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Wieso Musik in der Schwangerschaft gut für dein Baby ist

Die klassische CD in Dauerschleife? Kopfhörer auf dem Babybauch? Singen und Musizieren für das Ungeborene? Eltern tun ja vieles, damit ihr Nachwuchs später besonders schlau wird. Aber ist Musik in der Schwangerschaft wirklich so gut für die Entwicklung, wie es heißt, oder ist das ein nur Mythos? Wir klären auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Erwachsenen fördert klassische Musik Lernen, Erinnern und räumliches Denken.
  • Dieser „Mozart-Effekt“ ist bei Ungeborenen (noch) nicht bewiesen.
  • Neugeborene erinnern sich aber an Melodien aus dem Mutterleib.
  • Angenehme Musik wirkt entspannend auf Mutter und Ungeborenes.
  • Zu laute oder unangenehme Musik stressen das Baby unnötig.

Musik ist ein Geschenk für jeden Menschen. Denn sie kann anregen, beruhigen, fröhlich oder melancholisch machen. Sie senkt, außer vielleicht bei Death Metal, nachweislich den Blutdruck, wenn man mal wieder geladen ist. Und sie ist die einzige Sprache, die alle Menschen verstehen. So weit, so gut. Und was bringt Musik in der Schwangerschaft?

Was es mit dem Mozart-Effekt auf sich hat

In einer Studie von 1993 wurde 18 Jugendlichen eine Sonate von Mozart vorgespielt, bevor sie Tests absolvieren sollten. Sie performten besser als die 18 Schüler, die vorher keine Musik gehört hatten. Die Ergebnisse lösten in den USA eine Welle der Euphorie aus. Von nun an wurden Kindern und sogar schon Neugeborenen klassische Musik vorgespielt, damit sie später intelligenter werden würden. Der Effekt wurde als „Mozart-Effekt“ bekannt.

Aber was ist dran an der Annahme, dass sich klassische Musik oder überhaupt Musik auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns auswirkt? Bisher gibt es keine Studien, die belegen, dass der IQ bei Kindern, die schon im Mutterleib oder als Babys klassische Musik zu hören bekamen, höher war als bei anderen. Das heißt jedoch nicht, dass es keinen Effekt gibt.

Was man weiß ist, dass die Areale für räumliches Denken beim regelmäßigen Hören komplexer Musik (wie von Mozart) aktiver sind. Außerdem wächst die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, zu lernen und sich an Gelerntes zu erinnern. Das liegt daran, dass das bewusste Hören dieser Art von Musik die gleichen „Straßen“ im Gehirn benötigt.

Musik machen statt Musik hören?

Dieser positive Effekt ist bei Musik-Machenden viel ausgeprägter als bei Nicht-Musikern. Denn bei letzten wirkt das Musikhören eher wie ein Schalter, die die vorhandenen Fähigkeiten für eine Weile anknipst. Bei Musikern ist die Hirnstruktur dagegen messbar verändert. Musik zu machen ist also effektiver als Musik zu hören. Das gilt auch schon für kleine Kinder. Prof. Dr. Gerald Hüther von der Universität Göttingen und Mannheim/Heidelberg sagt dazu:

Es ist eigenartig, aber aus neurowissenschaftlicher Sicht spricht alles dafür, dass die nutzloseste Leistung, zu der Menschen befähigt sind – und das ist unzweifelhaft das unbekümmerte, absichtslose Singen – den größten Nutzeffekt für die Entwicklung von Kindergehirnen hat.

Da Ungeborene jedoch nur hören können, dürfte der Effekt von Musik im Mutterleib erstmal gering ausfallen. Die kommenden Absätze zeigen aber, warum Musik in der Schwangerschaft trotzdem eine gute Idee ist.

Musik in der Schwangerschaft: Die positiven Gefühle übertragen sich

Musik schüttet Endorphine aus, das heißt sie wirkt stimmungsaufhellend. Außerdem kann sie den Blutdruck senken und wirkt dadurch beruhigend. Beides ist wissenschaftlich erwiesen.

Wenn du nun in der Schwangerschaft deine Lieblingsmusik hörst, werden sich deine Glücksgefühle auf dein Neugeborenes übertragen. Stress wird abgebaut. Und das ist gut, denn zu viel Stress kann dein Baby später selbst stressanfälliger und unausgeglichener machen. Wenn du also dafür sorgst, dass es dir gut geht, profitiert auch dein Baby davon.

Es ist also egal, was du gern hörst. Selbst wenn der „Mozart-Effekt“ bei Pop oder Schlagern eher nicht eintritt, wird die Musik deinem Baby trotzdem gut tun.

Babys erinnern sich Monate lang an Klangfolgen

Und es kommt noch besser. Eine finnische Studie von 2013 hat nachgewiesen, dass sich Neugeborene noch 4 Monate lang an Melodien erinnern, die ihnen während der Schwangerschaft oft vorgespielt worden waren. Das belegt indirekt, dass schon Musik im Mutterleib auf das kindliche Gehirn einwirkt.

Diesen Effekt kannst du dir zunutze machen, indem du deinem ungeborenen Baby täglich dasselbe Schlaflied oder ein anderes ruhiges Musikstück vorspielst. Denn dann kommt die beruhigende Wirkung dieser Art von Musik mit dem Erinnern der Melodien zusammen. Wenn du dann dieselben Melodien deinem Neugeborenen vorspielst, wird es sich leichter beruhigen lassen, wenn es sich unwohl fühlt.

Deshalb funktionieren Schlaflieder als Teil eines Einschlafrituals tatsächlich, und das sogar bei Erwachsenen.

Das solltest du bei Musik in der Schwangerschaft beachten

Bevor du nun total euphorisch deinen Babybauch beschallst, solltest du noch folgende Dinge beachten:

Die Fruchtblase dämpft zwar Geräusche von außen, allerdings nur um etwa 30 Dezibel. Das ist nicht wahnsinnig viel. Das kleine Gehör des Babys ist noch sehr empfindlich. Deshalb solltest du sehr laute Musik und starke Bässe meiden, auch wenn ein Konzert hier und da durchaus erlaubt ist 🙂 Hier geht es eher um Dauerbeschallung.

Kopfhörer kannst du auf den Babybauch packen, aber nur wenn du die Musik auf Zimmerlautstärke gedreht hast. Eigentlich müssen sie nicht sein. Denn das Baby hört auch die Musik im Zimmer ohne Probleme.

Du kannst ihm auch gern etwas vorsingen. Deine Stimme ist sowieso das beste, das es im Bauch hören kann. Generell gilt, jede Musik, die dich glücklich macht, wird auch dein Baby mögen. Zu laute oder unangenehme Musik stressen es hingehen. Aber das wirst du ohnehin schnell merken, denn die meisten Babys teilen dann gern den ein oder anderen Tritt aus 😉

Hast du noch eine Frage zu Musik in der Schwangerschaft? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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