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Wo wird mein Baby schlafen?

Der richtige Schlafort ist eines der Babythemen, worüber sich Mütter in Foren regelrecht zerhacken. Jede hat ihre eigene Meinung. Und die meisten verteufeln abweichende Positionen. Dabei hängt es doch ganz vom Kind selbst ab. Wir möchten, dass du selbst entscheiden kannst, wo dein Baby schläft. In diesem Artikel gehen wir ganz objektiv auf die verschiedenen Optionen ein und geben Tipps, was du beachten solltest.

Die verschiedenen Möglichkeiten im Überblick

Bevor du zum ersten Mal schwanger wurdest, hast du bestimmt auch gedacht, dass das Kinderzimmer mit hübschem Babybett genau der richtige Ort für ein Baby ist, um friedlich zu schlummern, oder? So vieles ist ganz anders als erwartet, wenn du deinen kleinen Liebling endlich in den Armen hältst.

Denn sicher wirst du dank des Internets und vielleicht auch bei Gesprächen mit Freundinnen gemerkt haben, das das friedliche Schlafen im Kinderzimmer nur eine von vielen Optionen ist. Und ganz nebenbei am Anfang auch nur in den seltensten Fällen klappt.

Die meisten Babys möchten ganz nah bei Mama (und/oder Papa) sein, damit sie sich geborgen fühlen und gut in den Schlaf finden. (Von durchschlafen redet noch keiner ;)) Wenn die Eltern alles Wichtige beachten, schläft Baby bei ihnen auch am sichersten. Aber dazu gleich mehr. Zuerst einmal kommen hier die verschiedenen Möglichkeiten:

  1. Elternbett/Familienbett
  2. Beistellbett/Babybalkon
  3. Eigenes Babybett im Elternschlafzimmer
  4. Babybett im Kinderzimmer

Auf alle gehen wir weiter unten im Detail ein. Außerdem gibt es ganz unten im Artikel eine praktische Tabelle, bei der wir die Vor- und Nachteile jeder Schlafmöglichkeit gegenüber stellen.

Die Empfehlung der Kinderärzte lautet übrigens:
Babys sollten zumindest im ersten Lebensjahr im eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern schlafen. Mit Schlafsack ohne Decke/Kissen, ohne Nestchen und Kuscheltiere, auf einer neuen, festen und gut belüfteten Matratze.

Elternbett/Familienbett

Babys und Kleinkinder mit bei den Eltern im Bett? Was in Asien, Afrika, Südamerika und anderen Kulturen schon immer ganz normal ist, war bei uns einige Jahrzehnte lang komplett aus der Mode. Der Grund war, dass zu viel Nähe zum Kind verpönt war und zusätzlich das Schlafen im Elternbett als zu gefährlich galt. Denn die Eltern konnten das Baby ja erdrücken. Aber stimmt das überhaupt? Schließlich ist das Elternbett, wenn Mama stillt, doch so wahnsinnig praktisch?

Vorteile und Nachteile des Elternbetts

Normalerweise hat die Mutter des Babys einen ganz leichten Schlaf, den sogenannten Ammenschlaf. So nimmt sie unterbewusst war, wenn etwas nicht stimmt und kann darauf reagieren. Auf das Baby rollen würde sie sich deshalb nicht. Das heißt, sofern dieser Warnmechanismus nicht durch Alkohol, Drogen, Schlafmittel, Krankheit oder große Übermüdung ausgeschaltet ist.

Das Baby nimmt seine Mutter ebenfalls unterbewusst wahr und wird dadurch weniger oft wach. Bei Atemaussetzern führen Mamas Atemgeräusche dazu, dass es wieder Luft holt. Ansonsten wacht Mama auf und stupst es an. Wenn es trinken möchte, sucht es nach der Brust. Das geschieht meist noch völlig ohne Weinen. Bekommt es gleich, was es braucht, schläft es friedlich weiter. Die Mutter schafft das Alles im Halbschlaf und schläft dann ebenfalls weiter.

Zu den Risikofaktoren, die das Elternbett wirklich gefährlich machen, gehören alkoholisierte, unter Drogeneinfluss stehende oder rauchende Eltern und andere Bettnutzer wie beispielsweise Geschwister oder Haustiere. Auch große schwere Decken und Kissen im Bett, eine zu weiche Matratze wie bei einem Wasserbett oder Ritzen, in die das Kind hineinrutschen kann, erhöhen die Gefahr. Zu warm sollte es ebenfalls nicht sein. Denn warme Raumluft, dicke Decken und deine Körperwärme können zu Überhitzung füren. Aber selbst wenn du alles beachtet hast, ist das Risiko gegenüber dem eigenen Kinderbett im Elternschlafzimmer erhöht.

Viele Babys schlafen im Elternbett

Entgegen der Empfehlungen schlafen dennoch sehr viele Babys bei ihren Eltern im Bett. Und das gar nicht selten, obwohl es die Eltern anders geplant hatten. Wenn dein Baby mehr Nähe braucht als andere oder das ständige Aufstehen zum Stillen oder Beruhigen zu anstrengend ist, ist das Elternbett oft die einzige Option, bei der deine ganze Familie wieder mehr Schlaf findet. Es lohnt sich also, das Elternbett zumindest als Plan B im Kopf zu behalten und alle Vorkehrungen zu treffen, falls es dann doch so kommt.

Wenn du dich für das Elternbett entscheidest, dann so:

  • Das Baby schläft jede Nacht bei dir statt nur ab und zu.
  • Ihr als Eltern raucht nicht und seid absolut nüchtern.
  • Das Bett ist groß und die Matratze so fest, dass Babys Kopf nicht einsinken kann.
  • Das Baby liegt außen neben der Mutter (Rausfallschutz?) auf dem Rücken und mit dem Kopf etwa auf Höhe deiner Brust.
  • Vater oder Geschwisterkinder sind ausquartiert oder zumindest weit genug entfernt auf der anderen Seite des Bettes.
  • Schwere Decken und große, weiche Kissen werden eingemottet und durch leichte Decken und feste Kissen ersetzt. Wenn dir kalt ist, kannst du dich selbst wärmer anziehen. Ein Flanell-Schlafanzug zum Knöpfen ist am Anfang ideal, wenn du stillst.
  • Das Baby trägt einen Schlafsack und ist nicht zu warm angezogen. Zusätzliche Decken sind tabu.
  • Die Raumtemperatur liegt idealerweise bei 16-18 Grad. Das Zimmer ist gut gelüftet.
  • Übrigens: Stillen schützt aus mehreren Gründen vor dem plötzlichen Kindstod.

Beistellbett/ Babybalkon

Wenn euer Elternbett zu klein ist und du dein Baby trotzdem dicht bei dir haben willst, ist ein Babybalkon oder auch Anstellbett eine super Sache. Der Vorteil ist hier, dass das Baby nicht herausfallen kann und Decken nicht so leicht in das Bettchen gelangen können, als wenn das Kind direkt neben dir läge.

Der Babybalkon wird auf deiner Schlafseite am Elternbett befestigt. Idealerweise schließen beide Matratzen bündig ab, damit sich das Baby weder mit dem Gesicht gegen eine Matratzenkante noch zu dir herabrollen kann. Lücken zwischen den Betten sollten mit fest zusammengerollten Handtüchern geschlossen werden.

Viele Eltern sind voller guter Vorsätze und schaffen sich einen Babybalkon z.B. von babybay® an, nur um dann festzustellen, dass der Säugling darin entweder nicht zur Ruhe kommt, sich ständig rüberrollt und/oder viel zu schnell herausgewachsen ist. Du kannst es natürlich trotzdem versuchen, immerhin ist so ein Ding auch ein super Rausfallschutz. Allzu viel Geld solltest du aber besser nicht dafür ausgeben oder gleich ein höhenverstellbares Gitterbett wählen, bei dem sich eine Seite herausnehmen lässt.

Übrigens: Nestchen, Kissen und Decken sind auch im Babybalkon keine gute Idee. Denn sie erhöhen das Erstickungsrisiko. Zum einen können sie die Atemwege des Babys abdecken, zum anderen ist die Luftzirkulation durch Nestchen stark eingeschränkt und die Sauerstoffversorgung dadurch schlechter. Auch hier ist ein Schlafsack die beste Wahl. Das Baby sollte immer auf dem Rücken schlafen gelegt werden.

Separates Bett im Elternschlafzimmer

Diese Option ist die Empfehlung der Kinderärzte, denn in einem solchen ist das Risiko des plötzlichen Kindstods am geringsten. Die Eltern sind in der Nähe und nicht zu nah, um selbst Verursacher zu sein. Es kann weder herausfallen, noch in einer Ritze eingeklemmt werden. Immer vorausgesetzt, das Bett ist frei von Accessoires wie Nestchen, Decken und co. und das Baby schläft auf dem Rücken.

Wenn du den Platz hast, stell also am besten ein Gitterbett auf. Das kann neben deinem Bett oder auch an einer anderen Wand des Zimmers sein. So wie es eben am gemütlichsten ist. Es kann dir aber passieren, dass dein Kind darin nicht schlafen kann und du ständig aufstehen musst. Manche Kinder brauchen eben Mamas Nähe besonders und wenn es nur eine beruhigende Hand ist. Ob es für euch passt, musst du selbst herausfinden. Vielleicht hilft es auch, immer wieder zu probieren.

Babybett im Kinderzimmer

Dafür entscheiden sich viele Eltern, die gern abends und nachts Zeit für sich haben. Und solche die festgestellt haben, dass das Kind durch Mamas oder Papas nächtliche Geräusche (z.B. Schnarchen, Drehen oder Husten) ständig gestört wird.

Solltest du ebenfalls vorhaben, dein Neugeborenes im eigenen Kinderzimmer schlafen zu lassen, ist das okay. Sei dir nur bewusst, dass das Risiko, dass dem Baby dort etwas passiert, etwa doppelt so hoch ist. Dies liegt daran, dass es dich unterbewusst nicht hören kann. Deine Anwesenheit schützt jedoch vor allzu langen Atempausen, denn deine Atemgeräusche animieren zum Luft holen. Reagieren kannst du ebenfalls nicht, denn dein mütterlicher Instinkt reicht in diesem Fall nicht über die Zimmerwand hinaus und ein Babyphone hört keine Atemaussetzer.

Wenn du dich trotzdem für das Kinderzimmer entscheidest, darf es dort nicht zu warm und muss gut gelüftet sein. Dein Baby schläft auch hier am sichersten im Schlafsack, ohne Decken, Kissen, Nestchen und Kuscheltiere und unbedingt auf dem Rücken.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Die MöglichkeitenVorteileNachteile
Familienbett
  • praktisch beim Stillen
  • bindungsfördernd
  • Schlafphasen synchronisieren sich
  • Atem der Eltern wirkt gegen Atemaussetzer
  • besonders sinnvoll bei Babys mit Schlafproblemen oder mit besonders starkem Nähebedürfnis
  • unruhige Schläfer wecken andere
  • es muss einiges beachtet werden, sonst zu riskant
  • eventuell Einschränkungen im Sexleben
Beistellbett
  • direkt bei Mama/Papa
  • viel Platz für das Baby
  • geringere Erstickungsgefahr
  • Baby hört Schlafgeräusche
  • Eltern können schnell reagieren
  • sicherer Rausfallschutz
  • den Platz muss man haben
  • Kind rollt sich eventuell heraus
  • mit Kissen, Decke oder Nest ebenfalls riskant
  • Lücke zwischen den Betten?
  • unruhige Schläfer wecken andere
  • eventuell Einschränkungen im Sexleben
Separates Bett im Elternschlafzimmer
  • keine Erstickungsgefahr durch Decken im Elternbett
  • Baby hört Schlafgeräusche
  • Eltern können schnell reagieren
  • sicherer Rausfallschutz
  • Mama/Papa müssen trotzdem aufstehen
  • reicht eventuell für anhängliche Kinder nicht aus
  • braucht viel Platz im Schlafzimmer
  • mit Kissen, Decke oder Nest ebenfalls riskant
  • eventuell Einschränkungen im Sexleben
Im eigenen Zimmer
  • Eltern und Baby wecken sich nicht gegenseitig
  • entspannteres Zubettgehen für die Eltern
  • weniger Einschränkungen im Sexleben
  • Atemaussetzer bleiben unbemerkt, Eltern können nicht reagieren
  • Schlafphasen können sich nicht synchronisieren
  • unpraktisch beim Stillen
  • mit Kissen, Decke oder Nest ebenfalls riskant
  • viele Babys wollen nicht allein schlafen

Uns interessiert deine Meinung

Was hast du vor? Wo soll dein Baby am liebsten schlafen?

Hast du noch Fragen zu den verschiedenen Schlafmöglichkeiten für ein Baby? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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