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Ricotta in der Schwangerschaft: unbedenklich oder ein Risiko?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Schwanger und Ricotta-Liebhaberin? Beides muss sich nicht ausschließen. Ob auf dem Brot, in Süßspeisen, Tortellini oder einer anderen Köstlichkeit – der italienische Frischkäse ist nicht nur eiweißreich und fettarm, sondern auch besonders lecker. Wenn du ein paar Dinge beachtest, kannst du Ricotta in der Schwangerschaft bedenkenlos essen.

Ist Ricotta in der Schwangerschaft sicher?

Verpackter, pasteurisierter Ricotta ist in der Schwangerschaft sicher. Der italienische Frischkäse, der ursprünglich aus der Nähe von Rom kommt, weist für Schwangere wichtige Eigenschaften auf:

  • Der Name „Ricotta“ bedeutet übersetzt so viel wie „nochmals stark erhitzt oder gekocht“.
  • Ricotta wird eigentlich nicht als Käse eingestuft, sondern gilt als Milchprodukt. Er wird nicht aus der ganzen Milch, sondern aus dem „Abfallprodukt“ bei der Käseherstellung, der Molke produziert. Molke ist besonders fettarm und in kompakter Form reich an hochwertigem Eiweiß.
  • Die Molke wird bei der industriellen Herstellung von Ricotta auf 70 bis 80 °C erhitzt. Er ist also in der Regel nicht aus Rohmilch! (Hinweise beachten)

Ricotta und Hüttenkäse sind übrigens nicht dasselbe, auch wenn der körnige Frischkäse dem italienischen oft sehr ähnlich sieht.

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Achte bei allen Käsesorten als Schwangere auf die Zutatenliste

Ricotta ist in der Schwangerschaft eine gute Möglichkeit, Vitamin A, Vitamin B12, Eiweiß und Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium (Calcium) und Phosphor zu dir zu nehmen.

Durch das Erhitzen der Molke handelt es sich nicht um einen Rohmilchkäse, industriell hergestellter Ricotta Käse ist also automatisch pasteurisiert. Diesen Hinweis findest auch in der Zutatenliste. Steht dort „aus Rohmilch“, „nicht pasteurisiert“ oder „hergestellt aus nicht pasteurisierter Milch“, gehört das Produkt wie auch andere Rohmilchprodukte zu jenen Lebensmitteln, die du in der Schwangerschaft meiden solltest.

Neben Rohmilchprodukten bergen auch Weich- und Schimmelkäse (z.B. Gorgonzola), Käsesorten mit klebriger rot-gelber Rinde (z.B. Handkäse, Harzer, Tilsiter), eingelegter Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen und vorgefertigter Reibekäse ein Infektionsrisiko für Schwangere. 

Was ist mit offen verkauftem Ricotta in der Schwangerschaft?

Wir wissen natürlich, dass gerade in der Schwangerschaft die Gelüste oftmals ganz spontan kommen. Manche schwangere Frauen entwickeln einen regelrechten Heißhunger auf ein bestimmtes Lebensmittel.

Ricotta Käse von der Kühltheke oder vom Wochenmarkt wird in der Regel offen angeboten. Das bedeutet, du kannst nicht wissen, ob er

  1. seit seiner Herstellung immer gut gekühlt wurde,
  2. die Molke bei der Herstellung hoch genug erhitzt wurde und
  3. wie lange er dort schon steht.

Für dich als Schwangere stellt der Verzehr von Käse unbekannter Herkunft immer ein Risiko dar, da sich auf manchen Käsesorten Bakterien, insbesondere Listerien (Listeriose-Gefahr), aber auch Salmonellen und andere Erreger befinden können. Was dir nicht zwangsläufig etwas ausmachen muss, kann bei deinem Baby eine schwere Infektion auslösen.

Unser Tipp: Verzichte während der Schwangerschaft lieber auf den Kauf eines offen angebotenen Ricottas und greife auf die abgepackte, industriell hergestellte Variante im Supermarkt zurück. Der Ricotta Käse gehört dann nicht zu den Dingen, die du in der Schwangerschaft nicht essen solltest. Vielmehr ist er ein guter Kalziumlieferant.

Alternative: den frischen Ricotta 10 Minuten bei mindestens 70 Grad erhitzen! In der Mikrowelle geht es schneller.

Die richtige Lagerung von Ricotta Käse

Ricotta ist ein Milchprodukt aus Molke, das sich sehr vielseitig verwenden lässt. Der italienische Frischkäse ist in der Schwangerschaft sehr beliebt. Denn viele andere Käsesorten – zum Beispiel Weichkäse (z.B. Camembert, Gorgonzola, Brie) oder Käse mit Rinde (z.B. Bergkäse) scheiden als wertvolle Kalziumlieferanten aus.

Voraussetzung für den bedenkenlosen Verzehr von Ricotta in der Schwangerschaft ist aber auch die richtige Lagerung. Denn Listerien, Salmonellen und andere Erreger vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur. Du solltest darauf achten:

  1. den Ricotta kühl bei etwa 4 bis 7 Grad im Kühlschrank zu lagern.
  2. das Schälchen mit dem Molkekäse stets gut abgedeckt aufzubewahren.
  3. angefangenen Ricotta schnell zu verbrauchen.

Bei industriell hergestellten Ricotta solltest du unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum einhalten. Ist die Packung aber angebrochen, solltest du deinen Ricotta innerhalb von zwei bis drei Tagen verzehrt haben, um das Risiko, welches durch den Befall mit schädlichen Keimen und Erregern entsteht, zu umgehen.

Ricotta Tortellini in der Schwangerschaft kannst du dagegen bedenkenlos genießen, wenn du sie gut durchgarst. Dasselbe gilt für Soße mit Ricotta.

Unser Tipp: Möchtest du dir dennoch einen Vorrat an Ricotta anlegen, empfehlen wir die Lagerung in der Tiefkühltruhe. Du kannst diesen leckeren Frischkäse aus Italien dort bis zu einem halben Jahr aufbewahren. Wichtig dabei ist jedoch, dass du ihn sicher auf Temperatur bringst, wenn du ihn roh benutzen möchtest. Also am besten einen Tag vor der Zubereitung in den Kühlschrank stellen, wo er langsam auftauen kann. Bei gekochten Gerichten besteht keine Gefahr.

Ricotta Käse gibt es von cremig und sahnig bis zu schnittfest. Wie der Herstellungsprozess des Ricotta-Käses abläuft, kannst du in diesem Video an einem Beispiel sehen:

Fazit

Ricotta in der Schwangerschaft kannst du grundsätzlich bedenkenlos konsumieren. Du solltest aber darauf achten, dass er hoch erhitzt und kühl gelagert wurde. Verpackt ist sehr viel sicherer als offen. Wenn du ihn dann schnell aufbrauchst, steht dem Genuss von Ricotta Käse nichts im Wege und du hast einen guten Kalziumlieferanten im Kühlschrank.

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Quellen

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