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Rauchen in der Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschaft: Deshalb solltest du aufhören

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Rauchen in der Schwangerschaft ist nicht so schlimm? Eine Zigarette am Tag schadet dem Baby nicht? Immer wieder erhalten Frauen falsche Informationen oder sind unsicher, wie schädlich es nun wirklich ist. In diesem Artikel erfährst du, warum du unbedingt mit dem Rauchen aufhören solltest.

Rauchen in der Schwangerschaft: Nikotin als Suchtmittel für das Ungeborene

Der Moment, in dem du an der Zigarette ziehst, ist für dein Baby ein Schritt in die Sucht. Das Nikotin geht über die Plazenta in den Körper des Ungeborenen. Die Abhängigkeit von Nikotin ist eine Suchterkrankung. Rund 7 Millionen Menschen weltweit sterben pro Jahr an den Folgen der Nikotin-Aufnahme. Das Nervengift ist jedoch nicht nur für deinen Körper schädlich, sondern vor allem für dein ungeborenes Baby. Je später du in der Schwangerschaft aufhörst zu rauchen, desto größer ist die Gefahr, dass dein Kind nach der Geburt einen Entzug durchführen muss.

Vielleicht hast du vor der Schwangerschaft schon einmal versucht, dir das Rauchen abzugewöhnen. Möglicherweise bist du hier mit den Entzugserscheinungen in Berührung gekommen. Zitternde Hände, Übelkeit und eine starke Nervosität treten besonders häufig auf. Stell dir vor, dass dies dein Baby erwartet, wenn es auf die Welt kommt.

Die Risiken für das Ungeborene durch das Rauchen in der Schwangerschaft

Wenn du vor der Schwangerschaft exzessiv geraucht hast, schaffst du es vielleicht nicht direkt mit dem positiven Test aufzuhören. Deshalb ist es so wichtig, dass du die Auswirkungen des Rauchens auf dein Baby kennst. Das hilft beim Dranbleiben.

Zigaretten zu reduzieren klingt zwar gut, reicht aber nicht. Ob eine oder mehrere Kippen: Kinder von Raucherinnen werden mit einem deutlich niedrigeren Geburtsgewicht geboren. Auch die Herzfrequenz kann auffällig sein. Das Risiko für einen Herzfehler ist, gegenüber von Babys von Nichtraucherinnen, um 60 Prozent erhöht.

Betroffene Kinder können später starke Atemprobleme und sogar Asthma bekommen. Rauchen in der Schwangerschaft und in Gegenwart des Babys ist ein großer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Störungen im Wachstum sowie der körperlichen und geistigen Entwicklung und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit wurden ebenfalls nachgewiesen.

Vielleicht ist dir sogar bewusst, dass dein Baby mit Untergewicht auf die Welt kommen kann. Ist ja nicht dramatisch, oder doch? Unterschätze das nicht. Untergewicht bei der Geburt kann sich auf das gesamte weitere Leben auswirken. Bei untergewichtigen Babys wird in den ersten Wochen nach der Geburt versucht, sie auf Normalgewicht zu bekommen. Innerhalb einer kurzen Zeit sollen sie besonders viel zunehmen. So wird der Unterschied zu Babys mit normalem Geburtsgewicht ausgeglichen. Die schnelle Gewichtszunahme kann aber auch ein Auslöser für späteres Übergewicht sein.

Was Studien zum Rauchen in der Schwangerschaft sagen

Interessant sind die Ergebnisse einer Langzeitstudie, die schon 1958 begonnen und im BMJ veröffentlicht wurde. 17.000 Familien wurden von der Schwangerschaft an über mehrere Jahre hinweg begleitet. Die Ergebnisse zeigen: Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft rauchten, hatten ein deutlich höheres Risiko für krankhaftes Übergewicht und Diabetes. Dies weist darauf hin, dass Nikotin bei Ungeborenen zu einer Stoffwechselstörung führen kann. Aber auch Verhaltensauffälligkeiten konnten bestätigt werden.

Die deutsche KiGGs-Studie des RKI kam im Jahr 2018 übrigens zum gleichen Ergebnis. Gut ist: Im Vergleich zur Studie aus den Neunzigerjahren rauchten statt zwei nur noch eine von zehn Frauen während der Schwangerschaft. Hoffentlich werden es noch weniger.

Auswirkung von Nikotin und Tabakrauch auf die Schwangerschaft

Das Rauchen in der Schwangerschaft kann sich nicht nur auf das Baby auswirken, sondern auch den Verlauf der Schwangerschaft negativ beeinflussen. So kann das Rauchen dein Risiko erhöhen, eine Eileiterschwangerschaft oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft zu durchleben. Durch das Nikotin und den Tabakrauch wird eine Fehlentwicklung oder eine Unterentwicklung der Plazenta unterstützt. Dies kann bis hin zu einer Plazentainsuffizienz führen. In diesem Fall wird der Stoffaustausch zwischen dir und dem Baby beeinträchtigt. Das Ergebnis ist eine mögliche Mangelversorgung des ungeborenen Kindes.

Nicht selten kann Nikotin zudem eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt auslösen. Dies kann mit einer Ablösung der Plazenta einhergehen. Eine schnelle Reaktion ist notwendig, um Leben von Mutter und Kind, abhängig von der Schwangerschaftswoche, retten zu können.

Was ist mit E-Zigaretten (Dampfen) in der Schwangerschaft?

Auch wenn du es nicht hören magst, E-Zigaretten aller Art sind für dein Baby genauso schädlich. Denn zum im Liquid enthaltenen Nikotin kommen jede Menge Substanzen, deren Wirkung teils noch gar nicht richtig erforscht ist. Also bringt auch die nikotinfreie Variante recht wenig. Beim Verdampfen entstehen noch dazu Stoffe, die als krebserregend gelten (z.B. Formaldehyd). Was genau drin ist, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.

Also lass es lieber und such dir eine Ersatzdroge, die gut für dich und dein Baby ist: Yoga zum Beispiel.

Mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufhören – so kann es klappen

Jeder Tag ohne Nikotin ist für dein Baby ein gewonnener Tag. Optimal ist es, wenn du schon bei Kinderwunsch auf die Zigaretten verzichtest oder spätestens mit dem positiven Schwangerschaftstest aufhörst zu rauchen. Aber auch während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören, ist besser, als es gar nicht zu tun. Die folgenden Tipps können helfen:

1. Mach dir bewusst, was Nikotin für dein Baby bedeutet

Du trägst die Verantwortung für dein Kind mit dem ersten Tag der Schwangerschaft. Es ist abhängig von dir und darauf angewiesen, dass du einen gesunden Lebensstil pflegst. Es kann helfen, sich noch einmal genau mit den Nebenwirkungen auseinanderzusetzen, die Rauchen in der Schwangerschaft mit sich bringt.

2. Belohne dich

Für dich ist es eine beeindruckende Leistung, auf die Zigarette zu verzichten. Belohne dich ruhig. Geh in die warme Wanne, gönne dir ein Stück Schokolade oder einen kleinen Einkaufsbummel.

3. Zigaretten bewusst vernichten

Zelebriere den Moment, in dem du dich von deinen Zigaretten verabschiedest. Zerbrich die restlichen Zigaretten und wirf sie in den Müll. Vernichte vorhandene Aschenbecher und schmeiß die Feuerzeuge weg. Sag dir bewusst, dass du dies für die Gesundheit deines Kindes und für dich selbst machst.

4. Zwischenmahlzeiten einbauen

Bereite dich auf die ersten Tage nach dem Aufhören vor. Schneide dir am Morgen Karotten oder Äpfel und pack Kekse ein. Immer dann, wenn du Lust auf eine Zigarette hast, gibt es einen kleinen Snack. Auch Kaugummi kann helfen.

Die bewusste Entscheidung gegen das Rauchen ist auch eine bewusste Entscheidung für die Gesundheit deines Kindes.

5. Partner an Bord holen

Natürlich trägt auch der Partner Verantwortung für die Gesundheit seines Kindes. Er sollte dich nicht nur tatkräftig unterstützen bei deinem Vorhaben, das Rauchen aufzugeben, sondern mitmachen. Zusammen ist es viel leichter. Umgekehrt ist es viel schwerer für dich aufzuhören, wenn in deiner Nähe ständig geraucht wird. Auch Passivrauch schadet deinem Körper und deinem Baby.

Denk daran, dass dein Baby allein durch die Nähe zu einem Raucher ein deutlich erhöhtes Risiko hat, am plötzlichen Kindstod zu sterben. Deshalb solltet ihr beide Verantwortung übernehmen und das Rauchen beenden.

6. Umgib dich nicht mit Rauchern

Selbiges gilt für Freunde, Kollegen und Familienmitglieder, die rauchen. Es mag schmerzlich sein, auf liebe Kontakte zu verzichten „nur“ weil sie rauchen. Wenn du deine Sucht überwinden möchtest, ist das zumindest eine Zeit lang notwendig. Die Gefahr eines Rückfalls ist zu hoch. Am besten ist, du siehst keine Menschen mehr rauchen – also auch nicht auf dem Balkon oder im Garten.

7. Die ersten drei Tage

Führe dir vor Augen, dass es nicht immer so schwer sein wird, wie am Anfang. Wenn du drei Tage geschafft hast, wird es leichter. Setze dir also kleine Ziele. Erst einen Tag, dann der nächste und dann die magischen drei Tage. Du wirst sehen, dass es mit der Zeit einfacher wird. Und du wirst die positiven Effekte zu spüren bekommen: Du kannst besser atmen, wirst fitter, deine Haut wird schöner, du kommst leichter aus dem Bett, riechst nicht mehr nach Rauch und fühlst dich einfach wohler.

8. Sprich mit deinem Arzt und hole dir Hilfe

Rauchen ist eine Sucht und es ist nicht leicht aufzuhören. Jetzt hast du einen triftigen Grund, der deine Motivation sein kann. Sprich mit deinem Arzt, mit Freunden, die es schon geschafft haben, mit Menschen, denen du vertraust. Kaufe dir Bücher zu dem Thema. Du bist nicht allein. Viele Menschen haben es schon geschafft und unterstützen dich sicher gerne.

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Quellen

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2 Kommentare anderer Nutzer

  1. Hallo, mein Name ist Conny . Bin im zweiten Monat schwanger. Ich rauche noch aber nicht mehr soviel. Da man nicht sofort auf hören soll sondern Stück für Stück.

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