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Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft

Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft: Rausnehmen oder nicht?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Viele Frauen haben ihren Bauchnabel mit einem Piercing verschönert. Was aber passiert mit einem Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft? Kann ich Ring oder Stab drin lassen? Gibt es Alternativen? Wir helfen dir bei der Entscheidung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft kann einreißen und unschön vernarben.
  • Es gibt Schwangerschaftspiercings aus Kunststoff, die mitwachsen.
  • Besser ist es, das Piercing früh herauszunehmen.
  • Selbst wenn sich der Stichkanal schließt, kann er nach der Geburt wieder geöffnet werden.
  • Piercen in der Schwangerschaft ist tabu!
  • Vor einem Kaiserschnitt muss jeglicher Schmuck entfernt werden.

Erste Möglichkeit: drin lassen, bis es stört

Viele gepiercte Frauen machen sich keine Sorgen und lassen das Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft erst einmal drin. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Die Konsequenzen können ziemlich unangenehm sein.

Risiken von Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft drin lassen:

  • Der Stichkanal kann reißen.
    Wenn der Bauch wächst und sich bei manchen Frauen der Nabel in der 20.-25. SSW nach außen stülpt, wird das Gewebe stark gedehnt. Der Stichkanal ist dann die Schwachstelle des Bauches. Ein Riss verheilt in der Schwangerschaft mitunter schlechter als sonst und wird von Woche zu Woche immer größer. Das ist nicht nur ziemlich schmerzhaft, sondern kann sogar unschön vernarben.
  • Auch schon kleinste Risse können aufgrund der veränderten Hormonlage leichter zu Entzündungen führen.
    Permanente Entzündungen erhöhen das Risiko für eine Blutvergiftung. In der Schwangerschaft ganz schön unschön.
  • In der Schwangerschaft kommt es leichter zu Allergien als sonst.
    So kannst du auf einmal allergisch auf Nickel reagieren, selbst wenn du vorher nie Probleme hattest. Und auch beim Fötus kann sich eine Allergie entwickeln.
  • Bauchnabelpiercings stören bei Ultraschall, Herzton und CTG-Untersuchungen.
    Zum einen stören die Piercings rein mechanisch z.B. beim Überfahren des Bauches mit dem Ultraschallkopf. Zum anderen kann das enthaltene Metall die Ergebnisse verfälschen. Daher müssen Metallpiercings in der Regel bei solchen Untersuchungen entfernt werden. Und auch bei Kunststoffpiercings kann es zu Schmerzen kommen.

Vorteile von drin lassen:

Eigentlich keine.
Objektiv betrachtet keine. Außer vielleicht, dass du dich schöner fühlst. Vielleicht ein wichtiger Punkt für dich?

Keine Piercings in der Schwangerschaft stechen lassen, die Infektionsgefahr ist leider zu groß.

Zweite Möglichkeit: Piercing gleich durch Schwangerschaftspiercing ersetzen

Für Frauen, die auch in der Schwangerschaft nicht auf ihr Bauchnabelpiercing verzichten wollen, gibt es Piercing-Ringe oder -Stäbe aus Bio-Kunststoff, die länger und flexibler sind als normale Bauchnabelpiercings. Diese können durchaus sehr hübsch aussehen und sind noch dazu günstig. Aber auch hier gibt es Risiken.

Risiken von Schwangerschaftspiercings

  • Es ist leichter, irgendwo hängenzubleiben, da vor allem die Stäbe länger sind, als herkömmliche Bauchnabelpiercings. Denn der Bauch steht ja ebenfalls mehr heraus als vorher. Durch das Hängenbleiben kann es zu kleinen Verletzungen am Stichkanal kommen, die sich entzünden können.
  • Auch Schwangerschaftspiercings können beim Ultraschall schmerzen, wenn der Frauenarzt mit dem Gerät über den Bauch fährt. Daher müssen auch sie manchmal dafür entfernt werden.
  • Wenn der Bauch sehr groß ist oder der Bauchnabel besonders weit ausgestülpt ist, kann es sein, dass auch das Schwangerschaftspiercing zu kurz wird und entfernt werden muss. Ringe funktionieren in der Regel länger als Stäbe.

Vorteile von Schwangerschaftspiercings

  • Wenn du früh wechselst, kannst du Risse oder Entzündungen meist vermeiden.
  • Schwangerschaftspiercings sind dehnbar und wachsen bis zu einem gewissen Punkt mit.
  • Sie enthalten keine Allergie-auslösenden Stoffe.

Vor einem Kaiserschnitt muss jeglicher Schmuck wegen der Hygieneanforderungen raus.

Dritte Möglichkeit: Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft sofort herausnehmen

Frauenärzte raten meist dazu, Bauchnabelpiercings in der Schwangerschaft so früh wie möglich zu entfernen. Vielleicht nicht das, was du hören wolltest?

Risiken von Herausnehmen

  • Wahrscheinlich kannst du das Piercing nach der Geburt nicht mehr ohne Hilfe durchstechen. Der Stichkanal wächst selten zu, aber manchmal die oberste Hautschicht.

Vorteile von Herausnehmen

  • Du vermeidest Risse und Entzündungen komplett.
  • Irgendwann nach der Geburt kann ein Piercer das Loch des Piercings wieder dehnen oder es bei Bedarf neu stechen. Am besten erst, wenn sich dein Bauch zurückgebildet hat. Das kann bis zu einem Jahr dauern.

Intimpiercings solltest du gleich entfernen. Brustwarzenpiercings spätestens im 4./5. Monat, wenn die Brüste wachsen. Wenn du Brustwarzenpiercings hast, kannst du dennoch stillen. Allerdings solltest du die Piercings währenddessen herausnehmen und den Stichkanal desinfizieren.

Unsere Empfehlung für dein Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft

Was du tust, ist natürlich deine Entscheidung! Wir empfehlen jedoch, das Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft rauszunehmen. Denn wer weiß schon, wann der richtige Zeitpunkt gewesen wäre. Also ist gleich besser. Ein paar Monate nach der Geburt kannst du dein Piercing wieder nachstechen lassen, sollte es zugewachsen sein. Das muss aber gar nicht passieren.

Auch wenn das Bauchnabelpiercing bis jetzt fest zu dir gehört hat, dein Baby wirst du noch tausendmal mehr lieben. Und so ein Schwangerschaftsbäuchlein ist auch ohne Piercing wunderschön, oder nicht? Für tolle Babybauchfotos gibt es übrigens einfache Klebe- oder Klemm-Piercings.

Wenn du dich ohne Piercing einfach nicht hübsch fühlst, tut es auch ein Schwangerschaftspiercing. Zumindest so lange, wie es dich nicht stört.

Hast du noch eine Frage zum Thema „Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

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2 Kommentare anderer Nutzer

  1. Ich habe meinen Bauchnabelpiercing in der ersten ssw heraus genommen. Bin nun in der 37. ssw und durch die dehnung fängt es an zu jucken und ist leicht rötlich geworden. Die Löcher sind nicht zugewachsen …
    Kann es durch die Rötung und durch das Jucken eine Gefahr darstellen oder reicht hier regelmäßiges desinfizieren??

    1. Hallo Merve,

      das ist von weitem schwer zu beurteilen. Am besten zeigst du es mal deiner Frauenärztin. Wichtig ist, dass du die Haut gut pflegst, dann bleibt sie elastischer. Desinfektionsmittel trocknen ja auch ziemlich aus. Probier doch mal Wollfett, also Lanolin. Gibt es in Tuben für wunde Brustwarzen…

      Alles Gute!

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