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Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft: Was kann ich tun?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft sind häufig. Meist sind sie harmlos, nur selten steckt etwas Ernsthaftes dahinter. Welche Ursachen möglich sind, wann du zum Arzt musst und was gegen die Unterleibsschmerzen hilft, erfährst du jetzt.

Sind Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft gefährlich?

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft kennt fast jede Schwangere. Vor allem in der Frühschwangerschaft, aber auch im Verlauf zwickt, zieht, brennt oder drückt es gelegentlich. Meist halten solche Schmerzen nicht lange an. Es gibt aber auch Frauen, die deswegen kaum laufen können.

Welche Ursachen Unterleibsschmerzen haben können, wenn du schwanger bist, erfährst du gleich. Und auch, was du dagegen tun kannst. Aber first things first:

Wann bei Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft zum Arzt?

Ein Kneifen, ein Ziehen oder ein Brennen hier und da sind kein Problem und in der Schwangerschaft völlig normal. Direkt zum Arzt oder in die Klinik solltest du jedoch, wenn deine Unterleibsschmerzen:

Denn in seltenen Fällen kann es sich um eine für dich lebensbedrohliche Situation handeln, zum Beispiel um eine Eileiterschwangerschaft.

Wenn du dagegen immer wiederkehrende Beschwerden hast, die dir Sorgen bereiten, können nur Frauenärztin oder Hebamme wirklich weiterhelfen.

Mögliche Ursachen für Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft:

Einnistung: Unterleibsschmerzen zu Anfang der Schwangerschaft

Vielleicht hast du deinen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Die Einnistung müsste also schon durch sein, oder nicht? Jein. Bei manchen Frauen dauert es ein Weilchen, bis es sich die Eizelle in der Gebärmutter so richtig gemütlich gemacht hat. Es zieht und zwickt, wenn sich Eihäute und Schleimhaut verbinden. Neue Zellen entstehen, die Plazenta beginnt zu wachsen.

Wenn du Schmerzen generell gut wahrnimmst, kannst du das ab und zu spüren. Das Gute: es geht vorbei! Nach wenigen Wochen sollte sich das Rumoren gelegt haben.

Schmerzen in der Leiste: meist die Mutterbänder

Zieht oder sticht es in deiner Leiste? Oft ist nur eine Seite betroffen. Manchmal auch beide. Schuld sind die Mutterbänder. Mutterbänder sind schräg verlaufende Gewebestrukturen, die die Gebärmutter an ihrem Platz halten. Und die müssen wachsen, denn schließlich fordert dein Baby mehr und mehr Raum.

Auch Becken und Rücken verändern sich. Alle Gewebe müssen sich in der Schwangerschaft anpassen. Und das äußert sich eben durch sporadisch auftretende Schmerzen, die nicht länger als ein paar Minuten anhalten. Die ganze Schwangerschaft über kann das so gehen. Aber immerhin weißt du so, dass dein Kleines wächst.

Schmerzen im Schambein: zickt die Symphyse?

Stechende Schmerzen im Bereich des Schambeins, die bis in Beine oder Rücken ausstrahlen – daran ist in der zweiten Schwangerschaftshälfte oft die Symphyse schuld. Das ist der Knorpel, der beide Beckenschaufeln zusammenhält. Durch die Hormone wird der Knorpel weicher. Der Spalt vergrößert sich. Dadurch wird das ganze Areal empfindlicher für Druck und Bewegung. Der Beckenring weitet sich, damit dein Baby bei der Geburt mehr Platz zum Durchzuschlüpfen hat. Oft schon einige Wochen vorher.

Manchmal liegt das Baby schon früh so tief im Becken, dass es direkt darauf drückt. Betroffene Schwangere können vor Unterleibschmerzen kaum Laufen. Hier helfen ein Beckengurt und Schonung. Ein paar Wochen nach der Geburt schmerzt es in der Regel nicht mehr.

Ein träger Darm kann in der Schwangerschaft Unterleibsschmerzen verursachen

Hast du öfter Verstopfung? Oder Blähungen? Das spricht für einen trägen Darm. Der hat ohnehin weniger Platz zum Arbeiten als vorher. Dazu kommen Hormone, die die Darmbewegungen verringern. Wenn sich jetzt Winde verklemmen oder festeres Material quer sitzt, kann das ganz schön wehtun. Bei Blähungen hilft ein Lagewechsel. Bei Verstopfung ballaststoffreiche Ernährung viel trinken und moderate Bewegung. Auch Magnesium kann den Stuhl in Gang bringen. Achte außerdem darauf, ob du bestimmte Lebensmittel besonders schlecht verträgst und ersetze sie, wenn möglich.

Kontraktionen der Gebärmutter: nur selten ein Warnzeichen

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft wie bei der Periode, ein Ziehen, vielleicht wird der Bauch hart – das kann bedeuten, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Sie kontrahiert. Kein Grund zur Sorge, solange die Übungswehen nur sporadisch kommen. Nehmen Häufigkeit und Dauer zu, schnell zum Arzt! Dann könnten es doch Frühwehen oder eine sich ankündigende Fehlgeburt sein. In den allermeisten Fällen gibt es jedoch Entwarnung!

Schmerzen nach Sex in der Schwangerschaft

Hattet ihr Sex und nun hast du das Gefühl, dass sich dein Bauch verkrampft? Das kann passieren. Denn in der Schwangerschaft ist alles empfindlicher. Beim Orgasmus kann sich die Gebärmutter zusammenziehen. Das ist ungefährlich. Normalerweise würdest du es kaum bemerken, jetzt aber schon. Nach ein paar Minuten sollten die Kontraktionen aber vorbei sein.

Wenn du starke Schmerzen spürst oder die Beschwerden lange anhalten, lass deine Gynäkologin draufschauen. Eventuell rät sie dir zu vorübergehender Enthaltsamkeit.

Das hilft bei Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft

Je nachdem, was es bei dir ist, kannst du verschiedene Dinge ausprobieren.

  • Ruhe hilft oft schon viel. Vor allem dann, wenn du dich vorher übernommen hattest.
  • Wärme entspannt deine Muskulatur und macht sie dehnbarer. Die gute alte Wärmflasche aber bitte nicht direkt auf den Bauch legen!
  • Positionswechsel können den Druck von der schmerzenden Stelle nehmen. Finde heraus, was dir guttut und lass alles andere bleiben.
  • Leichte Bewegung wie z.B. Schwangerschaftsgymnastik oder Schwangerschaftsyoga hilft deinen Körper in Schwung zu halten. Und das wirkt sich positiv auf deine Schwangerschaft aus.
  • Magnesium besänftigt die Muskeln und kann die Darmtätigkeit anregen. Bitte aber in Absprache mit deiner Ärztin!
  • Manchmal wirkt ein Stützgurt prima gegen Zipperlein, wie schmerzende Mutterbänder und Rückenbeschwerden. Wenn es richtig schlimm ist, zahlt die Krankenkasse ein medizinisches Produkt.
  • Frag deine Hebamme nach Akupunktur. Auch sie kann helfen und wird von manchen Kassen übernommen.
  • Schmerzmittel solltest du nie auf eigene Faust einnehmen. Auch nicht die frei verkäuflichen. Denn nicht alle sind in der Schwangerschaft erlaubt. Sprich am besten in mit deiner Frauenärztin.

Hast du noch eine Frage zu Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

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