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Rhesusfaktor-Unverträglichkeit: frühes Testen erspart Schwangeren Medikamente

Wenn Blutgruppen – genauer der Rhesusfaktor – bei Schwangeren und ihren Babys nicht kompatibel sind, gab es bis vor Kurzem pauschal Medikamente. Jetzt zeigt ein Bluttest, ob die überhaupt nötig sind. Und das Beste: Den Test zahlt die Krankenkasse!

Kennst du deine Blutgruppe schon? Die meisten Schwangeren erfahren sie zu Beginn ihrer Schwangerschaft zum ersten Mal. Meist ist es A oder 0 (Null). B oder gar AB sind hierzulande seltener. Welche Blutgruppe du hast, spiegelt die Beschaffenheit deiner roten Blutkörperchen wider. Ob du und dein Baby unterschiedliche Blutgruppen haben, ist zumindest beim AB0-System egal. Denn deine Blutzellen kommen nicht durch die Plazenta-Schranke.

ABER: da gibt es noch den Rhesusfaktor. Er kann positiv oder negativ sein, also + oder -. Vereinfacht gesagt heißt das: wenn du Rhesusfaktor-positiv bist, hast du bestimmte Eiweiße (D-Proteine) auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Ansonsten nicht.

Bist du positiv? Dann musst du gar nicht weiterlesen. Denn eine mögliche Rhesusfaktor-Unverträglichkeit betrifft nur Rhesus-negative Schwangere. Wenn du negativ bist, ist dieser Artikel für dich interessant.

Rhesus-negative Schwangere – Rhesus-positives Baby?

Blutgruppen werden vererbt. Welche dein Kind bekommt, hängt aber nicht nur von deiner eigenen ab. Auch der Vater hat noch ein Wörtchen mitzureden. Und so kann es passieren, dass eine Rhesus-negative Frau ein Rhesus-positives Kind austrägt. Das ist erst mal nicht schlimm, weil die Blutkreisläufe von Mutter und Kind getrennt sind.

Bei der Geburt (oder bei Operationen) kann sich euer Blut jedoch geringfügig mischen. In der Folge bildest du Antikörper. Die bleiben im Körper und passen durch die Plazenta-Schranke. Entstehen die Antikörper bei der Geburt, ist das erst mal kein Problem. Du bist jedoch nun sensibilisiert. Trägst du ein weiteres Rhesus-positives Kind aus, kann sein Blut verklumpen. Die Folgen sind nicht so schön.

Aber keine Sorge: die Medizin kann das verhindern. Wie, erfährst du gleich.

Bluttest statt Rhesus-Prophylaxe

Bisher bekamen alle Rhesus-negativen Schwangeren, also mehr als jede Zehnte, pauschal eine Rhesus-Prophylaxe. Die besteht aus einer geringen Menge Antikörper in Spritzenform (Anti-D-Prophylaxe). Diese gaukeln deinem Körper vor, dass es schon Antikörper gibt, er also keine mehr bilden muss. Clever ausgetrickst also, aber auch teuer in der Herstellung.

Und warum Medikamente geben, wenn sie gar nicht nötig sind? Denn immerhin bringen vierzig Prozent der Rhesus-negativen Frauen ebenfalls negative Kinder zur Welt. Deshalb haben Forscher einen Bluttest entwickelt, mit dem sich die Blutgruppe deines Babys ganz einfach in deinem Blut nachweisen lässt. Und den zahlt die Kasse.

Das Prinzip ist einfach: Bist du Rhesus-negativ und dein Baby nicht, bekommst du die Prophylaxe zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche. Seid ihr beide Rhesus-negativ, brauchst du keine. Für Mehrlinge gilt diese Regel jedoch nicht. Denn dafür gibt es noch zu wenige Daten.

Was du jetzt tun musst?

Eigentlich nichts. Denn deine Gynäkologin wird dir alles erklären, solltest du Rhesus-negativ sein. Tut sie das nicht, sprich sie ruhig darauf an. Wichtig ist, dass du gleich zu Anfang der Schwangerschaft deine Blutgruppe bestimmen lässt, sofern du sie nicht sowieso schon kennst. Der oben genannte Bluttest erfolgt dann frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche.

Quellen

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