Close Babelli.deBabelli.de

Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft

Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft herausnehmen, oder nicht?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Viele Frauen haben ihren Bauchnabel mit einem Piercing verschönert. Was aber passiert mit einem Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft? Kann ich Ring oder Stab drin lassen? Gibt es Alternativen? Wir helfen dir bei der Entscheidung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aus medizinischer Sicht ist es besser, das Piercing früh herauszunehmen. Ärzte sehen das aber mittlerweile entspannt, solange du es gut pflegst und regelmäßig desinfizierst.
  • Ein Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft kann einreißen und unschön vernarben, deshalb solltest du trotzdem abwägen.
  • Es gibt Schwangerschaftspiercings aus Kunststoff, die mitwachsen.
  • Selbst wenn sich der Stichkanal schließt, kann er nach der Geburt wieder geöffnet werden.
  • Piercen in der Schwangerschaft ist tabu!
  • Vor einem Kaiserschnitt muss jeglicher Schmuck entfernt werden.
  • Es bleibt deine Entscheidung!

Erste Möglichkeit: in Ruhe lassen, bis es stört

Viele gepiercte Frauen machen sich keinen Kopf und lassen das Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft erst einmal drin. Das ist okay. Es kann durchaus gut gehen (muss aber nicht). 

Gut zu wissen: Häufig sind es schon viele Jahre getragene Piercings am Bauchnabel, die die wenigsten Probleme bereiten. Das liegt daran, dass der Stichkanal oftmals schon gut gedehnt ist, sodass Risse eher seltener vorkommen. Allerdings ist das natürlich keine Garantie, dass es bei jeder werdenden Mutter mit Bauchnabelpiercing ohne Komplikationen abgeht. 

Bedenke dennoch: Die Konsequenzen können ziemlich unangenehm sein. Und selbst wenn das 20 Jahre alte Piercing bei der ersten Schwangerschaft keine Probleme bereitete, kann es beim zweiten Kind zu Allergien und anderen Risiken kommen. Bist du dir unsicher, dann besprich das mit deiner Frauenärztin oder Hebamme. Du bist mit Sicherheit nicht die erste mit einem Piercing.

Risiken von drinlassen:

<span style="align:center; font-size: 18px">Video-Empfehlung:</span> <style> native-player { aspect-ratio: 16/9; display: block; } </style> <script type="text/javascript" src="//syndication.target-video.com/native-player.js" async=""></script> <native-player></native-player>

Risiken vom Drinlassen:

  • Der Stichkanal kann reißen.
    Wenn der Bauch wächst und sich bei manchen Frauen der Nabel in der 20.-25. SSW nach außen stülpt, wird das Gewebe stark gedehnt. Der Stichkanal des Bauchnabelpiercings ist dann die Schwachstelle des Bauches. Ein Riss verheilt in der Schwangerschaft mitunter schlechter als sonst und wird von Woche zu Woche immer größer. Das ist nicht nur ziemlich schmerzhaft, sondern kann sogar unschön vernarben.
  • Auch schon kleinste Risse können aufgrund der veränderten Hormonlage leichter zu Entzündungen führen.
    Deshalb wäre es wichtig, das Piercing gut zu pflegen und einmal täglich mit Jod zu desinfizieren.
  • In der Schwangerschaft kommt es leichter zu Allergien als sonst.
    So kannst du auf einmal allergisch auf Nickel reagieren, selbst wenn du vorher nie Probleme hattest. Und auch beim Fötus kann sich eine Allergie entwickeln.
  • Bauchnabelpiercings stören eventuell bei Ultraschall, Herzton und CTG-Untersuchungen.
    Zum einen stören die Piercings rein mechanisch z.B. beim Überfahren des Bauches mit dem Ultraschallkopf. Zum anderen kann das enthaltene Metall die Ergebnisse verfälschen. Und auch bei Kunststoffpiercings kann es zu Schmerzen kommen.

Vorteile vom Drinlassen:

Eigentlich keine.
Objektiv betrachtet keine. Außer vielleicht, dass du dich schöner fühlst. Vielleicht ein wichtiger Punkt für dich?

Keine Piercings in der Schwangerschaft stechen lassen, die Infektionsgefahr ist leider zu groß.

Zweite Möglichkeit: Piercing gleich durch Schwangerschaftspiercing ersetzen

Wenn du auch in der Schwangerschaft nicht auf dein Bauchnabelpiercing verzichten willst, gibt es Piercing-Ringe oder -Stäbe aus Bio-Kunststoff, die länger und flexibler sind als normale Bauchnabelpiercings. Diese können durchaus hübsch aussehen und sind günstig. Aber auch hier gibt es Risiken.

Risiken von Schwangerschaftspiercings

  • Es ist leichter, irgendwo hängenzubleiben, da vor allem die Stäbe länger sind, als herkömmliche Bauchnabelpiercings. Denn der Bauch steht ja ebenfalls mehr heraus als vorher. Durch das Hängenbleiben kann es zu kleinen Verletzungen am Stichkanal kommen, die sich entzünden können.
  • Auch Schwangerschaftspiercings können beim Ultraschall schmerzen, wenn der Frauenarzt mit dem Gerät über den Bauch fährt. Daher müssen auch sie manchmal dafür entfernt werden.
  • Wenn der Bauch sehr groß ist oder der Bauchnabel besonders weit ausgestülpt ist, kann es sein, dass auch das Schwangerschaftspiercing zu kurz wird und entfernt werden muss. Ringe funktionieren in der Regel länger als Stäbe.

Vorteile von Schwangerschaftspiercings

  • Wenn du früh wechselst, kannst du Risse oder Entzündungen meist vermeiden.
  • Schwangerschaftspiercings sind dehnbar und wachsen bis zu einem gewissen Punkt mit.
  • Sie enthalten keine Allergie-auslösenden Stoffe.

Vor einem Kaiserschnitt muss jeglicher Schmuck wegen der Hygieneanforderungen raus.

Dritte Möglichkeit: Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft sofort herausnehmen

Frauenärzte raten oft dazu, Bauchnabelpiercings in der Schwangerschaft so früh wie möglich zu entfernen. Vielleicht nicht das, was du hören wolltest?

Risiken vom Herausnehmen

  • Wahrscheinlich kannst du das Piercing nach der Geburt nicht mehr ohne Hilfe durchstechen. Der Stichkanal wächst selten zu, aber manchmal die oberste Hautschicht.

Vorteile vom Herausnehmen

  • Du vermeidest Risse und Entzündungen komplett.
  • Irgendwann nach der Geburt kann ein Piercer das Loch des Piercings wieder dehnen oder es bei Bedarf neu stechen. Am besten erst, wenn sich dein Bauch zurückgebildet hat. Das kann bis zu einem Jahr dauern.

Intimpiercings solltest du gleich entfernen. Brustwarzenpiercings spätestens im 4./5. Monat, wenn die Brüste wachsen. Wenn du Brustwarzenpiercings hast, kannst du dennoch stillen. Allerdings solltest du die Piercings währenddessen herausnehmen und den Stichkanal desinfizieren.

Fazit zum Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft

Unsere Einschätzung der Fakten: Wir persönlich würden das Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft rauszunehmen. Wenn du es entfernst, kannst du es ein paar Monate nach der Geburt wieder nachstechen lassen, sollte es zugewachsen sein. Das muss aber gar nicht passieren. Für tolle Fotos gibt es übrigens einfache Klebe- oder Klemm-Piercings.

Wenn du dich ohne Piercing einfach nicht hübsch fühlst, tut es auch ein Schwangerschaftspiercing. Zumindest so lange, wie es dich nicht stört.

Aber: Die Entscheidung bleibt allein bei dir!

Hast du noch eine Frage zum Thema „Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

1fd8706c024a4a7480d2e7ea02c66f2f - Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft herausnehmen, oder nicht?

Quellen

Lade dir jetzt die Babelli Schwangerschafts-App

2 Kommentare anderer Nutzer

  1. Ich habe meinen Bauchnabelpiercing in der ersten ssw heraus genommen. Bin nun in der 37. ssw und durch die dehnung fängt es an zu jucken und ist leicht rötlich geworden. Die Löcher sind nicht zugewachsen …
    Kann es durch die Rötung und durch das Jucken eine Gefahr darstellen oder reicht hier regelmäßiges desinfizieren??

    1. Hallo Merve,

      das ist von weitem schwer zu beurteilen. Am besten zeigst du es mal deiner Frauenärztin. Wichtig ist, dass du die Haut gut pflegst, dann bleibt sie elastischer. Desinfektionsmittel trocknen ja auch ziemlich aus. Probier doch mal Wollfett, also Lanolin. Gibt es in Tuben für wunde Brustwarzen…

      Alles Gute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.