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ungewollt schwanger - ungeplante schwangerschaft - was tun?

Ungewollt schwanger: Was tun?

Ein positiver Schwangerschaftstest löst nicht immer Glücksgefühle aus. Denn oft entfacht eine ungeplante oder gar ungewollte Schwangerschaft einen wilden Mix aus unterschiedlichsten Gefühlen. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind will gut überlegt sein. Wie geht es weiter? Soll ich das Kind behalten? Kann das überhaupt funktionieren? Und wie sage ich meinem Mann, dass ich ungewollt schwanger bin? Wir helfen dir, etwas klarer zu sehen.

Nimm dir Zeit

Zuerst einmal, keine Panik! Wenn deine Gefühle jetzt Achterbahn fahren, ist das ganz normal. Immerhin stellt ein Kind mitunter das ganze Leben auf den Kopf. Und wenn das Umfeld oder der Zeitpunkt ungünstig sind, erscheint die neue Situation wie ein riesiger, unbezwingbarer Berg.

Dennoch gilt es, Ruhe zu bewahren. Denn sofern du nicht bereits in der 12. Schwangerschaftswoche bist, hast du noch genug Zeit, um deine Gefühle zu ordnen. Also lehne dich zurück und atme erst einmal tief durch. Die Entscheidung, wie es jetzt weitergeht, will gut überlegt sein und du hast durchaus ein paar Wochen Zeit dafür. In dieser Zeit kann sich viel bewegen. Manchmal ändert sich die eigene Einstellung innerhalb weniger Wochen komplett.

Denkst du, dass der potenzielle Vater des Kindes die Schwangerschaft ablehnen wird? Wenn du es nicht schon getan hast, sag ihm erst einmal noch nichts. Denn gerade, wenn du seine negative Haltung kennst, solltest du dir besonders viel Zeit nehmen und einen Plan machen, wie du weiter vorgehst. Deine Entscheidung kommt vor seiner, denn schließlich ist es dein Körper! Wichtig ist, dass du dir nach und nach klar wirst, was dein Herz möchte. Der Kopf ist dabei zweitrangig.

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Erfahrungsberichte können helfen

Nicht viele Frauen sprechen freiwillig über ihre Erfahrungen. Schade eigentlich. Denn ihre Schilderungen könnten dir helfen, deine Situation besser einzuschätzen.

Unser Tipp: Der gemeinnützige Verein ProFemina e.V. hat eine hilfreiche Webseite ins Leben gerufen, die Schwangeren im Zweifel oder in Not Orientierung geben soll. Darauf finden sich auch Erfahrungsberichte und viele nützliche Links für die verschiedenen Lebenssituationen, in denen ungeplant schwangere Frauen sich befinden könnten.

Lass dich beraten

Damit es schwangere Frauen leichter haben, zu einer gut überlegten Entscheidung zu kommen, gibt es viele gute Beratungsstellen. Auch die oben genannte Seite listet einige davon auf. Sie geben dir den Raum, um all deine Gedanken, Ängste und Wünsche zu äußern, ohne dich zu bedrängen oder gar bevormunden zu wollen. Denn Verwandte und Freunde sind oft zu befangen, um wirklich hilfreich zu sein.

Natürlich wollen Beratungsstellen, wie die Caritas, auch immer dem ungeborenen Leben eine Chance geben. Trotzdem müssen die Beratungen „ergebnisoffen“ sein. Das heißt, die Frauen werden dich nicht zu irgendetwas überreden, das du nicht möchtest. Aber sie helfen dir zu erkennen, was du wirklich willst. Außerdem können sie dir Tipps geben, wo du finanzielle und andere Unterstützung bekommst.

Zwischen dem Beratungstermin und dem eigentlichen Termin zum Schwangerschaftsabbruch müssen mindestens 3 Tage liegen. Diese Regelung wurde bewusst gewählt. Denn auch wenn du dir vielleicht sicher bist: Im Beratungsgespräch werden vermutlich auch Fakten angesprochen, über die du dir bisher möglicherweise noch keine Gedanken gemacht hast. Vielleicht sind es aber auch neue Lösungswege, die für dich die ungeplante Schwangerschaft plötzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen. Nutze also diese Zeit noch einmal ganz bewusst, um dich so zu entscheiden, wie du es für richtig hältst.

Wenn du über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkst, brauchst du den Beratungsschein ohnehin als Nachweis, um den Termin für eine Abtreibung zu bekommen. Aber versuche, die Beratung nicht als Pflichttermin zu sehen. Denn die Beraterinnen sind sehr lebenserfahren und können dir tatsächlich gut weiterhelfen, wenn du sie lässt.

Gut zu wissen: Ein Abbruch bleibt nicht immer ohne Folgen

Vielen Frauen erscheint ein Schwangerschaftsabbruch als die leichteste Art, ihr altes Leben zurückzubekommen, wenn sie ungewollt schwanger sind. Dabei ahnen sie manchmal nicht, dass eine Abtreibung neben ein paar körperlichen vor allem auch psychische Probleme mit sich bringen kann. Gerade, wenn er ohne große Not geschieht, können lebenslange Gewissensbisse die Folge sein.

Wie groß die Not ist, hängt immer von der persönlichen Lebenssituation ab. Es ist daher immer sehr individuell zu betrachten. Schlussendlich spielt es außerdem eine entscheidende Rolle, warum man ungeplant schwanger wurde. Hat die Pille versagt oder ist das Kondom geplatzt? Resultiert die Schwangerschaft aus einem sexuellen Übergriff? Diese und ähnliche Gründe können Frauen schnell in eine solche Notlage bringen.

Eine Studie der BZgA aus dem Jahre 2016 ergab, dass die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch bei mehr als der Hälfte der Betroffenen in einer unsicheren Partnerschaft liegen. Jede fünfte Frau entscheidet sich zu einem Abbruch aus finanziellen und beruflichen Gründen, jede zweite Frau bricht die Schwangerschaft während der Ausbildung oder des Studiums ab. Manchmal kommt einiges zusammen.

Erfahrungen haben gezeigt, dass bei den meisten Frauen Gewissensbisse, Trauer und Schmerz mit der Zeit nachlassen – sofern es sie überhaupt gab. Sehr viele fühlen sogar eine Art Erleichterung. Das liegt oftmals daran, dass der Druck von außen danach weg ist oder die eigene Lebenssituation wieder klarer und überschaubarer wird.

Mögliche Auswirkungen eines Abtreibung

Bei manchen Frauen entstehen erst im Laufe der Jahre psychische Probleme. Statistiken darüber gibt es nicht. Nicht in jedem Fall bringt man den Schwangerschaftsabbruch in der Vergangenheit sofort mit Depressionen, Schlafstörungen, Drogenmissbrauch oder Angststörungen in Zusammenhang. Auch posttraumatische Belastungsstörungen können die Folge sein. Wie sich ein Abbruch mental auswirkt, ist immer sehr individuell. Wichtig ist sicherlich auch, ob die Frau nach ihrer getroffenen Entscheidung allein gelassen wird oder trotzdem liebevolle Unterstützung aus der Familie sowie dem Freundes- und Bekanntenkreis erhält.

Neben den psychischen Folgen können auch körperliche Probleme auftreten. Während bei einem medikamentösen Abbruch Blutungen und Infektionen eher selten sind, kommt es in rund 1,5 Prozent der operativen Abbrüche zu Entzündungen, Blutungen, Uterusperforation oder Verletzungen des Muttermundes. Auch Probleme bei der Narkose können hier, wie bei jedem anderen operativen Eingriff, auftreten. Um all diese möglichen Folgen besser abschätzen zu können, ist das Beratungsgespräch ganz wichtig. So persönlich die eigene Entscheidung auch ausfällt, und natürlich auch jeder Frau selbst überlassen ist: Es ist wichtig, auch die möglichen Folgen genau zu kennen.

Manchmal versuchen Frauen dann später schwanger zu werden, aber es klappt aus verschiedenen Gründen nicht mehr so wie gedacht. Entweder gibt es zu einem späteren Zeitpunkt nicht den richtigen Partner, oder die Lebenssituation lässt es aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen einfach nicht zu. Es kann auch am zunehmenden Alter liegen. Kommen dann noch Sorgen und Probleme hinzu, kann es zu seiner psychischen Blockade kommen, die verhindert, dass du schwanger wirst. Das muss dir bewusst sein, vor allem, wenn es dein erstes Kind wäre. Daher triff die Entscheidung am besten bewusst so, dass du zu 100 Prozent dahinterstehen kannst, falls später doch alles anders kommt als gedacht.

Es gibt genug Frauen, die nach einer Abtreibung keine Probleme hatten, aber es gibt auch Gegenbeispiele. Manchmal (zum Glück nicht immer) zeigen sich die Probleme erst viele Jahre später.

Übrigens: Nicht jede Frau entscheidet sich für einen Abbruch. Laut einer Studie der BZgA von 2016 werden ungewollte Schwangerschaften in rund 57 Prozent dennoch ausgetragen. Aktuelle Statistiken (Stand 01/2022) zeigen zudem einen Rückgang bei Schwangerschaftsabbrüchen um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur rund 4 Prozent der Abbrüche erfolgten aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten.

Hol dir Hilfe nach einer problematischen Abtreibung

Wenn du ungewollt schwanger bist und dich für einen Abbruch entscheidest, ist es eine gute Idee, mit einer Therapeutin darüber zu sprechen, sollten im späteren Verlauf doch Probleme auftreten. Denn ungelöste psychische Probleme schwächen auf Dauer Körper und Geist und können auch zukünftige Schwangerschaften belasten. Manchmal sind sie im tiefsten Innersten vergraben. Eine Therapie kann hier helfen, mit dir selbst ins Reine zu kommen. Sich helfen zu lassen, ist kein Ausdruck von Schwäche, sondern von Stärke!

Das Allerwichtigste: Triff erst eine Entscheidung für dich selbst

Wenn du kein Kind (zu diesem Zeitpunkt) möchtest und dir sicher bist, dann ist das eben so. Dein Körper, deine Entscheidung!

Aber: Viele Frauen haben Angst, das Kind allein großziehen zu müssen, wenn der Partner es nicht will. Das allein sollte jedoch kein Grund sein abzutreiben, wenn du das Baby eigentlich behalten willst. Und ja, alleinerziehend zu sein ist schwer. Aber es ist machbar und manchmal dennoch die beste Entscheidung, die du treffen konntest.

Gar nicht selten bekommt eine Frau von allen Seiten Gegenwind, sobald sie weiß, dass sie schwanger ist. Bedenken oder gar Ablehnung können vom Partner oder sogar von den eigenen Eltern kommen. Und auch Freunde haben oft ihre eigene Meinung, die nicht immer durchdacht ist. Natürlich ist es schön, bei einer so wichtigen Entscheidung Rückendeckung zu haben. Aber wichtiger ist, dass du und nicht andere diese Entscheidung getroffen haben. Sobald diese feststeht, kannst du alle Beteiligten vor vollendete Tatsachen stellen und ihnen deine Gründe darlegen. Manchmal hilft das auch, um sie umzustimmen – in welche Richtung auch immer!

Gut zu wissen: Nicht wenige Beziehungen zerbrechen daran, dass die Frau zu einer Abtreibung gedrängt wurde, die sie nicht wollte. So oder so, am besten entscheidest du für dich selbst!

Ungewollt schwanger: Wie sage ich es meinem Partner?

Wie du deinem Partner beibringst, dass du ungeplant schwanger bist, kommt ganz auf eure Situation an. Zuerst einmal solltest du dir klar werden, was du selbst willst. Denn, wenn deine Entscheidung steht, kannst du ganz anders auftreten, als wenn du selbst noch schwankst, ob du das Baby behalten sollst.

Dann ist es wie mit allen wichtigen Dingen, die in der Partnerschaft angesprochen werden müssen: Es braucht einen guten Zeitpunkt, zu dem die Grundstimmung einigermaßen entspannt ist, und einen guten Ort. Mitten in der Hektik des Alltags wird die Reaktion des Partners vielleicht genervter ausfallen als bei einem Ausflug zu zweit oder einem TV-Abend auf der Couch. Gut ist, wenn er schon vorher merkt, dass er dir wichtig ist.

Wenn alles so weit stimmt, atme tief durch und fasse dir ein Herz. Versuche die Situation, deine Ängste und Wünsche aus der Ich-Perspektive zu schildern. Ein Beispiel für eine achtsame Formulierung: „Ich weiß, dass wir in letzter Zeit öfter Streit hatten, aber ich liebe dich immer noch und ich wünsche mir das Kind so sehr. Gleichzeitig habe ich Angst, dass du es nicht willst. Ich bin ganz verzweifelt. Ich denke, eine Abtreibung könnte ich nicht verkraften. Meinst du, wir schaffen das zusammen?“ – ähnlich natürlich, solltest du ungeplant schwanger sein und dich gegen das Kind entscheiden.

Wir wünschen dir viel Kraft!

Bist du ungeplant schwanger und hast Fragen? Oder möchtest du deine Erfahrungen teilen? Schreib uns gern einen Kommentar!

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Quellen

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