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Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol in der Schwangerschaft – Gefahren und Folgen

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Bei Alkohol in der Schwangerschaft gehen die Meinungen nicht auseinander. Die allgemeine Empfehlung lautet: in der Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichten. Auch, wenn es schwerfällt. Bereits kleine Mengen können schädlich für dein Ungeborenes sein. Warum, erfährst du jetzt.

Die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft

Wenn du schwanger bist, versorgt dein Körper dein Kind mit. Vitamine, Nährstoffe und Antikörper gelangen über die Nabelschnur zu ihm. Manche Substanzen filtert die Plazenta heraus. Andere wie Koffein, Nikotin und eben auch Alkohol kann die Plazentaschranke leider nicht aufhalten.

Wie hoch die möglichen Schäden für dein Baby sind, hängt von der Menge des konsumierten Alkohols ab. Einen weiteren Einfluss hat der aktuelle Zeitpunkt deiner Schwangerschaft.

Oft wird davon gesprochen, dass der Alkohol ausschließlich im ersten Trimester für Schäden sorgen kann und es später in Ordnung ist, hier und da ein Glas Wein oder Sekt zu trinken. Das ist jedoch nicht korrekt. Auch nach dem ersten Trimester entwickeln sich die Organe deines Babys weiter und das Gehirn reift. Der Einfluss von Alkohol kann diese Entwicklung negativ beeinflussen und für bleibende Schäden sorgen. Die meisten werden dein Kind sein Leben lang begleiten.

Nur ein Gläschen? Die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft für dein Baby

Nimmst du in der Schwangerschaft Alkohol zu dir, gelangt dieser über die Plazenta direkt ins Blut deines Babys. Dein Kind bekommt dadurch denselben Alkoholspiegel, den auch du hast.

Mit einem Unterschied: Du selbst bist in der Lage, den Alkohol recht schnell abzubauen. Die Leber deines Babys leider nicht. Es hat schon einen Vollrausch, wenn du dich nur leicht beschwipst fühlst. Über viele Stunden. Weil Alkohol ein Zellgift ist, kann er schwere Schäden anrichten. Dazu gehören:

  • Fehlbildungen an Organen
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Wachstumsstörungen
  • Intelligenzminderung mit verschiedenem Schweregrad
  • Störungen im zentralen Nervensystem
  • Veränderte Gesichtszüge

Bereits kleine Mengen Alkohol reichen schon. Manche Schäden zeigen sich nicht gleich, sondern erst Jahre später. In der Summe heißen sie „fetale Alkoholspektrumstörungen“ (FASD). „Spektrum“ wegen der Vielfalt der möglichen Symptome und Ausprägungen davon.

Fetale Alkoholspektrumstörung – was bedeutet das genau?

Die fetale Alkoholspektrumstörung bezeichnet eine Reihe von Krankheitsbildern, die es in sich haben. Die Folgen des Alkoholkonsums der Mutter zeigen sich ganz unterschiedlich stark. Häufig sind betroffene Kinder weniger intelligent, als sie hätten sein können, und haben Konzentrationsprobleme. Auch körperliche, soziale sowie emotionale Probleme treten auf. Viele Kinder wachsen langsamer und sind lange untergewichtig.

Rund 90% der Kinder sind von Augenveränderungen betroffen. Organfehlbildungen begrenzen sich nicht nur auf die Leber, sondern betreffen auch das Herz, den Verdauungsapparat sowie das Immunsystem.

  • Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist die schwerste Ausprägung, die dein Baby treffen kann. Das sogenannte „Vollbild“. Es gilt als Behinderung und wird diagnostiziert, wenn veränderte Gesichtszüge und mindestens drei Auffälligkeiten im Nervensystem zusammentreffen. Selbst dann ist die Bandbreite von starker Behinderung bis leichten Einschränkungen groß.
  • Beim partiellen FAS weist das Baby isolierte Schädigungen am Zentralen Nervensystem und veränderte Gesichtszüge auf.
  • Bei der alkoholbedingten entwicklungsneurologischen Störung (ARND) gibt es „nur“ Auffälligkeiten am Nervensystem.

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft – häufiger als gedacht

Erschreckend: 80% der werdenden Mütter trinken während der Schwangerschaft Alkohol.

Natürlich zählen in die Statistik auch die Frauen hinein, die noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft ahnen. Der schlimme Kater nach der Betriebsfeier bekommt im Nachhinein dann einen ganz faden Beigeschmack.

Andere unterschätzen das Risiko. Sie möchten auf ihr Sektchen am Geburtstag oder das Glas Wein zu Weihnachten einfach nicht verzichten. So schlimm wird es schon nicht sein. Oder doch? Bedenke, dass Hirnschäden auch durch Therapien nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Ärzte raten zur kompletten Abstinenz in der Schwangerschaft, weil bereits geringe Mengen das Baby stark und dauerhaft schädigen können. Sogar bei alkoholfreiem Bier solltest du aufpassen. Denn auch dort ist Alkohol drin, wenn nicht 0,0% drauf steht.

Geschätzt 10.000 Babys kommen in Deutschland jährlich mit mehr oder minder ausgeprägten Symptomen auf die Welt. Etwa eines von fünf dieser Kinder muss sich sein ganzes Leben mit der schwersten Form abfinden.

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Quellen

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