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Warum du die Tritte deines Babys zählen solltest

Spürst du dein Baby schon? Vielleicht hast du auch schon den Rat bekommen, die Tritte deines Babys zu zählen. Wir erklären, was damit gemeint ist und warum die Idee gar nicht so abwegig ist. Dazu gibt es eine kurze Anleitung für zuhause.

Darum geht es beim Tritte zählen

Mehr und mehr Schwangerschafts-Apps bieten Trittzähler an. Was als kleine Spielerei anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Amerikanische und norwegische Studien hatten nämlich gezeigt, dass sich die Zahl der tot geborenen Babys durch bewusste Beobachtung der Kindsbewegungen im Mutterleib verringern lässt.

Das heißt im Klartext, das Frauen, die jeden Tag auf Tritte, Knuffe und Drehungen ihres Babys achten, aufmerksamer sind, wenn sich plötzlich etwas grundlegend verändert. Die Webseite der englischen Organisation Kicks Count spricht davon, dass wahrscheinlich eine große Zahl der totgeborenen Babys hätte gerettet werden können, wenn rechtzeitig reagiert worden wäre. Andere Studien relativieren diesen Zusammenhang jedoch.

Du solltest also nicht akribisch jeden Tritt dokumentieren und in Panik verfallen, wenn sich dein Baby nur mal ausruhen möchte. Denn das Maß an Aktivitäten verändert sich die ganze Schwangerschaft hindurch. Und ruhige Phasen gibt es immer wieder. Gerade in den Tagen vor der Geburt sorgt der Platzmangel oft dafür, dass das Kind plötzlich weniger zu spüren ist. Das bedeutet aber nicht, dass es sich nicht bewegt.

Aber wenn zu deinen Beobachtungen ein mulmiges Gefühl kommt, solltest du bei deinem Arzt oder Krankenhaus Rat suchen. Sie werden dich nicht abweisen.

In Deutschland wird etwa eines von 420 Kindern „still“ geboren. Gründe dafür sind oft Tabak- oder Alkoholkonsum, starkes Übergewicht, Vorerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck sowie ein höheres Alter der Frau. Auch Infektionen oder Probleme mit der Nabelschnur können Verursacher sein.

Meist funktioniert die Plazenta dann Wochen bis Tage vor dem Entbindungstermin nicht mehr so, wie sie soll. Dies äußert sich in verminderter Gewichtszunahme des Ungeborenen, weniger Kindsbewegungen und schließlich schlechter werdenden Herztönen.

Wie viele Kindsbewegungen sind normal?

Das hängt ein wenig von der Tageszeit, deinem eigenen Aktivitätslevel und nicht zuletzt dem Charakter des Kindes selbst ab. Manche Babys scheinen sich nachts zum Kung Fu Meister ausbilden zu lassen, andere schwimmen lieber gemütlich durch die Gegend und melden sich höchstens, wenn sie sich vom Beckenrand abstoßen oder von der Rücken- in die Bauchlage wechseln. 🙂

Auch wie stark du überhaupt Kindsbewegungen wahrnimmst, hängt von einigen Faktoren ab wie z.B. der Größe und Lage des Kindes und der jeweiligen Wachstumsphase, der Lage der Plazenta, deinem Körperbau, deinem Schmerzempfinden etc. Nach ein paar Monaten wirst du dein Baby und seine Bewegungen aber recht gut einschätzen können.

Als Faustregel der Trittzähler-Befürworter gilt:
In einer Phase mit erfahrungsgemäß höherer Aktivität sind etwa 10 Bewegungen innerhalb von 2 Stunden normal. Weniger oder mehr ist aber durchaus auch drin.

Ab wann und wie oft soll ich Tritte zählen?

Das Tritte zählen macht erst Sinn, wenn du dein Baby bereits gut spürst. Also frühestens ab Beginn der zweiten Schwangerschaftshälfte, eher erst ab der 25. Schwangerschaftswoche. Zu Anfang wirst du froh sein, überhaupt eine Bewegung spüren zu können. Aber sobald du dein Baby mit gewisser Regelmäßigkeit merkst, kannst du das Tritte zählen mit in deinen Tagesablauf integrieren.

Kurzanleitung zum Tritte zählen

Wähl einen Zeitpunkt am Tag, zu dem das Baby normalerweise recht aktiv ist. Du solltest etwa 1-2 Stunden Zeit haben. Vielleicht ist der gemütliche Fernsehabend auf der Couch eine gute Gelegenheit. Aber das hängt ganz von deinem Baby ab.

  1. Leg dich entspannt auf die Seite.
  2. Nimm Stift und Zettel (oder eine Schwangerschafts-App) zur Hand.
  3. Notier dir das Datum und wann du angefangen hast zu beobachten.
  4. Leg eine oder beide Hände auf den Bauch.
  5. Mach ab dann einen Strich oder ein Herzchen für jede Bewegung des Babys, die du mit der Hand oder innerlich spürst.
  6. Wenn nichts zu merken ist, kannst du ein Stück süßes Obst essen, den Bauch streicheln oder Musik hören, um das Baby anzuregen. Oder warte einfach noch etwas ab. Vielleicht schläft es ja gerade.

Der Nachteil des Tritte zählens

Wenn du zu den Frauen gehörst, die sich schnell selbst verrückt machen, kann das Tritte zählen durchaus zu deiner Verunsicherung beitragen. Die daraus folgende Dauer-Anspannung ist für dein Baby eher nicht so toll.

Mach dir in diesem Fall bitte bewusst: wenn du eine junge Frau ohne Vorerkrankungen bist, die auf sich achtet und deren Schwangerschaft bisher unproblematisch verlief, ist das Risiko einer Totgeburt wirklich sehr, sehr gering. Und wenn du einer Risikogruppe angehörst, wird dich der Arzt sowieso engmaschiger überwachen als andere.

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Würdest du nach dem Lesen des Artikels die Kindsbewegungen zählen?

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