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Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol in der Schwangerschaft: Gefährlicher Rausch für 2

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Beim Thema Alkohol in der Schwangerschaft gehen die Meinungen nicht auseinander. Die Empfehlung lautet: in der Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichten. Bereits kleine Mengen können schädlich für dein Ungeborenes sein. Warum, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alkohol in der Schwangerschaft birgt große Gefahren für dein Kind – in allen Trimestern!
  • Das fetale Alkoholsyndrom (FAS) zählt zu den häufigsten Behinderungen bei Neugeborenen. 
  • FAS ist durch den Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft vollständig vermeidbar.
  • Ab der Einnistung gibt es kein Zeitfenster und keine Trinkmenge, die als ungefährlich eingestuft werden können.
  • Aber: Hast du aus Versehen Alkohol getrunken, muss das nicht gleich Folgen haben.
  • Verzichte der gesunden Entwicklung deines Babys zuliebe konsequent auf Alkohol während der Schwangerschaft.
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Alkohol in der Schwangerschaft: Noch immer ein Problem

Wer schwanger ist und Alkohol trinkt, versetzt sein Ungeborenes in einen gefährlichen Rausch. Nach Angabe des BZgA kommen in Deutschland jährlich über 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen zur Welt, unter denen sie ihr Leben lang leiden werden. Das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom (FAS) gehört zu den häufigsten Behinderungen neugeborenen Kinder. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass diese Erkrankung vollständig vermieden werden kann, indem die Mutter während der Schwangerschaft ganz einfach konsequent auf Alkohol verzichtet.

Ganz einfach? Für die allermeisten schwangeren Frauen ist es tatsächlich kein Problem, „Nein“ zum Alkohol zu sagen. Schwerer haben es diejenigen, die bereits vor der Schwangerschaft mit einer Alkoholsucht zu kämpfen hatten. Fällt dir der Verzicht auf Alkohol schwer, scheue dich nicht davor, dir professionelle Hilfe zu suchen. Der Gesundheit deines Kindes zuliebe! Es gibt viele Anlaufstellen dafür, einige haben wir unten für dich zusammengetragen.

Wie kommt es trotzdem zu so vielen alkoholbedingten Erkrankungen bei Neugeborenen? Offenbar gibt es noch immer zu wenig Aufklärung darüber. Manch Schwangere weiß tatsächlich nicht von den schädigenden Einflüssen von Alkohol auf das Ungeborene. Oder sie unterschätzen sie. Denn leider hört man noch heute immer mal wieder veraltete und höchst gefährliche „Weisheiten“, wie:

  • „Ein Gläschen Wein oder Sekt macht doch nichts.“
  • „Ab und zu ist okay. Es darf nur nicht so oft sein.“
  • „In den / Nach den ersten 12 Wochen ist es nicht schlimm.“
  • „Solange du dich nicht betrunken fühlst, merkt dein Baby auch nichts davon.“

Solche Ratschläge sind nicht nur falsch, sie sind auch fahrlässig und verleiten zu einem sorglosen Umgang mit Alkohol in der Schwangerschaft.

Die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft 

Bist du schwanger und trinkst Alkohol, geht dieser über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf des Babys über. Etwa 2 Stunden später hat dein Ungeborenes dann die gleiche Alkoholkonzentration im Blut wie du selbst. Dazu kommt, dass die fetale Leber den Alkohol noch nicht selbstständig abbauen kann. Das heißt, dein Baby ist dem Alkohol weitaus länger ausgesetzt als du. Das kann mitunter schwere Folgen für seine Entwicklung haben.

Alkohol in der Frühschwangerschaft

Alkohol ist ein Zellgift. Es stört die Zellteilung und die Verbindung von Nervenzellen. In der frühen Schwangerschaft kann das die Organbildung beeinträchtigen und zu irreversiblen Schäden führen. Davon betroffen ist in erster Linie die Entwicklung des Gehirns, die in dieser sensiblen Phase besonders anfällig ist.

Ausgenommen davon ist die Phase zwischen Befruchtung und vollständiger Einnistung der Eizelle (5. SSW). In dieser Zeit gilt das sogenannte Alles-oder-nichts-Prinzip. Hast du in dieser Zeit Alkohol getrunken, ohne zu wissen, dass du schwanger bist, können mögliche Schäden an der Eizelle noch ausgeglichen werden. Andernfalls würde die Entwicklung gestoppt und der Embryo noch vor der Einnistung in der Gebärmutter abgehen.

Alkohol im 2. und 3. Trimester

Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann Alkohol bedeutende Schäden beim Fötus anrichten. Schließlich laufen in jeder Phase der Schwangerschaft wichtige Entwicklungsschritte ab. Und auf die meisten davon hat Alkohol eine negative Wirkung. Anfällig für alkoholbedingte Schädigungen sind insbesondere das zentrale Nervensystem oder auch die Entwicklung des Gesichtsschädels.

Fetale Alkoholspektrumstörung FASD

Unter diesem Begriff fasst man alle Erkrankungen zusammen, die bei Kindern auftreten können, deren Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Die Auswirkungen können das Wachstum, die Organe und/oder das zentrale Nervensystem betreffen. Man unterscheidet dabei nach verschiedenen Schweregraden der Beeinträchtigungen.

  1. Fetales Alkoholsyndrom (FAS)
    Das ist die schwerste Behinderung, die ein Kind durch den Alkoholkonsum der schwangeren Mutter erfahren kann. Es liegen Schädigungen in allen 3 der oben genannten Bereiche vor. Zu den sichtbaren Auffälligkeiten zählen Fehlbildungen im Gesicht, wie schmalen Augenlidspalten, eine schmale Oberlippe oder eine kaum ausgeprägte Falte zwischen Nase und Mund. Dazu sind die betroffenen Kinder meist kleiner und/oder leichter als ihre Altersgenossen. Aufgrund der gestörten Hirnentwicklung zeigen sie intellektuelle Beeinträchtigungen sowie Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten. Auch in ihrem Sozialverhalten sind sie häufig auffällig. Möglicherweise sind sie besonders aggressiv und impulsiv, wenig empathisch und haben kein Gefühl für Gefahren.
  1. Partielles fetales Alkoholsyndrom (pFAS)
    Hier sind nur die Organbildung und das Nervensystem betroffen, nicht jedoch das Wachstum des Kindes. Das heißt, bis auf die altersgerechte Körpergröße zeigen die betroffenen Kinder die gleichen Merkmale wie bei einem vollständigen FAS.
  1. Alkoholbedingte entwicklungsneurotische Störung (ARND)
    Diese Kinder haben keine sichtbaren Auffälligkeiten. Sie sind normal groß und körperlich gesund entwickelt. Allerdings zeigen sie kognitive Beeinträchtigungen in Form einer geringen Intelligenz, emotionalen Störungen und/oder Verhaltensauffälligkeiten. Bei ihnen wirkte sich der Alkoholkonsum der Mutter nur auf die Entwicklung des zentralen Nervensystems aus.

Aus Versehen Alkohol getrunken, was nun?

Wusstest du einige Wochen lang nichts von deiner Schwangerschaft und hast Alkohol getrunken, oder du hast unwissentlich Alkohol zu dir genommen, machst du dir jetzt vielleicht Sorgen um dein Kind. Wir möchten dich beruhigen: Nicht jeder Schluck Alkohol muss direkt zu Schädigungen am Ungeborenen führen. Das heißt aber nicht, dass das jetzt dein Mantra für den Rest der Schwangerschaft sein kann und du dir ab und zu ein Glas Wein oder Bier gönnen kannst. Gehe das Risiko nicht ein und lasse die Finger vom Alkohol, mindestens bis zur Geburt deines Kindes.

Wissenschaftler sind sich heute einig, dass der Konsum von Alkohol eine Gefahr für die Entwicklung des Kindes darstellt. Trotzdem kommen laut Studien „nur“ 30 bis 40 Prozent der Kinder von Schwangeren mit schwerem Alkoholkonsum mit FAS zur Welt. Warum das so ist, und warum es manche Babys schwerer trifft als andere, das können sie bis heute nicht genau erklären. Man geht davon aus, dass verschiedene Faktoren dafür eine Rolle spielen, unter anderem das Alter der Mutter, genetische Faktoren, die Trinkgewohnheiten und der Zeitpunkt des Konsums. 

Am wichtigsten für dich ist es jetzt, konsequent auf Alkohol zu verzichten und einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Denn nur so stellst du sicher, dass sich dein ungeborenes Kind bis zur Geburt bestmöglich entwickeln kann.

Häufige Fragen zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft

Ab wann ist Alkohol in der Schwangerschaft schädlich?

Ab der 5. SSW, wenn die Eizelle sich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat und eine Verbindung zum mütterlichen Blutkreislauf besteht. Man geht davon aus, dass Alkoholkonsum im 1. Trimester größere Schäden anrichten kann als im 2. und 3. Trimester. Das beutetet aber nicht, dass das Trinken ab der 13. SSW ungefährlich ist. Alkohol kann deinem Baby in jeder Phase der Schwangerschaft schaden. 

Wie viel Alkohol darf ich in der Schwangerschaft trinken?

Am besten gar keinen. Verzichte der Gesundheit deines Kindes zuliebe auf jeden Schluck. Bisher gibt es keine Empfehlung für eine Trinkmenge, die wissenschaftlich fundiert als ungefährlich eingestuft werden kann.

Darf ich als Schwangere alkoholfreies Bier trinken?

Je nach Herstellung kann alkoholfreies Bier trotzdem eine kleine Menge Restalkohol enthalten. Bis zu einem Alkoholgehalt von 0,5 % vol müssen die Hersteller diesen nicht auszeichnen. Auf der sicheren Seite bist du, wenn auf der Flasche explizit 0,0 % Alkoholgehalt steht.

Mehr zum Thema

Darf ich als Schwangere Pralinen und Kuchen mit Alkohol essen?

In Süßigkeiten und Gebäck ist nur ein geringfügiger, unbedenklicher Anteil an Alkohol enthalten. Hier darfst du beruhigt zugreifen (Zuckeranteil bedenken).

Darf ich mit Alkohol kochen?

Beim Kochen von Soßen verdampft ein Teil des Alkohols, aber bei weitem nicht so viel, wie viele annehmen. Wichtig ist, dass die Soßen ordentlich und lange erhitzt werden. Alkohol hat einen Siedepunkt von etwas über 78 Grad. Zudem sollte ohne Deckel gekocht werden, damit der Alkohol auch wirklich verdampfen kann. Insgesamt sollte der Alkohol auch nur vorsichtig dosiert werden. Wenn du lieber auf Nummer sicher gehen willst, vermeide Speisen, die mit Wein, Bier oder Likören zubereitet werden.

Hilfe beim Verzicht auf Alkohol

Hast du Probleme beim Verzicht auf Alkohol, solltest du dich in erster Linie deiner Hebamme und/oder deiner Frauenärztin anvertrauen. Sie können dir ganz sicher dabei helfen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Außerdem findest du bei den offiziellen Beratungsstellen ein offenes Ohr für deine Probleme sowie fachkundigen Rat und Unterstützung:

🎧 Podcast: Gut und gesund essen in der Schwangerschaft

Alles, was du schon immer über gesunde und ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wissen wolltest, sympathisch und verständlich verpackt in unserer Podcast-Folge. Expertin Moana „Miss Broccoli“ gibt Tipps, was gegen Heißhunger hilft und wie der Genuss trotz schwangerschaftsbedingtem Verzicht nicht zu kurz kommt. Hör doch mal rein!

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Quellen

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