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Wochenfluss – Dauer, Verlauf und Tipps für dich

Der Wochenfluss: ein wichtiger Teil des Wochenbetts und trotzdem nervig. Wozu er gut ist und wie lange er dauert, erfährst du jetzt. Und auch was du bei einem Wochenflussstau tun kannst. Dazu gibt es jede Menge Tipps, wie du es dir leichter machst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wochenfluss reinigt die Gebärmutter.
  • Auf Hygiene achten: für Neugeborene ist Wochenfluss sehr infektiös.
  • Die Dauer ist von Frau zu Frau unterschiedlich: zwei bis acht oder mehr Wochen. In der Regel zwischen zwei und sechs  Wochen.
  • Es gibt verschiedene Phasen: rot > rotbraun > gelb > weißlich
  • Hausarbeit kann Blutung wieder verstärken: schon dich bitte!
  • Bei Wochenfluss-Stau Gegenmaßnahmen ergreifen.
  • Bei fischartigem, beißenden Geruch zum Arzt!
  • Nach frühestens sechs Wochen kann es auch die Periode sein (dunkelrotes Blut).

Der Wochenfluss reinigt die Gebärmutter

Der Wochenfluss nach der Geburt – kaum eine Erstgebärende ist darauf wirklich vorbereitet. Denn wer sagt uns schon vorher, dass diese Blutung bis zu zwei Monate dauern kann? Und wer, wie sie aussieht? Auch wenn sie völlig normal und wichtig ist, spricht kaum eine Frau wirklich darüber. Schade eigentlich. Dann machen wir das also.

Der Wochenfluss, von Medizinern Lochien genannt, reinigt deine Gebärmutter. Und zwar von allen Resten, die mit der Nachgeburt nicht abgegangen sind: Eihautfetzen, Schleimhautreste und manchmal sogar Bakterien. Die Wunde beim Ablösen der Plazenta muss heilen. Etwa handtellergroß ist sie, manchmal auch größer. Das kann ganz schön nachbluten. Deshalb ist es normal, dass der Wochenfluss um Einiges länger dauert als deine Periode.

Gute Vorbereitung macht vieles leichter

Besorge dir am besten schon vorher ein Paket große Binden oder noch besser: Wochenbettvorlagen. Dazu ein paar wasserfeste Unterlagen, Wickelunterlagen eignen sich prima. Aber auch Moltontücher oder Ähnliches. Das vermeidet Flecken auf Couch und Bett.

Denk außerdem an große Slips. Ja die großen weißen Baumwollschlüpfer, die heiß gewaschen werden können. Findest du hässlich? Glaub uns, nach der Geburt wird dir völlig egal sein, was du anhast. Und praktisch geht vor.

Wochenfluss: wie lange dauert er und wie ist der Verlauf?

Wie lange es blutet, ist von Frau zu Frau verschieden. Es hängt von der Größe der Wunde ab und von deiner Blutgerinnung. Wenn du deine Regel immer stark und lange hast, wird wahrscheinlich auch der Wochenfluss länger dauern. Und auch, wenn die Plazenta mit der Gebärmutter verwachsen war. Bis zu acht Wochen und länger ist möglich. Normal sind aber zwischen zwei und sechs Wochen.

Ähnlich wie bei der Periode, gibt es beim Wochenfluss vier Phasen, nur eben länger und ausgeprägter. Jede dauert in der Regel etwa eine Woche. Das Hebammen-Team von HalloHebamme beschreibt sie ganz genau:

Phase 1 – Lochia rubra:
Es blutet stark. Das Blut ist rot und flüssig. Nach dem Aufstehen kann es schwallartig fließen. Wenn du dunkelrote Klumpen entdeckst, ist das geronnenes Blut. Ab und zu ist okay, zu viele Klumpen lass bitte abklären. Nach etwa fünf Tagen ist ein süßlich-fader Geruch normal.

Phase 2 – Lochia fusca:
Es blutet weniger. Was kommt, ist eher rotbraun bis braun und dünnflüssig. Jetzt nicht übernehmen, sonst wird es wieder stärker.

Phase 3 – Lochia flava:
Es blutet wenig. Der Ausfluss ist schmutzig gelb und eher cremig. Auch jetzt sind Rückfälle noch möglich.

Phase 4 – Lochia alba:
Es kommt nur noch wenig. Die Reste sind weißlich und wässrig. Jetzt ist es fast geschafft. Halt durch!

Achtung: Wenn du dich im Wochenbett übernimmst, kann die Blutung zurückkehren. Gerade so, als würdest du mit frisch-genähter Narbe am Bein joggen gehen.

Wochenflussstau: wie kann ich die Blutung anregen?

Es ist normal, dass die Blutung mal schwächer und mal stärker ist. Hat sie viel zu früh ganz oder fast aufgehört? Wenn du dich kränklich fühlst oder Schmerzen beim Abtasten hast, geh bitte in die Arztpraxis oder in die Klinik. Denn dann kann es sein, dass deine Gebärmutter entzündet ist.

Hast du sonst keine Symptome? Dann kannst du Folgendes probieren:

  • Schone dich! Eventuell hast du es übertrieben.
  • Kuschle viel mit deinem Baby. Kuscheln schüttet Oxytocin aus und das wiederum sorgt für eine gute Rückbildung.
  • Leg dich ab und zu auf den Bauch. So kann sich gestautes Blut besser lösen.
  • Den gleichen Effekt hat eine sanfte Bauchmassage.
  • Auch leichte Rückbildungsgymnastik hilft.
  • Hebammen empfehlen außerdem ein kurzes Sitzbad mit Salz darin.
  • Auch Hirtentäscheltee oder Frauenmanteltee können helfen. Maximal drei kleine Tassen am Tag darfst du frisch aufgebrüht davon trinken.

Wochenfluss Geruch: was normal ist und was nicht

Dass der Wochenfluss zu Anfang etwas riecht, ist völlig normal. Vor allem nach etwa fünf Tagen riecht es süßlich fade. Ändert sich der Geruch in fischartig und beißend (nach Ammoniak) geh bitte zum Arzt oder in die Klinik. Denn dann könnte es eine Gebärmutterentzündung sein, die behandelt gehört.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt kann anders sein

Ein Kaiserschnitt kann sich auf den Wochenfluss ganz unterschiedlich auswirken. Je nachdem, wann, warum und wie dein Kind geholt wurde, kann es kürzer oder länger bluten. Auch vermehrte Blutstaus oder Entzündungen sind möglich. Schließlich muss nicht nur die Wunde heilen, die die Plazenta hinterlassen hat. Sondern auch der Schnitt durch die Muskeln der Gebärmutter.

Achte einfach besonders gut auf Hygiene. Geh zum Arzt oder frag deine Hebamme, wenn du dir Sorgen machst, dass etwas nicht stimmen könnte. Und schone dich bitte! Vor allem von Hausarbeit solltest du dich fernhalten.

Tipps zum Wochenfluss

  • Nimm den Wochenfluss so hin wie er ist und ärgere dich nicht darüber. Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, kannst du das Wochenbett mehr genießen.
  • Große Oma-Slips sind jetzt die richtige Wahl. Motte die Tangas für ein paar Monate ein.
  • Je größer und günstiger die ersten Binden, desto besser. Die einfachen Zellstoffbinden aus den unteren Regalen der Drogerie sind besser als die teuerste, super-saugende Binde mit Flügeln. Bei Amazon gibt es große Baumwollvorlagen und sogar praktische Netzslips, die du waschen kannst.
  • Wechsle die Binden zu Anfang ruhig alle zwei Stunden. Wenn nur noch wenig kommt maximal alle acht Stunden, besser nach vier.
  • Nimm auf keinen Fall Tampons. Die Infektionsgefahr ist zu groß.
  • Stell dir einen Messbecher oder eine Flasche mit warmem Wasser neben die Toilette und spüle deine Scheide nach jedem Toilettengang. Natürlich geht auch ein Bidet.
  • Achte auf gute Handhygiene. Der Wochenfluss kann wegen der Bakterien darin super infektiös für dein Baby sein.
  • Keine Vollbäder, damit sich die offene Wunde in der Gebärmutter nicht infiziert! Höchstens ein Sitzbad mit Salz, wenn dir deine Hebamme dazu geraten hat.
  • Überlasse schwere Hausarbeit anderen. Vor allem solche, die den Beckenboden belastet, wie zum Beispiel Staubsaugen.
  • Wenn du lange blutest und dich müde fühlst, lass deine Blutwerte prüfen. Eventuell hast du einen Eisenmangel, den du mit Tabletten wieder in den Griff bekommst.

Erste Periode oder wieder Wochenfluss?

Der Wochenfluss war doch schon fast weg, warum blutet es jetzt wieder? Fragst du dich das gerade? In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Dein Wochenfluss ist wieder aufgeflammt, weil du dich übernommen hast. Oder ein Eihautrest musste noch raus. Dann ist das Blut hellrot.
  2. Ist das Blut dunkelrot? Dann ist es möglicherweise tatsächlich deine erste Regelblutung.

Gut zu wissen: Die erste Periode setzt frühestens fünf bis sechs Wochen nach der Geburt ein. Frauen, die nicht stillen, bekommen sie früher als vollstillende Mütter. Wundere dich übrigens nicht, wenn die erste Periode stärker ausfällt. Und die folgenden etwas durcheinander sind. Das ist normal. Schließlich muss sich erst alles einpendeln.

Hast du noch eine Frage zum Wochenfluss? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

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