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Leben auf engstem Raum mit Baby – wie es klappen kann

Leben auf engstem Raum mit Baby wie es klappen kann 2 - Leben auf engstem Raum mit Baby - wie es klappen kann
Für wenig Platz in der Familienwohnung gibt es smarte Lösungen. / Bild ©natalialeb, Adobe Stock

Ihr erwartet Nachwuchs, habt aber wenig Platz? Mit diesen Tipps wird euer Zuhause trotzdem für eure Familie funktionieren. 

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Zu zweit auf kleinem Raum funktioniert ganz gut. Aber spätestens wenn Nachwuchs geplant wird, denken viele (zukünftige) Eltern darüber nach, sich wohntechnisch zu vergrößern. In Zeiten hoher Zinsen und mit steigenden Mieten wird der Traum von der größeren Wohnung für Familien heutzutage aber leider für viele unerreichbar. Oder junge Eltern müssen Geduld haben, bis das passende Zuhause für sie und ihre Familie gefunden ist. Damit die Wohnung trotzdem Raum für den Nachwuchs bietet, das Wickeln und Waschen klappen kann, braucht es dann ein paar funktionierende und sichere Hacks, um euch das Leben auf engem Raum mit Kindern leicht und schöner zu machen. 

Weniger ist ja bekanntlich mehr – auch bei der Erstausstattung!

Gerade beim ersten Kind neigen wir dazu, zu viel zu kaufen – auch bei der Kleidung fürs Baby. Das kann in kleinen Wohnungen zum Problem werden. Auch wenn all die Babysachen so süß aussehen – ihr braucht tatsächlich nur eine überschaubare Menge. Und manches gar nicht.

Unsere Empfehlung für die Erstausstattung:

  • jeweils 6 Wickelbodys in 56, 62 und 68
  • 4 langärmelige oder 4 kurzärmelige Oberteile (je nach Jahreszeit)
  • 1 bis 2 Strickjäckchen
  • 5 bis 6 Strampler (im Schritt zu knöpfen) oder Leggings mit Füßchen
  • 2 Paar dünne oder dicke Söckchen (nach Jahreszeit)
  • 3 bis 4 einteilige Schlafanzüge
  • 2 Schlafsäcke in der richtigen Größe; nach Jahreszeit
  • 1 dünnes Mützchen für drinnen, 1 wärmeres Mützchen für draußen
  • 1 Jacke oder ein Overall – je nach Jahreszeit
  • in der kühlen Jahreszeit eine dicke Mütze mit Ohrenschutz
  • in der kühlen Jahreszeit 1 Paar Fäustlinge
  • 10 Spucktücher (Mullwindeln)
  • evtl. ein Pucktuch
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Platzsparend Wickeln und Waschen

Im Idealfall habt ihr Platz für eine Wickelkommode. Damit meine ich aber nicht unbedingt ein extra angeschafftes Möbelstück. Vielleicht habt ihr schon in Schlafzimmer oder Bad eine schöne Kommode, die so steht, dass sie zur Wickelkommode umfunktioniert werden kann. Dazu gibt es tolle, erweiterte und klappbare Aufsätze*. Auch für die Waschmaschine*. Oder ihr könnt ein Wickelkissen in Keilform (auch Wickelmulde* genannt) längs auf die Kommode legen und euch seitlich zum Wickeln anstellen. Das hat den Vorteil, dass es platzsparender ist und ihr könnt die oberste Schublade nutzen, um diese beim Wickelvorgang immer offen zu haben. Das ist zusätzlicher Rausfallschutz und hier könnt ihr ganz bequem alles verstauen, was ihr am Wickeltisch braucht: Mandelöl, weiche Lappen, kleine Schälchen oder eine Thermoskanne mit lauwarmem Wasser, Windeln und Wechselkleidung sowie Wundschutzcreme. 

Außerdem gibt es Wickelaufsätze für die Wanne. Später (oder spätestens beim zweiten Kind) habt ihr dann aber auch raus, dass Eltern überall wickeln können und es vielleicht gar keine extra Kommode braucht. Aber achtet vor allem in den ersten Monaten darauf, euren Rücken durch Bückhaltungen nicht zu belasten. 

Und immer sicher am Kind bleiben: Eine Hand am Wickeltisch!  

Schöner Stauraum kann in beengten Wohnverhältnissen auch in Form von Körben* oder Kästen* für Spielsachen oder Kleidung geschaffen werden. Diese Aufbewahrung* lässt sich dekorativ im Raum verteilen oder auf einem Regal stapeln.

Was brauchen wir wirklich für Babys erstes Bad?

Eure Hebamme wird euch sicher beim ersten Baden begleiten und euch spezielle sichere Griffe für das Neugeborene im Wasser zeigen. Zum Baden braucht ihr auch nicht unbedingt eine spezielle und oft kostspielige Babywanne. Wer sich sicher fühlt, kann das Kind auch im Waschbecken (bitte gut gereinigt!) oder der Badewanne baden. Hier bitte immer darauf achten, dass Wasserhahn nicht zur Verletzungsgefahr (durch Stoßen oder Greifen und Warmwasser aufdrehen) werden kann. 

Ist das nicht möglich, reicht auch eure Wäschewanne für Babys erste Badeerfahrung. Später könnt ihr dann auch zusammen in der großen Wanne baden oder eine platzsparende Faltwanne* besorgen. Es gibt übrigens auch faltbare Planschbecken für den Balkon. 

Und apropos Balkon: Da ist auch der Windeleimer gut aufgehoben. Anfallenden Müll könnt ihr erst mal dort, wo ihr wickelt, in einem kleinen Schälchen oder direkt in der schmutzigen Windel sammeln und später rausbringen. 

Schlafen geht bei Babys auch ohne eigenes Zimmer! Und sogar ohne eigenes Bett.

Wenn ihr kein eigenes Zimmer für euer Baby habt, dann ist das überhaupt nicht schlimm. Zugegeben: die Bilder von schön eingerichteten Babyzimmern sehen immer ganz wundervoll aus. Das Kind braucht und sieht das aber nicht. Eine gemütliche Babyecke im Schlafzimmer reicht für die erste Zeit. Denn Babys schlafen sowieso lieber in der Nähe ihrer Eltern. 

Fragt euch deshalb: Braucht ihr wirklich ein Babybett oder reicht auch eine Federwiege oder ein Bettchen an einer Feder? Diese 2 in 1-Lösung ist der neueste Renner und soll es leichter machen, das Baby ohne Weinen ablegen zu können. Fragt euch auch, ob das Neugeborene bei euch schlafen könnte. Selbst Eltern, die das vorher nie so geplant hatten, haben manchmal das eigene Bett fürs Baby umsonst gekauft. 

Platzsparend sind sonst noch Stubenwagen oder Anstellbettchen mit Rollen. Das reicht eine ganze Weile und es gibt auch Modelle, die sich zu größeren Betten umbauen lassen. Als Interior Kuratorin (mein Hobby) empfehle ich gerne multifunktionale und modulare Möbel. Auf engem Raum sind die ein echter Gewinn. 

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Minimalismus mit Baby

Wenn ihr wenig Platz habt, rate ich noch, über die Anschaffung eines Wäschetrockners nachzudenken. Ein Kombigerät ist äußerst sinnvoll und hat sich bei uns mit einem Kind bewährt. Wir haben auch kein Töpfchen angeschafft, sondern einen faltbaren Aufsatz für die Toilette* besorgt. Das hat wunderbar funktioniert, weil unser Kind uns einfach nachmachen wollte. 

Außerdem macht bei wenig Platz mit Baby Minimalismus im Allgemeinen Sinn: Ich habe vor der Geburt unserer Tochter unsere Miniwohnung auch entrümpelt. Jeden Tag  eine Schublade oder Schrankfach bis zur Geburt. Schafft dann, zum Beispiel, nur so viele Fläschchen an, wie ihr wirklich braucht. Spielsachen sind in den ersten Monaten auch nicht nötig. Und auch später ist oft die Verpackung interessanter als der Inhalt. 

Den Kinderwagen könnt ihr vielleicht nach Rücksprache in Hausflur oder auf dem Balkon parken, wenn kein Raum dafür vorgesehen ist. Manche Eltern schieben ihn auch einfach in den Wohnungseingang. Für später gibt es faltbare Buggys. 

Smart wohnen mit Baby und Kindern

Im großen Ganzen ist smarter Stauraum in Form von großen Schubladen, Regalen mit Boxen oder Truhen, der schnell zu erreichen und übersichtlich ist, immer eine gute Lösung. Außerdem habe ich schon in der Schwangerschaft angefangen, die Wohnung kindersicher zu gestalten. Das geht im Alltag, wenn das Baby erstmal da ist, sonst unter. Dazu habe ich nicht nur Steckdosen und scharfe Kanten sicher gemacht – wir haben auch auf alle möglichen Dekoartikel wie Kerzen und Vasen und Co. in Kinderreichweite verzichtet. 

Das fiel mir als Interiorliebhaber gar nicht so leicht. War aber auch befreiend, weil die Wohnung so schön clean und irgendwie größer war und ich nie Sorge haben musste, dass mein Kind spätestens ab dem Krabbeln etwas runterreißt. Es konnte sich so relativ frei bewegen und erfahren. 

Ihr werdet merken, Babys brauchen gar nicht viel. Oft sind es wir Eltern, denen “mehr” mehr Sicherheit gibt. Aber auch das ist natürlich in Ordnung, wenn ihr den Platz dafür habt! 

Veröffentlicht von Nina Gaglio

Nina ist Mama eines Grundschulkindes und seit 25 Jahren leidenschaftliche Reporterin und Redakteurin. Angefangen hat alles beim Fernsehen, wo Nina neben ihrem Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaften Studium erste Erfahrungen sammeln konnte und dann 12 Jahre blieb. Danach kam viel PR und der Onlinejournalismus dazu. Familien- und Kinderthemen und die Arbeit mit Experten aus diesen Bereichen gehörte auch zum Redaktionsalltag. Und so war es nur logisch, dass Nina nach dem Mutterwerden auch für Parenting-Magazine schrieb.

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