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Sind FFP2-Masken für Schwangere gefährlich?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

FFP2-Masken schützen ziemlich gut vor einer Corona-Infektion. Aber dürfen sie auch Schwangere tragen? Und wie lange maximal? Den aktuellen Stand der Wissenschaft (Stand März 2021) erfährst du jetzt.

FFP2-Masken schützen – auch Schwangere

Eine Corona-Infektion kann schon sehr unschön sein, wenn man nicht schwanger ist. Für Schwangere ist sie nicht nur anstrengend, sondern auch riskant. Denn für sie ist das Risiko, ins Krankenhaus und sogar beatmet werden zu müssen, höher. Auch hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel ist keine Lappalie. Schwangere gelten in Deutschland zwar offiziell nicht als Risikogruppe, in den USA jedoch schon.

Das einzig Gute: schneller anzustecken scheinen sich Schwangere ausnahmsweise mal nicht. Zum Glück. Damit das auch so bleibt, helfen Masken, Abstand und all die anderen Unannehmlichkeiten, mit denen wir uns seit vielen Monaten herumschlagen.

Das Dumme dabei: einfache Masken und selbst OP-Masken schützen zwar die anderen, aber nicht die Trägerin. Denn Aerosole filtern, sodass kaum Viren hindurchkommen, können nur FFP2- und FFP3-Masken.

Aber ich bekomme mit FFP2-Maske so schlecht Luft!?

Selbst Nicht-Schwangere können unter FFP2-Masken Kopfschmerzen bekommen. Wie soll es dann erst Schwangeren gehen? Kurzatmigkeit beim Treppensteigen kennen viele nur zu gut, vor allem im letzten Drittel, wenn die Gebärmutter nach oben drückt. Ist das schlimm für das Baby?

Nein, in der Regel nicht, wenn die Tragedauer nicht zu lang und die Schwangere gesund ist. Das besagen zumindest Studien, die schon eine Weile vor Corona durchgeführt wurden. Ein Review solcher Studien kommt zu dem Schluss, dass nach einer Stunde bei moderater Belastung weder Atem- und Herzfrequenz, noch Sauerstoffsättigung gegenüber Nicht-Schwangeren erhöht waren. Nicht bei der Schwangeren selbst und auch nicht beim Kind.

Gesunde Schwangere haben bei kurzer Tragezeit also keine negativen Auswirkungen für sich oder ihr Baby zu befürchten. Aber was ist kurz?

Leider gibt es bisher keine relevanten Studien über längeres Tragen der Masken, wie es beispielsweise im Medizinbereich nötig wäre. Deshalb werden Schwangere in Gesundheitswesen, Pflege oder Erziehung freigestellt, wenn sie keine risikoarmen Aufgaben übernehmen können, bei denen eine FFP2-Maske nicht nötig wäre. Das empfehlen zumindest Bundesländer wie Brandenburg.

Im Alltag musst du dir jedoch keine Sorgen machen. Wann immer es nötig ist, kannst du ruhig eine FFP2-Maske aufsetzen. Wenn du keine oder kaum Probleme spürst, auch länger. Und solltest du sogar, um dich bestmöglich zu schützen. Achte aber darauf, dass sie neu (bzw. richtig aufbereitet) ist und dass du dir nach dem Abnehmen die Hände wäschst.

Für individuelles Risiko ärztlichen Rat einholen

Gesunde Schwangere dürfen also FFP2-Maske tragen, schön und gut. Aber was ist, wenn mir unter der Maske immer schwindlig wird?

Dann darfst du deinem Gefühl trauen. Bevor du jedoch die Maske einfach weglässt, besprich dich mit deiner Ärztin (Frauenarzt oder Hausarzt). Denn ob du durch die Maske stärker als andere beansprucht bist, kann man testen. Und selbst bei leichten Problemen kann der Nutzen größer sein.

Leidest du zum Beispiel unter eingeschränkter Lungenfunktion, Herzproblemen oder einer Anämie (z.B. durch starken Eisenmangel), ist eine FFP2-Maske in der Schwangerschaft vielleicht tatsächlich nichts für dich. Das bedeutet dann aber auch, dass du dich besonders schützen musst:

  • Individuelles oder betriebliches Beschäftigungsverbot oder Home-Office
  • Andere für dich einkaufen lassen
  • Möglichst wenig Menschen treffen und wenn mit Abstand, draußen oder zur Not gut lüften
  • Häufiges Händewaschen
  • Impfung, wenn und sobald möglich. Auch deine engsten Kontaktpersonen können geimpft werden, sobald genug Impfstoff vorhanden ist.

Quellen

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