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Erkältung in der Schwangerschaft: Das musst du beachten!

Schwanger, erkältet – und jetzt?
Schwanger, erkältet – und jetzt? / Bild © sementsova321, Adobe Stock

Eine Erkältung in der Schwangerschaft ist unangenehm, aber meistens kein Grund zur Panik. Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit werden in der Regel durch Viren ausgelöst und klingen meist von selbst wieder ab. Es gibt Hausmittel, die die Beschwerden lindern können, und auch Medikamente, die in der Schwangerschaft gut untersucht sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Erkältung ist in der Schwangerschaft meist harmlos, kann sich aber besonders belastend anfühlen.
  • Viele Hausmittel können lindern, ersetzen aber keine wirksame Behandlung, wenn sie nötig ist.
  • Bei verstopfter Nase, Husten, Schmerzen oder Fieber gibt es gut untersuchte Medikamente, die je nach Schwangerschaftswoche infrage kommen.
  • Wichtig ist: Nicht wahllos Kombipräparate einnehmen, sondern gezielt auf passende Wirkstoffe achten.
  • Embryotox, deine Arztpraxis, deine Hebamme oder die Apotheke können dich bezüglich geeigneter Medikamente beraten. 
  • Bei hohem Fieber, Atemnot, starker Verschlechterung oder Unsicherheit solltest du ärztlichen Rat einholen.

Dein Körper ist jetzt anfälliger

In der Schwangerschaft arbeiten Hormone, Schleimhäute, Kreislauf und Immunsystem anders als sonst. Das kann dazu beitragen, dass Erkältungen häufiger auftreten oder anstrengender erlebt werden, vor allem wenn zur verstopften Nase auch noch Husten, Kopf- oder Gliederschmerzen dazukommen.

Auch wenn du Medikamente in der Schwangerschaft nicht wahllos einnehmen solltest, musst du Beschwerden nicht einfach aushalten. Bei vielen typischen Erkältungssymptomen gibt es gut geprüfte Möglichkeiten, die je nach Schwangerschaftswoche infrage kommen.

Was ist es: Erkältung, Grippe oder COVID-19?

Eine Erkältung beginnt oft langsam: erst Kratzen im Hals, dann Schnupfen, Husten, vielleicht etwas erhöhte Temperatur. Meist ist sie nach einigen Tagen deutlich besser, auch wenn Husten länger bleiben kann.

Eine echte Grippe beginnt häufig plötzlicher und heftiger: mit starkem Krankheitsgefühl, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und trockenem Husten. COVID-19 kann ähnlich aussehen wie eine Erkältung, eine Grippe oder auch ganz anders verlaufen.

Gerade in der Schwangerschaft ist es sinnvoll, bei starken Symptomen früher medizinisch nachzufragen. Nicht, weil jede Erkältung gefährlich wäre, sondern weil Grippe, COVID-19, RSV oder eine Lungenentzündung anders eingeschätzt werden müssen als ein normaler Schnupfen.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Bitte lass dich ärztlich beraten, wenn du eines oder mehrere dieser Symptome bemerkst:

  • hohes Fieber oder Fieber, das trotz Medikamenten nicht zuverlässig sinkt
  • deutliches Krankheitsgefühl oder schnelle Verschlechterung
  • Atemnot, beschleunigte Atmung oder Brustschmerzen
  • schmerzhafter Husten, eitriger Auswurf oder eitriges Nasensekret
  • starke Kopf-, Gesichts- oder Nebenhöhlenschmerzen
  • anhaltendes Erbrechen 
  • Beschwerden, die nach einigen Tagen nicht besser werden oder erst besser waren und dann wieder schlimmer werden
  • Grippeverdacht, COVID-19-Verdacht oder Kontakt zu erkrankten Personen mit hohem Risiko

Auch bei Vorerkrankungen wie Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck oder einer Risikoschwangerschaft solltest du eher früher als später nachfragen.

Was du tun kannst: Hausmittel bei Erkältung

Viele Erkältungsmaßnahmen klingen unspektakulär, können aber den Alltag erleichtern:

  • Ruhe und Schlaf: Dein Körper braucht Energie für die Infektabwehr. Sport, Training oder „schnell noch durchziehen“ sind bei einem Infekt keine gute Idee.
  • Reichlich trinken: Viel trinken „spült“ eine Erkältung nicht weg. Aber ausreichend Flüssigkeit hilft, wenn du Fieber hast, viel schwitzt oder der Hals trocken ist.
  • Luft befeuchten und lüften: Trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute. Regelmäßiges Stoßlüften senkt außerdem das Risiko, andere anzustecken.
  • Salzlösung für die Nase: Kochsalzspray oder Nasendusche können die Schleimhäute befeuchten und das Atmen erleichtern.
  • Warme Getränke: Tee oder warmes Wasser können bei Halskratzen guttun. Das liegt eher an Wärme und Befeuchtung als an einer „desinfizierenden“ Wirkung.- Honig bei Reizhusten: Honig kann Hustenreiz subjektiv lindern. Ein Wundermittel ist er nicht. Für dich in der Schwangerschaft ist Honig als Lebensmittel grundsätzlich unproblematisch (außer bei Schwangerschaftsdiabetes).
  • Gurgeln oder Lutschen: Salzwasser gurgeln, Bonbons oder Lutschtabletten können den Hals befeuchten und das Schlucken angenehmer machen.

Bei ätherischen Ölen, Erkältungsbädern, hoch dosierten Kräuterpräparaten und „Erkältungstees“ lohnt sich ein genauer Blick. Gerade in der Schwangerschaft gilt: Natürlich heißt nicht automatisch harmlos.

Was können Vitamin C, Zink und „Immunkuren“?

Eine ausgewogene Ernährung ist in der Schwangerschaft sinnvoll – eine Erkältung zuverlässig verhindern können Vitamin-C- oder Zinkpräparate aber nicht.

Für Vitamin C ist die Wirkung eher begrenzt: Regelmäßig eingenommen kann es die Dauer einer Erkältung allenfalls etwas verkürzen. Erst bei den ersten Symptomen damit anzufangen, bringt nach bisheriger Studienlage keinen klaren Vorteil.

Bei Zink ist die Studienlage etwas günstiger, aber ebenfalls nicht eindeutig. Einige Untersuchungen zeigen, dass Zink die Dauer einer Erkältung verkürzen kann, wenn es sehr früh nach Symptombeginn eingenommen wird. Gleichzeitig sind die Ergebnisse nicht einheitlich, und Nebenwirkungen wie Übelkeit oder ein unangenehmer Geschmack sind möglich.

Allgemein gilt: In der Schwangerschaft solltest du hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel nicht auf eigene Faust einnehmen. Wenn du ohnehin ein Schwangerschaftspräparat nimmst oder vermutest, dass du schlecht mit Nährstoffen versorgt bist, lass dich am besten in deiner Arztpraxis, Hebammenpraxis oder Apotheke beraten.

Eine heiße Zitrone oder ein Tee sind völlig okay, wenn sie dir guttun. Sie sind aber keine wirksame Erkältungstherapie. Und bei vielen „Immunkuren“ gilt: viel Versprechen, oft wenig belastbare Wirkung.

Hilfe bei verstopfter Nase: Was ist mit Nasenspray?

Eine verstopfte Nase kann Schlaf, Atmung und Erholung deutlich stören. Kochsalzspray ist ein guter erster Versuch. Wenn das nicht reicht, ist ein abschwellendes Nasenspray nicht automatisch tabu.

Laut Embryotox ist eine kurzzeitige Anwendung von Xylometazolin oder Oxymetazolin in therapeutischer Dosierung während der gesamten Schwangerschaft möglich. Wichtig ist: nur bei Bedarf, nur in normaler Dosierung und nur wenige Tage. Die Dauerbegrenzung ist nicht nur wegen der Schwangerschaft wichtig, sondern auch, weil Nasenschleimhäute sich an abschwellende Sprays gewöhnen können.

Vorsicht bei Kombipräparaten: Manche Erkältungsmittel enthalten mehrere Wirkstoffe auf einmal. In der Schwangerschaft (und im Grunde auch sonst) ist es meist besser, gezielt auf einzelne, passende Wirkstoffe zu setzen. 

Wenn du unsicher bist, ist Embryotox eine gute erste Anlaufstelle. Dort findest du unabhängige Informationen zur Verträglichkeit vieler Wirkstoffe in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei starken Beschwerden, Fieber oder Vorerkrankungen solltest du zusätzlich deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt, deine Hausarztpraxis, Hebamme oder Apotheke einbeziehen.

Schmerzen und Fieber: Paracetamol, Ibuprofen und Co.

Fieber und Schmerzen sind nicht nur lästig. Wenn du dich sehr krank fühlst, schlecht schläfst oder hohes Fieber hast, kann eine Behandlung sinnvoll sein.

Paracetamol gehört laut Embryotox und dem Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte bei behandlungsbedürftigen Schmerzen und hohem Fieber in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Mitteln der Wahl (Stand: Juni 2026). Es sollte innerhalb der empfohlenen Dosierung und nur so lange wie nötig eingesetzt werden. Tagelange oder wiederholte Einnahme ohne ärztlichen Rat ist keine gute Idee.

Ibuprofen ist differenzierter zu betrachten. Es ist nicht pauschal „verboten“. Laut Embryotox gehört Ibuprofen in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft neben Paracetamol zu den Schmerzmitteln der Wahl. Ab SSW 28 dürfen Ibuprofen und andere NSAR aber nicht angewendet werden, weil sie beim Fetus unter anderem den Ductus arteriosus und die Nierenfunktion beeinflussen können. Schon ab SSW 20 ist bei NSAR besondere Vorsicht sinnvoll: Wenn eine Einnahme mehrere Tage nötig wäre, sollte das ärztlich besprochen werden. In solchen Fällen kann eine zusätzliche Kontrolle von Fruchtwassermenge und fetalem Kreislauf sinnvoll sein.

ASS, Diclofenac, Naproxen und andere NSAR solltest du in der Schwangerschaft nicht auf eigene Faust nehmen! 

Auch pflanzliche oder frei verkäufliche Schmerzmittel sind nicht automatisch sicher. Lass dich dazu auf jeden Fall in der Arztpraxis oder in der Apotheke beraten.

Lästiger Husten: trocken oder verschleimt?

Bei Husten ist wichtig, um welche Art Husten es sich handelt.

Trockener Reizhusten: Wenn dich der Husten nachts wachhält oder sehr quält, kann ein Hustenstiller sinnvoll sein. Laut Embryotox kann Dextromethorphan in allen Phasen der Schwangerschaft kurzzeitig als Hustenstiller eingesetzt werden. Achte bei Hustensäften darauf, ob sie Alkohol oder andere kritische Wirkstoffe enthalten.

Verschleimter Husten: Bei produktivem Husten geht es eher darum, Schleim zu lösen und gut abhusten zu können. Inhalieren mit Kochsalzlösung und ausreichend Flüssigkeit können helfen. Wenn das nicht reicht, können Wirkstoffe wie Ambroxol oder Acetylcystein laut Embryotox auch in der Schwangerschaft verwendet werden. Die Datenlage ist je nach Wirkstoff nicht immer riesig, deshalb gilt auch hier: gezielt, kurzzeitig und bei Unsicherheit nachfragen.

Antibiotika helfen bei einer normalen viralen Erkältung nicht. Sie sind nur sinnvoll, wenn eine bakterielle Infektion dazukommt oder wahrscheinlich ist. Falls dies der Fall ist, wird dir deine Frauenärztin ein geeignetes Mittel verschreiben.

Ansteckung vermeiden: Was wirklich hilft

Erkältungsviren und andere Atemwegserreger verbreiten sich vor allem über Tröpfchen und Aerosole beim Atmen, Sprechen, Husten und Niesen. Hände und Oberflächen können ebenfalls eine Rolle spielen, stehen aber nicht allein im Mittelpunkt.

Hilfreich sind:

  • regelmäßig lüften
  • Abstand zu akut Erkrankten, soweit möglich
  • in die Armbeuge husten und niesen
  • Hände waschen, besonders nach dem Nachhausekommen und Naseputzen
  • gebrauchte Taschentücher direkt entsorgen
  • bei engem Kontakt mit Erkrankten gegebenenfalls Maske tragen
  • wenn möglich: selbst zuhause bleiben, solange du stark erkältet bist

Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Die Grippeimpfung schützt nicht vor normalen Erkältungen. Sie schützt aber vor Influenza, also der echten Grippe. Die STIKO empfiehlt die saisonale Grippeimpfung für Schwangere: gesunden Schwangeren ab dem 2. Trimester, bei chronischen Grunderkrankungen schon früher.

Das ist keine moralische Pflicht, sondern eine medizinische Empfehlung, über die du informiert entscheiden kannst. Wenn deine Schwangerschaft in die Grippesaison fällt, lohnt sich das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Fazit

Eine Erkältung in der Schwangerschaft ist meistens harmlos, aber sie darf ernst genommen werden. Du musst Beschwerden nicht tapfer aussitzen. Manchmal reichen Ruhe, Salzlösung, warme Getränke und Schlaf. Manchmal ist ein gut ausgewähltes Medikament die bessere, sicherere und menschlichere Lösung.

Die wichtigste Regel lautet: nicht wahllos Kombipräparate nehmen, sondern gezielt nach Wirkstoff schauen. Embryotox, deine Ärztin oder dein Arzt, deine Hebamme und die Apotheke können helfen, die passende Entscheidung für deine Schwangerschaftswoche und deine Beschwerden zu treffen.

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Quellen

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✔ Inhaltlich geprüft am 18.06.2026
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.