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Mädchen oder Junge? Wie oft Ärzte beim Geschlecht falsch liegen

Die meisten werdenden Eltern knüpfen bestimmte Erwartungen an das Geschlecht ihres Babys. Das muss gar nicht immer das klischeehafte Streichen des Zimmers in babyblau oder rosa sein. Vielleicht ist es einfach eine Vision von der Familie, wie sie später einmal aussehen wird. Selbst Eltern, die dem Geschlecht ganz neutral gegenüberstehen, möchten sich einen Namen für ihr Kind überlegen und der ist in vielen Fällen eben einem Geschlecht zugeordnet. Doch wie sicher kannst du dir überhaupt sein mit der Aussage deines Arztes? Wie sicher ist die Geschlechtsbestimmung in welchem Stadium der Schwangerschaft?

Manchen Paaren ist es völlig egal, welches Geschlecht ihr Baby haben wird. Andere Eltern wünschen sich entweder einen Jungen oder ein Mädchen. Und wenn sie dann um die 20. Schwangerschaftswoche herum das Geschlecht erfahren, ist das für Einige Grund zum Feiern. Die anderen passen ihre Vorstellungen an und freuen sich nach kurzer Zeit genauso.

In dem Moment, in dem Paare das Geschlecht ihres neuen Familienmitglieds erfahren, bildet sich ein neues, konkreteres Bild in ihren Köpfen. Aha, das wird also unsere Familie sein: Mama, Papa, Tochter. Manche sehen es so klar vor ihrem inneren Auge, wie ein Foto, das sie schon oft angeschaut haben.

Was wenn die Ärzte sich irren bei der Geschlechtsbestimmung?

Nur blöd, wenn die Ärztin sich irrt. Denn wer wochenlang mit einem Bild im Kopf herumläuft, der stellt sich einfach gedanklich auf etwas ein. Und je länger dieses Bild aufrechterhalten wird, desto konkreter werden die Erwartungen. Wir sind ja moderner geworden und weniger festgefahren in unsren Rollenklischees, gerade wenn es um Babys geht. Trotzdem doof, wenn du auf einem Haufen rosa Strampler sitzt, die dir Freunde und Familie geschenkt haben.

Spätestens bei der Wahl des Vornamens ist das Geschlecht eben wichtig. Und für die meisten Eltern ist das ein längerer Prozess.

Klar ist: Wer sich monatelang auf ein bestimmtes Geschlecht festgelegt hat, für den wird es eine ziemliche Umstellung, wenn es dann doch etwas anderes ist. Und die Geburt des eigenen Babys ist anstrengend genug. Die wenigsten Eltern sind da offen für Überraschungen.

So entwickelt sich das Geschlecht deines Babys

Ob dein Baby ein Mädchen oder ein Junge wird, steht schon zum Zeitpunkt der Befruchtung fest. Noch bevor dein Baby Organe, einen Herzschlag oder ein Gehirn hatte, war das zukünftige Geschlecht bereits Teil der genetischen Information.

Ab der 7. Schwangerschaftswoche beginnen sich erste geschlechtsspezifische Merkmale herauszuarbeiten. Jetzt beginnen die Hormone mit ihrer Arbeit an den Geschlechtsorganen. Die kann deine Ärztin allerdings noch nicht auf dem Ultraschall erkennen. Ab der 10. Woche entwickeln sich die Eierstöcke bei Mädchen.

Ab der 11. Schwangerschaftswoche ist die kleine Knospe (Protuberanz) erkennbar. Aus ihr werden sich die Geschlechtsorgane entwickeln. Prognosen zur Geschlechtsbestimmung zu diesem Zeitpunkt sind allerdings ungenauer, als wenn du das Geschlecht einfach errätst. 46% der Voraussagen stimmen und das bei einer 50:50 Chance 😉

Ab wann kannst du erfahren, ob du einen Jungen oder ein Mädchen erwartest?

Per Gesetz (§ 15 Gendiagnostikgesetz) darf deine Frauenärztin dich mit deiner Einwilligung erst zum Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche über das Geschlecht deines Kindes informieren.

Auch zu diesem Zeitpunkt ist die Fehlerquote noch recht hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Ärztin richtig liegt, liegt in der 13. Woche bei 80%. Bei den verbleibenden 20 Prozent ist das Geschlecht nicht eindeutig erkennbar oder deine Ärztin irrt sich schlichtweg.

In der 19. Woche sind die Geschlechtsorgane deines Kindes vollständig herangereift. Beim zweiten großen Ultraschall kann deine Ärztin das Geschlecht nun bestimmen.

Wie hoch ist die Fehlerquote bei der Geschlechtsbestimmung

Schätzungsweise liegen etwa 5 – 10% der Prognosen über Ultraschall daneben. Es kann sein, dass dein Baby ungünstig liegt. In dem Fall hilft es manchmal, noch einmal aufzustehen und zu laufen.

Bei der Fruchtwasseruntersuchung kann das Geschlecht über die Erbinformation bestimmt werden. Diese Art der Geschlechtsbestimmung ist eindeutig. Allerdings dient der Test in erster Linie zur Früherkennung von Erbkrankheiten und ist deshalb auch keine Standardprozedur.

Wie kommt es zu Fehlern bei der Geschlechtsbestimmung?

Wie gut das Geschlecht zu erkennen ist, hängt mit seiner Lage im Uterus ab. Auch die Größe des Uterus, Narben im Bauchbereich, die Position des Babys und andere Faktoren spielen eine Rolle. Wenn der Penis gerade versteckt ist und die Hoden noch nicht heruntergewandert sind, sieht das Baby dann im Ultraschall aus wie ein Mädchen. Vielleicht spielt es dir aber auch einen Streich und hält eben gerade jetzt die Finger zwischen die Beine. Oooops! Absolute Sicherheit gibt es nur selten.

Wie kannst du sicher sein?

Wenn deine Ärztin sich unsicher ist, wird sie dir das vermutlich mitteilen. Wenn das Geschlecht deines Babys eindeutig festgestellt wurde, kannst du dich natürlich darüber freuen und dich entsprechend vorbereiten. Halte in deinem Hinterkopf einfach noch ein kleines Türchen offen, falls die Prognosen doch nicht stimmen.

Am Ende lieben alle Eltern ihr Baby, egal welches Geschlecht es hat. Aber wer sich seit Monaten festgelegt hat, für den kann es eben im ersten Moment ein Schock sein, wenn dann doch alles anders kommt, als erwartet.

Alle Eltern wissen, wie wichtig es ist, gedanklich flexibel zu bleiben. Denn mit Kindern kommt es oft anders als geplant. Du kannst jetzt schon für diese Zeit üben, indem du dir gedanklich einen Plan B bereithältst.

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