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Das ist die beste Schlafposition in der Schwangerschaft

Der Rücken schmerzt, der Bauch stört, das Baby zappelt – da ist es gar nicht so leicht, genug zu schlafen, obwohl das doch so wichtig ist. Dass noch dazu die Schlafposition in der Schwangerschaft nicht egal ist, weißt du bestimmt. Wie du dich am besten bettest und warum das so ist, erklärt dieser Artikel.

Die linke Seite ist die beste

Rückenschläfer werden jetzt aufstöhnen, aber es stimmt: spätestens ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft ist die linke Seitenlage die beste, die du nachts einnehmen kannst. Das Liegen auf der linken Seite hat einige Vorteile. Das sind sie:

  • Der Blutfluss wird nicht behindert.
  • Die Organe werden nicht gequetscht und können besser arbeiten.
  • Gewebewasser wird besser ausgeschwemmt, Beine und Füße schwellen ab.
  • Das Baby wird viel besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
  • Nächtliches Sodbrennen bessert sich.

Die Rolle der Vena Cava bei der Schlafposition in der Schwangerschaft

Eine unserer größten Venen, die Vena Cava, verläuft bei den meisten Menschen rechts an der Wirbelsäule entlang. Je größer und schwerer Gebärmutter und Kind werden, desto mehr drückt deren Gewicht auf diese Vene, wenn du auf dem Rücken oder halb auf der rechten Seite liegst. Sie wird regelrecht abgeklemmt. Das Herz bekommt weniger Blut aus dem Gefäßsystem zurück und kann nicht genug frisches Blut in den Körper pumpen.

Schon nach etwa drei bis sieben Minuten in Rückenlage fällt dein Blutdruck messbar ab. Das Baby wird in diesem Moment unterversorgt, weil der Sauerstoff nicht ausreicht. Stoffwechselprodukte können schlechter abtransportiert werden. Schwindel, Unwohlsein, Atemnot und Herzrasen stellen sich ein. Dieser Zustand heißt auch Vena-Cava-Syndrom und kann im schlimmsten Fall bis zur Bewusstlosigkeit gehen.

Stundenlange Rückenlage erhöht das Risiko einer Totgeburt

Im Normalfall würdest du jetzt von selbst erwachen und dich auf die Seite drehen. Das Problem wäre damit vorerst gelöst, bis du dich wieder auf den Rücken rollst. Wegen dieses cleveren Schutzmechanismus kommt es auch nicht so häufig zu schwerwiegenden Komplikationen. Verlass dich aber nicht darauf. Denn wenn du in der Schwangerschaft viel und lange auf dem Rücken schläfst, hast du laut einer britischen Studie von 2017 ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko einer späten Totgeburt.

Das heißt jetzt nicht, dass du dir Sorgen machen musst, wenn du dich nachts dabei erwischt hast, auf dem Rücken gelegen zu haben. Die Forscher haben herausgefunden, dass es vor allem solche Frauen trifft, die immer auf dem Rücken einschlafen. Versuch also am besten, deine Einschlafposition auf links zu ändern.

Es ist übrigens kein Zufall, dass viele Babys nachts aktiver sind als tagsüber. Die Plazenta arbeitet nämlich im Liegen besser. Das gilt aber nicht für die Rückenlage. Nächtliche Aktivitätenmessungen haben gezeigt, dass sich Babys kaum bewegen, wenn ihre Mutter auf dem Rücken liegt. Sie versuchen damit, den entstehenden Sauerstoffmangel auszugleichen.

Rechts ist besser als Rückenlage, aber nicht zu lange

Natürlich kannst du nicht die ganze Zeit auf einer Seite liegen. Mehrfache Positionswechsel sind in der Nacht normal und völlig okay. Wenn du dich ab und zu auf die rechte Seite hievst, achte am besten darauf, dass das Gewicht deines Bauches auf dem Bett und nicht auf der Wirbelsäule liegt. Denn auch auf der rechten Seite ist das Risiko einer Beeinträchtigung des Kindes erhöht.

Übrigens: Rechts kommt es häufiger zu Sodbrennen als beim Liegen auf der linken Seite. Das liegt daran, dass die Speiseröhre dann unterhalb des Mageneingangs liegt. In der Schwangerschaft schließt der Magenpförtner wegen der Hormone schlechter als sonst. Daher kann die Magensäure beim Liegen auf der rechten Seite leichter in die Speiseröhre schwappen.

Es gibt auch Ausnahmen von der Regel. Bei einigen Frauen treten Symptome wie Schwindel, Atemnot und Herzrasen auf, wenn sie auf der linken Seite liegen. In solchen Fällen gilt immer: Dein Körpergefühl ist wichtig und richtig! Am besten liegst du in der Position, die dir am wenigsten Probleme bereitet.

Bauchlage so lange es bequem ist

Wer bisher immer auf dem Bauch geschlafen hat, wird die Seitenlage als besonders störend empfinden. Wenn du nicht übergewichtig bist, kannst du dein Baby mit der Bauchlage zwar einengen, jedoch nicht schädigen. Aber die allermeisten Bauchschläfer werden irgendwann merken, dass es rein anatomisch einfach nicht mehr geht (Ausnahmen gibt es auch hier). Hier ist es gut, wenn du das Einschlafen auf der linken Seite zumindest schon geübt hast.

Den Rücken mit einem Stillkissen stützen

So manche Schwangere wird sich jetzt fragen, wie sie nächtliches Auf-Den-Rücken-Drehen verhindern soll. Hier ist die Lösung ganz einfach. Du brauchst Kissen, viele Kissen! Wenn du diese in den Rücken legst, kann dein Körper nicht einfach auf den Rücken rollen, ohne dass du wach wirst. Oder aber du du legst dir schon jetzt ein praktisches Stillkissen zu. Wenn du dich mit deinem Rücken daran ankuschelst, kannst du das Ende sogar zwischen den Knien platzieren. Das macht die nächtliche Schlafposition in der Schwangerschaft meist noch bequemer.

Nächtliches Aufstehen ist gut für den Kreislauf

Die Studie bzw. Studien, die den Zusammenhang zwischen Rückenlage und dem Risiko einer Totgeburt belegen konnten, zeigen auch, dass nächtliches Aufstehen das Risiko deutlich verringert.
Das heißt im Klartext: wenn du nachts ein oder mehrmals auf die Toilette gehst, auch wenn es nervt, kommt dein Kreislauf in Schwung und ein etwaiger Blutstau kann sich auflösen. Hiervon profitiert auch dein Baby.

Fazit zur Schlafposition in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist guter Schlaf besonders wichtig. Viele Schwangere bekommen davon wegen der Zipperlein im letzten Drittel der Schwangerschaft ohnehin nicht genug. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass die Rückenlage und teilweise auch das Liegen auf der rechten Seite deinem Kind gefährlich werden können. Gewöhne dir also am besten an, zumindest auf der linken Seite einzuschlafen und mach es dir mit Kissen so gemütlich wie nur irgendwie möglich.

Hast du noch Fragen zur besten Schlafposition in der Schwangerschaft? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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