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Rechtsschutzversicherung für Familien: wann sie nützlich ist und was sie kostet

Eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, kann vor oder auch noch während der Elternzeit für Familien sinnvoll sein. Denn wenn Eltern wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, gibt es oft ungeahnte Probleme mit dem Arbeitgeber. Manche lassen sich lösen, andere landen vor Gericht. Was eine Rechtsschutzversicherung sonst noch abdeckt und warum sie in manchen Fällen bares Geld wert ist, liest du jetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Versicherungsbereiche wie Berufsrechtsschutz, Mietrechtsschutz, Eherechtsschutz können individuell nach Bedarf gewählt werden.
  • Es gibt Single- oder Familientarife.
  • Familienrechtsschutz ist ein Familientarif, Eherechtsschutz ein Baustein von Rechtsschutzversicherungen, also nicht dasselbe.
  • Privat- und Berufsrechtsschutzversicherungen gibt es schon ab etwa 15-20 Euro im Monat.
  • Für anwaltliche Beratung, außergerichtliche Vergleiche und Prozesse vor dem Gericht fallen teils hohe Gebühren an.
  • Bei Vertragsbeginn dürfen keine Rechtsstreitigkeiten vorliegen oder absehbar sein.
  • Nach Vertragsbeginn gibt es eine Wartefrist, bis die Versicherung greift (3-6 Monate).
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Was ist eine Rechtsschutzversicherung?

Eine Rechtsschutzversicherung ist eine Versicherung, die deine (berechtigten) rechtlichen Interessen durchsetzt – also dein Recht schützt. Du kannst diese Versicherung in Anspruch nehmen, wenn du verklagt wirst oder selbst eine Klage einreichen möchtest.

Für den Rechtsschutz zahlst du im Gegenzug die Versicherungsprämie . Die Höhe dieser Prämie variiert je nach gewähltem Tarif, vereinbarter Versicherungssumme und der gewählten Selbstbeteiligung je Versicherungsfall.

Und was ist eine Rechtsschutzversicherung für Familien?

Wenn du statt des Single-Tarifs einen Familientarif abschließt – also den Familienrechtsschutz – sind automatisch minderjährige Kinder im Rechtsfall mitversichert, sofern du das Sorgerecht innehast. Also leibliche, Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder ebenso wie auch Ehepartner oder Lebensgefährten. Unser Tipp: Wenn du schon einen Vertrag hast, prüfe ihn. Eventuell kannst du weitere Personen mitaufnehmen.

Wichtig: Eine Familienrechtsschutzversicherung bedeutet also nicht, dass Fälle des Familienrechts wie Scheidung, Sorgerecht oder Unterhaltssforderungen versichert sind, sondern hier geht es allein um den Tarif. Das andere wäre ein Baustein, den nicht alle Rechtsschutzversicherungen anbieten.

Was versichert eine Rechtsschutzversicherung?

Es kann in vielen Bereichen des täglichen Lebens zum Streit kommen. Daher gibt es bei der Rechtsschutzversicherung verschiedene Bausteine, die du als Versicherungsnehmer unabhängig vom Tarif wählen kannst. Je mehr Bausteine du auswählst, desto höher fällt der Beitrag aus.

Hier einige Beispiele für Bereiche, die du versichern kannst:

  • Verkehrsrechtsschutz:
    Alle Streitigkeiten, die durch die Teilnahme am Straßenverkehr entstehen können. Als Fußgänger, Radfahrer oder Fahrgast in einem privaten oder öffentlichen Verkehrsmittel. Natürlich auch als Eigentümer, Halter, Fahrer oder Insasse eines Fahrzeugs
  • Privat- und Berufsrechtsschutz* für Angestellte
    Für Auseinandersetzungen mit dem (Ex-)Arbeitgeber. Außerdem sind die Durchsetzung eigener Schadenersatzansprüche wie auch Ansprüche aus Kaufverträgen, Steuerstreitigkeiten und Verteidigung bei Strafsachen vor Gericht abgesichert.

    Ausnahmen: z.B. bei vorsätzlich begangenen Straftaten/Ordnungswidrigkeiten, Widerspruchsverfahren im Sozial-, Steuer-, Verwaltungsstrafrecht
  • Privat- und Berufsrechtsschutz* für Selbstständige
    Wenn du oder auch dein Lebenspartner eine gewerbliche, freiberufliche oder sonstige selbstständige Tätigkeit ausüben. Streit im privaten (je nach gewählten Bausteinen) und im Zusammenhang mit der Selbstständigkeit (auch Mitarbeiter) sind versichert.
  • Eigentümer- und Mietrechtsschutz
    Versicherungsschutz für dich als Mieter, Pächter, Nutzungsberechtigter, Eigentümer, Vermieter oder Verpächter von Grundstücken, Gebäuden oder Gebäudeteilen (müssen im Vertrag stehen). Sichert dich ab, bei Rechtsstreitigkeiten wie Erhöhung der Miete, oder Kündigung der Wohnung etc.
  • Eherechtsschutz
    Einige Versicherer bieten diese besondere Form der Rechtsschutzversicherung an. Hier sind beide Ehepartner versichert für den Fall der Scheidung. Rechtsanwalts- und Gerichtskosten werden mit einem festen Betrag übernommen. Weiterhin Scheidungsfolgesachen, wie Regelung der Sorge- und des Umgangsrecht, Unterhalt usw.

*Privat- und Berufsrechtsschutz: Das eine geht nicht ohne das andere. Hintergrund sind Wechselwirkungen zwischen Privat- und Berufsleben.

Warum eine Rechtsschutzversicherung für Familien sinnvoll ist

Eine Rechtschutzversicherung ist für Familien vor allem vor, während und danach der Elternzeit sinnvoll.

Natürlich können nicht immer alle Schadensfälle abgesichert werden, das kann keine Versicherung. Wie bereits erwähnt, sind Versicherungsfälle innerhalb der Familie meist nicht mitversichert. Im Fall einer Scheidung deckt eine normale Rechtsschutzversicherung, wenn überhaupt, nur eine Erstberatung ab. Weitere Scheidungskosten sind selbst zu tragen oder gesondert zu versichern. Lediglich der Baustein Eherechtsschutz (siehe oben) bietet etwas mehr finanzielle Sicherheit für diesen Fall.

Aber nachfolgend findest du einen kleinen Überblick von möglichen Rechtsschutzfällen von Familien mit Kind:

Versicherungsfall: Mögliche Geburtsschäden

Sollte es bei der Geburt bei Mutter oder Kind zu einem Behandlungsfehler kommen und ein gesundheitlicher Schaden (körperlich, psychisch) tritt ein, spricht man von einem Geburtsschaden. Hier ist es sinnvoll, dann Schmerzensgeld und Schadenersatz in einem Zivilprozess einzufordern. Verjährungsfristen beachten!

Abgedeckt durch: Privatrechtsschutz

Versicherungsfall: Kitaplatz einklagen

Leider keine Seltenheit, den Kitaplatz einklagen zu müssen. Nach wie vor gibt es zu wenig Plätze, obwohl es einen Rechtsanspruch für Kinder zwischen 1 und 3 Jahren auf Betreuung gibt. Manche Rechtsschutzversicherer schließen diese Art von Unterstützung aus. Also immer gut prüfen und den Vertrag rechtzeitig abschließen, denn: Ist die Bewerbung an die Kita schon raus, nützt der Abschluss einer Versicherung für diesen Sachverhalt nachträglich nichts.

Abgedeckt durch: Privatrechtsschutz

Versicherungsfall: Missglückte Reisen mit Kind

Viele Familien nutzen die Elternzeit für längere Reisen. Verspätungen im Flugverkehr, Zugausfälle, paradiesische Fotos einer Unterkunft und vor Ort dann die große Ernüchterung. Balkon fehlt oder der Pool – was es auch ist: Lässt es sich nicht lösen, kannst du im Nachgang unter bestimmten Umständen Reisemängel geltend machen.

Abgedeckt durch: Privatrechtsschutz

Hinweis: Die Rechtsschutzversicherung greift europaweit, bei maximal 6 bis 12 Wochen Auslandsaufenthalt auch meist weltweit. Teilweise ist der Schutz jedoch eingeschränkt. Immer vorher prüfen!

Versicherungsfall: Probleme in der Mietwohnung

Nachbarn beschweren sich bei Mietwohnungen gern über zu viel Lärm, stinkende Windelbeutel im Treppenhaus oder auch den Kinderwagen im Eingangsbereich. Wenn die Nachbarn entspannt sind, macht vielleicht der Vermieter Probleme und droht mit Kündigung.

Abgedeckt durch: Mietrechtsschutz

Versicherungsfall: Holpriger Wiedereinstieg ins Arbeitsleben in oder nach der Elternzeit

Mütter und auch Väter sind hiervon betroffen. Teilzeitarbeit wird verwehrt, der alte Arbeitsplatz existiert nicht mehr und man soll in einen anderen Bereich abgeschoben werden, oder schlimmer: Der Arbeitgeber kündigt nach der Elternzeit. Weiterhin geht es um schlechte Arbeitszeugnisse und oder Abfindungen. Meist ist eine Mediation oder der Gang vor das Arbeitsgericht erforderlich.

Abgedeckt durch: Berufsrechtsschutz

Vorteile einer Berufsrechtsschutzversicherung für Familien

Die Berufsrechtsschutzversicherung als Teil der Rechtsschutzversicherung bietet nicht nur für Familien einige Vorteile. Denn gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber sind teuer. Der Gegenstandswert für einen Anwalt entspricht drei Bruttomonatsgehältern. Bei einem Gehalt von 3.000 Euro fallen für einen Vergleich ca. 2.100 Euro an. Kommt es zu einem Prozess mit Urteil in der ersten Instanz, entstehen ca. 2.200 Euro Kosten, je nach Höhe der Gerichtsgebühr und Auslagen für den Anwalt. Ab der zweiten Instanz verdoppeln sich die Kosten jeweils. Nicht alle Versicherer übernehmen hier noch die Kosten.

Beispiel:

Angenommen, du hast vor einem Jahr eine Rechtsschutzversicherung (Berufsrecht) mit 200 Euro Selbstbeteiligung abgeschlossen. Sie kostet 20 Euro im Monat. Du sparst in unserem Beispiel im Fall eines Vergleichs 1.660 Euro, also knapp 80% der Kosten.

12 Monate x 20 Euro Beitrag = 240 Euro
240 Euro Beitrag + 200 Euro Selbstbeteiligung = 440 Euro
2.100 Euro Gebühren (Vergleich) – 440 Euro = 1.660 Euro

Gibt es beim Wiedereinstieg keine Probleme, hast du schlimmstenfalls 240 Euro in deine finanzielle Sicherheit investiert. Aber wer weiß, vielleicht gibt es bei euch beiden Schwierigkeiten nach der Elternzeit oder du möchtest noch mehr Kinder und irgendwann spielt der Arbeitgeber doch nicht mehr mit. Außerdem deckt die Versicherung – je nach gewählten Bausteinen – weitere Schadensfälle ab.

Was zahlt eine Rechtsschutzversicherung?

Das Wichtigste vorab: Keine Rechtsschutzversicherung deckt jedes Risiko ab. Der Versicherungsschutz deckt normalerweise folgende Kosten:

  • die eigenen Anwaltskosten (Anwalt frei wählbar)
  • ggf. Mediationskosten (hier immer genau den Vertrag prüfen!)
  • die Gerichtskosten
  • Zeugengelder (Entschädigung für Zeugen)
  • gerichtliche Sachverständigenhonorare
  • ab zweiter Instanz je nach Vertrag auch die Kosten des gegnerischen Anwalts, wenn der Fall verloren wird (Deckungszusage einholen!!)
  • Kosten der Zwangsvollstreckung
  • Strafkautionen (je nach Vertrag bis 50.000 Euro), um vor Strafvollzug zu schützen

Vorsicht: Manche Versicherungen übernehmen bei Streitigkeiten (z.B. mit dem Arbeitgeber) lediglich alle Kosten, die sich aus einer Mediation ergeben. Lehnst du diese ab, werden die weiteren Prozesskosten nicht übernommen. Schau also immer genau hin!

Was ist von der Übernahme durch die RV ausgeschlossen?

Geldstrafen sowie Bußgelder sind grundsätzlich von der Übernahme durch die Rechtschutzversicherung ausgeschlossen.

Was kostet eine Rechtsschutzversicherung?

Es kommt darauf an, wie viele Bereiche du abdecken möchtest. Weiterhin unterscheiden sich die Verträge in Deckungssumme und der Höhe der Selbstbeteiligung.

Beispiele:

  • Eine Berufsrechtsschutzversicherung gibt es momentan nur im Paket mit einer Privatrechtsschutzversicherung. Sie kostet etwa 15-25 Euro im Monat.
  • Kommt noch das Verkehrsrecht dazu, fallen etwa 20-30 Euro im Monat an.
  • Im Paket, mit Verkehrs- und Mietrecht, musst du mit etwa 25-35 Euro im Monat rechnen.

Für die einfachste Variante kommen also mindestens 180 Euro (12 x 15 Euro) im Jahr zusammen. Das ist jedoch nichts verglichen mit den Kosten, die du ohne Versicherung im Ernstfall selbst tragen müsstest.

Rechtsschutzversicherungen vergleichen lohnt sich

Wenn du Rechtsschutzversicherungen vergleichst, achte auf diese Punkte:

  • Deckungssumme:
    Mindestens 300.000 sind empfohlen.
  • Selbstbeteiligung:
    Gängig sind 150 bis 250 Euro. Liegt sie zu hoch, musst du Rechtsberatungen und einfache Anwaltsbriefe meist selbst tragen.
  • Wartezeit:
    Nach Vertragsbeginn der Versicherung gibt es eine bestimmte Wartezeit. Diese ist nicht gesetzlich festgelegt. Normal sind 3 oder 6 Monate. Treten innerhalb dieser Wartezeit bereits Probleme / Streitigkeiten auf, greift die Versicherung für diesen Fall nicht.
  • Zusätzliche Leistungen:
    Einige Versicherungen bieten z.B. kostenlose Erstberatungen an oder Treueboni an.

Rechtsschutzversicherung – Vergleich anfragen

Es gibt viele verschiedene Anbieter für eine Rechtsschutzversicherung, ein Vergleich lohnt sich. Wenn du deine Daten in das Formular einträgst, erhältst du von einem Experten in deiner Nähe verschiedene Angebote. Diese kannst du ganz einfach miteinander vergleichen. Der Service ist absolut unverbindlich und kostenfrei.

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Fazit

Eine Rechtsschutzversicherung für die Familie abzuschließen, ist kein Muss, aber durchaus sinnvoll – besser noch vor als in Elternzeit. Besonders, wenn du planst, nach der Elternzeit wieder an deinen alten Arbeitsplatz zurückzukehren. Die Kosten des Rechtsbeistands sind z.B. im Falle einer Kündigung viel höher als die Versicherungsbeiträge nebst Selbstbeteiligung.

Einige Versicherungen belohnen Kunden mit einem Rabatt bei Schadensfreiheit. Das heißt, wenn du ein paar Jahre gezahlt hast, ohne die Versicherung genutzt zu haben, vermindert sich deine Selbstbeteiligung oder du erhältst einen Bonus.

Wichtig ist, sich die Versicherungsbedingungen genau anzusehen und auch Anbieter zu vergleichen.

Haben wir etwas Wichtiges zum Thema Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit vergessen? Schreib uns gern einen Kommentar!

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Quellen

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