12 x 325 Euro)
  • Elterngeld Plus gesamt: 7.800 Euro (24 x 325 Euro)

Die beiden Beispiele zeigen, wie sich der Hinzuverdienst auf das Elterngeld Plus auswirkt. Wir haben mit dem Nettogehalt gerechnet, um die Berechnung zu vereinfachen. Wenn du dein Elterngeld genauer ausrechnen möchtest, empfehlen wir diesen Rechner.

Das Elterngeld Plus ist auf jeden Fall die bessere Wahl, um in Teilzeit wieder durchzustarten, ohne dass es zu einer extremen Kürzung des Elterngeldes kommt.

Gibt es einen Steuervorteil mit Elterngeld Plus?

Das Elterngeld ist zwar steuerfrei, unterliegt jedoch dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer berechnet das Finanzamt zwei Steuersätze. Einmal auf dein Einkommen ohne und einmal mit Elterngeld. Der höhere Steuersatz kommt für dein Einkommen (ohne Elterngeld) zur Anwendung. Du zahlst also etwas mehr, als es ohne Elterngeld der Fall gewesen wäre.

Durch die längere Laufzeit beim Elterngeld Plus verteilt sich das Elterngeld auf einen längeren Zeitraum. Du streckst es somit über mehrere Kalenderjahre und kannst so dazu beitragen, ein wenig Steuern zu sparen. Hier kommt es aber immer auf den Einzelfall an.

Sicher ist aber, dass du in Jahren mit Elterngeldbezug etwas nachzahlen musst. Lege dir hierfür am besten monatlich eine Reserve an.

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🎧 Podcast: Elterngeld – so holst du alles raus

Elterngeldexpertin Yvonne Nagel von elterngeld.de zu Gast bei unserer Podcasterin Emmi. Zusammen besprechen sie die Möglichkeiten, die das Elterngeld bietet. Außerdem geht es um die Elterngeldreform und was sich damit geändert hat. Und es gibt ein paar Tipps, mit denen ihr mehr Geld bekommen könnt. Hört unbedingt rein!

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